FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Ausschlüsse

Ausschlüsse sind vertragliche Bestimmungen, durch die bestimmte Risiken, Schadenursachen, Ereignisse oder Leistungen vom Versicherungsschutz ausgenommen werden. Sie legen fest, in welchen Fällen ein Versicherungsunternehmen trotz eines bestehenden Versicherungsvertrags nicht zur Leistung verpflichtet ist. Welche Ausschlüsse gelten, hängt von der Versicherungsart, dem gewählten Tarif und den vereinbarten Versicherungsbedingungen ab.

Warum gibt es Ausschlüsse in Versicherungsverträgen?

Versicherungen können nicht jedes denkbare Risiko unbegrenzt übernehmen. Ausschlüsse dienen dazu, den versicherten Leistungsumfang festzulegen, bestimmte Risiken abzugrenzen und die Kalkulation der Versicherungsbeiträge zu ermöglichen.

Dabei können beispielsweise besonders schwer kalkulierbare Ereignisse, vorhersehbare Abnutzungserscheinungen oder Risiken, die nur durch einen zusätzlichen Versicherungsschutz abgedeckt werden sollen, ausgenommen sein.

Ausschlüsse bedeuten allerdings nicht zwangsläufig, dass ein Tarif günstiger oder schlechter ist. Entscheidend ist, welche Risiken für den jeweiligen Versicherungsnehmer tatsächlich relevant sind und ob der Vertrag dafür ausreichenden Schutz bietet.

Welche Arten von Ausschlüssen gibt es?

Ausschlüsse unterscheiden sich je nach Versicherungszweig. Zu den häufig anzutreffenden Regelungen gehören:

  1. Vorsätzlich herbeigeführte Schäden: In der Schadenversicherung ist der Versicherer nach § 81 Absatz 1 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) grundsätzlich nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall vorsätzlich herbeiführt. Für die Haftpflichtversicherung enthält § 103 VVG eine besondere Regelung für vorsätzlich und widerrechtlich verursachte Schäden.
  2. Krieg und bestimmte außergewöhnliche Ereignisse: Schäden durch Krieg oder vergleichbare Ereignisse können vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein. Für Terrorrisiken bestehen je nach Versicherungsart und Tarif unterschiedliche Regelungen. Ein pauschaler Ausschluss sämtlicher terroristischer Handlungen gilt nicht für jede Versicherung.
  3. Bestimmte Naturgefahren: In der Wohngebäude- und Hausratversicherung sind beispielsweise Überschwemmungen durch Starkregen oder Hochwasser nicht automatisch durch den üblichen Grundschutz versichert. Hierfür kann eine zusätzliche Elementarschadenversicherung erforderlich sein. Andere Naturgefahren, etwa Sturm oder Hagel, können bereits zum regulären Versicherungsumfang gehören.
  4. Verschleiß und Abnutzung: Schäden, die allein auf gewöhnlichen Verschleiß, Alterung oder allmähliche Abnutzung zurückzuführen sind, gehören bei vielen Sachversicherungen nicht zu den versicherten Ereignissen. Ein altersbedingt undicht gewordenes Dach ist deshalb anders zu beurteilen als ein Dachschaden durch einen versicherten Sturm.
  5. Besondere Tätigkeiten und Risiken: Bei Personenversicherungen können bestimmte gefährliche Tätigkeiten, Sportarten oder andere besondere Risiken vertraglich ausgeschlossen sein. Ob ein solcher Ausschluss besteht, muss anhand der konkreten Versicherungsbedingungen geprüft werden.
  6. Individuelle Risikoausschlüsse: Insbesondere bei bestimmten privaten Personenversicherungen können im Rahmen der Risikoprüfung individuelle Leistungsausschlüsse vereinbart werden. Solche Ausschlüsse können sich beispielsweise auf bestimmte Erkrankungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen beziehen.

Ist grobe Fahrlässigkeit grundsätzlich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen?

Nein. Grobe Fahrlässigkeit führt nicht automatisch zu einem vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes.

Nach § 81 Absatz 2 VVG kann der Versicherer in der Schadenversicherung seine Leistung grundsätzlich entsprechend der Schwere des Verschuldens kürzen, wenn der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeigeführt hat. Manche Versicherungsverträge enthalten jedoch einen Verzicht auf diese Leistungskürzung, teilweise mit Einschränkungen.

In der Haftpflichtversicherung gelten andere Regeln. Dort sind grundsätzlich auch grob fahrlässig verursachte Schäden versicherbar. Vorsätzlich und widerrechtlich herbeigeführte Schäden sind dagegen nach § 103 VVG vom Versicherungsschutz ausgenommen.

Auch bei einer grob fahrlässigen Verletzung vertraglicher Obliegenheiten können besondere Rechtsfolgen eintreten. Diese sind von einem allgemeinen Risikoausschluss zu unterscheiden.

