FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Ablaufleistung

Die Ablaufleistung ist ein Begriff aus der Versicherungsbranche und bezieht sich auf die Summe, die ein Versicherungsnehmer am Ende der Vertragslaufzeit von seiner Versicherung erhält. Sie ist somit ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Versicherung und kann je nach Vertrag und Versicherungsart unterschiedlich ausfallen.

Wie wird die Ablaufleistung berechnet?
Die Berechnung der Ablaufleistung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Vertragsdauer, dem Versicherungstyp, der Höhe der Beiträge und der gewählten Versicherungssumme. In der Regel wird die Ablaufleistung durch den Versicherer auf Basis von mathematischen Modellen und Erfahrungswerten berechnet. Dabei werden auch die aktuellen Zinsentwicklungen und mögliche Kosten berücksichtigt.

Welche Versicherungen beinhalten eine Ablaufleistung?
Die Ablaufleistung ist vor allem bei Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen relevant. Hier dient sie als Auszahlungsbetrag am Ende der Vertragslaufzeit und soll dem Versicherungsnehmer eine finanzielle Absicherung bieten. Auch bei privaten Rentenversicherungen oder fondsgebundenen Lebensversicherungen kann eine Ablaufleistung vereinbart werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Ablaufleistung?
Wie bereits erwähnt, spielen bei der Berechnung der Ablaufleistung verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum einen ist die Vertragsdauer entscheidend, je länger der Vertrag läuft, desto höher kann die Ablaufleistung ausfallen. Auch die Höhe der Beiträge ist ein wichtiger Faktor, da diese in der Regel in die Berechnung der Ablaufleistung einfließen. Zudem spielt die gewählte Versicherungssumme eine Rolle, da sie den Auszahlungsbetrag am Ende der Laufzeit bestimmt.

Welche Arten der Ablaufleistung gibt es?
Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Ablaufleistung: die garantierte und die nicht-garantierte Ablaufleistung.

  1. Die garantierte Ablaufleistung ist der Betrag, der dem Versicherungsnehmer am Ende der Vertragslaufzeit auf jeden Fall ausgezahlt wird, unabhängig von der Entwicklung der Finanzmärkte.
  2. Die nicht-garantierte Ablaufleistung hingegen ist von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängig und kann somit höher oder niedriger ausfallen als die garantierte Ablaufleistung.

Welche Vor- und Nachteile hat die Ablaufleistung?
Die Ablaufleistung bietet dem Versicherungsnehmer eine gewisse Sicherheit und Planbarkeit, da er am Ende der Vertragslaufzeit einen bestimmten Betrag ausgezahlt bekommt. Zudem kann sie als zusätzliche Altersvorsorge dienen. Allerdings ist die Höhe der Ablaufleistung von verschiedenen Faktoren abhängig und kann somit nicht garantiert werden. Zudem können bei vorzeitiger Kündigung des Vertrages oder bei niedrigen Zinsen die Ablaufleistung geringer ausfallen als erwartet.

Wie kann die Ablaufleistung optimiert werden?
Um die Ablaufleistung zu optimieren, ist es wichtig, sich im Vorfeld ausführlich über die verschiedenen Versicherungsangebote zu informieren. Zudem sollte man sich überlegen, welche Vertragsdauer, Höhe der Beiträge und Versicherungssumme für die persönliche Situation am besten geeignet sind. Auch die Wahl zwischen einer garantierten und nicht-garantierten Ablaufleistung kann einen Unterschied machen. Eine regelmäßige Überprüfung des Vertrages und gegebenenfalls Anpassung an die aktuelle Lebenssituation kann ebenfalls dazu beitragen, die Ablaufleistung zu optimieren.

Zusammenfassung
Die Ablaufleistung ist der Betrag, den der Versicherungsnehmer am Ende der Laufzeit einer Versicherung erhält und hängt von Faktoren wie Vertragsdauer, Beitragshöhe und Versicherungssumme ab. Sie ist relevant bei Lebens- und Rentenversicherungen und kann garantiert oder nicht-garantiert sein. Ihre Höhe ist nicht immer sicher und kann durch sorgfältige Auswahl und regelmäßige Anpassung der Versicherung optimiert werden.

