Krankenversicherung – passende Absicherung für Ihre Gesundheit

Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit: Wer zahlt die Beiträge?

Wer arbeitslos wird, verliert seinen Krankenversicherungsschutz nicht. Welche Regeln gelten und wer die Beiträge übernimmt, hängt jedoch davon ab, ob Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld bezogen wird und wie die betreffende Person zuvor krankenversichert war. Für gesetzlich Versicherte wird die Mitgliedschaft in der Regel fortgeführt. Bei Privatversicherten gelten teilweise andere Regelungen.

Seit dem 1. Juli 2026 hat das Grundsicherungsgeld das bisherige Bürgergeld abgelöst. Für die Krankenversicherung ist daher zwischen dem Arbeitslosengeld nach dem SGB III und dem Grundsicherungsgeld nach dem SGB II zu unterscheiden.

 

Wie sind Arbeitslose krankenversichert?

Während des Bezugs von Arbeitslosengeld besteht grundsätzlich Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Rechtsgrundlage ist § 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V. Die Versicherung beginnt grundsätzlich mit dem ersten Tag, für den Arbeitslosengeld bezogen wird. Wird über den Antrag erst später entschieden, kann der Versicherungsschutz rückwirkend ab diesem Zeitpunkt bestehen.

Eine zusätzliche Voraussetzung, zuvor zwölf Monate gesetzlich krankenversichert gewesen zu sein, gibt es für diese Versicherungspflicht nicht. Die häufig genannte Anwartschaftszeit betrifft den Anspruch auf Arbeitslosengeld und darf nicht mit den Voraussetzungen der Krankenversicherung verwechselt werden. Auch während einer Sperrzeit oder eines Ruhenszeitraums wegen Urlaubsabgeltung kann Versicherungspflicht bestehen.

 

Wer zahlt die Krankenversicherung bei Arbeitslosengeld?

Während des Bezugs von Arbeitslosengeld übernimmt grundsätzlich die Bundesagentur für Arbeit die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung. Die Beiträge werden direkt an die Sozialversicherungsträger gezahlt und müssen nicht aus dem Arbeitslosengeld an die Krankenkasse überwiesen werden.

Wer bereits gesetzlich versichert ist, bleibt grundsätzlich Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse. Die Arbeitslosigkeit allein erfordert keinen Krankenkassenwechsel.

Bleiben die Leistungen der GKV erhalten?

Arbeitslosigkeit führt nicht zu einem eingeschränkten Leistungskatalog. Versicherte haben weiterhin Anspruch auf die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, beispielsweise ärztliche und zahnärztliche Behandlung, Arzneimittel, Krankenhausbehandlung und Vorsorgeleistungen. Auch die allgemeinen Regelungen zu Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen gelten weiter. Bei geringem Einkommen kann insbesondere die Belastungsgrenze für Zuzahlungen relevant werden.

 

Was gilt beim Grundsicherungsgeld?

Wer Grundsicherungsgeld nach § 19 Abs. 1 Satz 1 SGB II bezieht, ist grundsätzlich ebenfalls in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Rechtsgrundlage ist § 5 Abs. 1 Nr. 2a SGB V. Ausnahmen bestehen insbesondere, wenn die Leistung lediglich als Darlehen oder nur für bestimmte einmalige Bedarfe gewährt wird.

Bei gesetzlich Versicherten zahlt das Jobcenter die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an die Krankenkasse. Wer nach dem Ende des Arbeitslosengeldes weiterhin finanzielle Unterstützung benötigt, muss Grundsicherungsgeld beantragen. Allein das Auslaufen des Arbeitslosengeldes löst keinen automatischen Leistungsbezug beim Jobcenter aus.

 

Was gilt für zuvor Privatversicherte?

Wer vor der Arbeitslosigkeit privat krankenversichert war, muss genauer unterscheiden. Der Bezug von Arbeitslosengeld kann grundsätzlich Versicherungspflicht in der GKV auslösen und damit einen Wechsel von der PKV in die GKV erforderlich machen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist jedoch eine Befreiung von dieser Versicherungspflicht möglich. Der Antrag muss grundsätzlich innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht gestellt werden; die Befreiung kann nicht widerrufen werden.

Für Personen ab 55 Jahren kann eine Rückkehr in die GKV ausgeschlossen sein. Das betrifft insbesondere Personen, die in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren und mindestens die Hälfte dieses Zeitraums versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder wegen hauptberuflicher Selbstständigkeit nicht versicherungspflichtig waren.

Beim Bezug von Grundsicherungsgeld gelten für bereits Privatversicherte andere Regeln. Eine bestehende private Krankenversicherung führt nicht automatisch in die GKV. Ausführliche Informationen zur Fortführung der Versicherung, zur Beitragsübernahme und zu den Besonderheiten bei Leistungsbezug finden Sie unter Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit und Grundsicherung.

 

Was passiert mit der Familienversicherung?

Arbeitslosigkeit beendet eine bestehende Familienversicherung nicht automatisch. Ob Ehe- oder Lebenspartner und Kinder beitragsfrei familienversichert bleiben können, richtet sich weiterhin nach den Voraussetzungen des § 10 SGB V.

Umgekehrt kann die Familienversicherung eine Möglichkeit sein, wenn keine eigene Versicherungspflicht besteht. Dabei müssen insbesondere die persönlichen Voraussetzungen und Einkommensgrenzen eingehalten werden. 2026 liegt die allgemeine Einkommensgrenze bei 565 Euro monatlich. Bei einer geringfügigen Beschäftigung gilt eine Grenze von 603 Euro monatlich.

 

Was gilt ohne Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld?

Arbeitslos zu sein bedeutet nicht automatisch, dass die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Krankenversicherungsbeiträge übernimmt. Wer keine entsprechende Sozialleistung bezieht, muss deshalb klären, auf welcher Grundlage der Krankenversicherungsschutz fortgeführt wird. Eine bloße Arbeitslosmeldung reicht für die Übernahme der Beiträge nicht aus.

In der GKV können je nach Situation eine Familienversicherung oder eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung infrage kommen. Wer zuvor privat versichert war, muss die weitere Absicherung dagegen nach den für die PKV geltenden Regelungen klären.

 

Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit rechtzeitig klären

Für gesetzlich Versicherte bleibt der Krankenversicherungsschutz während des Bezugs von Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld grundsätzlich bestehen; die Beiträge werden von der jeweils zuständigen Stelle getragen. Anders kann die Situation aussehen, wenn keine Sozialleistung bezogen wird oder vor Eintritt der Arbeitslosigkeit eine private Krankenversicherung bestand.

Arbeitslosengeld beziehungsweise Grundsicherungsgeld sollte deshalb rechtzeitig beantragt und der Versicherungsstatus gegenüber der zuständigen Stelle korrekt angegeben werden. So lässt sich vermeiden, dass beim Übergang aus einer Beschäftigung Unklarheiten über Mitgliedschaft und Beitragszahlung entstehen.

Stand: Oktober 2026