Wie viel Versicherte für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlen, richtet sich grundsätzlich nach ihren beitragspflichtigen Einnahmen. Für die Berechnung gelten ein gesetzlich festgelegter Beitragssatz und der individuelle Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse. Eine Rolle spielt außerdem, welche Einnahmen berücksichtigt werden und ob sich beispielsweise ein Arbeitgeber oder die Rentenversicherung an den Kosten beteiligt.
Der allgemeine Beitragssatz beträgt 2026 14,6 Prozent. Hinzu kommt der Zusatzbeitrag der gewählten Krankenkasse. Als durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz hat das Bundesministerium für Gesundheit für 2026 2,9 Prozent festgelegt. Wie hoch der individuelle Gesamtbeitrag ausfällt, hängt deshalb auch von der Krankenkasse ab.
Wie wird der GKV-Beitrag berechnet?
Für Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld gilt in der Regel der allgemeine Satz von 14,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Besteht kein Anspruch auf Krankengeld, kann der ermäßigte Satz von 14,0 Prozent gelten. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag nach § 242 SGB V. Reichen die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht aus, um den Finanzbedarf einer Krankenkasse zu decken, erhebt sie einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag.
Warum unterscheiden sich die Zusatzbeiträge der Krankenkassen?
Die einzelnen Krankenkassen legen ihren Zusatzbeitrag selbst fest. Die für 2026 bekanntgegebenen 2,9 Prozent sind daher kein einheitlicher Satz, den alle gesetzlich Versicherten zahlen. Sie dienen als rechnerische Durchschnittsgröße.
Tatsächlich lag der von den Krankenkassen durchschnittlich erhobene Zusatzbeitrag Ende Juni 2026 bereits bei 3,13 Prozent. Für Versicherte ist deshalb vor allem der Satz ihrer eigenen Krankenkasse relevant. Schon Unterschiede von wenigen Zehntelprozentpunkten können sich bei höheren Einkommen über das Jahr spürbar auswirken. Die aktuellen Beiträge und weitere Unterschiede lassen sich unter Krankenkassen vergleichen.
Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2026?
Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung werden nur bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe berechnet. Diese Beitragsbemessungsgrenze liegt 2026 bei 5.812,50 Euro monatlich beziehungsweise 69.750 Euro jährlich. Einkommen oberhalb dieser Grenze erhöht den Krankenversicherungsbeitrag nicht weiter.
Davon zu unterscheiden ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Sie entscheidet insbesondere darüber, ob Arbeitnehmer aufgrund ihres regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts versicherungsfrei werden können. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze beträgt 2026 77.400 Euro jährlich beziehungsweise 6.450 Euro monatlich.
Wie viel zahlen Arbeitnehmer?
Bei versicherungspflichtigen Arbeitnehmern richtet sich die Höhe nach dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Vom allgemeinen Beitragssatz tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 7,3 Prozentpunkte. Hinzu kommt jeweils die Hälfte des kassenindividuellen Zusatzbeitrags.
Verlangt eine Krankenkasse beispielsweise einen Zusatzbeitrag von 3,0 Prozent, entfallen davon grundsätzlich jeweils 1,5 Prozentpunkte auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Ein höherer oder niedrigerer Kassensatz wirkt sich damit unmittelbar auf beide Anteile aus.
Welche Einnahmen werden berücksichtigt?
Welche Einnahmen für die Krankenversicherung herangezogen werden, hängt vom Versicherungsstatus ab. Bei versicherungspflichtigen Arbeitnehmern steht vor allem das Arbeitsentgelt im Mittelpunkt. Auch gesetzliche Renten, Versorgungsbezüge und bestimmte Arbeitseinkommen können beitragspflichtig sein.
Bei freiwillig Versicherten ist die Bemessung weiter gefasst. Hier können beispielsweise auch Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie Vermietung und Verpachtung berücksichtigt werden. Einzelheiten erläutert die Seite zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung.
Was zahlen freiwillig Versicherte und Selbstständige?
Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige tragen die Kosten ihrer Krankenversicherung grundsätzlich selbst. Je nach Versicherungsschutz gilt der allgemeine Satz von 14,6 Prozent mit gesetzlichem Krankengeldanspruch oder der ermäßigte Satz von 14,0 Prozent ohne diesen Anspruch. Dazu kommt der Zusatzbeitrag der gewählten Krankenkasse.
Auch bei niedrigen Einkünften sinkt die Berechnungsgrundlage nicht unbegrenzt. Für freiwillig Versicherte gilt 2026 eine Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro monatlich. Beim ermäßigten Satz von 14,0 Prozent und dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent ergibt sich daraus ein Krankenversicherungsbeitrag von 222,80 Euro monatlich. Die Pflegeversicherung kommt zusätzlich hinzu.
