FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
Landkaskoversicherung

Die Landkaskoversicherung ist eine spezielle Kaskoversicherung für bestimmte Landfahrzeuge und bewegliche Anlagen. Sie wird insbesondere für Fahrzeuge und Einrichtungen angeboten, die nicht oder nicht ausreichend über eine gewöhnliche Kfz-Kaskoversicherung abgesichert werden können. Dazu gehören beispielsweise nicht selbstfahrende Anhänger, Schaustellerfahrzeuge und bestimmte landwirtschaftliche Geräte. Auch für Schienenfahrzeuge werden spezielle Versicherungen unter der Bezeichnung Landkasko angeboten. Welche Gegenstände und Gefahren versichert sind, richtet sich nach dem jeweiligen Vertrag.

Welche Fahrzeuge und Anlagen können versichert werden?

Je nach Versicherungskonzept kommen unterschiedliche Fahrzeuge und bewegliche Einrichtungen infrage. Beispiele sind:

  • Schienenfahrzeuge: Lokomotiven, Triebwagen, Eisenbahnwaggons, Kesselwagen sowie Fahrzeuge von Regional- und Museumsbahnen.
  • Schaustellerfahrzeuge und mobile Einrichtungen: beispielsweise Packwagen, Verkaufs- und Ausschankwagen, Fahrgeschäfte oder andere transportable Einrichtungen auf Volksfesten.
  • Spezialfahrzeuge und Transportbehältnisse: etwa besondere Anhänger, Wechselpritschen oder Container, sofern diese ausdrücklich vom Versicherungsschutz erfasst werden.
  • Landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte: beispielsweise bestimmte Anhänger, nicht selbstfahrende Maschinen und andere landwirtschaftliche Arbeitsgeräte.

Nicht jedes dieser Objekte ist bei jedem Versicherer versicherbar. Einige Landkaskotarife beschränken sich ausdrücklich auf Fahrzeuge ohne eigenen Antrieb oder schließen Fahrzeuge mit amtlichem Kennzeichen aus. Für selbstfahrende Arbeitsmaschinen können stattdessen besondere Kasko- oder Maschinenversicherungen infrage kommen.

Welche Schäden deckt eine Landkaskoversicherung ab?

Eine Landkaskoversicherung kann die Beschädigung, Zerstörung oder den Verlust der versicherten Gegenstände durch bestimmte Gefahren abdecken. Dazu gehören je nach Vertrag beispielsweise Unfälle, Zusammenstöße, Entgleisungen, Brand, Explosion, Blitzschlag, Diebstahl, mutwillige Beschädigung durch Dritte sowie Naturereignisse wie Sturm, Hagel oder Überschwemmung.

Der Versicherungsschutz kann auf bestimmte Einsatzorte oder Tätigkeiten begrenzt sein. Deshalb ist zu prüfen, ob die versicherten Gegenstände während des Betriebs, beim Transport, beim Rangieren, während der Lagerung oder im abgestellten Zustand geschützt sind. Auch Bergungs-, Aufräum- und Transportkosten können besonderen Entschädigungsgrenzen unterliegen.

Wie unterscheidet sich die Landkaskoversicherung von anderen Versicherungen?

Die gewöhnliche Kfz-Kaskoversicherung dient der Absicherung bestimmter Schäden am versicherten Kraftfahrzeug. Die Landkaskoversicherung wird dagegen häufig für besondere Fahrzeuge und mobile Einrichtungen eingesetzt, die einen speziell angepassten Versicherungsschutz benötigen. Eine Maschinenversicherung kann zusätzlich oder alternativ technische Schäden und innere Betriebsschäden abdecken. Die Versicherungsbereiche können sich überschneiden.

Von der Gütertransportversicherung unterscheidet sich die Landkasko vor allem durch den versicherten Gegenstand: Während bei der Landkasko das Fahrzeug oder die versicherte Einrichtung im Mittelpunkt steht, schützt die Gütertransportversicherung die beförderten Waren. Einzelne Landkaskoverträge können dennoch auf den DTV-Güterversicherungsbedingungen 2000 in der Fassung 2008 und ergänzenden besonderen Bedingungen beruhen. Diese Vertragsgrundlage gilt jedoch nicht allgemein für jede Landkaskoversicherung.

Versicherungsrechtlich unterscheidet das Versicherungsaufsichtsgesetz außerdem zwischen Landfahrzeug-Kasko und Schienenfahrzeug-Kasko. Die Verwendung des Produktnamens Landkasko für Schienenfahrzeuge ändert nichts an dieser Sparteneinteilung.

Worauf sollte man beim Abschluss achten?

Entscheidend ist, dass die versicherten Fahrzeuge oder Anlagen im Vertrag eindeutig bezeichnet sind und der Versicherungsschutz zu ihrer tatsächlichen Nutzung passt. Neben den versicherten Gefahren sollten insbesondere Ausschlüsse, Selbstbeteiligungen, räumliche Grenzen und mögliche Einschränkungen während Transport, Betrieb oder Lagerung geprüft werden.

Auch die Entschädigungsregelung ist wichtig. Je nach Vertrag können beispielsweise Zeitwert, Neuwert oder andere vereinbarte Bewertungsgrundlagen maßgeblich sein. Bei älteren oder besonders wertvollen Fahrzeugen sollte deshalb geklärt werden, welche Kosten bei einer Reparatur oder einem Totalschaden tatsächlich ersetzt werden und ob eine Unterversicherung entstehen kann.

Synonyme - Landkasko
Langzeitpflegeversicherung

Als Langzeitpflegeversicherung wird in Deutschland häufig eine private Pflegezusatzversicherung bezeichnet, die finanzielle Belastungen bei länger andauernder Pflegebedürftigkeit abfedern soll. Sie ergänzt die Leistungen der sozialen oder privaten Pflege-Pflichtversicherung, die grundsätzlich nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten abdecken. Eine eigenständige, gesetzlich definierte Versicherungsart mit der Bezeichnung „Langzeitpflegeversicherung“ gibt es in Deutschland nicht.

 

Welche Kosten kann eine Langzeitpflegeversicherung absichern?

Eine private Zusatzversicherung kann helfen, die verbleibenden Kosten für häusliche oder stationäre Pflege zu finanzieren. Wie hoch die Leistungen ausfallen, hängt von der gewählten Versicherungsart, dem Tarif und häufig auch vom Pflegegrad ab. Eine vollständige Übernahme sämtlicher Pflegekosten ist damit nicht automatisch verbunden.

 

Welche Formen der Langzeitpflegeversicherung gibt es?

