Fachbegriffe-Versicherungen

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Eine persönliche Beratung zu Versicherungen und deren Vermittlung kann in den Regionen Dessau-Roßlau, Bitterfeld-Wolfen, Zerbst, Halle, Leipzig und Magdeburg erfolgen, durch RGVM GmbH Breiteweg 46 39179 Barleben Amtsgericht: Stendal | HRB 21772 | Geschäftsführung: Robert Günther. Eingetragen als Versicherungsmakler mit einer Erlaubnis nach §34d Abs. 1 der Gewerbeordnung bei der zuständigen Behörde, und im Vermittlerregister unter der Registrierungsnummer D-P0ZO-PHYMB-96 registriert.

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Begriff Definition
Generationenvertrag

Der Begriff des Generationenvertrages fällt dann, wenn es um Themen aus dem Bereich der Rente geht. Der Generationenvertrag ist kein Vertrag im juristischen Sinn, sondern ein Konzept zur Kapitaldeckung der gesetzlichen Altersvorsorge.

Eingeführt wurde der Generationenvertrag im Zuge der Rentenreform Ende der 50er Jahre. Betrachtet werden soll der Generationenvertrag als fiktiver Vertrag zwischen zwei Generationen im gesellschaftlichen Konsens. „Vertragsinhalt“ ist die Versorgung im Alter durch die Rente und die stille Vereinbarung, dass die sozialversicherungspflichtig arbeitende Generation durch ihre Sozialabgaben dafür sorgt, dass die Rentenkassen auch aufgefüllt werden. Vor wirtschaftlichem Hintergrund kann der Generationenvertrag auch als dynamische Rentenvereinbarung bezeichnet werden, die über Umlagen finanziert wird.

Der Generationenvertrag enthält keine schriftlich fixierten Regelungen. Er unterstützt das Prinzip des deutschen Rentensystems, wonach die arbeitende Bevölkerung durch Abgaben die Generation der Rentner versorgt. Durch Einzahlungen in die Rentenkassen werden Renten an die Generation von Eltern und Großeltern ausgezahlt. Durch die eigene Arbeit werden wiederum Rentenanwartschaften erworben, die später durch die nachfolgende Generation getragen werden.

Der demografische Wandel kann den Generationenvertrag gefährden. Die Gesellschaft altert, während immer weniger Kinder geboren werden. Es besteht die Gefahr, dass das Verhältnis zwischen junger und älterer Generation so stark schwankt, dass die eingezahlten Rentenbeiträge für die Anzahl der Rentner nicht mehr ausreicht. Zusätzlich trägt der schwierige Arbeitsmarkt dazu bei, dass zu wenig sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze besetzt werden. Wer befürchtet, dass die gesetzliche Rente im Rentenalter später nicht ausreicht, kann durch eine private Altersvorsorge zusätzliche Einkünfte sichern.

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Gesetzliche Rente

Bei der gesetzlichen Rente handelt es sich um einen Bestandteil des deutschen Altersvorsorgesystems und unterliegt den Regelungen der Deutschen Rentenversicherung. Die gesetzliche Rente sichert das Einkommen nicht nur im fortgeschrittenen Alter. Zur gesetzlichen Rente zählen neben Altersrenten auch Witwenrenten, Waisenrenten und Erwerbsunfähigkeitsrenten.

Der Anspruch auf die gesetzliche Rente kann während der Berufsausbildung, während der Ausübung eines Berufes, durch die Erziehung von Kindern, durch die Pflege von Angehörigen und auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit erworben werden. Ausgezahlt wird die gesetzliche Rente dann beispielsweise im Alter, bei Verlust der Erwerbsfähigkeit oder bei Tod eines Versicherten. Neben der Rentenzahlung übernimmt die gesetzliche Rentenversicherung auch die Hälfte der Beiträge für die Krankenversicherung der Rentner.

Die Höhe der gesetzlichen Rente wird mittels Rentenformel errechnet, nach der die vier Faktoren Entgeltpunkte, regulärer oder vorzeitiger Rentenbeginn, Rentenart und Rentenwert berücksichtigt werden müssen. Die Deutsche Rentenversicherung verschickt jährlich Renteninformationen, die eine Hochrechnung auf Grundlage der bisherigen Einzahlungen für die Altersrente enthält.

Ausschlaggebend, ab wann die gesetzliche Altersrente ausgezahlt wird, ist das Renteneintrittsalter.

