FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Renteneintrittsalter

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Renteneintrittsalter

Das Renteneintrittsalter bezeichnet das Lebensalter, in dem eine Person eine Altersrente in Anspruch nimmt. In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es dafür keine einheitliche Altersgrenze. Entscheidend sind insbesondere das Geburtsjahr, die jeweilige Rentenart und die erfüllten Versicherungszeiten. Vom tatsächlichen Renteneintrittsalter ist die gesetzliche Regelaltersgrenze zu unterscheiden.

Wann liegt die Regelaltersgrenze?

Die Regelaltersgrenze wird schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt sie nach geltendem Recht bei 67 Jahren. Für frühere Jahrgänge gelten Übergangsregelungen. Voraussetzung für die Regelaltersrente ist außerdem die Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren.

Kann man bereits mit 63 Jahren in Rente gehen?

Ja, wenn die Voraussetzungen der Altersrente für langjährig Versicherte erfüllt sind. Dafür werden grundsätzlich mindestens 35 Jahre mit anrechenbaren rentenrechtlichen Zeiten benötigt. Diese Altersrente kann frühestens ab 63 Jahren bezogen werden, allerdings gegebenenfalls mit dauerhaften Abschlägen.

Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die abschlagsfreie Altersgrenze dieser Rentenart bei 67 Jahren. Bei einem Rentenbeginn mit 63 Jahren beträgt der Abschlag daher 14,4 Prozent. Er ergibt sich aus einer Rentenminderung von 0,3 Prozent für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme.

Was bedeutet die sogenannte „Rente mit 63“?

Die Bezeichnung „Rente mit 63“ wird häufig für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte verwendet. Sie setzt grundsätzlich eine Wartezeit von 45 Jahren voraus. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die abschlagsfreie Altersgrenze bei 65 Jahren.

Diese Altersrente kann nicht noch früher gegen Abschläge in Anspruch genommen werden. Die Bezeichnung „Rente mit 63“ ist deshalb für jüngere Geburtsjahrgänge missverständlich.

Welche Altersgrenzen gelten für schwerbehinderte Menschen?

Für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen gelten besondere Voraussetzungen. Erforderlich sind insbesondere ein Grad der Behinderung von mindestens 50 bei Rentenbeginn und eine Wartezeit von 35 Jahren.

Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 können diese Altersrente ab 65 Jahren abschlagsfrei beziehen. Ein vorzeitiger Beginn ist bereits ab 62 Jahren möglich, dann allerdings mit dauerhaften Abschlägen von bis zu 10,8 Prozent. Ein höherer Grad der Behinderung führt nicht zu einer weiteren Absenkung dieser Altersgrenzen.

Gelten für Bergleute besondere Altersgrenzen?

Für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute besteht eine besondere Altersrente. Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 können diese grundsätzlich ab 62 Jahren erhalten, wenn sie die erforderliche Wartezeit von 25 Jahren mit den hierfür maßgeblichen knappschaftlichen Zeiten erfüllen.

Kann der Renteneintritt früher oder später erfolgen?

Ein vorzeitiger Renteneintritt ist nur innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten der jeweiligen Rentenart zulässig. Dabei können dauerhafte Abschläge entstehen. Umgekehrt muss die Regelaltersrente nicht unmittelbar bei Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden.

Wird die Regelaltersrente über die Regelaltersgrenze hinaus aufgeschoben, erhöht sich die spätere Rente unter den gesetzlichen Voraussetzungen um 0,5 Prozent je Monat. Weitere rentenversicherungspflichtige Beiträge können die Rentenhöhe zusätzlich beeinflussen.

Das Renteneintrittsalter beschreibt somit das Lebensalter beim Eintritt in die Altersrente. Der Rentenbeginn bezeichnet dagegen den konkreten rechtlichen Beginn der Rentenleistung. Dieser hängt auch von der Antragstellung ab.

Welche Änderungen beim Renteneintrittsalter werden für die Zukunft vorgeschlagen?

Die Alterssicherungskommission hat im Juni 2026 Empfehlungen für eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Diese Vorschläge sind bislang nicht mit geltendem Recht gleichzusetzen. Für die persönliche Rentenplanung bleiben die jeweils gesetzlich festgelegten Altersgrenzen maßgeblich.

Die Kommission empfiehlt, die Regelaltersgrenze nach 2031 bei weiter steigender Lebenserwartung schrittweise anzupassen. Nach den zugrunde gelegten Modellannahmen könnte sie zwischen 2031 und 2041 um etwa sechs Monate von 67 auf 67 Jahre und sechs Monate steigen. Die tatsächliche Entwicklung wäre von der künftigen Lebenserwartung und der gesetzlichen Ausgestaltung abhängig.

Außerdem empfiehlt die Kommission, das frühestmögliche Renteneintrittsalter für langjährig Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren zunächst von 63 auf 64 Jahre anzuheben. Die bisherige abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte mit 45 Versicherungsjahren soll in ihrer heutigen Form abgeschafft werden. Stattdessen werden besondere Schutzregelungen für gesundheitlich belastete langjährige Beitragszahler vorgeschlagen.

Ob, wann und in welcher Form diese Empfehlungen gesetzlich umgesetzt werden, hängt von weiteren politischen und gesetzgeberischen Entscheidungen ab. Einzelheiten enthält der Bericht zur Alterssicherungskommission 2026 beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Die geltenden Altersgrenzen und Anspruchsvoraussetzungen erläutert unsere Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung. Weitere Grundlagen finden Sie unter gesetzliche Rentenversicherung.

Synonyme: Rentenzugangsalter