Zur privaten Pflegevorsorge gehören insbesondere die Pflegetagegeldversicherung, die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung. Hinzu kommt die staatlich geförderte Pflege-Bahr-Versicherung. Die Unterschiede erläutern wir ausführlich in unserem Vergleich der privaten Pflegezusatzversicherungen.

 

Ist eine Langzeitpflegeversicherung sinnvoll?

Ob eine zusätzliche Absicherung sinnvoll ist, hängt von den eigenen finanziellen Möglichkeiten, vorhandenen Rücklagen und dem gewünschten Schutz ab. Entscheidend ist nicht allein die Höhe des monatlichen Beitrags, sondern auch, welche Leistungen der Vertrag im Pflegefall tatsächlich vorsieht. Wer bereits über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, benötigt möglicherweise keine zusätzliche Versicherung.

 

Synonyme - Langzeitpflegeabsicherung, private Pflegevorsorge, Pflegezusatzversicherung, Absicherung bei Pflegebedürftigkeit
Lastschriftverfahren

Das Lastschriftverfahren ist ein bargeldloses Zahlungsverfahren, bei dem der Zahlungsempfänger (Gläubiger) eine Zahlung vom Konto des Zahlungspflichtigen (Schuldner) einziehen lässt. Voraussetzung ist grundsätzlich ein gültiges SEPA-Lastschriftmandat, mit dem der Kontoinhaber dem Zahlungsempfänger den Einzug und seiner Bank die entsprechende Kontobelastung gestattet. Das Verfahren wird häufig für wiederkehrende Zahlungen wie Versicherungsbeiträge, Mieten oder Mitgliedsbeiträge genutzt.

Welche Lastschriftverfahren gibt es?

Im europäischen SEPA-Zahlungsraum werden zwei Verfahren unterschieden:

  • SEPA-Basislastschrift: Sie kann sowohl bei Verbrauchern als auch bei Unternehmen eingesetzt werden. Der Kontoinhaber kann eine autorisierte Basislastschrift innerhalb von acht Wochen nach der Kontobelastung ohne Angabe von Gründen erstatten lassen.
  • SEPA-Firmenlastschrift: Dieses Verfahren ist ausschließlich für Zahlungen zwischen Nicht-Verbrauchern vorgesehen. Bei einer autorisierten Firmenlastschrift besteht grundsätzlich kein achtwöchiges Erstattungsrecht. Die Bank des Zahlungspflichtigen muss vor der Belastung die Mandatsdaten prüfen.

Die früher in Deutschland verwendete Einzugsermächtigung ist kein eigenständiges aktuelles SEPA-Lastschriftverfahren. An ihre Stelle ist das SEPA-Lastschriftmandat getreten.

Wie funktioniert das Lastschriftverfahren?

Der Zahlungspflichtige erteilt dem Zahlungsempfänger ein SEPA-Lastschriftmandat. Dieses kann für einen einmaligen oder wiederkehrenden Einzug gelten. Der Zahlungsempfänger kündigt die bevorstehende Abbuchung grundsätzlich vorab an und reicht die Lastschrift über seine Bank ein. Zum vereinbarten Fälligkeitstermin wird das Konto des Zahlungspflichtigen belastet, sofern die Voraussetzungen für die Einlösung erfüllt sind.

Für die eindeutige Zuordnung dienen insbesondere die Gläubiger-Identifikationsnummer und die Mandatsreferenz. Eine gesonderte TAN-Freigabe ist für jede einzelne Lastschrift normalerweise nicht erforderlich.

Wann kann eine Lastschrift zurückgegeben werden?

Bei einer autorisierten SEPA-Basislastschrift kann der Kontoinhaber innerhalb von acht Wochen ab der Belastung die Erstattung des Betrags verlangen, ohne dafür einen Grund nennen zu müssen. Wurde eine Lastschrift ohne wirksame Autorisierung eingezogen, besteht grundsätzlich ein Erstattungsanspruch. Eine nicht autorisierte Kontobelastung muss der Bank unverzüglich nach Feststellung mitgeteilt werden; spätestens nach 13 Monaten können entsprechende Ansprüche grundsätzlich ausgeschlossen sein.

Die Erstattung einer Lastschrift bedeutet allerdings nicht, dass die zugrunde liegende Forderung entfällt. Ist beispielsweise ein Versicherungsbeitrag tatsächlich geschuldet, bleibt die Zahlungspflicht grundsätzlich bestehen. Eine unberechtigte Abbuchung sollte deshalb nicht mit einer berechtigten, aber möglicherweise strittigen Forderung verwechselt werden.

Welche Bedeutung hat das Lastschriftverfahren bei Versicherungen?

Viele Versicherer bieten das SEPA-Lastschriftverfahren für die regelmäßige Beitragszahlung an. Dadurch müssen Versicherungsnehmer die Beiträge nicht zu jedem Fälligkeitstermin selbst überweisen. Voraussetzung ist jedoch, dass das Konto ausreichend gedeckt ist und die vereinbarten Abbuchungen tatsächlich ausgeführt werden können.

Scheitert eine Lastschrift beispielsweise wegen fehlender Kontodeckung, kann der Versicherungsbeitrag offenbleiben. Unter den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen können daraus Mahnkosten, weitere Zahlungsfolgen und gegebenenfalls Einschränkungen des Versicherungsschutzes entstehen. Eine fehlgeschlagene Abbuchung führt jedoch nicht automatisch zum sofortigen Verlust des Versicherungsschutzes.

Welche Vor- und Nachteile hat das Lastschriftverfahren?

Für Zahlungspflichtige ist das Verfahren bequem, weil vereinbarte Beträge automatisch eingezogen werden können. Zahlungsempfänger können regelmäßige Zahlungseingänge besser organisieren. Allerdings müssen Kontoinhaber ihre Abbuchungen kontrollieren und für ausreichende Kontodeckung sorgen. Zudem sind Rücklastschriften möglich, sodass ein eingereichter Betrag für den Zahlungsempfänger nicht in jedem Fall endgültig gesichert ist.

Synonyme - Lastschrift
Laufzeit

Die Laufzeit eines Versicherungsvertrags bezeichnet den Zeitraum, für den das Versicherungsverhältnis vereinbart wird. Ein Vertrag kann befristet oder auf unbestimmte Zeit abgeschlossen werden. Die Laufzeit bestimmt insbesondere, wie lange eine vertragliche Bindung besteht, wann eine ordentliche Kündigung möglich ist und ob sich der Vertrag automatisch verlängert. Sie ist nicht immer mit der Versicherungsdauer oder der Beitragszahlungsdauer identisch.

