Fachbegriffe-Versicherungen

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Frank Hartung, Telefon: 0340-230 1654 oder 0151 2653 5561

Frank Hartung ist Leiter Kundenberatung bei der Allianz Beratung- und Vertriebs AG und berät oder vermittelt ausschließlich an die und für Rechnung und im Namen der Versicherungsunternehmen der Allianz. Die Allianz Beratung- und Vertriebs AG ist eine 100%ige Tochter der Allianz Deutschland AG und als Vermittler mit Gewerbeerlaubnis nach § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung in Versicherungsvermittlerregister unter Nummer D-LG4E-T5148-44 eingetragen.

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Fachbegriffe aus der Versicherungsbranche

In unserem FAQ finden Sie häufig verwendete Fachbegriffe rund um den privaten, gewerblichen und gesetzlichen Versicherungsschutz. Wir haben die Begriffe möglichst einfach und umfassend erklärt. Darüber hinaus haben wir auch einiges an Fachvokabular aus dem Bereichen der Finanzen für Sie so beschrieben, dass Sie als Verbraucher damit auch etwas anfangen können.

BegriffDefinition
BaFin

BaFin ist die Abkürzung von Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, bei der unter einem Dach die Aufsicht über Finanzdienstleister, Banken, Versicherungen und den Wertpapierhandel vereint ist. Bei der BaFin handelt es sich um eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts, die   rechtlich und fachlich nur dem Bundesministerium der Finanzen unterstellt ist und sich durch Umlagen und Gebühren der von ihr beaufsichtigten Finanzinstitute finanziert. Gleitet wird die BaFin von einem Direktorium. Die Zweigstellen der BaFin befinden sich in Frankfurt am Main und in Bonn.

Die BaFin ist 2002 durch die Verschmelzung vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen mit den Bundesaufsichtsämtern für das Versicherungswesen und den Wertpapierhandel entstanden. Seit 2018 ist die BaFin auch Nationale Abwicklungsbehörde.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verfolgt das öffentliche Interesse. Sie hat die Aufgabe, für ein stabiles, funktionsfähiges und integres Finanzsystem in Deutschland zu sorgen, dem Verbraucher, Kunden, Versicherungsnehmer und Kapitalanleger vertrauen können. Zu ihren Aufgaben gehört die Solvenzaufsicht, bei der die Zahlungsfähigkeit der Kreditinstitute, Finanzdienstleister und Versicherungsgesellschaften gewährleistet werden soll. Darüber hinaus obliegt der BaFin die Marktaufsicht, um dem Verbraucherschutz zu entsprechen und für transparente und faire Verhältnisse am Finanzmarkt Sorge zu tragen.

Als Aufsichtsorgan werden auch Fälle von Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung bei der BaFin gemeldet, die durch Kontrollen und Überprüfungen dazu beiträgt, dass derartige Fälle möglichst verhindert werden. Da in Deutschland Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen nur mit staatlicher Erlaubnis betrieben werden dürfen, wacht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auch über die Einhaltung dieses Gebots.

Alle Aufsichtsaufgaben der BaFin erstrecken sich auf die von ihr beaufsichtigten Finanzinstitute und Unternehmen. Der BaFin stehen weitreichende Ermittlungskompetenzen und Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie ist in Zusammenarbeit mit vielen europäischen Gremien daran beteiligt, in Europa einen einheitlichen Finanzmarkt zu erschaffen und befürwortet auch international weltweit gültige Aufsichtsstandards.

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Synonyme - Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Baisse

Bei „Baisse“ handelt es sich um einen klassischen Börsenbegriff, der aus der französischen Sprache stammt und grob mit „senken“ oder „fallen“ übersetzt werden kann. Mit Baisse wird eine längerfristige Marktphase mit stark fallenden Kursen bezeichnet. Eine andere Bezeichnung hierfür ist der sogenannte „Bärenmarkt“, bei dem der Bär den Börsenabschwung und herrschenden Pessimismus symbolisiert.

Eine Baisse ist häufig durch anhaltende Rückgänge bei den Kursen gekennzeichnet. Bei Börsenphasen mit einem anhaltenden Aufschwung wird hingegen von einer „Hausse“ oder einem „Bullenmarkt“ gesprochen. Eine Baisse ist mit dem sinkenden Vertrauen bei den Investoren in den Markt verbunden. Es werden nach ihren Prognosen zukünftig weitere Verluste erwartet. Der anhaltende Kursrückgang bei einer Baisse kann sich sowohl auf Teilmärkte beziehen als auch den gesamten Markt betreffen. Bei dauerhaften Verlusten einzelner Wertpapiere wird nicht von einer Baisse gesprochen. Sinken alle Kurse schlagartig und besonders stark, handelt es sich um einen Crash.