Abschlagsfreie Rente

Eine abschlagsfreie Rente ist eine Altersrente, die ohne Kürzung wegen eines vorzeitigen Rentenbeginns gezahlt wird. Sie ist keine eigenständige Rentenart der gesetzlichen Rentenversicherung. Ob eine Altersrente abschlagsfrei bezogen werden kann, hängt von der jeweiligen Rentenart, dem Geburtsjahr und den erfüllten gesetzlichen Voraussetzungen ab.

Was bedeutet abschlagsfrei bei der Rente?

Abschlagsfrei bedeutet, dass die Rente nicht wegen eines vorzeitigen Rentenbeginns gekürzt wird. Bei der Rentenberechnung beträgt der Zugangsfaktor dann grundsätzlich 1,0, sofern keine anderen Zu- oder Abschläge zu berücksichtigen sind.

Eine abschlagsfreie Rente ist deshalb nicht automatisch eine hohe Rente. Ihre Höhe hängt weiterhin insbesondere von den erworbenen Entgeltpunkten und dem individuellen Versicherungsverlauf ab.

Wann kann eine Altersrente ohne Abschläge beginnen?

Die Regelaltersrente wird bei Erreichen der persönlichen Regelaltersgrenze ohne Abschläge gezahlt. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt diese Grenze bei 67 Jahren.

Auch ein früherer abschlagsfreier Rentenbeginn ist bei bestimmten Altersrenten möglich. Besonders langjährig Versicherte können nach 45 anrechenbaren Versicherungsjahren unter den gesetzlichen Voraussetzungen bereits vor der Regelaltersgrenze eine abschlagsfreie Altersrente erhalten. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die entsprechende Altersgrenze bei 65 Jahren.

Für schwerbehinderte Menschen bestehen ebenfalls besondere Altersgrenzen. Die Altersrente für langjährig Versicherte nach 35 Versicherungsjahren kann dagegen zwar vorzeitig beginnen, ist dann jedoch grundsätzlich mit dauerhaften Abschlägen verbunden.

Die einzelnen Altersgrenzen, Wartezeiten und Voraussetzungen erläutern wir ausführlich auf unserer Seite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Synonyme - Rente ohne Abschläge, abschlagsfreie Altersrente, abschlagsfreier Rentenbeginn, Rente ohne Rentenabschläge
Abschlagszahlung

Eine Abschlagszahlung ist im Versicherungsrecht eine vorläufige Teilzahlung auf eine voraussichtlich geschuldete Versicherungsleistung. Sie kommt insbesondere dann in Betracht, wenn der Versicherer einen Schadenfall noch prüft, aber bereits feststeht, dass zumindest ein bestimmter Betrag zu zahlen sein wird. Die Abschlagszahlung wird später auf die endgültige Versicherungsleistung angerechnet.

Wann besteht ein Anspruch auf Abschlagszahlung?

Nach § 14 Absatz 2 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) kann der Versicherungsnehmer eine Abschlagszahlung verlangen, wenn die zur Feststellung des Versicherungsfalls und des Leistungsumfangs notwendigen Erhebungen einen Monat nach der Schadenmeldung noch nicht abgeschlossen sind.

Der Anspruch besteht in Höhe des Betrags, den der Versicherer voraussichtlich mindestens zahlen muss. Voraussetzung ist deshalb, dass sich bereits eine entsprechende Mindestleistung feststellen lässt. Verzögert sich die Prüfung durch ein Verschulden des Versicherungsnehmers, ist der Lauf der Monatsfrist für die Dauer dieser Verzögerung gehemmt.

Wie hoch fällt die Abschlagszahlung aus?

Die Höhe richtet sich nach dem bereits feststellbaren Mindestbetrag der Versicherungsleistung. Ein pauschaler Prozentsatz oder eine allgemeine gesetzliche Höchstgrenze ist hierfür nicht vorgesehen.

Beispielsweise kann bei einem versicherten Gebäudeschaden bereits feststehen, dass mindestens 5.000 Euro zu ersetzen sind, während weitere Reparaturkosten noch geprüft werden. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann der Versicherungsnehmer dann eine Abschlagszahlung in dieser Höhe verlangen.

Bei welchen Versicherungen sind Abschlagszahlungen möglich?