Welche gesetzlichen Regeln gelten für die Laufzeit?

Die allgemeinen Regelungen zur Verlängerung und Kündigung von Versicherungsverträgen stehen in § 11 Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Ist bei einem befristeten Vertrag eine automatische Verlängerung vereinbart, darf diese jeweils höchstens ein Jahr betragen. Voraussetzung ist, dass der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt wird.

Wurde ein Versicherungsvertrag für mehr als drei Jahre abgeschlossen, kann der Versicherungsnehmer ihn nach § 11 Abs. 4 VVG grundsätzlich bereits zum Ende des dritten oder jedes folgenden Jahres mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Wer beispielsweise eine fünfjährige Vertragslaufzeit vereinbart hat, muss deshalb bei einem Vertrag, auf den diese Regelung anwendbar ist, nicht zwingend fünf Jahre gebunden bleiben.

Bei unbefristeten Verträgen ist die ordentliche Kündigung nach § 11 VVG grundsätzlich zum Ende der laufenden Versicherungsperiode möglich. Die Kündigungsfrist muss für beide Vertragsparteien gleich sein und zwischen einem und drei Monaten liegen. Ein gegenseitiger Verzicht auf das Kündigungsrecht kann für höchstens zwei Jahre vereinbart werden. Für einzelne Versicherungsarten gelten besondere Vorschriften.

Was bedeutet Versicherungsperiode?

Die Versicherungsperiode ist der Zeitraum, auf dessen Ende sich bestimmte gesetzliche Kündigungsrechte beziehen. Nach § 12 VVG gilt grundsätzlich ein Jahr als Versicherungsperiode, sofern die Prämie nicht nach kürzeren Zeitabschnitten bemessen ist. Entscheidend ist die vertragliche Bemessung der Prämie und nicht allein, ob der Beitrag monatlich, vierteljährlich oder jährlich vom Konto abgebucht wird.

Das Versicherungsjahr muss nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen. Beginnt beispielsweise ein Vertrag am 1. Juli und ist eine jährliche Versicherungsperiode vereinbart, endet diese grundsätzlich am 30. Juni des folgenden Jahres. Für die Berechnung der Kündigungsfrist ist daher das tatsächliche Ende der maßgeblichen Versicherungsperiode wichtig.

Welche Besonderheiten gelten bei einzelnen Versicherungen?

Bei vielen Kfz-Versicherungen beträgt die Vertragslaufzeit ein Jahr. Üblicherweise kann der Vertrag mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Endet der Vertrag am 31. Dezember, muss die Kündigung bei dieser Frist normalerweise spätestens am 30. November beim Versicherer eingehen. Kürzere Vertragslaufzeiten und abweichende Vertragsenden sind möglich.

Bei Lebensversicherungen mit laufender Beitragszahlung kann der Versicherungsnehmer nach § 168 VVG grundsätzlich zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode kündigen. Dieses Kündigungsrecht gilt nach § 176 VVG entsprechend auch für die Berufsunfähigkeitsversicherung, soweit deren Besonderheiten nicht entgegenstehen. Bestimmte Altersvorsorgeverträge unterliegen Ausnahmen. Eine vorzeitige Kündigung kann finanzielle Nachteile verursachen oder den Verlust eines wichtigen Versicherungsschutzes bedeuten.

Die private Krankenvollversicherung ist grundsätzlich unbefristet. Versicherungsnehmer können nach § 205 VVG im Regelfall mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Ist eine Mindestversicherungsdauer vereinbart, muss diese bei einer ordentlichen Kündigung berücksichtigt werden. Endet das Versicherungsjahr beispielsweise am 31. Dezember und steht keine Mindestversicherungsdauer entgegen, muss die Kündigung grundsätzlich spätestens am 30. September beim Versicherer eingehen.

Beim Wechsel zu einem anderen privaten Krankenversicherer muss für eine Krankheitskostenversicherung, die die gesetzliche Versicherungspflicht erfüllt, ein lückenloser neuer Versicherungsschutz nachgewiesen werden. Der Nachweis muss grundsätzlich innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung vorliegen, bei einem weiter in der Zukunft liegenden Kündigungstermin spätestens zu diesem Termin. Wird eine versicherte Person dagegen gesetzlich krankenversicherungspflichtig, kann die bisherige private Krankenversicherung nach § 205 Abs. 2 VVG bei einer Kündigung innerhalb von drei Monaten grundsätzlich rückwirkend zum Eintritt der Versicherungspflicht beendet werden. Der Eintritt der Versicherungspflicht muss auf Aufforderung des Versicherers fristgerecht nachgewiesen werden.

Was unterscheidet Laufzeit, Versicherungsdauer und Beitragszahlungsdauer?

Die Vertragslaufzeit beschreibt die vereinbarte zeitliche Dauer des Versicherungsverhältnisses. Die Versicherungsdauer bezeichnet den Zeitraum, für den Versicherungsschutz vorgesehen ist. Die Beitragszahlungsdauer gibt an, wie lange Beiträge zu entrichten sind. Diese Zeiträume können übereinstimmen, müssen es aber nicht.

Bei einer Lebens- oder Rentenversicherung kann beispielsweise die Beitragszahlung bereits beendet sein, während der Vertrag weiterbesteht. Auch bei einer Beitragsfreistellung können vereinbarte Leistungen unter veränderten Bedingungen erhalten bleiben. Deshalb sollte nicht allein aus dem Ende der Beitragszahlung auf das Ende des Vertrags oder des Versicherungsschutzes geschlossen werden.

Wann endet ein Versicherungsvertrag?

Ein befristeter Versicherungsvertrag endet grundsätzlich mit Ablauf der vereinbarten Dauer, sofern keine wirksame automatische Verlängerung vorgesehen ist. Besteht eine Verlängerungsklausel, muss regelmäßig rechtzeitig gekündigt werden. Unbefristete Verträge bestehen grundsätzlich bis zu ihrer wirksamen Beendigung fort.

Neben der ordentlichen Kündigung können besondere Kündigungsrechte bestehen, beispielsweise nach bestimmten Beitragserhöhungen oder Versicherungsfällen. Ob eine vorzeitige Vertragsbeendigung möglich ist und welche Frist gilt, richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Vorschriften und Vertragsbedingungen.

Worauf sollte man bei der Laufzeit achten?

