Fachbegriffe-Versicherungen

Fachbegriffe aus der Versicherungsbranche

In unserem FAQ finden Sie häufig verwendete Fachbegriffe rund um den privaten, gewerblichen und gesetzlichen Versicherungsschutz. Wir haben die Begriffe möglichst einfach und umfassend erklärt. Darüber hinaus haben wir auch einiges an Fachvokabular aus dem Bereichen der Finanzen für Sie so beschrieben, dass Sie als Verbraucher damit auch etwas anfangen können.

BegriffDefinition
Hundehalterhaftpflichtversicherung

Eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung sichert Hundehalter vor Schäden ab, die der eigene Hund bei Dritten oder an fremdem Eigentum verursacht hat. Sofern Freunde, Bekannte oder Hüter einen versicherten Hund beaufsichtigen und betreuen, fallen auch sie unter den Versicherungsschutz. Für gewerbliche Hundehalter bzw. Züchter werden gesonderte Tarife angeboten.

Eine private Haftpflichtversicherung ersetzt lediglich Schäden, die Kleintiere verursachen können. Von Hunden oder Pferden verursachte Schäden fallen nicht unter den Schutz der privaten Haftpflichtversicherung.

In einigen Bundesländern ist der Abschluss einer Hundehalterhaftpflichtversicherung Pflicht. Je nach Bundesland kann sich diese Pflicht auch auf sogenannte „Listenhunde“, bestimmte Hunderassen oder Hunde ab einer gewissen Größe und Gewicht beschränken. Durch die Verpflichtung zur Hundehalter Haftpflichtversicherung schützt der Gesetzgeber Hundehalter vor einem finanziellen Ruin, der aus hohen Schmerzensgeld- und Schadensersatzforderungen resultieren könnte.

Bei der Hundehaltung kann es zu jeder Zeit zu einem unvorhersehbaren Schaden kommen, der von der Hundehalter Haftpflichtversicherung abgesichert wird. Übernommen werden Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden. Beim Abschluss eines Versicherungsvertrages sollte auf eine möglichst hohe Deckungssumme geachtet werden. Des Weiteren ist es auch möglich, unerwünschte Deckakte und die daraus resultierenden Welpen abzusichern. Eine Hundehalter Haftpflichtversicherung sichert auch gegen Mietsachschäden ab und gilt für Hunde- und Hundesportveranstaltungen im In- und Ausland.

Nicht erstattet werden Schäden, die ein Hund dem Halter selbst oder seinem Eigentum zugefügt hat. Auch Vorsatz wird von Hundehalter Haftpflichtversicherungen ausgeschlossen. Die Kosten einer Hundehalter Haftpflichtversicherung sind abhängig von den gewählten Leistungen, der Deckungssumme, der Hunderasse, der Selbstbeteiligung sowie mitunter auch vom Alter des Hundes.

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Honorarberatung

Eine Honorarberatung ist eine Beratung im Bereich Finanzen und Versicherungen, bei der der Berater keine Provision der jeweiligen Finanzinstitute oder Versicherungsgesellschaften erhält, sondern sein Honorar dem Kunden unmittelbar in Rechnung stellt.

Honorarberatungen gehören zu den derivativen Finanzdienstleistungen. Der Berater spricht im Beratungsgespräch eine Empfehlung aus, begründet oder erläutert seine Vorgehensweise und wird vom Kunden durch ein vereinbartes Honorar dafür entlohnt. Honorarberatungen werden häufig in Bezug auf Versicherungen, Investitionen, Darlehen und Fragen zur Finanzplanung durchgeführt. Mit inbegriffen ist bei einer Honorarberatung in der Regel auch die Vermittlung der ausgewählten Finanzdienstleistungen, Finanzprodukte oder Versicherungen.

Grundsätzlich ist ein Honorarberater unabhängiger Finanz- oder Versicherungsberater und wird nicht durch Interessen Dritter in seinem Wirken beeinträchtigt. Honorarberater handeln neutral. Das Honorar wird im Idealfall vor Beginn der Beratung vereinbart. Abgerechnet wird wahlweise Zeithonorar, Pauschalhonorar, Umsatzhonorar, Mengenhonorar, Erfolgshonorar, Einkommenshonorar oder Anteilshonorar. Eine Honorarberatung im Bereich Finanzen und Versicherungen kann sich aufgrund der komplexen Materie und der sich ständig im Wandel befindlichen Märkte für Laien rentieren.