Abschlagszahlungen kommen beispielsweise bei der Wohngebäude-, Hausrat- oder Kaskoversicherung in Betracht, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Sie sind jedoch nicht auf Sachversicherungen beschränkt. Entscheidend ist, ob eine Geldleistung geschuldet wird und sich bereits ein voraussichtlich mindestens zu zahlender Betrag bestimmen lässt.

Welche Besonderheiten gelten bei der privaten Unfallversicherung?

Bei der privaten Unfallversicherung kann die endgültige Höhe einer Invaliditätsleistung erst nach weiteren medizinischen Untersuchungen feststehen. § 187 Absatz 2 VVG sieht deshalb vor, dass der Versicherer auf Verlangen einen angemessenen Vorschuss leisten muss, wenn seine Leistungspflicht dem Grunde nach feststeht, die genaue Höhe aber noch offen ist.

Für die Auszahlung einer Invaliditätsleistung können darüber hinaus besondere vertragliche Voraussetzungen und Begrenzungen gelten. Eine automatische Vorauszahlung in Höhe der vereinbarten Todesfallsumme besteht nicht.

Weitere Informationen zu den Leistungen nach einem Unfall finden Sie auf unserer Seite zur privaten Unfallversicherung.

Wie können Versicherungsnehmer eine Abschlagszahlung verlangen?

Versicherungsnehmer sollten den Versicherer möglichst in Textform um eine Abschlagszahlung bitten und dabei auf den bereits feststehenden Teil der Versicherungsleistung hinweisen. Hilfreich sind vorhandene Kostenvoranschläge, Gutachten, Rechnungen oder andere Nachweise, aus denen sich die Mindesthöhe des Anspruchs ergibt.

Eine Abschlagszahlung ist keine zusätzliche Entschädigung. Sie wird bei der abschließenden Schadenregulierung berücksichtigt und mindert den dann noch auszuzahlenden Betrag.

Synonyme - Abschlagzahlung, Abschlagszahlungen, Abschlag auf Versicherungsleistung, Abschlagsleistung
Abschlussagent

Ein Abschlussagent ist ein Versicherungsvertreter, der bevollmächtigt ist, Versicherungsverträge im Namen eines Versicherungsunternehmens abzuschließen. Er kann den Versicherer innerhalb seiner Vertretungsmacht unmittelbar vertraglich verpflichten. Der Begriff bezeichnet keine eigenständige gesetzliche Vermittlerart, sondern beschreibt einen Versicherungsvertreter mit Abschlussvollmacht.

Was bedeutet die Abschlussvollmacht?

Die Abschlussvollmacht berechtigt den Vertreter, Versicherungsverträge im Namen des Versicherers verbindlich abzuschließen. Nach § 71 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) umfasst eine entsprechende Bevollmächtigung grundsätzlich auch die Befugnis, Verträge zu ändern oder zu verlängern sowie Kündigungs- und Rücktrittserklärungen abzugeben.

Was unterscheidet einen Abschlussagenten von anderen Vermittlern?

Entscheidend ist die Befugnis zum Vertragsabschluss. Ein Versicherungsvertreter kann auf die Vermittlung von Verträgen beschränkt sein oder zusätzlich über eine Abschlussvollmacht verfügen. Ein Abschlussagent handelt dabei auf der Seite des Versicherers. Ein Versicherungsmakler ist dagegen grundsätzlich im Auftrag des Kunden tätig.

Die verschiedenen Vermittlerarten, ihre Aufgaben und gesetzlichen Pflichten erläutern wir ausführlich auf unserer Fachseite Versicherungsvermittler in Deutschland.

Synonyme - Abschlussvertreter, Versicherungsabschlussagent
Abschlussprovision

Eine Abschlussprovision ist eine Vergütung, die ein Versicherungsvermittler für den erfolgreichen Abschluss eines Versicherungsvertrags erhält. Sie wird in der Regel vom Versicherungsunternehmen gezahlt und ist bei provisionsbasierten Tarifen üblicherweise in die Versicherungsbeiträge einkalkuliert. Bei Versicherungsmaklern wird die Vergütung häufig als Abschlusscourtage bezeichnet.

Wie wird die Abschlussprovision berechnet?

