FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Rentenversicherung

Der Begriff Rentenversicherung kann unterschiedliche Formen der Altersvorsorge bezeichnen. In Deutschland wird vor allem zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und privaten Rentenversicherungen unterschieden. Private Rentenversicherungen können ungefördert oder im Rahmen einer staatlich geförderten Altersvorsorge abgeschlossen werden. Beide Grundformen können im Alter eine lebenslange Rente zahlen, funktionieren aber nach unterschiedlichen Prinzipien.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil der Sozialversicherung und wird überwiegend im Umlageverfahren finanziert. Private Rentenversicherungen sind dagegen Versicherungsverträge, bei denen Kapital für die spätere Altersvorsorge aufgebaut und anschließend beispielsweise als lebenslange Rente ausgezahlt wird.

Was ist die gesetzliche Rentenversicherung?

Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems. Versicherungspflichtig sind insbesondere Arbeitnehmer sowie bestimmte weitere Personengruppen. Auch einige Selbstständige unterliegen der Versicherungspflicht. Andere Personen können sich unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig versichern.

Die gesetzliche Rentenversicherung dient nicht ausschließlich der Altersvorsorge. Zu ihren Leistungen gehören neben verschiedenen Altersrenten unter anderem Renten wegen Erwerbsminderung sowie Renten an Hinterbliebene. Darüber hinaus erbringt sie beispielsweise Leistungen zur Rehabilitation.

Die Höhe einer gesetzlichen Altersrente hängt insbesondere von den während des Versicherungslebens erworbenen Entgeltpunkten ab. Für die Berechnung spielen außerdem der Zugangsfaktor, der Rentenartfaktor und der aktuelle Rentenwert eine Rolle. Eine allgemeine gesetzliche Mindestrente gibt es nicht.

Was ist eine private Rentenversicherung?

Eine private Rentenversicherung ist ein Versicherungsvertrag zur privaten Altersvorsorge. Beiträge beziehungsweise ein Einmalbeitrag werden verwendet, um Kapital für die spätere Versorgung aufzubauen. Zum vereinbarten Rentenbeginn kann daraus grundsätzlich eine lebenslange Rente gezahlt werden.

Je nach Tarif kann zusätzlich oder alternativ ein Kapitalwahlrecht bestehen. Ob eine vollständige oder teilweise Kapitalauszahlung möglich ist, hängt vom jeweiligen Vertrag und von der Form der Altersvorsorge ab.

Private Rentenversicherungen gibt es in unterschiedlichen Varianten. Dazu gehören beispielsweise klassische, fondsgebundene und hybride Rentenversicherungen. Sie unterscheiden sich insbesondere darin, wie das Vertragsvermögen angelegt wird und welche Garantien vereinbart werden.

Welche staatlich geförderten Rentenversicherungen gibt es?

Private Altersvorsorge kann unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert werden. Zu den bekanntesten Formen gehören die Riester-Rente und die Basisrente. Beide können als Rentenversicherung ausgestaltet werden, unterscheiden sich aber deutlich hinsichtlich Förderung, Verfügbarkeit und späterer Auszahlung.

Bei der Riester-Rente erfolgt die Förderung insbesondere über Zulagen und gegebenenfalls zusätzliche steuerliche Vorteile. Die Basisrente wird dagegen über die steuerliche Berücksichtigung der Beiträge gefördert und ist auf eine lebenslange Altersversorgung ausgerichtet.

Staatlich geförderte Rentenversicherungen sind damit keine eigenständige dritte Form der Rentenversicherung neben gesetzlicher und privater Rentenversicherung. Vielmehr handelt es sich um private Vorsorgeverträge, für die besondere gesetzliche Förder- und Auszahlungsregeln gelten.

Welche Rolle spielt die betriebliche Altersversorgung?

Neben der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge spielt die betriebliche Altersversorgung eine wichtige Rolle. Sie wird über das Arbeitsverhältnis organisiert und kann je nach Durchführungsweg ebenfalls über eine Rentenversicherung erfolgen.

Die betriebliche Altersversorgung ist deshalb nicht einfach eine weitere Form der privaten Rentenversicherung. Für sie gelten eigene arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Rahmenbedingungen.

Wie unterscheiden sich gesetzliche und private Rentenversicherung?

Der wichtigste Unterschied liegt in der Finanzierung. Die gesetzliche Rentenversicherung arbeitet grundsätzlich nach dem Umlageverfahren. Die laufenden Beiträge und Bundesmittel werden überwiegend zur Finanzierung der laufenden Leistungen verwendet. Versicherte bauen deshalb keinen individuellen Kapitalstock für ihre eigene gesetzliche Altersrente auf.

