FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

FAQ

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BegriffDefinition
E-Bike Versicherung

Eine E-Bike-Versicherung schützt je nach Vertrag vor finanziellen Schäden durch Diebstahl oder Beschädigung eines Elektrofahrrads. Bei gewöhnlichen Pedelecs ist dieser Schutz freiwillig. Für schnelle S-Pedelecs und bestimmte motorbetriebene E-Bikes ist dagegen eine Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Entscheidend ist die rechtliche Einstufung des Fahrzeugs.

Welche E-Bikes sind versicherungspflichtig?

Gewöhnliche Pedelecs gelten rechtlich als Fahrräder, wenn ihr Motor das Treten mit höchstens 250 Watt Nenndauerleistung unterstützt und die Unterstützung spätestens bei 25 km/h endet. Eine Anfahr- oder Schiebehilfe bis 6 km/h ist zulässig. Für diese Fahrzeuge besteht keine gesetzliche Versicherungspflicht.

S-Pedelecs mit Motorunterstützung bis 45 km/h sind hingegen Kraftfahrzeuge und benötigen eine Kfz-Haftpflichtversicherung sowie ein Versicherungskennzeichen. Bei E-Bikes, die auch ohne Treten durch Motorkraft fahren, hängt die Versicherungspflicht von der jeweiligen Fahrzeugklasse ab.

Welche Schäden kann eine E-Bike-Versicherung abdecken?

Eine freiwillige E-Bike-Versicherung kann neben Diebstahl auch Beschädigungen durch Stürze, Unfälle oder Vandalismus absichern. Je nach Tarif sind zusätzlich Schäden an Akku, Motor und Elektronik versicherbar. Welche Leistungen eingeschlossen sind und welche Entschädigungsgrenzen gelten, ergibt sich aus den Versicherungsbedingungen.

Ist ein Pedelec bereits anderweitig versichert?

Gewöhnliche Pedelecs können über die Hausratversicherung gegen bestimmte Schäden versichert sein. Für Fahrraddiebstahl außerhalb versicherter Räume ist häufig ein zusätzlicher Versicherungsschutz erforderlich. Schäden, die mit einem gewöhnlichen Pedelec anderen Personen zugefügt werden, sind üblicherweise über die Privathaftpflichtversicherung abgesichert. Für versicherungspflichtige S-Pedelecs reicht dieser Haftpflichtschutz nicht aus.

Weiterführende Informationen

Welche Arten des Diebstahl- und Kaskoschutzes es gibt, erläutert unsere Fachseite zur Fahrradversicherung. Die besonderen gesetzlichen Anforderungen und die Frage nach einem sinnvollen Versicherungsschutz behandelt unser Blogbeitrag E-Bike und Pedelec versichern.

Synonyme - E-Bikeversicherung, Elektrofahrradversicherung, Pedelec-Versicherung
Eigenschadenversicherung

Eine Eigenschadenversicherung bietet Versicherungsschutz für bestimmte Schäden, die dem Versicherungsnehmer selbst entstehen. Der Begriff wird insbesondere im gewerblichen Bereich verwendet, wenn Unternehmen eigene Sach- oder Vermögensschäden absichern. Häufig handelt es sich um eine besondere Eigenschadendeckung innerhalb eines Versicherungsvertrags. Welche Schäden versichert sind, hängt von den vereinbarten Bedingungen ab.

Welche Schäden können versichert sein?

Eine Eigenschadendeckung kann beispielsweise finanzielle Verluste durch Fehler eigener Mitarbeiter, bestimmte Cyberangriffe oder andere ausdrücklich vereinbarte betriebliche Risiken erfassen. Je nach Vertragsgestaltung können auch Kosten für die Wiederherstellung von Daten, die Schadenbeseitigung oder bestimmte unmittelbar entstandene Vermögensverluste versichert sein.

Nicht jeder Schaden am eigenen Eigentum fällt automatisch unter eine Eigenschadenversicherung. Schäden durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl werden beispielsweise regelmäßig über dafür vorgesehene Sachversicherungen abgesichert.