Die Berechnung hängt von der Versicherungsart und den Vergütungsvereinbarungen zwischen Versicherer und Vermittler ab. Bei Lebens- und Rentenversicherungen kann die vereinbarte Beitragssumme eine Berechnungsgrundlage sein. In anderen Versicherungssparten orientiert sich die Provision häufig am laufenden Versicherungsbeitrag.

Eine allgemein gültige Provisionshöhe gibt es nicht. Auch lässt sich nicht pauschal behaupten, dass Versicherungsvertreter höhere Abschlussprovisionen als Versicherungsmakler erhalten.

Welche Auswirkungen hat die Abschlussprovision auf Versicherungsnehmer?

Die Abschlussprovision gehört zu den Vertriebskosten eines Versicherungsvertrags. Besonders bei kapitalbildenden Lebens- und privaten Rentenversicherungen können Abschluss- und Vertriebskosten die Entwicklung des Vertragswerts und die Rendite beeinflussen. Bei einer frühzeitigen Kündigung können sich diese Kosten besonders nachteilig auswirken.

Provisionen können außerdem Interessenkonflikte begünstigen, wenn Vermittler für bestimmte Produkte eine höhere Vergütung erhalten. Deshalb sollten Versicherungsnehmer nicht nur den Beitrag, sondern auch die Leistungen, die Vertragsbedingungen und die ausgewiesenen Kosten vergleichen.

Muss die Abschlussprovision offengelegt werden?

Für die Information über Abschluss- und Vertriebskosten gelten je nach Versicherungsart unterschiedliche gesetzliche Vorgaben. Bei Lebensversicherungen müssen insbesondere die einkalkulierten Abschlusskosten nach der Versicherungsvertrags-Informationspflichtenverordnung ausgewiesen werden. Bei Versicherungsanlageprodukten bestehen zusätzliche Informationspflichten zu Kosten und Gebühren.

Die ausgewiesenen Abschluss- und Vertriebskosten sind allerdings nicht zwingend mit der persönlichen Provision des einzelnen Vermittlers identisch. Eine allgemeine Pflicht, bei jedem Versicherungsvertrag die individuelle Abschlussprovision in Euro offenzulegen, besteht nicht.

Gibt es Versicherungen ohne Abschlussprovision?

Ja. Bei bestimmten provisionsfreien Tarifen, häufig als Nettotarife bezeichnet, wird keine Abschlussprovision in den Versicherungsbeitrag einkalkuliert. Stattdessen kann für die Vermittlung oder Beratung eine gesonderte Vergütung vereinbart werden. Ob ein solcher Tarif insgesamt günstiger ist, hängt von den Vertragskosten und einer möglichen zusätzlichen Vergütung ab.

Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Vermittlerarten und ihren Vergütungsmodellen finden Sie auf unserer Fachseite Versicherungsvermittler in Deutschland.

Synonyme - Abschlusscourtage, Abschlussvergütung, Versicherungsabschlussprovision
absolute Risikoabdeckung

Unter absoluter Risikoabdeckung versteht man im Risikomanagement die vollständige finanzielle Absicherung eines bestimmten Risikos. Ziel ist es, die finanziellen Folgen eines Schadenereignisses vollständig auszugleichen, sodass beim Betroffenen kein ungedeckter finanzieller Schaden verbleibt. Voraussetzung dafür ist, dass der Umfang der Absicherung auf das jeweilige Risiko und die möglichen Schadenfolgen abgestimmt ist.

Was bedeutet eine vollständige Risikoabdeckung?

Eine vollständige Risikoabdeckung liegt vor, wenn sämtliche finanziellen Folgen eines definierten Schadenereignisses durch die vorhandene Absicherung ausgeglichen werden. Dazu muss der Versicherungsschutz ausreichend bemessen sein und darf für den betreffenden Schaden keine ungedeckten Kosten oder Selbstbeteiligungen hinterlassen.

Dabei ist zwischen der Absicherung eines Risikos und seiner Vermeidung zu unterscheiden. Auch bei vollständiger finanzieller Absicherung kann das Schadenereignis weiterhin eintreten. Abgesichert werden seine finanziellen Auswirkungen, nicht das Ereignis selbst.

Was unterscheidet absolute und relative Risikoabdeckung?