Vor dem Abschluss sollten Versicherungsnehmer prüfen, wie lange sie sich vertraglich binden, wann die Versicherungsperiode endet und welche Kündigungsfristen gelten. Auch eine automatische Verlängerung und mögliche Beitragsnachlässe bei mehrjähriger Laufzeit sind zu berücksichtigen. Bei langfristigen Vorsorge- und Einkommenssicherungsverträgen ist außerdem entscheidend, dass die Versicherungsdauer zum tatsächlichen Absicherungsbedarf passt. Eine vorzeitige Kündigung sollte sorgfältig geprüft werden, wenn dadurch finanzielle Nachteile entstehen oder bestehender Versicherungsschutz verloren gehen kann.

Laufzeitrabatt

Ein Laufzeitrabatt ist ein Beitragsnachlass, den ein Versicherer für die Vereinbarung einer längeren Vertragslaufzeit gewährt. Der Versicherungsnehmer zahlt dadurch einen geringeren Beitrag als bei einem vergleichbaren Tarif ohne diesen Nachlass. Ob ein Laufzeitrabatt angeboten wird und wie hoch er ausfällt, hängt vom Versicherer und vom jeweiligen Tarif ab.

Bei welchen Versicherungen gibt es Laufzeitrabatte?

Laufzeitrabatte kommen insbesondere bei bestimmten Sach-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen vor. Beispiele sind die Hausratversicherung, die Privathaftpflichtversicherung und die Rechtsschutzversicherung. Allerdings bietet nicht jeder Versicherer einen solchen Nachlass an. Auch die Höhe des Rabatts und die erforderliche Vertragslaufzeit unterscheiden sich.

Wie wird ein Laufzeitrabatt berechnet?

Der Rabatt wird üblicherweise als Prozentsatz vom maßgeblichen Versicherungsbeitrag abgezogen. Kostet eine Versicherung beispielsweise ohne Laufzeitrabatt 200 Euro jährlich und gewährt der Versicherer bei einer dreijährigen Vertragslaufzeit einen Nachlass von 5 Prozent, sinkt der Jahresbeitrag auf 190 Euro. Bei unverändertem Beitrag ergibt sich über drei Jahre eine Ersparnis von insgesamt 30 Euro.

Die genannten Beträge dienen nur zur Veranschaulichung. Ein allgemeiner Anspruch auf einen bestimmten Laufzeitrabatt besteht nicht. Auch Beitragserhöhungen während der Vertragslaufzeit können die tatsächliche Ersparnis verändern.

Wie lange ist man durch einen Laufzeitrabatt gebunden?

Ein Laufzeitrabatt ist häufig mit einer mehrjährigen Vertragslaufzeit verbunden. Bei einer vereinbarten Laufzeit von drei Jahren ist eine ordentliche Kündigung grundsätzlich erst zum vereinbarten Vertragsende möglich, sofern kein anderes Kündigungsrecht besteht.

Wird ein Versicherungsvertrag für mehr als drei Jahre abgeschlossen, kann der Versicherungsnehmer ihn nach § 11 Abs. 4 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) grundsätzlich zum Ende des dritten oder jedes folgenden Jahres mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Besondere gesetzliche Regelungen einzelner Versicherungsarten bleiben zu beachten.

Kann der Laufzeitrabatt bei vorzeitiger Kündigung zurückgefordert werden?

Eine vorzeitige Vertragsbeendigung führt nicht automatisch dazu, dass bereits gewährte Laufzeitrabatte zurückgezahlt werden müssen. Ob eine Nachforderung zulässig ist, hängt insbesondere von der vereinbarten Rabattregelung, dem Kündigungsgrund und der rechtlichen Wirksamkeit der Vertragsklausel ab. Versicherungsnehmer sollten deshalb vor dem Abschluss prüfen, ob die Bedingungen eine Nachberechnung des Beitrags vorsehen.

Lohnt sich ein Laufzeitrabatt?

Ein Laufzeitrabatt kann die Versicherungskosten senken, ist aber nicht automatisch die günstigste Lösung. Ein anderer Versicherer kann trotz kürzerer Vertragslaufzeit einen niedrigeren Beitrag oder bessere Leistungen anbieten. Deshalb sollten Versicherungsnehmer nicht nur den ausgewiesenen Rabatt, sondern den tatsächlich zu zahlenden Beitrag, den Leistungsumfang und die Kündigungsmöglichkeiten vergleichen.

Wer seine Versicherung voraussichtlich länger behalten möchte und mit den Leistungen zufrieden ist, kann von einem Laufzeitrabatt profitieren. Wer dagegen Wert auf einen regelmäßigen Anbieterwechsel oder größere Flexibilität legt, sollte prüfen, ob die mögliche Ersparnis die längere Vertragsbindung rechtfertigt.

Synonyme - Mehrjahresrabatt, Mehrjahresvertragsrabatt
Lebenserwartung

Die Lebenserwartung gibt an, wie viele Lebensjahre Menschen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe unter den zugrunde gelegten Sterblichkeitsverhältnissen durchschnittlich erreichen können. Sie ist eine statistische Größe und keine Vorhersage darüber, wie alt ein einzelner Mensch tatsächlich wird. Unterschieden wird zwischen der Lebenserwartung bei Geburt und der sogenannten ferneren Lebenserwartung. Letztere beschreibt, wie viele Lebensjahre Menschen, die bereits ein bestimmtes Alter erreicht haben, durchschnittlich noch vor sich haben.

Für Versicherungen ist die Lebenserwartung eine wichtige Kalkulationsgrundlage. Sie hilft insbesondere dabei, die voraussichtliche Dauer von Rentenzahlungen und die Wahrscheinlichkeit von Todesfällen einzuschätzen. Welche Bedeutung sie im Einzelnen hat, hängt von der jeweiligen Versicherungsart ab.

Wie wird die Lebenserwartung berechnet?

Die Berechnung erfolgt anhand von Sterbetafeln. Diese zeigen, wie hoch die statistische Wahrscheinlichkeit ist, in einem bestimmten Alter zu sterben oder das nächste Lebensjahr zu erreichen. Daraus lässt sich die durchschnittlich verbleibende Lebensdauer ableiten. Die amtliche Statistik unterscheidet dabei zwischen Periodensterbetafeln und Generationen- beziehungsweise Kohortensterbetafeln.

Periodensterbetafeln bilden die Sterblichkeitsverhältnisse eines bestimmten Zeitraums ab, ohne zukünftige Veränderungen einzurechnen. Kohortensterbetafeln betrachten dagegen einzelne Geburtsjahrgänge. Solange noch Angehörige eines Jahrgangs leben, müssen für die verbleibende Lebenszeit Annahmen über die künftige Sterblichkeit getroffen werden. Versicherungsunternehmen verwenden für ihre Kalkulation eigene beziehungsweise branchenspezifische versicherungsmathematische Sterbetafeln, die auf das jeweilige versicherte Risiko abgestimmt sind.

