FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
Krankengeld

Krankengeld ist eine Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Es soll den Einkommensausfall ausgleichen, wenn Versicherte wegen einer Krankheit arbeitsunfähig sind und einen Anspruch auf Krankengeld haben. Für Arbeitnehmer wird es insbesondere dann wichtig, wenn die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers endet.

 

Wann besteht Anspruch auf Krankengeld?

Arbeitnehmer erhalten bei Arbeitsunfähigkeit in der Regel zunächst bis zu sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch ihren Arbeitgeber. Während dieser Zeit ruht der Anspruch auf Krankengeld grundsätzlich. Besteht die Arbeitsunfähigkeit anschließend weiter, zahlt die gesetzliche Krankenkasse bei bestehendem Krankengeldanspruch Krankengeld.

Der Krankengeldanspruch entsteht nach § 46 SGB V grundsätzlich bereits mit der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Bei einer Krankenhausbehandlung oder bestimmten stationären Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen entsteht er bereits mit Beginn der Behandlung. Dass Arbeitnehmer normalerweise erst nach sechs Wochen Krankengeld ausgezahlt bekommen, liegt daher an der vorhergehenden Entgeltfortzahlung und nicht daran, dass der Krankengeldanspruch generell erst nach sechs Wochen entsteht.

 

Wie hoch ist das gesetzliche Krankengeld?

Das Krankengeld beträgt grundsätzlich 70 Prozent des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts, darf jedoch 90 Prozent des maßgeblichen Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen. Zusätzlich gelten weitere gesetzliche Berechnungsregeln. Da nur Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt wird, ist auch die Höhe des Krankengeldes begrenzt.

Ob Versicherte Kinder haben, verändert diesen Prozentsatz nicht. Die im Zusammenhang mit dem Krankengeld zu zahlenden Beiträge zur Pflegeversicherung können sich jedoch abhängig von der Zahl und dem Alter der Kinder unterscheiden.

 

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Wegen derselben Krankheit besteht nach § 48 SGB V grundsätzlich für höchstens 78 Wochen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren Anspruch auf Krankengeld. Bei Arbeitnehmern werden Zeiten der Entgeltfortzahlung auf diese Höchstdauer angerechnet. Deshalb verbleiben nach einer sechswöchigen Entgeltfortzahlung regelmäßig noch bis zu 72 Wochen Krankengeld.

Tritt während einer bereits bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzu, verlängert sich die Höchstdauer dadurch grundsätzlich nicht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann nach Beginn eines neuen Dreijahreszeitraums erneut ein Krankengeldanspruch wegen derselben Krankheit entstehen.

 

Warum ist eine lückenlose Feststellung der Arbeitsunfähigkeit wichtig?

Bei länger andauernder Arbeitsunfähigkeit sollte die weitere Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig ärztlich festgestellt werden. Nach § 46 SGB V bleibt der Krankengeldanspruch grundsätzlich bestehen, wenn die weitere Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird. Samstage gelten für diese Regelung nicht als Werktage.

Für bestimmte Versicherte gelten gesetzliche Sonderregelungen. Um Schwierigkeiten beim Krankengeldbezug zu vermeiden, sollte eine Folgebescheinigung deshalb nicht unnötig hinausgezögert werden.

 

Haben Selbstständige Anspruch auf Krankengeld?

Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige haben nicht automatisch einen gesetzlichen Krankengeldanspruch. Sie können sich jedoch für eine Absicherung mit Krankengeldanspruch entscheiden. Beim allgemeinen Beitragssatz besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Krankengeld ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. Krankenkassen können außerdem Wahltarife anbieten, die einen früheren oder anderweitig ausgestalteten Krankengeldanspruch vorsehen.

Für Selbstständige ist deshalb wichtig, bereits bei der Wahl ihres Krankenversicherungsschutzes zu prüfen, ab welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe ein Einkommensausfall bei längerer Arbeitsunfähigkeit abgesichert ist.

 

Was passiert nach 78 Wochen Krankengeld?

Ist die Höchstdauer des Krankengeldes erreicht, endet die Zahlung wegen dieser Krankheit zunächst. Dieser Vorgang wird häufig als Aussteuerung bezeichnet. Daraus folgt jedoch nicht automatisch ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

Welche Leistung anschließend in Betracht kommt, hängt von der individuellen Situation ab. Möglich sind beispielsweise Leistungen der Arbeitslosenversicherung oder – wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind – eine Erwerbsminderungsrente. Die weitere Absicherung sollte deshalb möglichst vor dem Ende des Krankengeldbezugs geklärt werden.

 

Krankengeld und privates Krankentagegeld: Was ist der Unterschied?

Vom gesetzlichen Krankengeld ist das private Krankentagegeld zu unterscheiden. Eine Krankentagegeldversicherung kann einen krankheitsbedingten Verdienstausfall zusätzlich oder – beispielsweise bei privat versicherten Selbstständigen – eigenständig absichern. Höhe und Beginn der Leistung werden im Rahmen der vertraglichen Bedingungen vereinbart.

Eine pauschale Aussage, privates Krankentagegeld werde grundsätzlich erst nach sechs Wochen oder höchstens fünf Jahre gezahlt, ist nicht möglich. Entscheidend sind der vereinbarte Tarif, die Karenzzeit und die Versicherungsbedingungen. Das versicherte Krankentagegeld darf dabei nicht zu einer Überversicherung des tatsächlichen Nettoeinkommens führen.

 

Was soll sich beim Krankengeld 2027 ändern?

Für 2027 sind Änderungen beim Krankengeld vorgesehen. Nach dem derzeitigen Stand des Gesetzgebungsverfahrens soll insbesondere die Möglichkeit einer Teil-Arbeitsunfähigkeit eingeführt werden. Versicherte könnten dann in medizinisch geeigneten Fällen teilweise arbeiten und entsprechend ein Teil-Krankengeld erhalten. Vorgesehen sind unterschiedliche Stufen der Teil-Arbeitsfähigkeit. Voraussetzung soll unter anderem sein, dass Versicherter und Arbeitgeber zustimmen.

Die grundsätzliche Höhe des Krankengeldes von 70 Prozent des maßgeblichen Bruttoarbeitsentgelts beziehungsweise höchstens 90 Prozent des maßgeblichen Nettoarbeitsentgelts sowie die Höchstbezugsdauer von 78 Wochen innerhalb von drei Jahren sollen durch die Reform nicht abgesenkt werden. Da das Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, können sich die Einzelheiten bis zum Inkrafttreten noch ändern.

Synonyme: Krankengeldbezug, gesetzliches Krankengeld, Entgeltersatzleistung