Bei einer absoluten Risikoabdeckung wird ein vollständiger finanzieller Ausgleich der Folgen eines bestimmten Risikos angestrebt. Eine relative beziehungsweise teilweise Risikoabdeckung liegt dagegen vor, wenn ein Teil des möglichen Schadens selbst getragen werden muss.

Ein Beispiel ist eine Kaskoversicherung mit vereinbarter Selbstbeteiligung. Übernimmt der Versicherer einen versicherten Schaden nur abzüglich eines Eigenanteils von 500 Euro, verbleibt dieser Betrag beim Versicherungsnehmer. Auch eine zu niedrig gewählte Versicherungssumme kann dazu führen, dass ein Teil des Schadens nicht gedeckt ist.

Welche Bedeutung hat die absolute Risikoabdeckung in der Praxis?

Besonders bei existenzbedrohenden Risiken ist eine möglichst vollständige finanzielle Absicherung wichtig. Dazu gehören beispielsweise hohe Schadenersatzforderungen, die das private Vermögen oder die wirtschaftliche Existenz eines Unternehmens gefährden können.

In der Praxis lässt sich allerdings nicht jedes Risiko vollständig absichern. Versicherungsverträge enthalten Leistungsgrenzen, Ausschlüsse und weitere Bedingungen. Deshalb besteht die Aufgabe eines durchdachten Risikomanagements darin, schwerwiegende finanzielle Risiken möglichst umfassend abzusichern und kleinere, wirtschaftlich tragbare Risiken gegebenenfalls selbst zu übernehmen.

Worauf sollten Versicherungsnehmer achten?

Entscheidend ist, ob der vereinbarte Versicherungsschutz die möglichen finanziellen Folgen des jeweiligen Risikos ausreichend abdeckt. Versicherungsnehmer sollten deshalb insbesondere auf die Höhe der Versicherungssumme, vereinbarte Selbstbeteiligungen, Leistungsausschlüsse und mögliche Deckungslücken achten.

Eine möglichst vollständige Risikoabdeckung bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass jede Selbstbeteiligung vermieden werden muss. Bei kleineren Schäden kann ein bewusst übernommener Eigenanteil wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn dadurch die Versicherungsbeiträge sinken und existenzbedrohende Risiken weiterhin ausreichend abgesichert bleiben.

Synonyme - absoluten Risikoabsicherung, vollständige Risikoabdeckung, vollständige Risikoabsicherung
Abstrakte Verweisung

Die abstrakte Verweisung ist eine Regelung in der Berufsunfähigkeitsversicherung, nach der ein Versicherer die Leistung verweigern kann, wenn die versicherte Person trotz gesundheitlicher Einschränkungen noch eine andere, ihrer Ausbildung, ihren Fähigkeiten und ihrer bisherigen Lebensstellung entsprechende Tätigkeit ausüben könnte. Entscheidend ist dabei, dass diese Tätigkeit gesundheitlich möglich wäre. Ob die versicherte Person tatsächlich einen entsprechenden Arbeitsplatz hat oder findet, spielt bei der abstrakten Verweisung keine Rolle.

Wie funktioniert die abstrakte Verweisung?

Kann ein Versicherter seinen bisherigen Beruf wegen einer Krankheit oder Verletzung nicht mehr ausüben, prüft der Versicherer bei entsprechender Vertragsklausel, ob eine andere zumutbare Tätigkeit infrage kommt. Diese muss den vorhandenen Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechen und hinsichtlich Einkommen und sozialer Wertschätzung mit der bisherigen beruflichen Lebensstellung vergleichbar sein.

Ein Tischlermeister, der wegen einer Erkrankung nicht mehr körperlich arbeiten kann, könnte beispielsweise auf eine kaufmännische Tätigkeit in der Möbelbranche verwiesen werden. Das wäre jedoch nur zulässig, wenn er diese Tätigkeit gesundheitlich ausüben könnte, die erforderlichen Fähigkeiten besitzt und seine bisherige Lebensstellung gewahrt bleibt. Allein die fachliche Nähe zur Möbelbranche reicht dafür nicht aus.

Was ist der Unterschied zur konkreten Verweisung?