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Höhere Gewalt

Unter den Begriff der höheren Gewalt fallen Ereignisse, die nicht vorhersehbar sind und auch nicht durch Sorgfalt verhindert oder abgewendet werden können. Zu den Ereignissen der höheren Gewalt gehören beispielsweise Naturkatastrophen und Sachbeschädigungen.

Der Begriff der höheren Gewalt ist sowohl im Vertrags- als auch im Versicherungsrecht zu finden. Bei Versicherungen werden diesbezügliche Regelungen in den AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) im Bereich der Vertragspflichten der Versicherungsgesellschaft aufgeführt. Diese beinhalten in der Regel Ereignisse in Form von

  • Naturkatastrophen (Erdbeben, Unwetter, Vulkanausbrüche)
  • Streiks
  • Unruhen
  • Kriegen
  • Revolutionen
  • Sabotagen
  • Brände
  • erhebliche/umfangreiche Verkehrsunfälle

Höhere Gewalt wird versicherungstechnisch so ausgelegt, dass ein durch vorerwähnte Faktoren begründeter Schaden vorliegt, mit dem der Versicherungsnehmer nicht rechnen und die Entstehung des Schadens auch nicht verhindern konnte. Ansonsten trifft Versicherungsnehmer immer die Pflicht, einen Schaden möglichst zu vermeiden, zu verhindern oder abzuwenden. Handelt ein Versicherungsnehmer entgegen einem hohen Risiko, könnte der Versicherungsschutz aufgrund grober Fahrlässigkeit oder Verletzung der Obliegenheitspflicht entfallen.

Bei der Kfz-Versicherung muss der Fahrzeughalter nachweisen, dass ein Schaden aufgrund von höherer Gewalt entstanden ist. Kfz-Haftpflichtversicherungen übernehmen Schäden am Eigentum Dritter, die aufgrund von höherer Gewalt geschehen sind. Eigene Schäden am Fahrzeug sind davon nicht umfasst. Bei einer Teilkaskoversicherung und Vollkaskoversicherung können Schäden aufgrund von Naturkatastrophen mitversichert werden. Generell sollte bei der Absicherung von höherer Gewalt auf Ausschlusskriterien geachtet werden. Bei Sturmschäden setzen einige Versicherungsgesellschaften beispielsweise Windstärken von mindestens Stufe 8 voraus, bevor in die Leistung eingetreten wird. Die allgemeinen Vertragsbedingungen können zwischen den Gesellschaften und Tarifen stark variieren.

In anderen Versicherungsbereichen wird eine Leistungspflicht bei Schäden aufgrund höherer Gewalt ausgeschlossen. Im Bereich der Gebäudeabsicherung können zum Beispiel Elementarschadenversicherungen einen Teil der Risiken abdecken.

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Hochzeitsversicherung

Eine Hochzeitsversicherung wird von einigen Versicherungsgesellschaften angeboten, um eine geplante und anstehende Hochzeit vor Risiken abzusichern. Je nach Versicherung und Tarif leistet die Hochzeitsversicherung bei einem Ausfall der Hochzeit oder auch bei Änderungen in der Durchführung der Feierlichkeiten.

Zu den abgesicherten Risiken gehören häufig:

  • Krankheit oder Tod von Braut, Bräutigam, eingetragenem Lebenspartner, Elternteil, Geschwistern, Trauzeugen oder einem anderen direkten Angehörigen.
  • Probleme bei der Anreise von Braut, Bräutigam, eingetragenem Lebenspartner oder der direkten Familie.
  • Wegfall der Veranstaltungsräumlichkeiten durch Feuer, Wasser oder andere unvorhersehbare Ereignisse.
  • Insolvenz des Anbieters oder Ausrichters und damit auch Ausfall einer bereits geleisteten Anzahlung.
  • Ausfall oder Überbuchung eines Dienstleisters; beispielsweise des Hochzeitsfotografen.
  • Je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif auch schlechtes Wetter, wobei hier auch eine separate Hochzeitswetterversicherung in Betracht kommt.

Es gibt sogar Versicherungsgesellschaften, die eine Hochzeitsversicherung inklusive Leistungen bei einer unerwarteten Schwangerschaft der Braut anbieten oder aber Schäden am Eigentum des künftigen Ehepaares ausgleichen. Der Geltungsbereich kann auch den Verlust oder die Nichtlieferung der Hochzeitsroben, der Trauringe und von anderen typischen Gegenständen umfassen.

