FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
Erwerbsminderungsrente

Die Erwerbsminderungsrente ist eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung für Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr im üblichen Umfang arbeiten können. Entscheidend ist grundsätzlich nicht, ob der bisherige Beruf noch ausgeübt werden kann, sondern wie viele Stunden täglich eine Tätigkeit unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch möglich ist.

Wann besteht volle Erwerbsminderung?
Eine volle Erwerbsminderung liegt grundsätzlich vor, wenn Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit weniger als drei Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können. Sind zusätzlich die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt, kann eine volle Erwerbsminderungsrente gezahlt werden.

Wann besteht teilweise Erwerbsminderung?
Eine teilweise Erwerbsminderung liegt grundsätzlich vor, wenn das tägliche Leistungsvermögen noch mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden beträgt. Die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung soll den Einkommensverlust teilweise ausgleichen, weil eine Beschäftigung grundsätzlich noch in reduziertem Umfang möglich ist.

Wann kann trotz teilweiser Erwerbsminderung eine volle Rente gezahlt werden?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine volle Erwerbsminderungsrente auch dann in Betracht kommen, wenn aus medizinischer Sicht lediglich eine teilweise Erwerbsminderung vorliegt. Das kann insbesondere der Fall sein, wenn Versicherte zwar noch drei bis unter sechs Stunden täglich arbeiten könnten, ihnen jedoch kein entsprechender Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung steht. Man spricht dann häufig von einer sogenannten Arbeitsmarktrente.

Welche versicherungsrechtlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Für eine Rente wegen Erwerbsminderung reicht die gesundheitliche Einschränkung allein nicht aus. Grundsätzlich muss die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt sein. Außerdem müssen in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung grundsätzlich mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorhanden sein. Für bestimmte Situationen bestehen gesetzliche Ausnahmen und Sonderregelungen, beispielsweise bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit.

Wie wird die Erwerbsminderungsrente berechnet?
Die Höhe der Erwerbsminderungsrente wird individuell berechnet. Grundlage sind insbesondere die während des Versicherungslebens erworbenen Entgeltpunkte. Zusätzlich berücksichtigt die gesetzliche Rentenversicherung über die sogenannte Zurechnungszeit, dass die Erwerbsminderung bereits vor dem regulären Rentenalter eingetreten ist. Bei einer teilweisen Erwerbsminderungsrente ist der Rentenartfaktor niedriger als bei einer vollen Erwerbsminderungsrente. Eine pauschale Rentenhöhe lässt sich deshalb nicht angeben.

Was bedeutet „Reha vor Rente“?
Bevor eine Erwerbsminderungsrente bewilligt wird, prüft die Deutsche Rentenversicherung grundsätzlich, ob die Erwerbsfähigkeit durch medizinische Rehabilitation oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten oder wiederhergestellt werden kann. Erst wenn solche Maßnahmen nicht erfolgversprechend oder nicht ausreichend sind, kommt eine Rente wegen Erwerbsminderung in Betracht.

Wie wird eine Erwerbsminderungsrente beantragt?
Eine Erwerbsminderungsrente wird nicht automatisch gezahlt. Sie muss bei der gesetzlichen Rentenversicherung beantragt werden. Im Verfahren werden sowohl die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen als auch das gesundheitliche Leistungsvermögen geprüft. Ärztliche Befunde und weitere medizinische Unterlagen spielen dabei eine wichtige Rolle; bei Bedarf können zusätzliche Gutachten eingeholt werden. Weitere Informationen zum Verfahren finden Sie unter Leistungen der Rentenversicherung beantragen.

Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zur Einkommensabsicherung?
Ob und in welcher Höhe eine Erwerbsminderungsrente gezahlt wird, hängt von den individuellen Voraussetzungen und dem bisherigen Versicherungsverlauf ab. Deshalb sollte die gesetzliche Absicherung nicht mit einer vollständigen Absicherung des bisherigen Einkommens gleichgesetzt werden. Welche Möglichkeiten zur zusätzlichen Absicherung der Arbeitskraft bestehen, erläutern wir auf unserer Seite Einkommenssicherung. Die Unterschiede zwischen gesetzlicher Erwerbsminderungsrente und privater Berufsunfähigkeitsversicherung betrachten wir ausführlicher im Beitrag Erwerbsminderungsrente vs. Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Erwerbsminderungsrente gehört zu den wichtigsten Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung bei gesundheitlich eingeschränkter Erwerbsfähigkeit. Einen Überblick über weitere gesetzliche Rentenleistungen finden Sie unter Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Synonyme: Erwerbsminderungsrenten