Was unterscheidet Eigenschäden von Haftpflichtschäden?

Eine Haftpflichtversicherung schützt grundsätzlich vor berechtigten Schadenersatzansprüchen anderer Personen und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Eine Eigenschadendeckung betrifft dagegen Schäden, die dem Versicherungsnehmer selbst entstehen und für die kein Schadenersatzanspruch eines Dritten erforderlich ist.

Ein Beispiel: Verursacht ein Mitarbeiter durch einen versicherten Fehler einen unmittelbaren finanziellen Verlust im eigenen Unternehmen, kann eine entsprechend vereinbarte Eigenschadendeckung greifen. Entsteht der Schaden dagegen bei einem Kunden, ist zu prüfen, ob die Betriebs- oder Berufshaftpflichtversicherung zuständig ist.

Ist eine Eigenschadendeckung automatisch enthalten?

Nein. Eigenschäden sind in einer gewöhnlichen Haftpflichtversicherung grundsätzlich nicht mitversichert. Bestimmte gewerbliche Versicherungen können jedoch entsprechende Zusatzbausteine enthalten oder optional anbieten. Dabei sind insbesondere die versicherten Schadenursachen, Ausschlüsse, Selbstbeteiligungen und Entschädigungsgrenzen zu beachten.

Weiterführende Informationen

Wie eigene Sachwerte gegen bestimmte Gefahren abgesichert werden können, erläutern unsere Fachseiten zur Wohngebäudeversicherung und zur Hausratversicherung.

Synonyme - Eigenschadendeckung, Eigenschaden-Versicherung
Eigentumswechsel Gebäudeversicherung

Bei einem Eigentümerwechsel in der Gebäudeversicherung geht eine bestehende Wohngebäudeversicherung beim Verkauf einer Immobilie grundsätzlich automatisch auf den neuen Eigentümer über. Nach § 95 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) tritt der Erwerber in die Rechte und Pflichten des bisherigen Versicherungsnehmers ein. Beim regulären Immobilienkauf ist dafür grundsätzlich die Eigentumsumschreibung im Grundbuch maßgeblich, nicht bereits die Unterzeichnung des Kaufvertrags oder die Schlüsselübergabe.

Muss der Eigentümerwechsel der Versicherung gemeldet werden?

Ja. Nach § 97 VVG muss der bisherige oder der neue Eigentümer den Eigentumswechsel unverzüglich dem Versicherer anzeigen. Dafür können insbesondere Angaben zum Erwerber und ein Nachweis des Eigentumsübergangs erforderlich sein. Wird die Mitteilung versäumt, kann dies unter den gesetzlichen Voraussetzungen Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben.

Kann der neue Eigentümer die Gebäudeversicherung kündigen?

Ja. Nach § 96 VVG besitzt der Erwerber ein besonderes Kündigungsrecht. Er kann die übernommene Gebäudeversicherung innerhalb eines Monats nach dem Eigentumserwerb mit sofortiger Wirkung oder zum Ende der laufenden Versicherungsperiode kündigen. War ihm die bestehende Versicherung nicht bekannt, beginnt die Monatsfrist erst mit der Kenntnis vom Versicherungsvertrag.

Auch der Versicherer kann nach Kenntnis des Eigentümerwechsels innerhalb eines Monats kündigen. Dabei muss er eine Kündigungsfrist von einem Monat einhalten. Wird der bestehende Vertrag beendet, sollte rechtzeitig ein neuer Versicherungsschutz vereinbart werden, damit keine Deckungslücke entsteht.

Wer bezahlt die Versicherungsbeiträge nach dem Eigentümerwechsel?

Grundsätzlich haften Verkäufer und Käufer nach § 95 VVG gemeinsam für den Beitrag der Versicherungsperiode, in der der Eigentumswechsel erfolgt. Im Kaufvertrag kann geregelt werden, wie diese Kosten zwischen den Beteiligten aufgeteilt werden. Eine solche Vereinbarung ändert jedoch nicht automatisch die gesetzlichen Ansprüche des Versicherers.