Bei der abstrakten Verweisung genügt es, dass die versicherte Person eine andere vergleichbare Tätigkeit ausüben könnte. Sie muss diesen Beruf weder tatsächlich ausüben noch eine entsprechende Arbeitsstelle angeboten bekommen haben.

Bei der konkreten Verweisung kommt es dagegen darauf an, ob die versicherte Person bereits eine andere Tätigkeit tatsächlich ausübt. Entspricht diese Tätigkeit ihrer Ausbildung, ihren Fähigkeiten und ihrer bisherigen Lebensstellung, kann der Versicherer unter den vertraglichen Voraussetzungen die Berufsunfähigkeitsrente verweigern oder eine bereits laufende Leistung einstellen.

Warum ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung wichtig?

Enthält der Versicherungsvertrag einen Verzicht auf die abstrakte Verweisung, darf der Versicherer seine Leistung nicht allein deshalb verweigern, weil die versicherte Person theoretisch noch einen anderen vergleichbaren Beruf ausüben könnte. Das verbessert die Absicherung, wenn der bisherige Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann.

Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass auch eine konkrete Verweisung ausgeschlossen ist. Versicherungsnehmer sollten deshalb prüfen, welche Regelungen sowohl bei der erstmaligen Leistungsprüfung als auch bei einer späteren Überprüfung der Berufsunfähigkeit gelten.

Weitere Informationen zu den Leistungsvoraussetzungen und wichtigen Vertragsbedingungen finden Sie auf unserer Fachseite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Synonyme - abstrakte Verweisbarkeit, abstrakte Verweisungsklausel, abstraktes Verweisungsrecht
Abtretung

Eine Abtretung ist die vertragliche Übertragung einer Forderung von einem Gläubiger auf eine andere Person oder ein Unternehmen. Der bisherige Gläubiger wird als Abtretender (Zedent), der neue Gläubiger als Abtretungsempfänger (Zessionar) bezeichnet. Mit der wirksamen Abtretung tritt der neue Gläubiger an die Stelle des bisherigen Gläubigers. Die gesetzliche Grundlage bildet § 398 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Was bedeutet eine Abtretung bei Versicherungen?

Im Versicherungsbereich können unter bestimmten Voraussetzungen Ansprüche auf Versicherungsleistungen an Dritte übertragen werden. Der Abtretungsempfänger kann die übertragene Forderung dann im eigenen Namen gegenüber dem Versicherer geltend machen.

Ein Beispiel ist die Abtretung eines Anspruchs auf Versicherungsleistungen an eine Bank zur Absicherung eines Kredits. Auch bei der Schadenregulierung kann eine Abtretung vereinbart werden, etwa wenn ein Versicherungsnehmer einen bestehenden Erstattungsanspruch an einen Reparaturbetrieb überträgt.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Abtretung?

Nach § 398 BGB erfolgt die Abtretung durch eine Vereinbarung zwischen dem bisherigen und dem neuen Gläubiger. Eine Zustimmung des Schuldners, im Versicherungsbereich also des Versicherers, ist grundsätzlich nicht erforderlich. Auch eine allgemeine gesetzliche Pflicht zur Schriftform besteht nicht.

Allerdings können gesetzliche Vorschriften oder wirksame vertragliche Vereinbarungen die Abtretbarkeit bestimmter Forderungen einschränken oder ausschließen. Insbesondere § 399 BGB regelt solche Grenzen. Ob ein Versicherungsanspruch abgetreten werden darf und welche Anforderungen dabei gelten, muss deshalb im Einzelfall geprüft werden.

Was ist eine Sicherungsabtretung?

Bei einer Sicherungsabtretung wird eine Forderung zur Absicherung einer bestehenden Verbindlichkeit übertragen. Beispielsweise können Ansprüche aus einer Lebensversicherung unter bestimmten Voraussetzungen als Kreditsicherheit an eine Bank abgetreten werden.

Die Bank erhält dadurch Rechte an der abgetretenen Forderung. Welche Ansprüche sie tatsächlich geltend machen darf und unter welchen Voraussetzungen die Sicherheit wieder freizugeben ist, richtet sich nach der Sicherungsvereinbarung.

Ist eine Abtretung dasselbe wie eine Vertragsübertragung?

