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Riester-Rente 2026: Förderung, Vorteile und was sich ab 2027 ändert

Die Riester-Rente gehört seit 2002 zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Sie verbindet eigene Beiträge mit Zulagen und möglichen Steuervorteilen. Besonders für Familien mit Kindern und Menschen mit niedrigerem oder mittlerem Einkommen kann die Förderung einen erheblichen Teil der Altersvorsorge ausmachen. Ob sich ein Vertrag tatsächlich lohnt, hängt jedoch ebenso von Kosten, Laufzeit, Kapitalanlage und persönlicher Lebenssituation ab.

Für 2026 gelten noch die bisherigen Riester-Regeln. Ab 2027 wird die staatlich geförderte private Altersvorsorge grundlegend neu geordnet. Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz und können weitergeführt werden. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Sparer, die ihre Altersvorsorge künftig anders gestalten möchten.

 

Wie funktioniert die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Förderberechtigte zahlen eigene Beiträge in einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag ein und erhalten dafür staatliche Zulagen. Zusätzlich können die Beiträge einschließlich der Zulagen im Rahmen des Sonderausgabenabzugs steuerlich berücksichtigt werden.

Zum unmittelbar förderberechtigten Personenkreis gehören insbesondere rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Auszubildende, bestimmte Selbstständige mit Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamte sowie weitere gesetzlich definierte Personengruppen. Ehe- und Lebenspartner können unter bestimmten Voraussetzungen mittelbar förderberechtigt sein.

Wie hoch ist die Riester-Förderung 2026?

Die Grundzulage beträgt 175 Euro pro Jahr. Für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, werden jährlich 185 Euro Kinderzulage gewährt. Für ab 2008 geborene Kinder beträgt die Kinderzulage 300 Euro pro Jahr. Berufseinsteiger, die bei Vertragsabschluss das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können zusätzlich einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.

Um die Zulagen vollständig zu erhalten, müssen grundsätzlich vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens in den Vertrag fließen. Dabei werden die zustehenden Zulagen berücksichtigt. Der erforderliche Eigenbeitrag ist auf einen Höchstbetrag begrenzt; mindestens müssen regelmäßig 60 Euro im Jahr selbst eingezahlt werden.

Welche Steuervorteile bietet die Riester-Rente?

Beiträge zu einem Riester-Vertrag können einschließlich der Zulagen bis zu 2.100 Euro jährlich als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Das Finanzamt prüft im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung automatisch, ob der mögliche Steuervorteil höher ist als die bereits gewährten Zulagen. Ist dies der Fall, wird die Differenz zusätzlich steuerlich berücksichtigt.

Die steuerliche Förderung bedeutet daher nicht, dass neben den Zulagen automatisch der gesamte Sonderausgabenabzug als zusätzliche Steuerersparnis entsteht. Entscheidend ist das Ergebnis der individuellen Günstigerprüfung.

Welche Riester-Produkte gibt es?

Riester-Förderung kann mit unterschiedlichen zertifizierten Altersvorsorgeprodukten verbunden werden. Dazu gehören insbesondere Riester-Rentenversicherungen und fondsgebundene Vertragsmodelle. Bei bestehenden Verträgen finden sich außerdem ältere Formen wie Fonds- oder Banksparpläne.

Eine besondere Variante ist Wohn-Riester. Dabei wird die staatliche Förderung für selbst genutztes Wohneigentum eingesetzt. Das kann beispielsweise beim Erwerb oder Bau einer Immobilie oder unter bestimmten Voraussetzungen bei der Tilgung eines entsprechenden Darlehens erfolgen.

Welche Vorteile bietet die Riester-Rente?

Der wesentliche Vorteil liegt in der staatlichen Förderung. Besonders bei mehreren kindergeldberechtigten Kindern können die Zulagen im Verhältnis zum eigenen Beitrag hoch ausfallen. Für andere Sparer kann dagegen der zusätzliche Steuervorteil stärker ins Gewicht fallen.

Hinzu kommt die gesetzlich vorgeschriebene Beitragserhaltungsgarantie: Bei Beginn der Auszahlungsphase müssen bei klassischen Riester-Verträgen grundsätzlich mindestens die eingezahlten Eigenbeiträge und die erhaltenen Zulagen für die Altersvorsorge zur Verfügung stehen. Diese Sicherheit begrenzt allerdings die Möglichkeiten des Anbieters bei der Kapitalanlage und kann dadurch die Renditechancen beeinflussen.

Welche Nachteile und Risiken gibt es?

Ob ein Riester-Vertrag wirtschaftlich attraktiv ist, hängt stark vom konkreten Tarif ab. Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten können die Rendite erheblich beeinflussen. Besonders bei langen Laufzeiten wirken sich auch kleine Kostenunterschiede auf das spätere Vertragsvermögen aus.

Die Garantie der eingezahlten Beiträge und Zulagen bietet Sicherheit, kann aber zugleich die Kapitalanlage einschränken. Hinzu kommt, dass sich die persönliche Förderquote im Laufe des Lebens verändern kann – etwa durch ein anderes Einkommen, Kinder, Elternzeit oder einen Wechsel der beruflichen Situation.

Wie wird die Riester-Rente ausgezahlt?