Welche Faktoren beeinflussen die Lebenserwartung?

Die Lebenserwartung hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören genetische Voraussetzungen, Geschlecht, Ernährung, Bewegung, medizinische Versorgung und Umweltbelastungen. Auch Bildung, Einkommen und berufliche Belastungen spielen eine Rolle. Der historische Anstieg der Lebenserwartung ist unter anderem auf bessere Lebensbedingungen, Fortschritte in der Medizin und den Rückgang der Säuglings- und Kindersterblichkeit zurückzuführen.

Innerhalb Deutschlands bestehen zudem regionale Unterschiede. So liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Baden-Württemberg seit Jahren vergleichsweise hoch, während sie in einigen anderen Bundesländern niedriger ausfällt. Solche Unterschiede hängen mit verschiedenen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen zusammen. Sie lassen jedoch keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die individuelle Lebensdauer zu.

Wie hoch ist die Lebenserwartung in Deutschland?

Nach der Sterbetafel 2023/2025 des Statistischen Bundesamtes beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland 78,8 Jahre für Männer und 83,4 Jahre für Frauen. Diese Werte beschreiben die Sterblichkeitsverhältnisse des untersuchten Zeitraums. Sie sind keine Prognose darüber, wie alt heute geborene Kinder tatsächlich werden.

Wer bereits ein höheres Lebensalter erreicht hat, kann statistisch mit weiteren Lebensjahren rechnen. Für 65-jährige Männer beträgt die fernere Lebenserwartung nach derselben Sterbetafel rund 18 Jahre, für gleichaltrige Frauen 21,1 Jahre. Gerade bei der Altersvorsorge ist diese verbleibende Lebenserwartung von Bedeutung, weil die finanzielle Absicherung möglicherweise über mehrere Jahrzehnte reichen muss.

Die aktuellen Zahlen und methodischen Erläuterungen veröffentlicht das Statistische Bundesamt.

Warum ist die Lebenserwartung für die Altersvorsorge wichtig?

Wer länger lebt, benötigt unter Umständen auch länger ein regelmäßiges Einkommen. Bei einer lebenslangen privaten Rentenversicherung trägt der Versicherer das Risiko, dass die versicherte Person länger lebt als kalkuliert. Die erwartete Rentenbezugsdauer fließt deshalb in die Berechnung der Rentenleistungen ein. Wer dagegen eigenes Kapital für den Ruhestand anspart, muss selbst berücksichtigen, wie lange dieses Geld ausreichen soll.

Auch für die gesetzliche Rentenversicherung ist die demografische Entwicklung wichtig. Eine längere durchschnittliche Rentenbezugsdauer beeinflusst die langfristige Finanzierung des Systems, ohne dass sich daraus automatisch eine bestimmte Beitragserhöhung oder Rentenkürzung ableiten lässt. Bei der persönlichen Planung sollte außerdem bedacht werden, dass die tatsächliche Lebensdauer deutlich über dem statistischen Durchschnitt liegen kann. Weitere Informationen finden Sie im Bereich private Altersvorsorge.

Welche Rolle spielt die Lebenserwartung bei anderen Versicherungen?

Bei einer Risikolebensversicherung kommt es darauf an, wie wahrscheinlich der Tod der versicherten Person während der vereinbarten Vertragslaufzeit ist. Sinkt die Sterblichkeit, kann sich bei ansonsten gleichen Bedingungen auch das versicherte Todesfallrisiko verringern. Bei einer lebenslangen Rentenversicherung wirkt eine längere erwartete Lebensdauer dagegen in die andere Richtung, weil Renten möglicherweise über einen längeren Zeitraum gezahlt werden müssen.

In der Krankenversicherung kann eine längere Lebensdauer mit einer längeren Inanspruchnahme medizinischer Leistungen verbunden sein. Die Entwicklung der Gesundheitsausgaben hängt jedoch ebenso von Erkrankungshäufigkeit, Behandlungskosten und medizinischem Fortschritt ab. Die Lebenserwartung allein bestimmt deshalb weder die Beiträge noch den Leistungsumfang einer Krankenversicherung.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung stehen andere Risiken im Mittelpunkt. Entscheidend sind insbesondere die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit, die mögliche Dauer des Leistungsbezugs und das vereinbarte Versicherungsendalter. Eine steigende allgemeine Lebenserwartung bedeutet nicht automatisch, dass Berufsunfähigkeit häufiger eintritt oder sich bestehende Vertragslaufzeiten verlängern.

Fazit: Lebenserwartung und langfristige finanzielle Planung

Die Lebenserwartung hilft, die durchschnittliche Lebensdauer einer Bevölkerungsgruppe einzuschätzen. Für Versicherungen bildet sie eine wichtige statistische Grundlage, insbesondere bei der Berechnung lebenslanger Renten und der Absicherung von Todesfallrisiken. Bei der persönlichen Altersvorsorge sollte jedoch nicht allein der Durchschnitt maßgeblich sein. Entscheidend ist, dass die finanzielle Absicherung auch dann ausreicht, wenn das eigene Leben deutlich länger dauert als statistisch erwartet.

Synonyme - Statistische Lebenserwartung, durchschnittliche Lebensdauer, fernere Lebenserwartung, Restlebenserwartung, Lebenserwartung bei Geburt
Lebensgemeinschaft

Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft besteht, wenn zwei Menschen in einer auf Dauer angelegten persönlichen Beziehung zusammenleben, ohne miteinander verheiratet zu sein. Anders als bei einer reinen Wohngemeinschaft ist ihre Verbindung auf eine gemeinsame Lebensgestaltung ausgerichtet. Häufig teilen die Partner einen Haushalt und übernehmen finanzielle Verantwortung füreinander.

Auch ohne Trauschein können Lebenspartner verschiedene Versicherungen gemeinsam nutzen. Allerdings sind sie rechtlich nicht in allen Bereichen Ehepaaren gleichgestellt. Besonders bei der Krankenversicherung, im Todesfall und nach einer Trennung können sich daraus Unterschiede ergeben.

 

Welche Rechte haben Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft?