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Synonyme - gesetzliche Rentenversicherung,Deutsche Rentenversicherung
Gesundheitsprüfung

Bei der Gesundheitsprüfung oder Risikoprüfung handelt es sich im Bereich der Personenversicherungen um das von Versicherungsgesellschaften verlangte Gesundheitszeugnis von einem Arzt über den Gesundheitszustand der versicherten Person. Gesundheitsprüfungen werden häufig bei privaten Krankenversicherungen, Risikolebensversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen verlangt.

In Personenversicherungen steht die Gesundheit von Versicherungsnehmern im Vordergrund, sodass Versicherungen die Wahrscheinlichkeit eines Schadens durch eine Gesundheitsprüfung einschätzen müssen. In der Regel wird die Gesundheitsprüfung vor Abschluss des Versicherungsvertrages durchgeführt, damit die Versicherungsgesellschaft eine Entscheidung darüber fällen kann, ob und wie das Gesundheitsrisiko versichert werden kann oder nicht. Ein Versicherungsvertrag kommt erst dann zustande, wenn sich Versicherungsnehmer und Versicherungsgesellschaft über die Vertragsmodalitäten einig sind.

Des Weiteren ist die Gesundheitsprüfung auch Basis für die Berechnung der Prämie. Versicherungsverträge mit einer niedrigen Versicherungssumme müssen nicht zwingend eine Gesundheitsprüfung beinhalten, sondern werden auch auf Grundlage von Gesundheitsbefragungen abgeschlossen. Im Durchschnitt wird eine Gesundheitsprüfung verlangt, wenn die Versicherungssumme den Betrag von € 400.000,00 überschreitet.

Bei der Gesundheitsprüfung werden neben Daten zum Geschlecht, Lebensalter, Beruf und Wohnort auch Informationen über den Gesundheitszustand und gefährliche Sportarten eingeholt. Das subjektive Risiko wird bewertet, indem das persönliche Verhalten und die Einstellung zu Krankheiten sowie weitere Absicherungen mit einbezogen werden. Typisch sind Gesundheitsfragen über ambulante Therapien, stationäre Behandlungen, Psychotherapien, Medikamente, Blutuntersuchungen, Diagnosen, Symptome, Schmerzen, Vorerkrankungen, Gewichtsprobleme oder die Angabe, ob eine Nikotin-, Alkohol- oder Drogensucht besteht oder bestand.

Versicherungsnehmer trifft eine Anzeigepflicht bis zum Vertragsabschluss über bekannte Gefahren, die für das Versicherungsverhältnis erheblich sind. Werden Krankheiten arglistig verschwiegen, kann der Vertrag angefochten werden. Verletzt der Versicherungsnehmer seine Anzeigepflichten, kann die Versicherungsgesellschaft auch den Vertrag kündigen und die Leistung verweigern.

Versicherungsgesellschaften dürfen mit Einwilligung des jeweiligen Versicherungsnehmers nach § 213 I VVG personenbezogene Gesundheitsdaten von Ärzten, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen erheben, sofern diese Daten für die Beurteilung des Versicherungsrisikos oder der Leistungspflicht benötigt werden. Voraussetzung hierfür ist die Entbindung von der Schweigepflicht der behandelnden Ärzte und Institute.

Bei Verträgen im Basistarif oder Kinderversicherungen kann unter Umständen von einer Gesundheitsprüfung abgesehen werden. Auch wenn in der privaten Krankenversicherung der Tarif gewechselt werden soll, muss keine erneute Gesundheitsprüfung erfolgen, wie der BGH im Juli 2016 entschieden hat.

 

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Synonyme - Gesundheitsangaben,Gesundheitsfragen
Gewässerschadenhaftpflicht

Gegen Gewässerschäden kann eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden, die auch als Öltankversicherung bekannt ist. Die Öltankversicherung sichert unverschuldete oder fahrlässige Schäden durch Ölheizungsanlagen ab. Schon durch das Auslaufen von verhältnismäßig wenig Öl können umfangreiche Gewässerschäden entstehen.