Riester-Verträge dienen grundsätzlich der lebenslangen Altersversorgung. Zu Beginn der Auszahlungsphase kann jedoch ein Teil des angesparten Kapitals entnommen werden. Bis zu 30 Prozent des vorhandenen geförderten Kapitals können grundsätzlich als Einmalbetrag ausgezahlt werden; das verbleibende Vermögen dient der weiteren Altersversorgung.

Bei kleinen Vertragsguthaben kann unter bestimmten Voraussetzungen eine vollständige Auszahlung als Kleinbetragsrente möglich sein. Die verschiedenen Möglichkeiten und ihre steuerlichen Folgen erläutern wir ausführlich unter Auszahlung der Riester-Rente.

Was passiert bei einer Kündigung?

Eine Kündigung mit Auszahlung des geförderten Vertragsvermögens gilt grundsätzlich als schädliche Verwendung. Die auf das ausgezahlte geförderte Altersvorsorgevermögen entfallenden Zulagen und steuerlichen Vorteile müssen dann zurückgezahlt werden. Deshalb sollte eine Kündigung nicht allein anhand des aktuellen Vertragswerts beurteilt werden.

Welche finanziellen Folgen entstehen und welche Alternativen zur Vertragsauflösung bestehen, erläutern wir ausführlich unter Riester-Vertrag kündigen: Folgen, Kosten und Alternativen.

Wer mit seinem bestehenden Riester-Vertrag unzufrieden ist, muss ihn jedoch nicht zwangsläufig kündigen. Beitragsfreistellung, Anbieterwechsel oder ab 2027 der Wechsel in die neue Fördersystematik können Alternativen sein. Welche Möglichkeiten sich unterscheiden und wann eine Kündigung überhaupt infrage kommt, zeigt unser Beitrag Riester-Vertrag kündigen, ruhen lassen oder wechseln?.

Wie wird die Riester-Rente besteuert?

Die Riester-Rente folgt grundsätzlich dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Während der Ansparphase wird der Aufbau der Altersvorsorge durch Zulagen und gegebenenfalls Steuervergünstigungen gefördert. Die späteren Leistungen werden dafür grundsätzlich als sonstige Einkünfte versteuert.

Wie hoch die tatsächliche Steuerbelastung im Ruhestand ausfällt, hängt vom gesamten zu versteuernden Einkommen und den dann geltenden steuerlichen Verhältnissen ab. Auch Kapitalauszahlungen und Wohn-Riester unterliegen besonderen Regeln.

Was ändert sich bei der Riester-Rente ab 2027?

Ab 2027 wird die staatlich geförderte private Altersvorsorge neu ausgerichtet. Für bestehende Riester-Verträge gilt Bestandsschutz. Sie können grundsätzlich nach den bisherigen Regeln und mit der bisherigen Förderung weitergeführt werden.

Bestandskunden erhalten zugleich zusätzliche Wahlmöglichkeiten. Sie können ihren bestehenden Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen auf die neue Förderung umstellen oder vorhandenes Altersvorsorgevermögen in einen Vertrag der neuen Produktwelt übertragen. Die bisherige Förderung muss bei einem förderunschädlichen Wechsel nicht allein wegen dieser Übertragung zurückgezahlt werden.

Zur neuen Produktwelt gehören neben Garantieprodukten auch Altersvorsorgedepots ohne verpflichtende Kapitalgarantie. Dadurch können stärker kapitalmarktorientierte Anlagen mit Fonds und anderen geeigneten Anlageformen genutzt werden. Den höheren Renditechancen stehen größere Wertschwankungen und der Verzicht auf eine vollständige Kapitalgarantie gegenüber.

Lohnt sich ein Riester-Vertrag 2026 noch?

Ob ein Neuabschluss im Jahr 2026 sinnvoll ist, lässt sich nicht allein anhand der Zulagen beantworten. Entscheidend sind Förderquote, Vertragskosten, Laufzeit, Kapitalanlage und die persönlichen Alternativen. Durch die Reform ab 2027 kommt hinzu, dass sich die Produkt- und Förderlandschaft bereits zum Jahreswechsel deutlich verändert.

Bei bestehenden Verträgen stellt sich eine andere Frage. Hier sollten vorhandene Garantien, Kosten, bisher erhaltene Förderung und die erwartete Leistung geprüft werden, bevor der Vertrag verändert oder gekündigt wird. Gerade ältere Verträge können Bedingungen enthalten, die bei einem Wechsel verloren gehen.

Riester-Rente als Teil der privaten Altersvorsorge

Die Riester-Rente ist eine Möglichkeit, eine Versorgungslücke im Alter zu ergänzen, aber nicht für jeden Sparer automatisch die passende Lösung. Sinnvoll ist der Vergleich mit anderen Formen der privaten Altersvorsorge, der betrieblichen Altersvorsorge und den Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Für bestehende Riester-Sparer ist vor allem wichtig, die Reform nicht mit einem Zwang zum Handeln zu verwechseln. Der bisherige Vertrag kann bestehen bleiben. Ob Weiterführen, Umstellen oder Wechseln die bessere Lösung für die eigene Altersvorsorge ist, hängt vom vorhandenen Vertrag und der persönlichen Situation ab.

Stand: Oktober 2026