Nein. Bei einer Abtretung wird grundsätzlich eine Forderung übertragen. Der gesamte Versicherungsvertrag mit seinen Rechten und Pflichten geht dadurch nicht automatisch auf den Abtretungsempfänger über.

Eine Vertragsübernahme ist rechtlich davon zu unterscheiden und setzt grundsätzlich die Mitwirkung beziehungsweise Zustimmung der beteiligten Vertragsparteien voraus. Besondere gesetzliche Regelungen gelten beispielsweise bei der Veräußerung versicherter Sachen nach § 95 VVG.

Worauf sollten Versicherungsnehmer achten?

Vor einer Abtretung sollte geprüft werden, welche Forderung übertragen wird, ob sie abtretbar ist und welche Folgen sich daraus ergeben. Besonders bei einer Sicherungsabtretung ist wichtig, unter welchen Bedingungen der Abtretungsempfänger auf die Versicherungsleistung zugreifen darf.

Eine Abtretung schafft außerdem keinen zusätzlichen Versicherungsanspruch. Der neue Gläubiger erhält grundsätzlich nur die Rechte, die aus der wirksam übertragenen Forderung bestehen. Einwendungen, die dem Versicherer gegenüber dem bisherigen Gläubiger zustehen, können auch gegenüber dem neuen Gläubiger relevant bleiben.

Synonyme - Forderungsabtretung, Zession, Forderungsübertragung
Abwasserschaden

Ein Abwasserschaden entsteht, wenn Abwasser unkontrolliert austritt und dadurch Gebäude, Einrichtungsgegenstände oder andere Sachen beschädigt werden. Mögliche Ursachen sind beispielsweise gebrochene oder undichte Abwasserleitungen, Rohrverstopfungen oder ein Rückstau aus der Kanalisation. Welche Versicherung den Schaden übernimmt, hängt insbesondere von der Ursache, den beschädigten Sachen und den vereinbarten Versicherungsbedingungen ab.

Wie entsteht ein Abwasserschaden?

Abwasserschäden können entstehen, wenn Wasser aus beschädigten oder verstopften Abwasserleitungen austritt. Betroffen sein können beispielsweise Wände, Fußböden, Decken oder die Einrichtung eines Gebäudes.

Eine besondere Schadenursache ist der Rückstau. Kann die Kanalisation etwa bei Starkregen große Wassermengen nicht mehr aufnehmen, kann Wasser durch angeschlossene Abwasserleitungen oder Bodenabläufe in tiefer gelegene Räume zurückgedrückt werden.

Welche Versicherung übernimmt einen Abwasserschaden?

Bei Schäden durch bestimmungswidrig austretendes Wasser aus versicherten Abwasserleitungen kann die Wohngebäudeversicherung für beschädigte Gebäudebestandteile aufkommen. Ob auch die Reparatur des betroffenen Abwasserrohrs versichert ist, hängt unter anderem von dessen Lage und den Vertragsbedingungen ab.

Werden Möbel, Elektrogeräte, Kleidung oder andere versicherte Einrichtungsgegenstände beschädigt, kann die Hausratversicherung zuständig sein. Voraussetzung ist jeweils, dass die konkrete Schadenursache vom vereinbarten Versicherungsschutz erfasst wird.

Sind Abwasserschäden durch Rückstau versichert?

Rückstauschäden sind nicht automatisch über die gewöhnliche Leitungswasserdeckung versichert. Wird der Rückstau beispielsweise durch Starkregen oder Überschwemmung verursacht, ist dafür in der Regel ein entsprechender Elementarschadenschutz erforderlich.

Je nach Versicherungsvertrag können zusätzliche Voraussetzungen gelten, etwa der Einbau und die Wartung geeigneter Rückstausicherungen. Deshalb sollten Versicherungsnehmer prüfen, ob Rückstauschäden ausdrücklich vom Versicherungsschutz erfasst werden.

Was sollten Betroffene bei einem Abwasserschaden tun?

Betroffene sollten weiteren Wasseraustritt möglichst verhindern, sofern dies gefahrlos möglich ist. Wichtig sind außerdem die Dokumentation der Schäden und eine zeitnahe Meldung an den zuständigen Versicherer. Da Abwasser gesundheitsschädliche Verunreinigungen enthalten kann, können bei größeren Schäden eine fachgerechte Reinigung und Trocknung erforderlich sein.

