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Rehabilitation

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Rehabilitation

Unter Rehabilitation (Reha) versteht man aufeinander abgestimmte medizinische, berufliche und soziale Maßnahmen, die Menschen nach Erkrankungen oder Verletzungen sowie bei bestehenden oder drohenden Behinderungen unterstützen. Ziel ist es, gesundheitliche Einschränkungen zu vermindern, Fähigkeiten zu erhalten oder wiederherzustellen und eine möglichst selbstbestimmte, gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Je nach Bedarf können auch technische Hilfen und psychologische Unterstützung dazugehören.

Welche Bereiche umfasst die Rehabilitation?

Rehabilitation kann verschiedene Bereiche umfassen, die sich gegenseitig ergänzen:

  • Medizinische Rehabilitation: Sie soll gesundheitliche Einschränkungen und deren Folgen vermindern oder ausgleichen. Dazu können beispielsweise ärztliche, physiotherapeutische, ergotherapeutische oder psychologische Maßnahmen gehören.
  • Berufliche Rehabilitation: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sollen die Aufnahme, Fortsetzung oder Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise Arbeitsplatzanpassungen, Qualifizierungen oder Umschulungen.
  • Soziale Teilhabe: Entsprechende Leistungen sollen eine möglichst selbstbestimmte Lebensführung und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Dazu können Assistenzleistungen und Hilfen zur Bewältigung des Alltags gehören.

Psychosoziale Unterstützung kann Bestandteil verschiedener Rehabilitationsmaßnahmen sein. Das Sozialrecht unterscheidet in § 5 Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) insgesamt fünf Leistungsgruppen: medizinische Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben, unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen, Teilhabe an Bildung sowie soziale Teilhabe.

Welche Ziele verfolgt die Rehabilitation?

Rehabilitation soll die Selbstständigkeit fördern, gesundheitlichen Einschränkungen entgegenwirken und die Teilhabe am Alltag und Berufsleben sichern. Dabei geht es nicht ausschließlich um die vollständige Wiederherstellung der Gesundheit. Auch bei chronischen Erkrankungen oder dauerhaften Behinderungen können Rehabilitationsmaßnahmen dazu beitragen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.

Im Sozialrecht spielen die Grundsätze „Reha vor Rente“ und „Reha vor Pflege“ eine wichtige Rolle. Nach § 9 SGB VI haben Leistungen zur Teilhabe Vorrang vor Rentenleistungen, die bei erfolgreicher Rehabilitation nicht oder voraussichtlich erst später erforderlich wären. Nach § 31 SGB XI prüfen Pflegekassen, welche geeigneten und zumutbaren Rehabilitationsmaßnahmen Pflegebedürftigkeit vermeiden, mindern oder einer Verschlimmerung entgegenwirken können. Beide Grundsätze begründen keinen uneingeschränkten Anspruch auf jede gewünschte Maßnahme.

Wie wird eine medizinische Rehabilitation durchgeführt?

Eine medizinische Rehabilitation kann ambulant oder stationär stattfinden. Bei einer ambulanten Rehabilitation nehmen Betroffene die Behandlungen in einer geeigneten Einrichtung wahr und wohnen in der Regel weiterhin zu Hause. Bei einer stationären Rehabilitation erfolgen Behandlung und Unterbringung in einer Rehabilitationseinrichtung.

Nach einem Krankenhausaufenthalt kann eine Anschlussrehabilitation (AHB) erforderlich sein. Sie schließt sich in engem zeitlichen Zusammenhang an die Krankenhausbehandlung an und soll den Behandlungserfolg sichern sowie die weitere Genesung unterstützen. Medizinische Rehabilitationsleistungen der gesetzlichen Rentenversicherung dauern häufig etwa drei Wochen. Je nach Erkrankung, Rehabilitationsform und medizinischem Bedarf kann die Dauer kürzer oder länger sein.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Rehabilitation?

Für die Bewilligung einer medizinischen Rehabilitation müssen die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören insbesondere ein medizinisch begründeter Rehabilitationsbedarf, eine ausreichende Rehabilitationsfähigkeit und eine positive Rehabilitationsprognose. Die betroffene Person muss in der Lage sein, an den vorgesehenen Maßnahmen mitzuwirken. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt von der Erkrankung, der Rehabilitationsform und dem zuständigen Leistungsträger ab.

Eine Rehabilitation setzt nicht generell voraus, dass sämtliche akuten Krankheitserscheinungen abgeklungen sind. Entscheidend ist, ob die vorgesehene Maßnahme medizinisch geeignet und zum jeweiligen Zeitpunkt durchführbar ist.

Wer übernimmt die Kosten einer Rehabilitation?

Die Kostenübernahme richtet sich nach der Art der Rehabilitation und den gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen. Zu den möglichen Rehabilitationsträgern gehören insbesondere die gesetzliche Krankenversicherung, die gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzliche Unfallversicherung. Weitere zuständige Träger sind in § 6 SGB IX aufgeführt.

Die Rentenversicherung erbringt unter den jeweiligen Voraussetzungen insbesondere Leistungen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. Bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ist regelmäßig die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Die gesetzliche Krankenversicherung kann medizinische Rehabilitationsleistungen übernehmen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind und kein anderer Träger vorrangig zuständig ist. Je nach Kostenträger und Maßnahme können gesetzliche Zuzahlungen anfallen.

Wie wird eine Rehabilitation beantragt?

Eine medizinische Rehabilitation wird in der Regel mit einer ärztlichen Begründung beim zuständigen Leistungsträger beantragt. Ist die Zuständigkeit unklar, muss der zuerst angegangene Rehabilitationsträger grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Antragseingang prüfen, ob er zuständig ist, und den Antrag gegebenenfalls weiterleiten. Die Einzelheiten regelt § 14 SGB IX. Die Zweiwochenfrist betrifft die Zuständigkeitsklärung und ist nicht mit der Frist für die Entscheidung über den Leistungsanspruch gleichzusetzen.

Synonyme: Reha