Durch eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung werden der Inhaber der Heizungsanlage sowie alle mit der Wartung der Anlage beauftragten Personen abgesichert. Die Versicherung übernimmt im Falle eines Gewässerschadens die Kosten für die Schadensbegrenzung, die Reparatur der Heizungsanlage und die ärztliche Versorgung bei Personenschäden. Auch bei einem Versickern von Heizöl ins Erdreich kommt die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung für die Schäden auf. Öltankversicherungen erstatten Gutachterkosten, Kosten für die Entsorgung verseuchter Erde, Heizungsreparaturen, Schäden am Eigentum, teilweise sogar die Neubefüllung des Öltanks und Schmerzensgeld bei Personenschäden. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die regelmäßigen Wartungs- und Reinigungsintervalle der Heizungsanlage nachweislich eingehalten worden sind.

Ein Gewässerschaden entsteht häufig durch einen Rohrbruch oder einen durchgerosteten Behälter. Aber auch dann, wenn beim Nachfüllen der Heizungsanlage ein Fehler geschieht, könnte Öl austreten und im Boden versickern. Gewässerschäden haben besonders häufig Tankbeschädigungen, Versagen der Schutzsysteme oder Fehler in der Bedienung zur Ursache. Eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung empfiehlt sich insbesondere für Menschen, die nahe an einem See, Fluss oder in einem Hochwasser-Gebiet wohnen. Dort deckt die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung das erhöhte Risiko ab, das die Privathaftpflichtversicherung unter Umständen ausschließt. Privathaftpflichtversicherungen umfassen Gewässerschäden in der Regel nur bei kleinen Öltanks.

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz werden Eigentümer von Öltanks für Gewässerschäden haftbar gemacht. Dies gilt auch dann, wenn der Öltank regelmäßig überprüft wurde und der Schaden unverschuldet eingetreten ist. Bei vermieteten Objekten mit Öltank haftet nach dem Gesetz ebenfalls der Eigentümer im Rahmen der Gefährdungshaftung.

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Synonyme - Gewässerschadenhaftpflichtversicherung,Gewässerschaden,Öltankversicherung
Gewinnbeteiligung

Bei einer Gewinnbeteiligung handelt es sich um die Anteile, mit denen Versicherungsnehmer an den von der Versicherungsgesellschaft erzielten Überschüssen beteiligt sind.

Gewinnbeteiligungen werden beispielsweise bei Lebensversicherungen erzielt und an den Versicherungsnehmer weitergegeben. Die Prämien für eine Lebensversicherung werden mit einer Art „Sicherheitspolster“ kalkuliert und nach Einzahlung von der Versicherungsgesellschaft zu einem Großteil angelegt. Da Lebensversicherungen regelmäßig über einen langen Zeitraum laufen, um eine Vorsorge aufzubauen, entstehen bei der Versicherungsgesellschaft Kapitalerträge, die sie im Rahmen der Gewinnbeteiligung an die Versicherungsnehmer ausschütten. Wie hoch die Beteiligungen ausfallen, wird im Versicherungsvertrag festgelegt. Bei Lebensversicherungen kann die Höhe der Gewinnbeteiligung schwanken, was einer jährlichen Anpassung bedarf.

Bei Schadensversicherungen kann die Höhe der Gewinnbeteiligungen den Satzungen entnommen werden. In diesen Fällen erhalten Versicherungsnehmer eine Beitragsrückerstattung. Bei Versicherungen mit dem Zusatz VVaG, also Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, erfolgt eine Auszahlung der Gewinnbeteiligungen an alle Mitglieder. Handelt es sich bei der Versicherungsgesellschaft jedoch um eine Aktiengesellschaft, dann wird nur ein Teil der Überschüsse im Rahmen der Gewinnbeteiligung an die Versicherungsnehmer entrichtet. Bei einer AG handelt es sich dann in der Regel auch nicht um Gewinnbeteiligungen, sondern um Dividenden.

Durch die Gewinnbeteiligung werden Versicherungsnehmer auf Grundlage des Versicherungsvertrages am Überschuss der Gesellschaft beteiligt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Versicherungsgesellschaft auch einen Gewinn erzielt hat. Versicherungsnehmer haben das Recht, sich über den Gewinn und die entsprechende Gewinnbeteiligung bei der Versicherungsgesellschaft zu informieren.

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Synonyme - Überschussbeteiligung
Glasversicherung

Glasschäden sind bei Hausratversicherungen nur abgesichert, wenn die Schäden durch eine der im Versicherungsvertrag festgelegten Gefahren verursacht wurden. Zerbricht zum Beispiel ein Glastisch, weil etwas von oben darauf gefallen ist, besteht kein Versicherungsschutz. Um derartige Schäden unter Versicherungsschutz zu stellen, kann entweder ein Glas-Baustein in die Hausratversicherung integriert oder aber eine separate Glasversicherung abgeschlossen werden.

