
FAQ
| Begriff | Definition |
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| Wiedereingliederung | Die Wiedereingliederung soll Beschäftigten nach längerer Krankheit oder Verletzung die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtern. Häufig ist damit die stufenweise Wiedereingliederung gemeint, auch als Hamburger Modell bekannt. Dabei nehmen Beschäftigte ihre bisherige Tätigkeit zunächst in reduziertem Umfang wieder auf und steigern ihre Belastung schrittweise. Ziel ist es, die volle Arbeitsfähigkeit wiederzuerlangen, ohne die gesundheitliche Genesung zu gefährden.
Wie funktioniert die stufenweise Wiedereingliederung?Voraussetzung ist, dass die betroffene Person weiterhin arbeitsunfähig ist, ihre bisherige Tätigkeit aber nach ärztlicher Einschätzung bereits teilweise ausüben kann. Als Mindestbelastbarkeit gelten in der Praxis etwa zwei Stunden täglich. Grundlage ist ein ärztlich erstellter Stufenplan, der die Arbeitszeiten, mögliche Einschränkungen und die schrittweise Steigerung der Belastung festlegt. Beispielsweise kann die Arbeitszeit zunächst zwei Stunden täglich betragen und später auf vier oder sechs Stunden erhöht werden. Wie lange die Wiedereingliederung dauert, richtet sich nach dem Gesundheitszustand und kann von mehreren Wochen bis zu mehreren Monaten reichen. Der Stufenplan lässt sich bei Bedarf anpassen. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand, kann die Maßnahme unterbrochen oder abgebrochen werden. Bei einer Unterbrechung von mehr als sieben Kalendertagen gilt sie in der Regel als abgebrochen. Die Durchführung wird mit den Beteiligten abgestimmt; für schwerbehinderte Beschäftigte bestehen besondere Rechte. Gesetzliche Grundlagen sind insbesondere § 74 SGB V und § 44 SGB IX. Während der stufenweisen Wiedereingliederung besteht die Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich fort. Je nach Zuständigkeit und persönlichen Voraussetzungen können Krankengeld, Übergangsgeld oder nach einem Arbeitsunfall beziehungsweise einer Berufskrankheit Verletztengeld gezahlt werden. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Leistungsanspruch besteht. Ein regulärer Anspruch auf Arbeitsentgelt für die stufenweise ausgeübte Tätigkeit entsteht nicht automatisch. Freiwillige Zahlungen des Arbeitgebers können auf Entgeltersatzleistungen angerechnet werden. Ausführliche Informationen zum Ablauf bietet auch das Gesundheitsportal des Bundes.
Was unterscheidet die Wiedereingliederung vom betrieblichen Eingliederungsmanagement?Die stufenweise Wiedereingliederung ist nicht mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) gleichzusetzen. Arbeitgeber müssen Beschäftigten ein BEM anbieten, wenn diese innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren. Grundlage ist § 167 Abs. 2 SGB IX. Die Teilnahme ist für Beschäftigte freiwillig. Im BEM wird gemeinsam geprüft, wie erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann. Eine stufenweise Wiedereingliederung kann dabei eine geeignete Maßnahme sein, ist aber nicht zwingend Bestandteil des BEM.
Welche weiteren Möglichkeiten der beruflichen Wiedereingliederung gibt es?Nicht immer reicht eine schrittweise Erhöhung der Arbeitszeit aus. Je nach gesundheitlicher Situation können auch Anpassungen des Arbeitsplatzes, veränderte Arbeitsaufgaben oder Leistungen zur beruflichen Rehabilitation erforderlich sein. Dazu gehören beispielsweise technische Arbeitshilfen, Qualifizierungen oder eine Umschulung. Welche Unterstützung möglich ist, hängt von der individuellen Situation und vom zuständigen Rehabilitationsträger ab. Die stufenweise Wiedereingliederung richtet sich in erster Linie an Beschäftigte, die an ihren bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren können. Für Selbstständige kommen andere Formen der medizinischen oder beruflichen Rehabilitation in Betracht. |