Unverheiratete Lebenspartner haben grundsätzlich keinen gegenseitigen gesetzlichen Unterhaltsanspruch, keinen Zugewinnausgleich und kein gesetzliches Erbrecht. Bestimmte Ansprüche können sich jedoch aus besonderen gesetzlichen Regelungen, etwa bei der Betreuung eines gemeinsamen Kindes, oder aus vertraglichen Vereinbarungen ergeben. Wer gemeinsam einen Miet- oder Kreditvertrag unterschreibt, übernimmt außerdem die daraus entstehenden Verpflichtungen.

Auch eine gesetzliche Witwen- oder Witwerrente steht unverheirateten Partnern aufgrund ihrer Lebensgemeinschaft nicht zu. Im Krankheitsfall besteht zudem kein allgemeines gesetzliches Vertretungsrecht wie das unter bestimmten Voraussetzungen für Ehegatten geltende Notvertretungsrecht. Deshalb können eine Vorsorgevollmacht sowie ein Testament oder Erbvertrag sinnvoll sein, wenn sich die Partner gegenseitig absichern möchten.

 

Können unverheiratete Paare gemeinsam versichert sein?

Bei einigen Versicherungen ist eine gemeinsame Absicherung möglich. So kann ein unverheirateter Lebenspartner in vielen Privathaftpflichtversicherungen und Rechtsschutzversicherungen mitversichert werden. Entscheidend sind die jeweiligen Vertragsbedingungen. Häufig muss der Partner dem Versicherer ausdrücklich gemeldet werden. Gegenseitige Schadenersatzansprüche oder Rechtsstreitigkeiten zwischen mitversicherten Partnern können vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein.

Für eine gemeinsam bewohnte Wohnung genügt in der Hausratversicherung normalerweise ein Vertrag, der den Hausrat beider Partner umfassen kann. Die Versicherungssumme beziehungsweise Entschädigungsgrenze sollte dabei zum gesamten versicherten Hausrat passen. Beide Partner müssen nicht zwangsläufig als Versicherungsnehmer eingetragen sein, damit Versicherungsschutz besteht.

 

Wie sind unverheiratete Partner krankenversichert?

In der gesetzlichen Krankenversicherung können unverheiratete Lebenspartner nicht aufgrund ihrer Lebensgemeinschaft beitragsfrei über den anderen Partner familienversichert werden. Beide müssen deshalb eigenständig krankenversichert sein. Die Familienversicherung gemeinsamer Kinder richtet sich dagegen nach den gesetzlichen Voraussetzungen und ist auch bei unverheirateten Eltern möglich.

Auch in der privaten Krankenversicherung wird der Versicherungsschutz für jede Person gesondert vereinbart. Ein gemeinsamer Haushalt führt nicht automatisch zu einem günstigeren Beitrag oder einem gemeinsamen Partnertarif.

 

Was sollten Lebenspartner für den Todesfall beachten?

Da unverheiratete Partner grundsätzlich nicht gesetzlich voneinander erben, kann eine private Absicherung besonders wichtig sein. Bestehen gemeinsame Kredite oder ist ein Partner finanziell vom Einkommen des anderen abhängig, kann eine Risikolebensversicherung helfen, die wirtschaftlichen Folgen eines Todesfalls aufzufangen.

Bei der Vertragsgestaltung kommt es darauf an, wer Versicherungsnehmer, versicherte Person und bezugsberechtigte Person ist. Unverheiratete Paare können beispielsweise eine sogenannte Über-Kreuz-Versicherung vereinbaren, bei der jeder Partner das Leben des anderen versichert und seinen eigenen Vertrag finanziert. Diese Gestaltung kann unter bestimmten Voraussetzungen erbschaftsteuerliche Vorteile haben. Ob sie geeignet ist, sollte anhand der persönlichen und vertraglichen Verhältnisse geprüft werden.

 

Was passiert mit gemeinsamen Versicherungen bei einer Trennung?

Bei einer Trennung sollte geklärt werden, welche Verträge weiterbestehen und wer künftig versichert ist. Zieht ein Partner aus, kann die bisherige Mitversicherung in der Privathaftpflicht- oder Rechtsschutzversicherung entfallen. Auch die Hausratversicherung muss möglicherweise an die veränderte Wohnsituation angepasst werden. Wer bislang nur mitversichert war, benötigt gegebenenfalls einen eigenen Vertrag.

Besonders wichtig ist die Überprüfung bestehender Bezugsrechte aus Lebensversicherungen. Eine Trennung führt nicht automatisch dazu, dass ein früher eingesetzter Partner seine Bezugsberechtigung verliert. Ob eine Änderung möglich ist, hängt unter anderem davon ab, ob das Bezugsrecht widerruflich oder unwiderruflich vereinbart wurde.

 

Fazit: Lebensgemeinschaft und Versicherungsschutz

Unverheiratete Paare können verschiedene Versicherungen gemeinsam nutzen, sind rechtlich aber nicht in allen Bereichen Ehepaaren gleichgestellt. Vor allem beim gesetzlichen Erbrecht, bei Hinterbliebenenleistungen und in der Krankenversicherung bestehen Unterschiede. Deshalb sollten Lebenspartner nicht nur prüfen, welche Verträge sie gemeinsam nutzen können, sondern auch, welche individuellen Vereinbarungen für ihre gegenseitige Absicherung erforderlich sind.

Synonyme - Nichteheliche Lebensgemeinschaft, eheähnliche Gemeinschaft, unverheiratete Lebenspartner, Partnerschaft ohne Trauschein, nichteheliche Partnerschaft
Lebenslange Rente

Eine lebenslange Rente ist eine regelmäßig wiederkehrende Zahlung, die grundsätzlich bis zum Tod des Rentenempfängers geleistet wird. Ihr wesentliches Merkmal ist damit nicht eine bestimmte Form der Altersvorsorge, sondern die lebenslange Dauer der Auszahlung. Sie schützt insbesondere vor dem finanziellen Risiko, dass angespartes Vermögen bei einem langen Leben vorzeitig aufgebraucht wird.

Lebenslange Rentenzahlungen kommen in unterschiedlichen Versorgungssystemen vor. Dazu gehören beispielsweise die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersversorgung sowie private Rentenversicherungen. Auch die Basisrente und die Riester-Rente sehen grundsätzlich eine lebenslange Altersleistung vor.

Wie funktioniert eine lebenslange Rente?

Wie die Höhe einer lebenslangen Rente bestimmt wird, hängt vom jeweiligen Versorgungssystem ab. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung richtet sie sich insbesondere nach den während des Erwerbslebens erworbenen Entgeltpunkten. Bei einer privaten Rentenversicherung sind unter anderem das vorhandene Vertragskapital, die vereinbarten Garantien, der Rentenfaktor und die Vertragsbedingungen maßgeblich.