Wird der Versicherungsvertrag aufgrund des besonderen Kündigungsrechts nach § 96 VVG beendet, ist nach der gesetzlichen Sonderregelung der Verkäufer zur Beitragszahlung verpflichtet. Eine Beitragshaftung des Erwerbers besteht in diesem Fall nicht.

Was gilt bei einer Zwangsversteigerung?

Bei einer Zwangsversteigerung geht das Eigentum bereits mit dem Zuschlag auf den Erwerber über. Nach § 99 VVG gelten die gesetzlichen Regelungen zum Übergang der Gebäudeversicherung und zum besonderen Kündigungsrecht entsprechend. Die einmonatige Kündigungsfrist beginnt daher grundsätzlich mit dem Zuschlag, sofern der Erwerber die bestehende Versicherung kennt.

Gilt das Sonderkündigungsrecht auch bei einer Erbschaft?

Nein. Bei einer Erbschaft wird die bestehende Gebäudeversicherung grundsätzlich im Rahmen der Gesamtrechtsnachfolge fortgeführt. Das besondere Kündigungsrecht wegen Veräußerung nach § 96 VVG entsteht dadurch nicht. Eine Kündigung ist nach den allgemeinen gesetzlichen und vertraglichen Regelungen möglich.

Weiterführende Informationen

Welche Schäden versichert sind und worauf Eigentümer bei der Absicherung ihres Gebäudes achten sollten, erläutert unsere Fachseite zur Wohngebäudeversicherung.

Synonyme - Eigentümerwechsel Wohngebäudeversicherung, Gebäudeversicherung bei Eigentümerwechsel, Gebäudeversicherung bei Hausverkauf
Einbruchdiebstahl

Ein Einbruchdiebstahl liegt vor, wenn ein Täter in einen geschützten Raum eindringt, um fremde bewegliche Sachen zu stehlen. Dies kann beispielsweise durch das Aufbrechen einer Tür, das Einsteigen durch ein Fenster oder die Verwendung eines falschen Schlüssels geschehen. Für den Versicherungsschutz ist entscheidend, ob die Voraussetzungen eines Einbruchdiebstahls nach den vereinbarten Versicherungsbedingungen erfüllt sind.

Was unterscheidet Einbruchdiebstahl von einfachem Diebstahl?

Beim einfachen Diebstahl werden fremde Sachen weggenommen, ohne dass dafür ein Einbruch erforderlich ist. Ein Einbruchdiebstahl setzt dagegen besondere Umstände des Eindringens voraus. Sichtbare Aufbruchspuren sind nicht in jedem Fall notwendig, beispielsweise wenn der Täter mit einem falschen Schlüssel in die Räume gelangt.

Strafrechtlich kann ein Einbruchdiebstahl nach § 243 Strafgesetzbuch (StGB) einen besonders schweren Fall des Diebstahls darstellen. Für Wohnungseinbruchdiebstahl enthält § 244 StGB eigenständige Regelungen. Nicht jeder Einbruchdiebstahl ist deshalb automatisch als Verbrechen einzustufen.

Welche Versicherung zahlt bei einem Einbruchdiebstahl?

Die Hausratversicherung übernimmt bei einem versicherten Einbruchdiebstahl grundsätzlich den Verlust gestohlener oder beschädigter Hausratsgegenstände. Dazu gehören beispielsweise Möbel, Elektrogeräte oder Kleidung. Für Wertsachen können besondere Entschädigungsgrenzen gelten.

Auch Schäden an Türen, Fenstern oder Schlössern können versichert sein. Ob hierfür die Hausratversicherung oder eine entsprechend erweiterte Wohngebäudeversicherung aufkommt, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen und der Art des Schadens ab.

Ist auch ein versuchter Einbruch versichert?

Auch bei einem erfolglosen Einbruchversuch können versicherte Schäden entstehen, beispielsweise durch eine aufgebrochene Tür oder ein beschädigtes Fenster. Voraussetzung für eine Entschädigung ist, dass der betreffende Schaden vom Versicherungsvertrag erfasst wird. Ein Diebstahl muss dafür nicht zwingend stattgefunden haben.

