FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung dient Versicherungsunternehmen dazu, das gesundheitliche Risiko einer Person vor dem Abschluss bestimmter Versicherungen einzuschätzen. Meist erfolgt sie anhand schriftlicher Gesundheitsfragen. Je nach Versicherungsart, Tarif und Versicherungssumme können zusätzlich ärztliche Unterlagen oder Untersuchungen erforderlich sein. Das Ergebnis kann Einfluss darauf haben, ob und zu welchen Bedingungen der Versicherer den gewünschten Versicherungsschutz anbietet.

Bei welchen Versicherungen ist eine Gesundheitsprüfung üblich?

Gesundheitsprüfungen kommen insbesondere bei der privaten Krankenvollversicherung, der Risikolebensversicherung sowie bei verschiedenen Versicherungen zur Einkommenssicherung vor. Dazu gehören vor allem die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Dienstunfähigkeitsversicherung, die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die Grundfähigkeitsversicherung und die Dread-Disease-Versicherung. Auch beim Krankentagegeld ist eine Gesundheitsprüfung häufig Bestandteil der Antragstellung.

Darüber hinaus werden bei privaten Pflegezusatzversicherungen und vielen Krankenzusatzversicherungen Gesundheitsfragen gestellt. Umfang und Anforderungen unterscheiden sich je nach Versicherer, Tarif und beantragtem Versicherungsschutz. Bei der privaten Unfallversicherung ist dagegen häufig keine umfassende Gesundheitsprüfung vorgesehen, wobei einzelne Gesundheitsfragen oder Annahmebeschränkungen möglich sind. Auch Versicherungen mit vereinfachten Gesundheitsfragen oder ohne individuelle Gesundheitsprüfung werden angeboten.

Welche Angaben werden bei einer Gesundheitsprüfung verlangt?

Typische Gesundheitsfragen betreffen bestehende und frühere Erkrankungen, ärztliche Behandlungen, Krankenhausaufenthalte, Operationen, Medikamente und gesundheitliche Beschwerden. Häufig beziehen sich die Fragen auf bestimmte zurückliegende Zeiträume. Entscheidend ist deshalb nicht nur, welche Erkrankungen vorliegen, sondern auch, wonach der Versicherer konkret fragt und welchen Zeitraum die jeweilige Frage umfasst. Bei Unsicherheiten kann es sinnvoll sein, ärztliche Unterlagen oder eine Patientenakte einzusehen, bevor der Antrag beantwortet wird.

Welche Auswirkungen können Vorerkrankungen haben?

Abhängig von der Risikoprüfung kann ein Versicherer den Antrag zu normalen Bedingungen annehmen, einen Risikozuschlag verlangen, bestimmte Risiken ausschließen oder den Antrag ablehnen. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt von der Versicherungsart und den gesetzlichen Vorgaben ab. In der privaten Krankenversicherung gelten beispielsweise für den Basistarif besondere Annahme- und Leistungsregelungen. Eine Vorerkrankung führt deshalb nicht automatisch dazu, dass überhaupt kein Versicherungsschutz erhältlich ist.

Warum müssen Gesundheitsfragen sorgfältig beantwortet werden?

Nach § 19 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) müssen Antragsteller die ihnen bekannten, gefahrerheblichen Umstände angeben, nach denen der Versicherer in Textform fragt. Unrichtige oder unvollständige Antworten können je nach Verschulden und weiteren gesetzlichen Voraussetzungen zu einer Vertragsanpassung, Kündigung oder einem Rücktritt führen. Bei arglistiger Täuschung kommt auch eine Anfechtung in Betracht. Welche rechtlichen Folgen tatsächlich eintreten, hängt vom Einzelfall ab. Ausführlicher behandeln wir diese Fragen in unserem Beitrag zur vorvertraglichen Anzeigepflicht bei Versicherungen.

Kann eine Gesundheitsprüfung auch während eines bestehenden Vertrags verlangt werden?

Eine erneute Gesundheitsprüfung ist bei unverändert fortbestehendem Versicherungsschutz normalerweise nicht vorgesehen. Sie kann jedoch relevant werden, wenn zusätzlicher Schutz beantragt, die Versicherungssumme erhöht oder ein neuer Vertrag abgeschlossen wird. Manche Verträge enthalten Nachversicherungsgarantien, die unter bestimmten Voraussetzungen eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung ermöglichen. Auch ein Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung kann Besonderheiten aufweisen: Bei zusätzlichen oder höheren Leistungen darf der Versicherer unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Risikoprüfung für diese Mehrleistungen vornehmen.

Gibt es Versicherungen ohne Gesundheitsprüfung?

Ja. In der gesetzlichen Krankenversicherung hängt die Aufnahme grundsätzlich nicht von einer individuellen Gesundheitsprüfung ab. Auch bestimmte Gruppenverträge oder speziell gestaltete private Versicherungstarife können ohne Gesundheitsfragen angeboten werden. Allerdings bedeutet der Verzicht auf eine Gesundheitsprüfung nicht automatisch uneingeschränkten Versicherungsschutz. Möglich sind beispielsweise Wartezeiten, begrenzte Leistungen oder besondere vertragliche Voraussetzungen. Deshalb sollten die Bedingungen vor Vertragsabschluss sorgfältig geprüft werden.

Synonyme: Gesundheitsrisikoprüfung