Bei privaten Rentenversicherungen wird das für die Verrentung zur Verfügung stehende Kapital zum Rentenbeginn in eine lebenslange Rentenzahlung umgerechnet. Der Versicherer verpflichtet sich damit, die vereinbarte Rente auch dann weiterzuzahlen, wenn der Versicherte deutlich länger lebt als bei der Kalkulation durchschnittlich angenommen.

Was passiert im Todesfall?

Eine ausschließlich auf das Leben des Versicherten vereinbarte Rente endet grundsätzlich mit dessen Tod. Das bedeutet jedoch nicht, dass private Rentenversicherungen generell keine Leistungen an Hinterbliebene vorsehen können. Je nach Vertrag lassen sich beispielsweise eine Rentengarantiezeit, eine Hinterbliebenenrente oder andere Todesfallleistungen vereinbaren.

Solche zusätzlichen Leistungen wirken sich auf die Kalkulation des Vertrags aus und können die Höhe der lebenslangen Rente beeinflussen.

Lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung?

Bei manchen Formen der privaten Altersvorsorge kann zum Rentenbeginn zwischen einer lebenslangen Rente und einer vollständigen oder teilweisen Kapitalauszahlung gewählt werden. Eine Kapitalauszahlung bietet größere Verfügungsmöglichkeiten, während die lebenslange Rente das sogenannte Langlebigkeitsrisiko absichert: Die Zahlung endet nicht deshalb, weil ein bestimmtes angespartes Kapital rechnerisch aufgebraucht wäre.

Welche Auszahlungsform besser zur persönlichen Situation passt, hängt unter anderem vom übrigen Einkommen im Alter, dem vorhandenen Vermögen, dem gewünschten Hinterbliebenenschutz und dem Bedarf an dauerhaft planbaren Einnahmen ab.

Zusammenfassung: Eine lebenslange Rente bezeichnet eine regelmäßige Zahlung bis zum Tod des Rentenempfängers. Sie kann aus der gesetzlichen, betrieblichen oder privaten Altersvorsorge stammen. Ihr wesentliches Merkmal ist die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos. Wie hoch die Rente ausfällt und welche Leistungen im Todesfall vorgesehen sind, hängt vom jeweiligen Versorgungssystem und bei privaten Renten von den Vertragsbedingungen ab.

Lebensrisiko

Das allgemeine Lebensrisiko bezeichnet Gefahren und Beeinträchtigungen, die zum gewöhnlichen Leben gehören und für deren Folgen nicht ohne Weiteres andere verantwortlich gemacht werden können. Der Begriff wird insbesondere im Haftungs- und Vertragsrecht verwendet, um alltägliche Risiken von Schäden abzugrenzen, für die ein gesetzlicher oder vertraglicher Anspruch besteht. Ob ein Schaden dem allgemeinen Lebensrisiko zuzurechnen ist, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden als Lebensrisiken auch Ereignisse wie Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit oder der Verlust eines Angehörigen bezeichnet. Diese weitere Bedeutung ist von der juristischen Einordnung des allgemeinen Lebensrisikos zu unterscheiden.

 

Wann gehört ein Schaden zum allgemeinen Lebensrisiko?

Nicht jeder Schaden führt automatisch zu einem Schadenersatzanspruch. Wer beispielsweise auf einem ordnungsgemäß unterhaltenen Gehweg stürzt, ohne dass eine andere Person ihre Pflichten verletzt hat, muss die Folgen grundsätzlich selbst tragen. Anders kann es sein, wenn eine bestehende Verkehrssicherungspflicht verletzt wurde und diese Pflichtverletzung den Schaden verursacht hat. Entscheidend ist deshalb nicht allein, dass ein Schaden entstanden ist, sondern ob eine rechtliche Grundlage besteht, jemand anderen dafür in Anspruch zu nehmen. Eine vollständige Gefahrenfreiheit kann weder im öffentlichen Raum noch im privaten Alltag verlangt werden.

 

Was bedeutet das allgemeine Lebensrisiko im Reiserecht?

Auf Reisen gehören bestimmte Unannehmlichkeiten zum allgemeinen Lebensrisiko. Dazu können beispielsweise ortsübliche Insekten, einzelne Quallen im Meer oder gewöhnliche Wetterbedingungen zählen. Solche Umstände begründen für sich genommen nicht automatisch einen Reisemangel. Anders kann es aussehen, wenn vereinbarte Reiseleistungen fehlen oder der Reiseveranstalter bestehende Informations- beziehungsweise Schutzpflichten verletzt. Ob Ansprüche bestehen, richtet sich insbesondere nach den vereinbarten Leistungen und den konkreten Umständen. Weitere Erläuterungen bietet das Verbraucherportal Bayern.

 

Wer trägt die Kosten bei unberechtigten Forderungen?

Auch die Auseinandersetzung mit einer unberechtigten Forderung kann zum allgemeinen Lebensrisiko gehören. Wer beispielsweise eine Rechnung erhält, die er nicht bezahlen muss, hat deshalb nicht automatisch Anspruch darauf, dass der Forderungssteller die Kosten eines eingeschalteten Rechtsanwalts übernimmt. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 12. Dezember 2006 (Az. VI ZR 224/05) klargestellt, dass hierfür eine besondere rechtliche Anspruchsgrundlage erforderlich ist. Ob ein Anspruch auf Kostenerstattung besteht, hängt daher von den Umständen des Einzelfalls ab.

 

Kann eine Versicherung das allgemeine Lebensrisiko abdecken?

Auch wenn niemand für einen Schaden haftet, kann eine eigene Versicherung unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen erbringen. So kann eine private Unfallversicherung bei einer versicherten unfallbedingten Invalidität leisten, obwohl der Unfall ohne fremdes Verschulden eingetreten ist. Die Krankenversicherung übernimmt medizinisch notwendige Behandlungen nach den geltenden gesetzlichen oder vertraglichen Voraussetzungen.

Umgekehrt kann eine Privathaftpflichtversicherung einspringen, wenn der Versicherte einem anderen gegenüber für einen Schaden haftet. Sie prüft im Rahmen des versicherten Risikos, ob Schadenersatzansprüche berechtigt sind, befriedigt berechtigte Forderungen und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Die Frage, ob jemand rechtlich haftet, ist deshalb von der Frage zu unterscheiden, ob eine Versicherung für die finanziellen Folgen eintritt.