Was ist nach einem Einbruchdiebstahl zu beachten?

Ein Einbruchdiebstahl sollte unverzüglich der Polizei und dem Versicherer gemeldet werden. Gestohlene und beschädigte Gegenstände sind möglichst genau zu dokumentieren. Eine Stehlgutliste, Kaufbelege und vorhandene Fotos können helfen, den Schaden nachzuweisen. Außerdem sollten notwendige Maßnahmen getroffen werden, um weitere Schäden zu verhindern.

Weiterführende Informationen

Welche Leistungen bei gestohlenen oder beschädigten Gegenständen bestehen, erläutert unsere Fachseite zur Hausratversicherung. Informationen zum Versicherungsschutz für Gebäudeschäden finden Sie unter Wohngebäudeversicherung.

Synonyme - Einbruch-Diebstahl
Einbruchdiebstahlversicherung

Die Einbruchdiebstahlversicherung schützt vor finanziellen Verlusten, wenn versicherte Gegenstände bei einem Einbruch gestohlen, zerstört oder beschädigt werden. Im privaten Bereich ist dieser Schutz üblicherweise Bestandteil der Hausratversicherung. Unternehmen können Einbruchdiebstahl beispielsweise über eine gewerbliche Inhaltsversicherung absichern. Eine eigenständige Versicherungspolice ist dafür nicht zwingend erforderlich.

Welche Leistungen umfasst die Einbruchdiebstahlversicherung?

Bei einem versicherten Einbruchdiebstahl werden gestohlene Hausratsgegenstände grundsätzlich zum Wiederbeschaffungspreis gleichwertiger neuer Sachen ersetzt. Für beschädigte Gegenstände können Reparaturkosten übernommen werden. Auch Vandalismusschäden nach einem Einbruch sowie bestimmte Schäden an Türen, Fenstern oder Schlössern gehören häufig zum Versicherungsschutz.

Für Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen gelten oft besondere Entschädigungsgrenzen und Aufbewahrungsvorschriften. Zusätzliche Leistungen, beispielsweise für eine vorübergehende Unterbringung, hängen vom jeweiligen Vertrag ab.

Wann besteht kein Versicherungsschutz?

Einfacher Diebstahl ohne versicherten Einbruch ist grundsätzlich nicht über die Einbruchdiebstahldeckung abgesichert. Das gilt beispielsweise, wenn Gegenstände aus einer unverschlossenen Wohnung entwendet werden. Bei grob fahrlässigem Verhalten kann der Versicherer seine Leistung unter den gesetzlichen und vertraglichen Voraussetzungen kürzen. Viele Hausratversicherungen bieten allerdings einen Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit an, teilweise mit Einschränkungen.

Worauf kommt es bei der Absicherung an?

Entscheidend sind eine ausreichende Versicherungssumme, die Entschädigungsgrenzen für Wertsachen und die vereinbarten Sicherheitsanforderungen. Außerdem sollte geprüft werden, ob Einbruchdiebstahl in Nebenräumen, Garagen oder bei vorübergehend außerhalb der Wohnung befindlichem Hausrat mitversichert ist.

Weiterführende Informationen

Welche Leistungen und Entschädigungsgrenzen beim Schutz des persönlichen Eigentums gelten, erläutert unsere Fachseite zur Hausratversicherung.

Synonyme - Einbruchdiebstahl-Versicherung, Einbruchdiebstahlschutz
Einheitsbeitrag

Ein Einheitsbeitrag ist ein einheitlich festgelegter Beitrag, den alle Mitglieder einer bestimmten Gruppe oder alle Teilnehmer eines Tarifs in gleicher Höhe zahlen. Anders als bei einer individuellen Beitragsberechnung richtet sich dieser Betrag innerhalb der betreffenden Gruppe nicht nach persönlichen Risikomerkmalen oder dem Einkommen. Ob ein Einheitsbeitrag dauerhaft gleich bleibt oder angepasst werden kann, hängt von der jeweiligen Beitragsregelung ab.

Wie funktioniert ein Einheitsbeitrag?