Es gibt Investoren, die eine Baisse als günstigen Einstieg nutzen, was kurzfristig zu Kursanstiegen führen kann. Investoren, die ihre Strategie nach baldigen Kursverlusten ausrichten, werden deshalb auch „Baissiers“ oder aber „Bären“ genannt. Sie veräußern Wertpapiere zu einem noch hohen Kurs, die sie aber erst noch zu einem geringeren Kurs beschaffen müssen. Diese Spekulationstaktik trägt die Bezeichnung „à la Baisse“.

Eine Baisse unterliegt einem Zyklus. Dieser setzt ein, wenn die Pessimisten an der Börse zunehmen. Anleger trennen sich aus Angst vor Verlusten von ihren Wertpapieren, da sie sinkende Kurse erwarten. Dadurch sinken die ersten Kurse, was weitere Anleger veranlasst, zur Schadensbegrenzung ebenfalls Verkäufe vorzunehmen. Dieser Dominoeffekt kann einen langfristigen Rückgang der Kurse bewirken. Verläuft die Baisse nicht in einen Crash, ist sie Bestandteil des normalen Börsenzyklus, der verschiedenen Schwankungen unterliegt.

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Synonyme - Bärenmarkt,Depression,Flaute,Krach
Basiswert

Bei einem Basiswert, auch Underlying oder Aktivum genannt, handelt es sich im Finanzwesen um das einem Geschäft zugrunde liegende Handelsgut als Grundlage für die Ausführung und Bewertung eines Vertrages. Zu den typischen Basiswerten gehören Aktien, festverzinsliche Wertpapiere oder Indizes. Damit für jeden der Handel am Finanzmarkt nachvollziehbar ist, bedarf es einheitlicher Werte. Einheitliche Basiswerte ermöglichen einen weltweiten Handel und werden für die unterschiedlichsten Produkte aus dem Bereich der Termingeschäfte oder Kassageschäfte verwendet.

Der Basiswert wird zwar im WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) genutzt, aber nicht offiziell definiert. Bei Finanzprodukten heißen die Basiswerte Aktien, Geldmarktinstrumente, Schuldverschreibungen, Edelmetalle, Devisen, Derivate und Swaps. Aber auch Frachtsätze, Emissionsberechtigungen, Inflationsraten, Wetterderivate, Indizes und volkswirtschaftliche Vermögenswerte zählen nach dem WpHG zu den Basiswerten. Basiswerte setzen für Investoren eine Logik hinter das jeweilige Investment und machen den Handel erst greifbar.

Basiswerte müssen homogene Maße, Qualitäten oder Typen besitzen und standardisierbar sein. Der Grund hierfür ist, dass die Marktteilnehmer nicht erst die jeweiligen Eigenschaften des Basiswertes erfragen müssen. Diese so gesteigerte Verkehrsfähigkeit ermöglicht den Handel von Basiswerten an der Börse. Den höchsten Standardisierungsgrad haben Finanzinstrumente inne, da sie sich nach den internationalen Standards der ISDA (International Swaps and Derivatives Association) richten, die den jeweiligen Basiswert exakt definiert. Bei Finanzprodukten in Deutschland wird der jeweilige Basiswert bevorzugt über US-Dollar, DAX oder Bundesanleihen angegeben.

Der Basiswert gilt in der Finanzwelt als Vertragsgegenstand, der einem Finanzinstrument oder einer Option zugrunde gelegt wird. Bei Optionsgeschäften erwerben Käufer das Recht, den Basiswert in Aktien, Rohstoffen, Devisen, Indizes u.a. sowohl zu kaufen als auch zu verkaufen. Ohne Basiswert wäre ein solcher Handel kaum möglich.

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Synonyme - Aktivum,Underlying,Basisinstrument,Basisobjekt
Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze ist ein Rechenwert aus der deutschen Sozialversicherung. Nach dem Prinzip der deutschen Sozialversicherung sollen allen Versicherungsnehmern solidarisch die gleichen Leistungen gewährt werden und zwar unabhängig vom gesundheitlichen Zustand. Zu diesem Zweck soll jeder im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten auch zum Schutz aller Versicherten Beiträge zur Sozialversicherung erbringen. Aus diesem Grund werden die Beiträge einkommensabhängig berechnet.