Eine Glasversicherung empfiehlt sich insbesondere dann, wenn das Haus oder die Wohnung über viele Möbel, Einrichtungsgegenstände und Fenster aus Glas verfügt. Nach den Allgemeinen Hausratversicherungsbedingungen werden Glasschäden nur ausgeglichen, wenn bestimmte Ursachen zum Schaden geführt haben. Dies gilt beispielsweise dann, wenn der Glasschaden wegen Hagel, Brand, Sturm oder Leitungswasser entstanden ist. Normale Stöße und Missgeschicke fallen nicht unter das Leistungsportfolio der Hausratversicherung.

Eine Glasversicherung oder Glasbruchversicherung stellt fertig montierte und künstlerisch bearbeitete Scheiben, Spiegel und Platten aus Glas unter Schutz. Bei einem Schaden übernimmt die Versicherungsgesellschaft die Kosten für eine Notverglasung, Entsorgung der beschädigten Gläser sowie für den Einsatz von Gerüsten und Kränen und die Erneuerung von Anstrichen, Folien und Verzierungen.

Unterschieden wird bei der Glasversicherung zwischen Schäden an der Mobiliarverglasung und Gebäudeverglasung. Zur versicherten Mobiliarverglasung gehören je nach Versicherungsvertrag Schränke, Duschkabinen, Vitrinen, Bilder, Spiegel, Gläser von Elektrogeräten, Ceran- und Induktionskochfelder sowie Aquarien oder Terrarien. Im Bereich der Gebäudeverglasung bezieht sich der Versicherungsschutz auf Kunststoff- und Glasscheiben von Fenstern, Türen, Terrassen, Veranden, Loggien, Wintergärten, Lichtkuppeln, Profilbaugläsern, Wetterschutzvorbauten und Glasbausteinen.

Der genaue Leistungsumfang hängt von der Versicherungsgesellschaft und dem Tarif ab. Manchmal müssen beispielsweise Aquarien zusätzlich und gegen Aufpreis versichert werden. Was jedoch in der Regel nicht von einer Glasversicherung abgedeckt wird, sind Oberflächenbeschädigungen, Undichtigkeiten, Photovoltaikanlagen, Optische Gläser und Hohlgläser zur Dekoration. Die Glasversicherung schließt des Weiteren Gefahren wie Explosion, Blitzschlag, Brand, Sturm, Einbruchdiebstahl, Krieg, Kernenergie, innere Unruhen und andere Elementarereignisse vom Versicherungsschutz aus.

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Synonyme - Glasbruchversicherung
Gliedertaxe

Durch eine private Unfallversicherung können Versicherungsnehmer ihre eigene und die Existenz ihrer Familienangehörigen finanziell gegen Unfallrisiken absichern. Erleiden Versicherungsnehmer privat oder beruflich einen Unfall mit einer dauerhaften Beeinträchtigung, zahlt eine Unfallversicherung anteilig oder vollständig die Versicherungssumme aus.

Die Höhe der Zahlung von der Unfallversicherung ist abhängig von der vereinbarten Versicherungssumme, dem vom behandelnden Arzt attestierten Invaliditätsgrad und der Gliedertaxe. Die Versicherungen ordnen dem Verlust eines jeden Körperteils oder Sinnesorgans durch die Gliedertaxe einen bestimmten Invaliditätsgrad zu.

Nach der normalen Gliedertaxe wird der Invaliditätsgrad bei Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit folgender Körperteile und Organe wie folgt ermittelt:

  • Arm, Schultergelenk: 70 %
  • Arm, oberhalb des Ellenbogens: 65 %
  • Arm, unterhalb des Ellenbogens: 60 %
  • Hand, Handgelenk: 55 %
  • Daumen: 20 %
  • Zeigefinger: 10 %
  • Andere Finger: 5 %
  • Bein, über Mitte Oberschenkel: 70 %
  • Bein, bis Mitte Oberschenkel: 60 %
  • Bein, bis unterhalb Knie: 50 %
  • Bein, bis Mitte Unterschenkel: 45 %
  • Fuß, im Fußgelenk: 40 %
  • Großer Zeh: 5 %
  • Anderer Zeh: 2 %
  • Auge: 50 %
  • Ohr, Gehör: 30 %
  • Geruchssinn: 10 %
  • Geschmacksinn: 5 %

(Stand: 2020)

Für Heilberufe gelten abweichende Regelungen in Bezug auf die Gliedertaxe.