Eine Hochzeitsversicherung erstattet im Schadenfall in der Regel nicht die kompletten Hochzeitskosten, sondern nur die bereits ausgelegten Kosten und Stornokosten. Sinnvoll kann eine Hochzeitsversicherung also dann sein, wenn eine besonders teure Hochzeitsfeier geplant und daher hohe Fix- und Stornokosten sowie lange Kündigungsfristen mit Anbietern und Dienstleistern vereinbart worden sind.

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Höchstrechnungszins

Der Höchstrechnungszins wird auch Höchstbetrag für den Rechnungszins, Höchstzinssatz oder (fälschlicherweise) Garantiezins genannt. Der Höchstrechnungszins wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt. Dabei handelt es sich um den Zinssatz, den Versicherungsgesellschaften bei der Kalkulation der Deckungsrückstellungen maximal verwenden dürfen.

Der Höchstversicherungszins wird auch Garantiezins genannt, da er bei klassischen Lebensversicherungen und Rentenversicherungen, also nicht bei Fondspolicen angewendet wird. Der Höchstrechnungssitz stellt vor diesem Hintergrund den Zinssatz dar, den Versicherungsgesellschaften ihren Versicherungsnehmern maximal auf den im Beitrag enthaltenen Sparanteil zusagen dürfen. Lebensversicherungen garantieren ihren Versicherungsnehmern von Beginn des Versicherungsverhältnisses an eine gewisse Verzinsung des Sparanteils.

Festgelegt wird der Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen nach der Deckungsrückstellungsverordnung und für Krankenversicherungen nach der Kalkulationsverordnung. Eine Entscheidung, ob und wann eine Absenkung des Höchstrechnungszinses erfolgt, trifft das BMF (Bundesministerium der Finanzen) durch eine Änderung der Deckungsrückstellungsverordnung. Hierzu geben die DAV (Deutsche Aktuarvereinigung) und die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) unabhängig voneinander entsprechende Empfehlungen ab. Entgültiger Entscheidungsträger ist jedoch das BMF, das als Grundlage für die Ermittlung eines Höchstrechnungszinses die Renditen 10-jähriger europäischer Anleihen aus der öffentlichen Hand heranzieht. Der Höchstrechnungszins darf 60 % dieser Renditen nicht überschreiten.

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Synonyme - Höchstzinssatz,Höchstbetrag für den Rechnungszins
HIS

Beim kurz „HIS“ genannten Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft handelt es sich um ein im Interesse von Versicherungskunden geführtes Verzeichnis gegen Versicherungsbetrug und Versicherungsmissbrauch. Entwickelt wurde HIS erstmalig im Jahr 1993 und nach umfangreichen Änderungen von der informa HIS GmbH im Jahr 2011 in Betrieb genommen.

Das Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft soll als Hilfsmittel eingesetzt werden, damit Versicherungsgesellschaften die in Versicherungsanträgen erklärten Angaben überprüfen können. Auch soll HIS helfen, Schadenfälle mit Verdacht der Manipulation aufzuklären und zu verhindern. Hinweisen aus dem HIS kann die Versicherungsgesellschaft bei der Risiko- oder Leistungsfallprüfung nachgehen. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass sich redliche Versicherungsnehmer dann auch darauf verlassen können, dass die von ihnen geleisteten Prämien wirklich der Absicherung von versicherten Risiken dienen und keine unnötigen Kosten enthalten, die der Gesellschaft durch Missbrauch entstehen.

Eingetragen in das HIS werden die Daten von Versicherungsnehmern, versicherten Personen, Geschädigten, Zeugen, Gebäuden, Fahrzeugen und anderen Objekten. Die Eintragungen erfolgen zur Aufdeckung von Versicherungsbetrug und Missbrauch. Eintragungen werden in den Versicherungssparten Kfz-Versicherung, Unfallversicherung, Rechtsschutzversicherung, Sachversicherung, Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Transportversicherung, Reiserücktrittversicherung, Reisegepäckversicherung und Haftpflichtversicherung vorgenommen. Einträge in der PKV (Private Krankenversicherung) sind nicht vorgesehen. Das HIS ähnelt im Konzept dem Flensburger Verkehrsregister. Auch hier werden Punkte verteilt, Eintragungen vorgenommen und zur Risikoprüfung herangezogen. Die Einträge im HIS werden nach fünf Jahren gelöscht, sofern keine neue Meldung erfolgt.

Jeder Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit, jährlich eine unentgeltliche Auskunft über die eigenen im Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft gespeicherten Daten anzufordern.