Die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt, bis zu welchen Beträgen das Einkommen aus Lohn, Gehalt oder Rente beim gesetzlich Versicherten für Sozialversicherungsbeiträge herangezogen werden. Einkünfte, die die Beitragsbemessungsgrenze übersteigen, bleiben außer Betracht.

Unterschieden wird in Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung sowie für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen werden nach einem Prozentsatz vom Brutto-Einkommen errechnet. Festgelegt und angepasst werden Beitragsbemessungsgrenzen jedes Jahr von der Bundesregierung mittels Rechtsverordnung.

Die Beitragsbemessungsgrenze hat auch steuerliche Auswirkungen. Seit dem Jahr 2004 hängt beispielsweise die Vorsorgepauschale von der Höhe der Beitragsbemessungsgrenze ab. Der steuerlich anrechenbare Höchstbeitrag für die Rürup-Rente ist seit dem Jahr 2015 an die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt.

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Synonyme - Sozialversicherungsbeitrag
Beitragsfreistellung

Im Versicherungswesen bedeutet die Beitragsfreistellung, dass Versicherungsnehmer aufgrund von kurzfristigen oder langfristigen Zahlungsschwierigkeiten unter Umständen von der Zahlung der Versicherungsbeiträge freigestellt werden können. Beitragsfreistellungen sind bei Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen und Unfallversicherungen möglich.

Generell dienen Versicherungsbeiträge gleichzeitig dem Versicherungsschutz und der Zinsanlage. Kann ein Versicherungsnehmer wegen finanzieller Engpässe seine Beiträge nicht mehr ausgleichen, kommt dann, wenn ausreichend Beiträge und Zinsen eingezahlt bzw. erwirtschaftet worden sind, eine Beitragsfreistellung in Betracht. Damit der Versicherungsschutz aufrecht erhalten wird, sollte bei Zahlungsschwierigkeiten nach einer Beitragsfreistellung gefragt werden, um eine Kündigung des Versicherungsvertrages zu vermeiden. Eine Vertragskündigung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Bei einer Beitragsfreistellung wird die Zahlung der Beiträge dauerhaft eingestellt, wobei der Versicherungsschutz jedoch erhalten bleibt. Dies nur dann möglich, wenn durch vorherige Beitragszahlungen ein entsprechendes Kapital angesammelt werden konnte, das dann für die restliche Laufzeit als Einmalbeitrag verwertet wird und aus dem sich die neue Versicherungssumme errechnet. Eine spätere Wiederaufnahme der Beitragszahlungen ist bei einer Beitragsfreistellung nicht möglich.

Beitragsfreistellungen sind demnach von bereits eingezahlten Mindestsummen abhängig. Sind diese noch nicht erreicht, muss eine Kündigung des Versicherungsvertrages in Erwägung gezogen werden. Treten nur kurzfristig Zahlungsschwierigkeiten auf, kann bei der Versicherungsgesellschaft auch nach einer Beitragsstundung gefragt werden. Die Vereinbarung einer Beitragsstundung kann für mehrere Monate erfolgen und stellt Versicherungsnehmer für den festgelegten Zeitraum von der Zahlung frei. Nach Ablauf dieses Zeitraums kann die Beitragszahlung wieder aufgenommen werden, was bei einer Freistellung nicht möglich ist. Wird die Wiederaufnahme der Beitragszahlung nach der Stundung nicht erwünscht, muss der Vertrag entsprechend angepasst werden.

Kündigungen sind nur bei langfristigen Zahlungsschwierigkeiten sinnvoll, wenn kein Interesse mehr an dem Versicherungsvertrag besteht. Besteht der Versicherungsvertrag noch nicht lang, ist bei  einer Kündigung immer mit einem Verlust zu rechnen.

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Synonyme - Beitragsaussetzung
Belegschaftsaktien

Bei Belegschaftsaktien oder Arbeitnehmeraktien handelt es sich um Aktien, die von einer Aktiengesellschaft an ihre Mitarbeiter ausgegeben werden, um diesen die Möglichkeit einer Beteiligung am Unternehmen anzubieten. Durch Belegschaftsaktien soll die Vermögensbildung der Mitarbeiter gefördert werden. Die Aktien werden der Belegschaft zu Vorzugspreisen angeboten oder unentgeltlich ausgegeben.