Freiwillig versicherte Arbeitnehmer tragen ihre Kosten dagegen nicht vollständig allein. Bei ihnen beteiligt sich der Arbeitgeber grundsätzlich auch an der Krankenversicherung bis zu den gesetzlichen Höchstgrenzen.
Was zahlen Rentner?
Bei Rentnern kommt es unter anderem darauf an, ob sie in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversichert oder freiwilliges Mitglied der GKV sind. Auf die gesetzliche Rente werden der allgemeine Beitragssatz und der Zusatzbeitrag der Krankenkasse erhoben. Die Deutsche Rentenversicherung beteiligt sich grundsätzlich zur Hälfte am allgemeinen Krankenversicherungsbeitrag und am kassenindividuellen Zusatzbeitrag.
Für Versorgungsbezüge wie Betriebsrenten und weitere Einkünfte gelten teilweise andere Regeln. Bei freiwillig versicherten Rentnern können zudem weitere Einnahmen, beispielsweise aus Kapitalvermögen oder Vermietung und Verpachtung, in die Berechnung einfließen.
Pflegeversicherung kommt zusätzlich hinzu
Zusätzlich zur Krankenversicherung fällt der Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung an. Der allgemeine Satz beträgt 2026 3,6 Prozent. Für Kinderlose ab dem vollendeten 23. Lebensjahr erhöht er sich grundsätzlich um 0,6 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Für Eltern mit mehreren berücksichtigungsfähigen Kindern unter 25 Jahren gelten Abschläge. Bei Arbeitnehmern wird der Grundbeitrag grundsätzlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt; den Kinderlosenzuschlag trägt der Arbeitnehmer allein. In Sachsen gilt eine abweichende Aufteilung.
Lohnt sich ein Vergleich der Krankenkassen?
Unterschiedliche Zusatzbeiträge können zu spürbaren Beitragsunterschieden führen. Der Preis sollte allerdings nicht allein über die Wahl der Krankenkasse entscheiden. Unterschiede bestehen auch bei Satzungsleistungen, Bonusprogrammen, Wahltarifen, besonderen Versorgungsangeboten und beim Service.
Weitere Informationen bietet die Seite Krankenkassen vergleichen. Wer anschließend wechseln möchte, findet die Voraussetzungen und Fristen unter Krankenkasse wählen und wechseln.
Was passiert, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht?
Erhöht eine Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag oder erhebt sie erstmals einen solchen Aufschlag, gelten besondere Wechselmöglichkeiten. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen greift eine Ausnahme von der sonst geltenden zwölfmonatigen Bindungsfrist. Versicherte müssen beim Wechsel grundsätzlich nicht mehr selbst bei ihrer bisherigen Krankenkasse kündigen. Sie wählen eine neue Krankenkasse; die beteiligten Kassen wickeln den Wechsel elektronisch untereinander ab. Einzelheiten zu Fristen und möglichen Besonderheiten erläutert die Seite Krankenkasse wählen und wechseln.
Was ändert sich bei den GKV-Beiträgen 2027?
Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Leistungsausgaben und Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen um 7,1 Prozent. Ohne Gegenmaßnahmen wurde für 2027 ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf von rund 19 Milliarden Euro erwartet.
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sollen die Ausgaben begrenzt und der durchschnittliche ausgabendeckende Zusatzbeitragssatz 2027 bei 2,9 Prozent stabilisiert werden. Das bedeutet nicht, dass jede Krankenkasse im kommenden Jahr genau diesen Satz verlangen wird. Über die Höhe ihres individuellen Zusatzbeitrags entscheiden die einzelnen Kassen.
Auch die Einkommensgrenzen sollen deutlich steigen. Nach dem Anfang Oktober 2026 vorliegenden Entwurf soll die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung 2027 auf 76.500 Euro jährlich beziehungsweise 6.375 Euro monatlich steigen. Für die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze sind 84.150 Euro jährlich beziehungsweise 7.012,50 Euro monatlich vorgesehen. Diese Werte sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig beschlossen.
Beitrag und Leistung gemeinsam betrachten
Der Zusatzbeitrag ist ein wichtiges Vergleichskriterium, sollte aber nicht allein über die Wahl der Krankenkasse entscheiden. Eine günstigere Kasse kann bei gleichem gesetzlichen Leistungsanspruch Geld sparen. Gleichzeitig können zusätzliche Leistungen, Bonusprogramme und Serviceangebote für die persönliche Entscheidung relevant sein.
Wer seine Krankenkasse überprüfen möchte, sollte deshalb Kosten und Leistungen gemeinsam vergleichen. Besonders bei höheren beitragspflichtigen Einkommen können bereits Unterschiede von wenigen Zehntelprozentpunkten beim Zusatzbeitrag über das Jahr einen spürbaren Betrag ausmachen.
Stand: Oktober 2026