Ausführliche Informationen zur Schadenregulierung, zu den unterschiedlichen Ursachen von Wasserschäden und zum richtigen Verhalten im Schadenfall finden Sie in unserem Blogartikel Wasserschaden: Welche Versicherung zahlt?.

Synonyme - Abwasserschäden, Schaden durch Abwasser, Abwasserrohrschaden
Allgefahrendeckung

Eine Allgefahrendeckung, auch All-Risk-Deckung genannt, ist ein Versicherungskonzept, bei dem grundsätzlich Schäden durch alle nicht ausgeschlossenen Gefahren innerhalb des vereinbarten Versicherungsumfangs versichert sind. Anders als bei einer Versicherung mit einzeln benannten Gefahren müssen die versicherten Schadenursachen nicht vollständig aufgezählt werden. Entscheidend sind der versicherte Gegenstand, die Leistungsbeschreibung und die vertraglich vereinbarten Ausschlüsse.

Wie funktioniert eine Allgefahrendeckung?

Bei einer Versicherung gegen benannte Gefahren besteht Schutz für die ausdrücklich vereinbarten Schadenursachen, beispielsweise Feuer, Leitungswasser oder Sturm. Die Allgefahrendeckung verfolgt einen anderen Ansatz: Innerhalb ihres Geltungsbereichs sind grundsätzlich auch solche Schadenursachen erfasst, die nicht ausdrücklich genannt werden, sofern kein Ausschluss greift.

Beispielsweise kann eine Allgefahrendeckung für elektronische Geräte auch eine plötzlich eintretende Beschädigung durch ein Missgeschick erfassen. Ob der konkrete Schaden ersetzt wird, hängt jedoch von den Versicherungsbedingungen ab.

Welche Schäden sind nicht versichert?

Auch eine Allgefahrendeckung enthält Einschränkungen. Häufig betreffen diese beispielsweise gewöhnlichen Verschleiß, allmähliche Abnutzung, vorsätzlich herbeigeführte Schäden oder bestimmte Kriegs- und Kernenergierisiken. Welche Ausschlüsse tatsächlich gelten, unterscheidet sich je nach Versicherungsprodukt.

Darüber hinaus können Selbstbeteiligungen, Entschädigungsgrenzen und besondere Leistungsvoraussetzungen vereinbart sein. Die Bezeichnung Allgefahrendeckung bedeutet deshalb nicht, dass jeder Schaden unabhängig von seiner Ursache und Höhe vollständig ersetzt wird.

Wo wird eine Allgefahrendeckung eingesetzt?

Allgefahrendeckungen werden unter anderem in der Elektronikversicherung, Maschinenversicherung und bei bestimmten gewerblichen Sachversicherungen eingesetzt. Auch für einzelne hochwertige Gegenstände oder im Rahmen besonderer Hausratversicherungstarife können entsprechende Deckungskonzepte angeboten werden.

Der Versicherungsschutz bezieht sich dabei stets auf die vertraglich vereinbarten Sachen und Risiken. Eine Allgefahrendeckung für elektronische Geräte ersetzt beispielsweise keine private Haftpflichtversicherung.

Welche Vorteile und Grenzen hat eine Allgefahrendeckung?

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass auch ungewöhnliche oder nicht ausdrücklich aufgeführte Schadenursachen unter den Versicherungsschutz fallen können. Dadurch lassen sich bestimmte Deckungslücken vermeiden, die bei einer Versicherung mit ausschließlich benannten Gefahren bestehen können.

Allerdings kann ein umfangreicherer Versicherungsschutz mit höheren Beiträgen verbunden sein. Zudem ist die Allgefahrendeckung nur so umfassend wie ihre konkreten Vertragsbedingungen. Versicherungsnehmer sollten deshalb insbesondere die Ausschlüsse, Selbstbeteiligungen und Entschädigungsgrenzen prüfen.

Welche Schäden an privaten Einrichtungsgegenständen versichert sind und welche zusätzlichen Deckungsbausteine sinnvoll sein können, erläutern wir auf unserer Fachseite zur Hausratversicherung.

Synonyme - All-Risk-Deckung, Allgefahrenversicherung, All-Risks-Deckung, Allgefahrenschutz