Die Bedingungen für Belegschaftsaktien werden im Aktiengesetz geregelt. Aktiengesellschaften dürfen ihre Aktien nur bis zu einer bestimmten Höhe an Mitarbeiter vergeben. Der sogenannte Eigenerwerb darf 10 % des Grundkapitals danach nicht überschreiten. Durch Belegschaftsaktien werden Mitarbeiter noch enger an das Unternehmen gebunden. Mitarbeiter, die Belegschaftsaktien besitzen, sind besonders am Erfolg des Unternehmens interessiert und arbeiten entsprechend motiviert. Mitarbeiter können durch Belegschaftsaktien Vermögen aufbauen und werden am Gewinn des Arbeitgebers beteiligt.

Belegschaftsaktien sind mit einer Sperrfrist von regelmäßig fünf Jahren ausgestattet, in denen die Aktien nicht veräußert werden dürfen. Verkäufe sind innerhalb der Sperrfrist nur bei Tod oder Arbeitsunfähigkeit des Aktieninhabers möglich. Der Staat fördert Belegschaftsaktien als vermögensbildende Maßnahme über die Steuererklärung.

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Synonyme - Arbeitnehmeraktien
Beleihungswert

Im Finanzwesen stellt der Beleihungswert den Wert einer Sicherheit dar, von dem ausgegangen werden kann, dass er auch auf lange Sicht zu jeder Zeit zu realisieren ist. Der Beleihungswert bildet die Obergrenze, bis zu der Kreditinstitute ihren Kunden Darlehen oder Kredite gewähren.

Beleihungswerte spielen insbesondere bei der Finanzierung von Immobilien eine wichtige Rolle. Der Beleihungswert ist hier Grundlage für die Darlehenshöhe, der Finanzierungskosten und alle weitere Entscheidungen rund um die Immobilienfinanzierung. Bevor eine Immobilienfinanzierung vergeben wird, überprüft die Bank, wie wertvoll die entsprechende Immobilie ist. Die Bank will sich dadurch absichern,  dass ihre Ansprüche auf Tilgung und Rückzahlung auch bei Zahlungsunfähigkeit der Kreditnehmer durch eine Versteigerung des Objekts ausgeglichen werden können. Zu diesem Zweck wird eine Beleihungsprüfung durchgeführt, um einen ungefähr für 30 Jahre gültigen Beleihungswert zu ermitteln.

Beleihungswerte werden von Gutachtern oder fachkundigen Mitarbeitern der Kreditinstitute ermittelt. Für die Berechnung werden Baupläne, Kaufverträge, Grundbuchauszüge, Versicherungsunterlagen sowie Einkommensnachweise benötigt. Die Ermittlung des Beleihungswerts kann im Sachwertverfahren ermittelt werden, der sich aus dem Bauwert und dem Bodenwert zusammensetzt. Eine andere Möglichkeit, den Beleihungswert zu errechnen, bildet das Ertragswertverfahren. Bei diesem Verfahren werden die erzielbaren Nettoerträge aus Mieten sowie Faktoren wie Bauzustand, Gebäudealter, Nutzung und Objektgröße berücksichtigt.

Ein Beleihungswert liegt nie über dem Verkehrswert einer Immobilie, sondern unterschreitet diesen um 20 % bis 30 %. Durch diese Sicherheitsreserve reduzieren Kreditinstitute ihr Risiko bei der Darlehensvergabe. Der Beleihungswert einer Wohnung oder eines Hauses beträgt daher etwa rund 80 % des Kaufpreises, der tatsächlichen Baukosten oder des Verkehrswertes.

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Benzinklausel

Etwa 50 Millionen Menschen ab 14 Jahren sind selbst oder über eine andere Person mit einer privaten Haftpflichtversicherung abgesichert, aber die wenigsten dürften schon etwas von der sog. „Benzinklausel“ gehört haben. Doch das hält nicht davon ab, sich vor Gericht darauf zu beziehen.

Was hat es mit der Benzinklausel auf sich?

Die Benzinklausel findet sich überwiegend in Privathaftpflichtversicherungen und öfter auch in Betriebshaftpflichtversicherungen und kann so oder so ähnlich formuliert sein: „Nicht versichert ist die Haftpflicht des Eigentümers, Besitzers, Halters oder Führers eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeugs wegen Schäden, die durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursacht werden.“ Mit dieser Formulierung soll eine Abgrenzung zur Kfz-Haftpflichtversicherung erreicht werden: Im Gegensatz zur Privathaftpflichtversicherung ist sie gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden ab, die beim Führen eines Fahrzeugs Dritten zugefügt werden.