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Synonyme - Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft
Hinterbliebenenrente

Die Hinterbliebenenrente ist eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie dient dazu, Hinterbliebene durch die Kompensation des wegfallenden Einkommens des verstorbenen Angehörigen finanziell abzusichern. Die Höhe der Hinterbliebenenrente wird im Einzelfall berechnet, da sie sich aus den gesetzlichen Rentenansprüchen des Verstorbenen ergibt.

Anspruch auf Hinterbliebenenrente haben Hinterbliebene, dessen verstorbener Partner mindestens fünf Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt oder aber vorzeitig einen Rentenanspruch erworben hat. Des Weiteren kommt es auf das familiäre Verhältnis zwischen Verstorbenen und Antragstellern an. Dies, zumal es mehrere Arten von Hinterbliebenenrenten gibt:

  • Witwenrente
    Eine Witwenrente kommt in Betracht, wenn ein Ehepartner verstirbt. Die Besonderheit bei der Witwenrente ist die Unterteilung in altem und neuem Recht nach Geburts- und Hochzeitsdaten. Eine weitere Abgrenzung erfolgt in eine kleine oder in eine große Witwenrente. Hier spielt die Altersgrenze eine übergeordnete Rolle, die sich kontinuierlich ändert. Bei Anspruch auf die große Witwenrente hat der Hinterbliebene entweder die Altersgrenze noch nicht erreicht oder noch ein minderjähriges Kind in der Erziehung, sodass die Rentenhöhe nach als altem Recht 60 % oder nach neuem Recht 55 % der Rentenansprüche des Verstorbenen beträgt. Hinterbliebene, die unterhalb der Altersgrenze liegen, können die kleine Witwenrente beantragen, die ein Viertel der Rentenansprüche des Verstorbenen ausmacht. Ist das Mindestalter erreicht, wird die kleine Rente in die große Witwenrente umgewandelt. Grundsätzlich wird die Witwenrente in den ersten drei Monaten nach dem Tod des Partners in voller Höhe ausgezahlt.

  • Waisenrente
    Eine Waisenrente kommt in Betracht, wenn ein Elternteil verstirbt. Bis zu ihrem 18. Geburtstag haben Kinder einen Anspruch auf Waisenrente, wenn ein Elternteil verstorben ist. In diesen Bereich fällt auch die Halbwaisenrente in einer Höhe von 10 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Versterben beide Elternteile, wird eine Vollwaisenrente in Höhe von 20 % der Rentenansprüche der Eltern ausgezahlt. Waisenrenten können auch über das 18. Lebensjahr hinaus weitergeführt werden, sofern eine Ausbildung, ein Bundesfreiwilligendienst, ein freiwilliges soziales Jahr durchgeführt wird oder eine Behinderung besteht. Liegen diese Voraussetzungen vor, kann eine Waisenrente bis zum 27. Lebensjahr ausgezahlt werden.

  • Erziehungsrente
    Eine Erziehungsrente wird hingegen nach einer Scheidung ausgezahlt. Ein Anspruch auf diese Art der Hinterbliebenenrente besteht dann, wenn gemeinsame und minderjährige Kinder zu dem Zeitpunkt vorhanden sind, an dem ein Ex-Ehepartner verstirbt. Natürlich gilt dies nur, wenn der hinterbliebene Partner die Kinder erzieht. Die Erziehungsrente wird bis zum 18. Geburtstag der Kinder ausgezahlt. Die Rente kann unbegrenzt ausgezahlt werden, wenn das jeweilige Kind unter einer Behinderung leidet.

Ein Antrag auf Hinterbliebenenrente sollte möglichst zeitnah nach dem Tod des Angehörigen gestellt werden. Unter Umständen; beispielsweise für den kurzfristigen Ausgleich von Beerdigungskosten, kann ein Vorschuss beantragt werden, der drei Monatsrenten als Einmalzahlung beinhaltet.

Ehepartner haben die Möglichkeit, ein Rentensplitting zu vereinbaren. In diesen Fällen wird eine verbindliche Entscheidung darüber getroffen, ob jeder nur seine selbst erarbeitete Rente ausgezahlt bekommt oder aber die Rentenansprüche geteilt werden sollen. Die Entscheidung für ein Rentensplitting, nach dem die Rentenansprüche beider Partner addiert und später je zur Hälfte ausgezahlt werden, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Entscheidung für ein Rentensplitting hebt die Ansprüche auf eine Hinterbliebenenrente auf. Auch nach dem Tod des Ehepartners wird dann keine zusätzliche Hinterbliebenenrente ausgezahlt.