Welche Ausschlüsse sind bei der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung wichtig?

Bei Sachversicherungen kommt es besonders darauf an, welche Schadenursachen versichert sind. So sind Schäden durch Leitungswasser, Feuer, Sturm oder Hagel häufig Bestandteil des vereinbarten Grundschutzes. Schäden durch Überschwemmung, Rückstau oder Erdbeben erfordern dagegen oftmals einen zusätzlichen Versicherungsschutz gegen Elementargefahren.

Dabei ist zwischen einem ausdrücklich ausgeschlossenen Risiko und einem Risiko zu unterscheiden, das von vornherein nicht zum vereinbarten Versicherungsumfang gehört.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Fachseiten zur Hausratversicherung, zur Wohngebäudeversicherung und zur Elementarschadenversicherung.

Welche Ausschlüsse können bei der Berufsunfähigkeitsversicherung bestehen?

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung können bestimmte Erkrankungen oder gesundheitliche Risiken durch individuelle Vereinbarung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden. Solche Vereinbarungen können insbesondere dann entstehen, wenn der Versicherer im Rahmen der Gesundheitsprüfung ein erhöhtes Risiko feststellt.

Darüber hinaus enthalten Versicherungsbedingungen regelmäßig allgemeine Ausschlussregelungen für bestimmte außergewöhnliche Ereignisse oder besondere Ursachen einer Berufsunfähigkeit.

Nicht jede Vorerkrankung führt jedoch automatisch zu einem Ausschluss. Je nach Risikoprüfung kann der Versicherer den Antrag auch zu normalen Bedingungen annehmen, einen Risikozuschlag verlangen oder andere Vertragsbedingungen anbieten.

Einzelheiten erläutert unsere Fachseite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Welche Besonderheiten gelten bei der Krankenversicherung?

Bei der Krankenversicherung muss zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung unterschieden werden. In der gesetzlichen Krankenversicherung können Krankheiten nicht aufgrund individueller Vorerkrankungen vom gesetzlichen Leistungsanspruch ausgeschlossen werden.

In der privaten Krankenversicherung hängt der Leistungsumfang vom gewählten Tarif und den gesetzlichen Vorgaben ab. Bei der Risikoprüfung können je nach Versicherungsart und Tarif besondere Vereinbarungen eine Rolle spielen. Individuelle Leistungsausschlüsse sind jedoch nicht in sämtlichen privaten Krankenversicherungstarifen zulässig. Insbesondere für den Basistarif gelten besondere gesetzliche Vorgaben.

Versicherungsnehmer sollten daher genau unterscheiden, ob eine Behandlung grundsätzlich nicht zum vereinbarten Tarif gehört, eine besondere Leistungsvoraussetzung besteht oder ein wirksam vereinbarter individueller Ausschluss vorliegt.

Weitere Informationen bietet unsere Fachseite zur privaten Krankenversicherung.

Was ist der Unterschied zwischen einem Ausschluss und einer Obliegenheitsverletzung?

Ein Ausschluss grenzt bestimmte Risiken oder Ereignisse vom Versicherungsschutz ab. Eine Obliegenheit ist dagegen eine Verhaltensanforderung, die der Versicherungsnehmer nach den gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen beachten muss.

Zu solchen Obliegenheiten können beispielsweise die rechtzeitige Schadenmeldung, die Mitwirkung bei der Schadenaufklärung oder bestimmte Sicherheitsvorschriften gehören.

Wird eine Obliegenheit verletzt, kann dies unter den gesetzlichen Voraussetzungen zu einer Leistungskürzung oder Leistungsfreiheit führen. Bei vertraglichen Obliegenheiten ist insbesondere § 28 VVG zu beachten. Eine Obliegenheitsverletzung ist daher rechtlich nicht dasselbe wie ein vertraglicher Risikoausschluss.

Worauf sollten Versicherungsnehmer bei Ausschlüssen achten?

Vor dem Abschluss einer Versicherung sollten insbesondere die Versicherungsbedingungen und die dort aufgeführten Ausschlüsse geprüft werden. Entscheidend ist nicht allein, welche Leistungen ein Versicherer bewirbt, sondern auch, unter welchen Voraussetzungen diese tatsächlich erbracht werden.

Besonders wichtig sind Ausschlüsse, die häufige oder finanziell schwerwiegende Risiken betreffen. Auch individuell vereinbarte Einschränkungen sollten vor Vertragsabschluss sorgfältig geprüft werden.

Bei einem Versicherungsvergleich lohnt es sich deshalb, nicht nur die Beiträge, sondern auch den Umfang des Versicherungsschutzes, mögliche Ausschlüsse und die jeweiligen Leistungsvoraussetzungen gegenüberzustellen.

Synonyme: Versicherungsausschlüsse, Risikoausschlüsse, Leistungsausschlüsse, Deckungsausschlüsse

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