Doch die Benzinklausel, die eine Überschneidung zwischen den beiden Versicherungen und damit eine Doppelversicherung verhindern sollte, hat sich in vielen Fällen als Stein des Anstoßes erwiesen. In den meisten Streitfällen geht es vor Gericht darum, was unter dem „Gebrauch des Fahrzeugs“ genau zu verstehen ist. Fachleute unterscheiden in zwei Varianten der Benzinklausel:

  • Mit der Großen Benzinklausel werden Besitz, Halten und Gebrauch aller Kraft-, Wasser- und Luftfahrzeuge vom Versicherungsschutz ausgenommen. Nur ausnahmsweise können mithilfe einer separaten Klausel und einem erhöhten Beitrag Kraftfahrzeuge, die nur auf privaten Plätzen und Wegen betrieben werden und Kfz mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h sowie selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h in die Betriebshaftpflichtversicherung eingeschlossen werden.
  • Mit der Kleinen Benzinklausel werden in der privaten Haftpflichtversicherung die in der Großen Benzinklausel genannten Fahrzeuge unter denselben Bedingungen eingeschlossen. Dazu kommen Flugmodelle, unbemannte Drachen und Ballone ohne Antrieb, die höchstens 5 kg wiegen und nicht versicherungspflichtig sind. Auch Modellboote und –autos sowie die Benutzung von fremden Wassersportfahrzeugen ohne Motor sind versichert.

Vor Gericht und auf hoher See..

… ist man in Gottes Hand. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man einen Blick in die Rechtsprechung wirft, die zur Benzinklausel ergangen ist. Dreh- und Angelpunkt ist der Begriff „Gebrauch“, worunter eine ganze Menge und nicht nur das Führen eines Fahrzeugs verstanden werden kann.

Der Bundesgerichtshof verneinte die Wirksamkeit der Benzinklausel im Falle eines Angestellten, der sein Dienstfahrzeug im Winter vor der Fahrt mit einem Heizlüfter aufwärmen wollte, wodurch es zu einem Brandschaden im Fahrzeug kam. Die Richter sahen zwar im Einsatz des Heizlüfters eine Arbeitsvorbereitung, aber der Schaden sei durch das Gerät und nicht den Gebrauch des Fahrzeugs entstanden (Urteil vom 13.12.2006 - IV ZR 120/05).

In einem anderen Fall haben Richter die Anwendung der Benzinklausel bejaht: Der Beifahrer wollte die Toilettenpause des Fahrers an der Tankstelle sinnvoll nutzen, fuhr das Fahrzeug an die Zapfsäule und tankte versehentlich den falschen Kraftstoff. Die rechtliche Bewertung: Da der Pkw zuvor gefahren wurde, ist der Schaden im Zusammenhang mit dessen Betrieb entstanden (Landgericht Duisburg, Urteil vom 05.07.2006, Az. 11 O 105/05).

Versicherer lehnen unter Hinweis auf die Benzinklausel sehr oft ab, Schäden, an denen ein Kraftfahrzeug beteiligt war, über die private Haftpflichtversicherung zu regulieren. Da die Versicherten jedoch wegen der anschließenden Hochsetzung der Schadensfreiheitsklasse nicht die Kfz-Haftpflichtversicherung in Anspruch nehmen wollen, sehen sich die Parteien oft vor Gericht wieder. In vielen Fällen kann bei solchen Konflikten der Versicherungs-Ombudsmann weiterhelfen und eine Einigung erreichen. Er ist unter https://www.versicherungsombudsmann.de/ erreichbar.

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Berufsgenossenschaft

Gewerbliche Berufsgenossenschaften gelten als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, die für Unternehmen und Betriebe der Privatwirtschaft in Deutschland sowie deren Beschäftigte zuständig sind.  Gewerbliche Berufsgenossenschaften gliedern sich nach Wirtschaftszweigen auf. Zusätzlich gibt es landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften, die ihre Zuständigkeit regional aufteilen.

Berufsgenossen zählen als Institutionen der gesetzlichen Unfallversicherung und sind damit Sozialversicherungsträger. Sie sind durch eine Verfassung organisiert, die sich aus dem Sozialgesetzbuch ergibt. Auch wenn die Bezeichnung als „Genossenschaft“ darauf hindeutet, haben Berufsgenossenschaften keine eigene Rechtsform, sondern sind als Körperschaften des öffentlichen Rechts vorgesehen, die sich selbst verwalten. Die Mitglieder der Berufsgenossenschaften sind die Unternehmen der jeweiligen Gewerbe. Die Mitgliedsunternehmen haben Pflichtbeiträge zu leisten, worüber sich die Berufsgenossenschaft in Teilen finanziert.

