
gesetzliche Krankenversicherung
| Begriff | Definition |
|---|---|
| gesetzliche Krankenversicherung | Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems. Sie schützt Versicherte vor den finanziellen Folgen von Krankheiten und ermöglicht ihnen den Zugang zu einer medizinisch notwendigen Versorgung. Grundlage ist das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB V). Die gesetzlichen Krankenkassen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und unterliegen der staatlichen Aufsicht. Ein wesentliches Merkmal der GKV ist das Solidarprinzip: Die Beiträge richten sich grundsätzlich nach den beitragspflichtigen Einnahmen, während sich der Anspruch auf medizinische Leistungen vor allem nach dem gesetzlichen Leistungskatalog und dem individuellen Behandlungsbedarf richtet. In der GKV sind insbesondere Arbeitnehmer unterhalb der maßgeblichen Versicherungspflichtgrenze, Auszubildende sowie weitere gesetzlich bestimmte Personengruppen pflichtversichert. Dazu können auch Studierende, Arbeitslose und Rentner gehören. Wer nicht versicherungspflichtig ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig gesetzlich versichert bleiben oder werden. Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder können unter den gesetzlichen Voraussetzungen beitragsfrei familienversichert sein. Welche Personengruppen der Versicherungspflicht unterliegen, erläutert unsere Fachseite zur Versicherungspflicht nach § 5 SGB V. Die gesetzliche Krankenversicherung finanziert sich überwiegend durch Beiträge. Bei versicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern werden der allgemeine Krankenversicherungsbeitrag und der kassenindividuelle Zusatzbeitrag grundsätzlich jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Die Beiträge werden nur bis zur gesetzlich festgelegten Beitragsbemessungsgrenze erhoben. Für freiwillig Versicherte, Selbstständige und bestimmte andere Personengruppen gelten besondere Regeln zur Beitragsberechnung. Auch zwischen den Krankenkassen können sich die Beiträge aufgrund unterschiedlicher Zusatzbeitragssätze unterscheiden. Zu den Leistungen der GKV gehören unter anderem ärztliche und zahnärztliche Behandlungen, Arznei-, Heil- und Hilfsmittel, Krankenhausbehandlungen, Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sowie Leistungen rund um Schwangerschaft und Geburt. Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch medizinische Rehabilitation, Haushaltshilfe und Krankengeld gewährt. Welche Leistungen übernommen werden, richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben. Einen ausführlichen Überblick bietet unser Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Die medizinische Versorgung erfolgt grundsätzlich nach dem Sachleistungsprinzip. Versicherte müssen die Kosten für reguläre Kassenleistungen daher in der Regel nicht zunächst vollständig selbst bezahlen. Allerdings können gesetzliche Zuzahlungen und Eigenanteile entstehen. Nicht jede medizinisch angebotene Behandlung gehört automatisch zum Leistungsumfang der Krankenkassen. Für gesetzliche Zuzahlungen bestehen zudem Belastungsgrenzen, die Versicherte vor einer übermäßigen finanziellen Beanspruchung schützen sollen. Obwohl die gesetzlichen Krankenkassen denselben gesetzlich vorgegebenen Grundleistungskatalog erfüllen müssen, unterscheiden sie sich unter anderem bei Zusatzleistungen, Bonusprogrammen, Wahltarifen, Serviceangeboten und Zusatzbeiträgen. Ein Krankenkassenvergleich sollte deshalb nicht ausschließlich auf den Beitrag achten. Entscheidend ist auch, welche zusätzlichen Leistungen und Angebote zur persönlichen Lebenssituation passen. |