Bei einem Einheitsbeitrag wird für die betreffende Gruppe ein gemeinsamer Zahlbetrag festgelegt. Das vereinfacht die Beitragsberechnung und sorgt dafür, dass die Mitglieder zunächst dieselbe finanzielle Belastung tragen. Unterschiede beim individuellen Risiko oder bei der tatsächlichen Inanspruchnahme von Leistungen werden dabei nicht unmittelbar über unterschiedliche Beiträge ausgeglichen.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Einheitsbeitrag?

Einheitsbeiträge sind einfach nachzuvollziehen und erleichtern die Kalkulation. Allerdings berücksichtigen sie unterschiedliche Einkommen und Risiken nicht individuell. Derselbe feste Betrag kann deshalb für Personen mit geringem Einkommen eine größere finanzielle Belastung darstellen als für Personen mit höherem Einkommen. Ob diese Beitragsform angemessen ist, hängt vom Zweck und von der Zusammensetzung der Gruppe ab.

Gibt es Einheitsbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung?

In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es keinen einheitlichen festen Eurobetrag für alle Mitglieder. Zwar gilt grundsätzlich ein gesetzlich festgelegter allgemeiner Beitragssatz, doch die tatsächliche Beitragshöhe hängt insbesondere vom beitragspflichtigen Einkommen und vom Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse ab. Ein einheitlicher Beitragssatz darf daher nicht mit einem Einheitsbeitrag verwechselt werden.

Wo können Einheitsbeiträge vorkommen?

Einheitsbeiträge können beispielsweise bei bestimmten Gruppenverträgen, Vereinsmitgliedschaften oder gemeinschaftlichen Versorgungslösungen vereinbart werden. In klassischen privaten Versicherungen werden Beiträge dagegen häufig nach individuellen oder tariflichen Risikomerkmalen berechnet. Auch ein für mehrere Personen gleicher Beitrag bedeutet nicht zwangsläufig, dass sämtliche Leistungen und Vertragsbedingungen identisch sind.

Weiterführende Informationen

Wie sich Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung tatsächlich berechnen, erläutert unsere Fachseite zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Synonyme - Einheitsbeiträge, einheitlicher Festbeitrag
Einlösungsklausel

Die Einlösungsklausel regelt im Versicherungsvertrag den Zusammenhang zwischen der Zahlung des ersten Versicherungsbeitrags und dem Beginn des Versicherungsschutzes. Dabei ist zwischen dem vereinbarten Versicherungsbeginn und dem tatsächlichen Beginn der Leistungspflicht des Versicherers zu unterscheiden. Maßgeblich sind die Vertragsbedingungen sowie die gesetzlichen Regelungen zur Erstprämie.

Was bedeutet das Einlösungsprinzip?

Nach dem klassischen Einlösungsprinzip hängt der Beginn des Versicherungsschutzes von der Zahlung des ersten oder einmaligen Versicherungsbeitrags ab. Wird die Erstprämie nicht rechtzeitig gezahlt, kann dies dazu führen, dass der Versicherer bei einem zwischenzeitlich eingetretenen Versicherungsfall nicht leisten muss. Dafür müssen jedoch die Voraussetzungen des § 37 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) erfüllt sein.

Was ist eine erweiterte Einlösungsklausel?

Eine erweiterte Einlösungsklausel ermöglicht Versicherungsschutz bereits ab dem vereinbarten Versicherungsbeginn, obwohl der erste Beitrag noch nicht gezahlt wurde. Voraussetzung ist insbesondere, dass die Erstprämie rechtzeitig nach ihrer Fälligkeit entrichtet wird. Dadurch kann Versicherungsschutz für einen Zeitraum bestehen, der vor der tatsächlichen Beitragszahlung liegt.

Wann muss der erste Versicherungsbeitrag gezahlt werden?