Die Aufgabe von Berufsgenossenschaften ist die Verhütung von Arbeitsunfällen, Schulunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gefahren für die Gesundheit. Wenn Beschäftigte einen Arbeitsunfall hatten oder an einer Berufskrankheit leiden, erfolgt die medizinische, soziale und berufliche Rehabilitation durch die Berufsgenossenschaft. Die Berufsgenossenschaften gleichen Folgen von Unfällen und arbeitsbedingten Krankheiten finanziell aus, wobei keine Eigenanteile oder Selbstbeteiligungen zu leisten sind. Tritt ein Versicherungsfall ein, leisten Berufsgenossenschaften Entschädigungen an die Versicherten oder deren Hinterbliebenen. Die Berufsgenossenschaften müssen mit allen geeigneten Mitteln unfallbedingte Gesundheitsschäden beseitigen, verbessern, Verschlimmerungen verhüten sowie Folgen mindern. Deshalb arbeiten Berufsgenossenschaften auch mit Durchgangsärzten, Ärzten und Krankenhäusern zusammen.

Gelingt eine medizinische Rehabilitation nicht oder kann das Unfallopfer dennoch nicht wieder in seinem alten Beruf arbeiten, so sorgt die Berufsgenossenschaft auch für eine soziale bzw. berufliche Rehabilitation durch Umschulungen, Weiterbildung und Integrationsmaßnahmen. Genossenschaften unterstützen finanziell durch Verletztengeld, Rente, Sterbegeld oder auch Überführungskosten für die Hinterbliebenen.  Bei einer Pflegebedürftigkeit des Unfallopfers erbringt die Berufsgenossenschaft die gleichen Leistungen wie die Pflegeversicherung.

Damit Unfälle und Berufskrankheiten in der Praxis reduziert werden können, leisten Berufsgenossenschaften ein hohes Maß an Präventionsarbeit. Sie beraten Unternehmen im Bereich des Arbeitsschutzes sowie Gesundheitsschutzes und überwachen die Abläufe. Durch die Unfallversicherungsträger werden Unfallverhütungsvorschriften und Regelwerke erlassen, deren Einhaltung von den Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften überprüft wird. Die von den Aufsichtspersonen nach einer Überprüfung angeordneten Maßnahmen können notfalls auch mit Zwangsmitteln umgesetzt werden.

Berufsgenossenschaften betreiben eigene Bildungseinrichtungen, in denen Führungskräfte, Sicherheitsbeauftragte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheit geschult werden.

 

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Berufskrankheit

Welche Leiden zu den Berufskrankheiten zählen, wird in der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung (BKV) aufgeführt. Dies sind Erkrankungen, die eingetreten sind, wenn Arbeitnehmer durch ihre Tätigkeit einer weitaus höheren Gefährdung ausgesetzt sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Bevor eine gesundheitliche Beeinträchtigung als Berufskrankheit anerkannt werden kann, muss dies durch wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen werden.

Für die Anerkennung einer Berufskrankheit genügt demzufolge der schlichte Zusammenhang einer Erkrankung mit einer beruflichen Tätigkeit nicht. Daraus resultiert, dass nur jeder zwölfte Antrag auf Rentenleistungen bewilligt wird.

Aber selbst wenn Leistungen aus der gesetzlichen Erwerbsunfähigkeitsversicherung gezahlt werden, ist die Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstandards nicht zu bewältigen. Die Rentenhöhe beträgt zwei Drittel des letzten Jahresverdienstes. Bei einem Jahresverdienst von 48.000 € sind dies 32.000 €, somit monatlich ca. 1.300 € weniger. Noch problematischer wird es, wenn nur eine geminderte Erwerbsunfähigkeit festgestellt wird. Wird eine Invalidität von 30 Prozent anerkannt, werden bloß 30 % der Rente gezahlt. Statt 32.000 € verblieben also noch 9.600 €.

Daraus folgt:

  1. Ohne eine private Vorsorge ist die Einkommensabsicherung nicht gewährleistet. Dies schon allein aus der Tatsache heraus, dass eine Erwerbsunfähigkeit bedeutet, keinerlei Berufstätigkeit ausführen zu können.
  2. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen leistet eine Rentenzahlung, wenn der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem zuletzt ausgeübten Beruf arbeiten kann.
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