Wenn die Funktion eines Körperteils oder Sinnesorgans nur in Teilen eingeschränkt ist, wird der entsprechende Anteil als Invaliditätsgrad berechnet. Sind mehrere Körperteile und Organe betroffen, werden die Prozentsätze entsprechend addiert. Dabei kann die Summe 100 % nicht übersteigen. Die Unfallversicherung orientiert sich bei ihrer Leistung an der Gliedertaxe.

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Synonyme - Invaliditätsgrad
Grad der Behinderung

Der mit „GdB“ abgekürzte Grad der Behinderung gibt Schwere und Umfang einer Behinderung an, der vom zuständigen Versorgungsamt festgelegt wird. Ab einem Grad der Behinderung von 50 gilt ein Mensch als schwerbehindert und hat Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis.

Der Grad der Behinderung wird als eine Maßeinheit betrachtet, wie umfangreich ein Mensch durch eine Behinderung beeinträchtigt wird. Angegeben wird der Grad der Behinderung in 10-er Graden, wobei GdB 20 den niedrigsten und GdB 100 den höchsten Grad darstellt. Je höher der Wert ausfällt, desto stärker fällt auch die Behinderung bzw. Beeinträchtigung aus. Bei der Feststellung des GdB findet eine Gesamtbewertung statt. Es werden also keine einzelnen Erkrankungen und Behinderungen addiert.

Geprüft und festgestellt wird der Grad der Behinderung nach Beantragung eines Schwerbehindertenausweises durch ärztliche Gutachter des zuständigen Versorgungsamtes. Die Prüfung erfolgt nach den Regeln der „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“. Für die Bemessung eines GdB sind die tatsächlichen Leistungseinschränkungen maßgeblich, die auf die Behinderung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Die Gutachter des Versorgungsamtes müssen bei ihrer Beurteilung vom klinischen Bild sowie von den Funktionseinschränkungen im Alltag ausgehen. Die Grade der Behinderungen von mehreren Erkrankungen oder Behinderungen werden jedoch nicht einfach zusammengerechnet. Maßgeblich sind die Auswirkungen von den einzelnen Beeinträchtigungen als Gesamtbild, bei dem wechselseitige Beziehungen zueinander berücksichtigt werden müssen.

Menschen mit einem Grad der Behinderung und insbesondere einem Schwerbehindertenausweis erhalten Nachteilsausgleiche und bestimmte Hilfen wie etwa gesonderte Parkplätze oder Vergünstigungen im Nahverkehr. Für Schwerbehinderte gelten darüber hinaus besondere Regelungen im Bereich Steuern, Zusatzurlaub und Kündigungsschutz.

 

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Synonyme - GdB
Grenzversicherung

Bei der Grenzversicherung handelt es sich um eine internationale Fahrzeugversicherung, die beispielsweise für Reisen mit dem eigenen Kraftfahrzeug durch Europa benötigt wird. Reisende aus einem nichteuropäischen Land benötigen eine Grenzversicherung für ihr Fahrzeug, um in europäische Länder reisen zu können. Wird das Fahrzeug erst im Ankunftsland erworben, zugelassen und versichert, wird ebenfalls unter Umständen eine ergänzende Grenzversicherung für die Weiterreise benötigt, was auch von den zu bereisenden Ländern abhängt. Gleiches gilt im Übrigen für Überführungen.

In Europa gelten mitunter andere Versicherungsbedingungen als in anderen Staaten, sodass die verschiedenen Konzepte der Kfz-Versicherung in europäischen Ländern ungültig sind. In den USA wird beispielsweise der Fahrer und nicht das Fahrzeug versichert. In Europa wird jedoch das Fahrzeug versichert, sodass die Versicherung unabhängig vom Fahrer erfolgt. Darüber hinaus gibt es im Bereich der Kfz-Versicherungen Unterschiede in Bezug auf das Alter der Fahrer, die Fahrerlaubnis und viele weitere Details.

In Deutschland und anderen europäischen Staaten handelt es sich bei der Pkw Haftpflichtversicherung um eine Pflichtversicherung. Über die Haftpflichtversicherung werden Schäden abgesichert, die an fremden Sachen und Fahrzeugen sowie an Dritten selbst als Personenschäden verursacht werden könnten. Schäden am eigenen Fahrzeug können nur durch eine zusätzliche Kaskoversicherung abgesichert werden.