Nach § 33 VVG ist die erste oder einmalige Prämie grundsätzlich unverzüglich nach Ablauf von 14 Tagen nach Zugang des Versicherungsscheins zu zahlen. Wird sie nicht rechtzeitig gezahlt, kann der Versicherer unter den Voraussetzungen des § 37 VVG vom Vertrag zurücktreten oder bei einem Versicherungsfall leistungsfrei sein. Die Leistungsfreiheit setzt insbesondere voraus, dass der Versicherungsnehmer die Nichtzahlung zu vertreten hat und ordnungsgemäß auf die Rechtsfolgen hingewiesen wurde.

Beginnt der Versicherungsschutz immer erst mit der Beitragszahlung?

Nein. Bei einer erweiterten Einlösungsklausel kann der Schutz bereits zum vereinbarten Zeitpunkt beginnen. Auch eine ausdrücklich vereinbarte vorläufige Deckung kann Versicherungsschutz vor der ersten Beitragszahlung ermöglichen. Entscheidend ist deshalb nicht allein das Zahlungsdatum, sondern auch, welche Regelungen für den jeweiligen Vertrag gelten.

Synonyme - Einlösungs-Klausel
Einmalbeitrag

Ein Einmalbeitrag ist ein Versicherungsbeitrag, der für einen vereinbarten Versicherungsschutz oder Vertrag einmalig statt in regelmäßigen Abständen gezahlt wird. Diese Beitragsform kommt insbesondere bei privaten Renten- und Lebensversicherungen vor. Die einmalige Zahlung kann den gesamten vereinbarten Beitrag abdecken, ohne dass anschließend laufende Beiträge erforderlich sind.

Bei welchen Versicherungen gibt es Einmalbeiträge?

Einmalbeiträge werden vor allem bei privaten Rentenversicherungen angeboten. Dabei zahlt der Versicherungsnehmer einen größeren Betrag ein, aus dem je nach Vertrag später eine Rente oder eine Kapitalleistung finanziert wird. Auch bei bestimmten Lebensversicherungen sind Einmalbeiträge möglich. Ob weitere Einzahlungen zulässig sind, hängt von den Vertragsbedingungen ab.

Welche Vorteile und Nachteile hat ein Einmalbeitrag?

Ein Einmalbeitrag ermöglicht es, vorhandenes Kapital ohne laufende Beitragsverpflichtung für einen Versicherungsvertrag einzusetzen. Dadurch entfällt die regelmäßige finanzielle Belastung. Allerdings steht das eingezahlte Geld anschließend nicht mehr ohne Weiteres zur freien Verfügung. Eine vorzeitige Kündigung kann insbesondere bei kapitalbildenden Versicherungen mit finanziellen Nachteilen verbunden sein.

Ob ein Einmalbeitrag wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt unter anderem von den Vertragskosten, der vereinbarten Leistung, möglichen Garantien und der vorgesehenen Vertragsdauer ab. Eine höhere oder niedrigere Rendite ergibt sich nicht allein aus der gewählten Beitragsform.

Was unterscheidet einen Einmalbeitrag von einer Zuzahlung?

Ein Einmalbeitrag ist die ursprünglich vereinbarte einmalige Beitragszahlung. Eine Zuzahlung ist dagegen eine zusätzliche Einzahlung in einen bereits bestehenden Vertrag. Ob solche Zuzahlungen möglich sind und wie sie sich auf die versicherte Leistung auswirken, richtet sich nach den jeweiligen Vertragsbedingungen.

Weiterführende Informationen

Welche Möglichkeiten und Risiken bei der Altersvorsorge bestehen, erläutert unsere Fachseite zur privaten Rentenversicherung.

Synonyme - Einmalprämie, Einmal-Beitrag, einmaliger Versicherungsbeitrag
Einwirkungsschaden

Ein Einwirkungsschaden ist ein Schaden, der durch eine äußere Einwirkung auf eine Sache entsteht. Dazu gehören beispielsweise Beschädigungen durch einen Aufprall, herabfallende Gegenstände, Sturm oder Hagel. Im Versicherungswesen beschreibt der Begriff die Art der Schadenentstehung, begründet aber für sich allein keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen.

Welche Schäden gelten als Einwirkungsschäden?