 

Fazit: Allgemeines Lebensrisiko und Haftung unterscheiden

Das allgemeine Lebensrisiko beschreibt Gefahren, deren Folgen nicht ohne Weiteres auf andere übertragen werden können. Ob jemand für einen Schaden haftet, richtet sich nach den gesetzlichen oder vertraglichen Voraussetzungen. Fehlt ein Schadenersatzanspruch gegen einen Dritten, kann dennoch eigener Versicherungsschutz bestehen. Beide Fragen müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

Synonyme - Allgemeines Lebensrisiko, gewöhnliches Lebensrisiko, allgemeine Lebensgefahr, alltägliche Lebensrisiken, persönliche Lebensrisiken
Lebensversicherung

Eine Lebensversicherung ist ein Versicherungsvertrag, bei dem die vereinbarte Leistung vom Leben oder Tod einer versicherten Person abhängt. Sie kann Hinterbliebene finanziell absichern, der Kapitalbildung dienen oder eine zusätzliche Altersversorgung ermöglichen. Dabei sind drei Rollen zu unterscheiden: Der Versicherungsnehmer schließt den Vertrag ab, die versicherte Person ist die Person, auf deren Leben sich der Versicherungsschutz bezieht, und die bezugsberechtigte Person erhält die Leistung, wenn ihr diese nach dem Vertrag zusteht. Diese Personen müssen nicht identisch sein.

 

Welche Arten von Lebensversicherungen gibt es?

Lebensversicherungen unterscheiden sich vor allem durch ihren Zweck und die vereinbarten Leistungen. Zu den wichtigsten Vertragsformen gehören:

  • Risikolebensversicherung: Sie zahlt die vereinbarte Versicherungssumme, wenn die versicherte Person während der Versicherungsdauer stirbt und die Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind. Erlebt sie das Vertragsende, erfolgt bei einer reinen Risikolebensversicherung keine Auszahlung. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag zur Risikolebensversicherung.
  • Kapitallebensversicherung: Sie verbindet eine Todesfallleistung mit einer Leistung bei Ablauf des Vertrags. Die tatsächliche Auszahlung richtet sich nach den vereinbarten Garantien und möglichen Überschüssen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag zur Kapitallebensversicherung.
  • Fondsgebundene Lebensversicherung: Der für die Kapitalanlage vorgesehene Beitragsanteil wird in Investmentfonds oder andere vereinbarte Anlagen investiert. Die Wertentwicklung kann positiv oder negativ ausfallen. Ob Garantien bestehen und wie hoch die Todesfallleistung ist, richtet sich nach dem gewählten Tarif.
  • Private Rentenversicherung: Sie dient vor allem der Altersvorsorge und sieht je nach Vertrag eine lebenslange Rentenzahlung vor. Häufig können auch Kapitalwahlrechte oder zusätzliche Todesfallleistungen vereinbart werden. Neben klassischen gibt es fondsgebundene Varianten.

 

Wer erhält die Leistung aus einer Lebensversicherung?

Bei einer Todesfallversicherung kann der Versicherungsnehmer eine bezugsberechtigte Person bestimmen. Diese erhält die vereinbarte Leistung, wenn die vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein widerrufliches Bezugsrecht lässt sich grundsätzlich ändern. Bei einem unwiderruflichen Bezugsrecht ist eine Änderung dagegen nicht ohne Weiteres möglich. Wird eine Todesfallversicherung auf das Leben einer anderen Person abgeschlossen und übersteigt die vereinbarte Leistung die gewöhnlichen Beerdigungskosten, ist nach § 150 VVG grundsätzlich deren schriftliche Einwilligung erforderlich. Für bestimmte Fälle, insbesondere in der betrieblichen Altersversorgung, gelten Ausnahmen.

 

Welche Voraussetzungen gelten für den Abschluss?

Bei Lebensversicherungen mit Todesfallschutz prüft der Versicherer üblicherweise das gesundheitliche Risiko der versicherten Person. Dabei können das Eintrittsalter, Vorerkrankungen, der Beruf, bestimmte Freizeitaktivitäten und der Raucherstatus eine Rolle spielen. Je nach Risikobewertung kann der Versicherer einen Beitragszuschlag verlangen, den Antrag ablehnen oder den Versicherungsschutz nur eingeschränkt anbieten. Bei Altersvorsorgeverträgen ohne entsprechende Risikoabsicherung kann eine Gesundheitsprüfung entfallen. Eine gesetzlich vorgeschriebene allgemeine Mindestbonität besteht für den Abschluss einer Lebensversicherung nicht.

 

Welche Risiken bestehen bei kapitalbildenden Lebensversicherungen?

Kapitalbildende Lebensversicherungen sind meist langfristig angelegt. Von den Beiträgen werden unter anderem Abschluss-, Vertriebs-, Verwaltungs- und gegebenenfalls Risikokosten gedeckt. Bei einer vorzeitigen Kündigung kann der Rückkaufswert deshalb deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegen. Seine Berechnung richtet sich insbesondere nach § 169 VVG, wobei für ältere Verträge teilweise andere rechtliche Regelungen maßgeblich sind. Bei fondsgebundenen Verträgen kommen mögliche Verluste aus der Kapitalanlage hinzu. Eine höhere Rendite als bei klassischen Lebensversicherungen ist nicht garantiert.

 

Wie werden Lebensversicherungen steuerlich behandelt?

Die steuerliche Behandlung richtet sich nach der Versicherungsart, dem Abschlussdatum und der Art der Auszahlung. Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen können unter anderem die Vertragslaufzeit und das Alter bei Auszahlung eine Rolle spielen. Todesfallleistungen aus Risikolebensversicherungen unterliegen grundsätzlich nicht der Einkommensteuer, können je nach Vertragsgestaltung aber erbschaftsteuerlich relevant sein. Für ältere Verträge gelten teilweise besondere Regelungen. Eine pauschale Steuerfreiheit der Leistungen oder generelle steuerliche Absetzbarkeit sämtlicher Beiträge besteht daher nicht.

 

Fazit: Welche Lebensversicherung erfüllt welchen Zweck?

Lebensversicherungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Eine Risikolebensversicherung dient der finanziellen Absicherung im Todesfall, kapitalbildende Verträge verbinden Versicherungsschutz und Kapitalanlage, während private Rentenversicherungen vor allem der Altersvorsorge dienen. Bei der Auswahl kommt es darauf an, welche Leistungen benötigt werden und welche Kosten, Garantien und Anlagerisiken mit dem jeweiligen Vertrag verbunden sind.

Synonyme - Lebensversicherungen, Lebensversicherungspolice, Todesfallversicherung, Kapitallebensversicherung, Risikolebensversicherung