Bei Abschluss einer Grenzversicherung wird in der Regel auch eine internationale Versicherungsbestätigung (Grüne Karte) übermittelt. Bürger aus einem europäischen Land benötigen bei Reisen mit dem eigenen Fahrzeug in Länder wie Bulgarien oder die Niederlande lediglich die Grüne Karte, womit der Versicherungsschutz in allen EU-Staaten nachgewiesen werden kann. Eine Grenzversicherung wird jedoch für Regionen wie Montenegro benötigt. Im Idealfall wird vor Reiseantritt überprüft, ob eine Grüne Karte ausreicht oder ob zusätzlich eine Grenzversicherung abgeschlossen werden muss.

Letztendlich müssen ausländische Kraftfahrer eine Grenzversicherung abschließen und nachweisen, die keinen anderweitigen Nachweis einer – anerkannten - Haftpflichtversicherung haben. Der Versicherungsschein der Grenzversicherung reicht dann in Kombination mit einer Grünen Karte (Gültigkeit in allen EU-Staaten und der Schweiz) als Versicherungsnachweis aus.

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Synonyme - internationale Fahrzeugversicherung
Grundfähigkeitsversicherung

Eine Grundfähigkeitsversicherung ist eine Risikoversicherung, die den Verlust einer Grundfähigkeit durch die Auszahlung einer monatlichen Rente auffängt. Zu den Grundfähigkeiten gehört das Gehen, das Stehen, das Treppensteigen, das Sprechen, das Hören, das Sehen und teilweise auch Fertigkeiten wie das Fahren von Fahrrädern oder Autos. Unterteilt werden die versicherten Risiken in sensorische, motorische, feinmotorische und intellektuelle Fähigkeiten im Alltag.

Kalkuliert wird eine Grundfähigkeitsversicherung wie eine Lebensversicherung, wobei auch sie als eigenständige Versicherung abgeschlossen wird. Nachträgliche Anpassungen sind bei der GrundfähiDread Diseasegkeitsabsicherung ebenfalls nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Grundfähigkeitsversicherungen werden seit dem Jahr 2000 angeboten und gelten im Rahmen der Schweren-Krankheits-Vorsorge als Alternative zur Pflege- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Grundfähigkeitsabsicherung hat keinen Bezug zum ausgeübten Beruf. Basis des Versicherungsschutzes ist die Einschränkung in den grundlegenden Fähigkeiten durch eine Krankheit.

Je nach Versicherungsgesellschaft wird bei Verlust von grundlegenden Fähigkeiten bzw. bei Demenz oder Pflegebedürftigkeit eine monatliche Rente angewiesen. Dies gilt unabhängig davon, ob Versicherungsnehmer noch ihrem Beruf nachgehen können oder nicht. Solange die Einschränkungen in den Fähigkeiten bestehen, wird auch die Rente gezahlt. Zu den Ursachen für den Verlust von grundlegenden Fähigkeiten gehören Kräfteverfälle, Krankheiten und Unfälle. Durch die Grundfähigkeitsabsicherung wird eine verhältnismäßig günstige Absicherung der Arbeitskraft ermöglicht.

Versicherungsgesellschaften legen ihren Verträgen Fähigkeitenkataloge zugrunde, die die abgesicherten Grundfähigkeiten näher beschreiben. Neben den bereits erwähnten Grundfähigkeiten werden auch Verträge angeboten, die Fertigkeiten wie das Fahren von Sport- und Kraftfahrzeugen oder Erkrankungen wie Demenz und Depressionen versichern.

Ein Versicherungsfall tritt bei der Grundfähigkeitsversicherung dann ein, wenn ein Versicherungsnehmer für einen bestimmten Zeitraum – in der Regel zwischen 6 und 12 Monate – nicht in der Lage war bzw. sein wird, eine oder mehrere der abgesicherten Grundfähigkeiten auszuüben. Versicherungsnehmer müssen einen ärztlichen Nachweis über die Erkrankung und die Einschränkungen in den Fähigkeiten vorlegen, die von der Versicherungsgesellschaft überprüft werden können.

Ob die Beiträge zur Grundfähigkeitsversicherung als Vorsorgeaufwendungen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden können, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Allerdings müssen Rentenzahlungen aus der Grundfähigkeitsabsicherung versteuert werden.

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Synonyme - Grundfähigkeit