Bei einer privaten Rentenversicherung wird dagegen für den einzelnen Vertrag Kapital aufgebaut. Wie sich dieses Kapital entwickelt, hängt unter anderem von der gewählten Anlageform, den Kosten, den vereinbarten Garantien und gegebenenfalls der Entwicklung der Kapitalmärkte ab.

Ist die Rentenversicherung immer verpflichtend?

Nein. Die gesetzliche Rentenversicherung ist zwar für viele Beschäftigte und bestimmte weitere Personengruppen verpflichtend, aber nicht für jeden Menschen, der in Deutschland arbeitet. Für Selbstständige gelten beispielsweise unterschiedliche Regelungen.

Eine private Rentenversicherung wird dagegen grundsätzlich freiwillig abgeschlossen. Auch bei staatlich geförderten privaten Rentenversicherungen entscheidet der Versicherte grundsätzlich selbst über den Abschluss. Für die Förderung und spätere Auszahlung gelten jedoch besondere gesetzliche Voraussetzungen.

Welche Leistungen bietet eine Rentenversicherung?

Auch hier muss zwischen gesetzlicher und privater Rentenversicherung unterschieden werden. Die gesetzliche Rentenversicherung sichert neben dem Alter weitere Risiken ab. Zu den wichtigsten Rentenarten gehören Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Hinterbliebenenrenten.

Bei einer privaten Rentenversicherung steht dagegen regelmäßig die Altersvorsorge im Mittelpunkt. Zusätzliche Leistungen, beispielsweise für Hinterbliebene, müssen sich aus dem jeweiligen Vertrag ergeben. Eine private Rentenversicherung ersetzt deshalb beispielsweise nicht automatisch eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit.

Wie wird eine Rentenversicherung ausgezahlt?

Die gesetzliche Altersrente wird grundsätzlich als laufende monatliche Rente gezahlt. Ein allgemeines Wahlrecht, sich die erworbenen gesetzlichen Rentenansprüche stattdessen vollständig als Kapital auszahlen zu lassen, besteht nicht.

Bei einer privaten Rentenversicherung hängt die Auszahlung vom Vertrag ab. Möglich sind insbesondere eine lebenslange Rente oder – sofern vereinbart und rechtlich zulässig – eine vollständige oder teilweise Kapitalauszahlung. Bei staatlich geförderten Altersvorsorgeformen können die Möglichkeiten der Kapitalauszahlung gesetzlich eingeschränkt sein.

Wie werden Rentenversicherungen steuerlich behandelt?

Eine pauschale Aussage zur Besteuerung von Rentenversicherungen ist nicht möglich. Beiträge und spätere Leistungen werden je nach Art der Altersvorsorge unterschiedlich steuerlich behandelt.

Für Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung gelten andere steuerliche Regeln als beispielsweise für eine ungeförderte private Rentenversicherung. Auch für die Riester-Rente, die Basisrente und die betriebliche Altersversorgung gelten jeweils eigene steuerliche Regelungen.

Welche Rentenversicherung eignet sich zur Altersvorsorge?

Gesetzliche, private und staatlich geförderte Altersvorsorge sind nicht einfach austauschbare Varianten desselben Produkts. Die gesetzliche Rentenversicherung bildet für viele Menschen die Grundlage ihrer Altersversorgung. Eine private Rentenversicherung kann diese Versorgung ergänzen und einen zusätzlichen lebenslangen Zahlungsstrom im Alter schaffen. Staatliche Förderung kann dabei je nach persönlicher Situation eine zusätzliche Rolle spielen.

Ob eine private Rentenversicherung dafür geeignet ist, hängt unter anderem von der persönlichen Versorgungssituation, dem gewünschten Maß an Sicherheit und Flexibilität, der Anlagedauer, den Kosten, einer möglichen Förderung und den verfügbaren Alternativen ab. Einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten finden Sie unter private Altersvorsorge.

Zusammenfassung: Rentenversicherung ist ein Oberbegriff, der insbesondere die gesetzliche und die private Rentenversicherung umfasst. Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil der Sozialversicherung und grundsätzlich umlagefinanziert. Private Rentenversicherungen bauen dagegen individuelles Vertragsvermögen für die Altersvorsorge auf und können ungefördert oder staatlich gefördert sein. Daneben kann die betriebliche Altersversorgung über verschiedene Durchführungswege zusätzliche Rentenleistungen ermöglichen. Finanzierung, Förderung, Leistungen, Besteuerung und Auszahlung unterscheiden sich je nach Vorsorgeform deutlich.

Synonyme: Rentenversicherungen