Typische Beispiele sind ein durch Hagel beschädigtes Fahrzeug, ein durch Sturm zerstörtes Dach oder eine durch einen herabfallenden Gegenstand beschädigte Einrichtung. Entscheidend ist, welche Ursache den Schaden ausgelöst hat und ob diese Ursache vom jeweiligen Versicherungsvertrag erfasst wird.

Welche Versicherung übernimmt einen Einwirkungsschaden?

Je nach beschädigter Sache und Schadenursache kann eine Hausrat-, Wohngebäude- oder Kaskoversicherung zuständig sein. Schäden durch bestimmte Naturgefahren erfordern gegebenenfalls einen zusätzlichen Elementarschadenschutz. Verursacht eine andere Person den Schaden, können außerdem Schadenersatzansprüche und eine Haftpflichtversicherung eine Rolle spielen.

Ist jede äußere Einwirkung versichert?

Nein. Nicht jede Beschädigung durch äußere Einflüsse ist automatisch versichert. Maßgeblich sind die vereinbarten Gefahren, mögliche Ausschlüsse und die Voraussetzungen des jeweiligen Vertrags. Auch die Unterscheidung zwischen einer plötzlich eintretenden Beschädigung und einer allmählichen Abnutzung kann für den Versicherungsschutz wichtig sein.

Weiterführende Informationen

Welche Schäden an beweglichen Gegenständen und Gebäuden abgesichert werden können, erläutern unsere Fachseiten zur Hausratversicherung und zur Wohngebäudeversicherung.

Synonyme - Einwirkungsschäden, Schaden durch äußere Einwirkung
Elektronikversicherung

Eine Elektronikversicherung schützt versicherte elektronische Geräte und Anlagen vor finanziellen Folgen bestimmter Beschädigungen oder Zerstörungen. Sie wird vor allem von Unternehmen, Selbstständigen und Freiberuflern genutzt, die auf eine funktionierende technische Ausstattung angewiesen sind. Häufig handelt es sich um eine Allgefahrendeckung, bei der grundsätzlich unvorhergesehen eintretende Sachschäden versichert sind, soweit kein Ausschluss greift.

Welche Schäden deckt eine Elektronikversicherung ab?

Je nach Vertrag können Schäden durch Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Überspannung, Kurzschluss, Feuchtigkeit, Brand oder Vandalismus versichert sein. Auch Schäden durch bestimmte technische Defekte können eingeschlossen sein. Nicht jeder Geräteausfall ist jedoch ein versicherter Sachschaden. Insbesondere gewöhnlicher Verschleiß und altersbedingte Abnutzung sind regelmäßig ausgeschlossen.

Welche Geräte können versichert werden?

Versicherbar sind beispielsweise Computer, Server, Telefonanlagen, Kassensysteme, medizinische Geräte und elektronische Steuerungen. Welche Geräte tatsächlich zum Versicherungsschutz gehören, ergibt sich aus dem Vertrag. Bei mobilen Geräten ist außerdem zu prüfen, ob Schäden außerhalb des Betriebsstandorts versichert sind.

Welche Kosten übernimmt die Elektronikversicherung?

Bei einem versicherten Sachschaden können die notwendigen Reparaturkosten oder bei einem Totalschaden die vertraglich vereinbarten Ersatzleistungen übernommen werden. Kosten für Datenwiederherstellung, Software oder einen daraus entstehenden Betriebsunterbrechungsschaden sind dagegen nicht automatisch enthalten. Dafür können besondere Zusatzvereinbarungen oder ergänzende Versicherungen erforderlich sein.

Worauf sollte beim Versicherungsschutz geachtet werden?

Wichtig sind die versicherten Geräte, der Geltungsbereich, die Entschädigungsregelungen und mögliche Selbstbeteiligungen. Unternehmen sollten außerdem prüfen, ob bereits eine gewerbliche Sachversicherung besteht und welche Schäden diese abdeckt. So lassen sich unnötige Doppelversicherungen vermeiden und tatsächliche Versicherungslücken erkennen.

Synonyme - Elektronik-Versicherung, Elektronikschutzversicherung