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Heredität

Bei der Heredität handelt es sich um einen Fachbegriff aus der Medizin und Biologie, der sich mit der Vererbungslehre beschäftigt. Mit Heredität wird die Weitergabe von in den Genen befindlichen Erbanlagen von einer Generation an ihre Nachkommen beschrieben, wodurch ähnliche Merkmale und Eigenschaften begründet werden können. Als Grundlage der Erbanlagen wird die DNA als Erbsubstanz betrachtet.

Die Heredität ist demnach ein Bestandteil der tierischen und menschlichen Vererbungslehre sowie der pflanzlichen Genforschung. Gene können starke Eigenschaften vorweisen, die sich auch bei folgenden Generationen durchsetzen. Das Erbgut des Menschen hat beispielsweise einen Einfluss auf Hautfarbe, Haarfarbe, Größe, Gesichtsform, Körperform und Augenfarbe. Des Weiteren können auch Gesichtszüge, Begabungen, Talente und Intelligenz vererbt werden. Auf der anderen Seite betrifft Heredität jedoch auch die Vererbung von Krankheiten. Bestimmte Krankheiten können danach auch in Folgegenerationen wieder auftreten.

Aus diesem Grund hat die Heredität auch einen Einfluss auf das Versicherungswesen.

In Personenversicherungen können anomale Risiken nur unter erschwerten Bedingungen versichert werden. Ursachen von anomalen Risiken können Gesundheitszustände sein, die von der Norm abweichen oder aber körperliche und geistige Erkrankungen. Bei einigen Versicherungen wird auch eine Vorbelastung durch Heredität oder ein Beruf mit einer hohen Unfallwahrscheinlichkeit problematisch. Eine Folge dieser erschwerten Bedingungen könnte ein höherer Beitrag sein. Auch eine staffelweise Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme kommt in Betracht, sofern der Versicherungsfall in den ersten Jahren nach Vertragsschluss eintritt. Grundlage für die von der Versicherung zu treffende Entscheidung über anomale Risiken ist eine Risikoprüfung.

Der medizinische Begriff der Heredität beschreibt in diesem Zusammenhang die Überprüfung der gesundheitlichen Erbanlagen im Hinblick auf die eigene und die familiäre Krankengeschichte. Diese Prüfung erfolgt durch die Versicherungsgesellschaft bei Personenversicherungen wie etwa Lebensversicherungen im Rahmen einer möglichen Risikoübernahme.

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Synonyme - Erblichkeit, Vererbbarkeit, Vererbung,Heritabilität
Heilbehandlung

Nach der Definition handelt es sich bei einer Heilbehandlung um eine ärztliche Tätigkeit, die durch eine Krankheit verursacht worden ist, sofern die ärztliche Leistung in Art und Umfang in den Bereich der medizinisch notwendigen Krankenpflege fällt und auf eine Heilung, Verbesserung oder Linderung der Erkrankung abzielt.

Eine Heilbehandlung setzt also eine Heilung nicht zwingend voraus, sondern kann auch in den Bereich der Diagnose, Therapie, Prävention oder Rehabilitation fallen. Ausgeschlossen von den Heilbehandlungen werden je nach Anwendungsbereich kosmetische Verbesserungen, verschiedene Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Wichtig ist der Begriff der Heilbehandlung im Versicherungswesen.

Eine Heilbehandlung kann ambulant oder stationär erfolgen. Zu den ambulanten Heilbehandlungen gehören zum Beispiel ärztliche Untersuchungen und Beratungen (auch zahnmedizinisch), Therapien, Operationen, Medikamente, Verbandsmittel, Zahnersatz, Hilfsmittel und Heilmittel. Bei den stationären Heilbehandlungen handelt es sich um die Behandlung, Krankenpflege, Unterbringung und Verpflegung in einer dafür zugelassenen medizinischen Einrichtung.

In der GKV (gesetzlichen Krankenversicherung) haben Versicherte einen Anspruch auf Krankenbehandlungen und Heilbehandlungen, wenn sie erforderlich sind, um Krankheiten zu diagnostizieren, zu heilen, einer Verschlimmerung entgegenzuwirken oder damit verbundene Beschwerden zu lindern. Zu den Heilbehandlungen gehören hier auch die ärztlichen, zahnärztlichen und kieferorthopädischen Behandlungen sowie künstliche Befruchtungen.

Die PKV (private Krankenversicherung) ersetzt im Versicherungsfall je nach Vertrag und Tarif die Aufwendungen für Heilbehandlungen. Bei der Krankenhaustagegeldversicherung wird für stationäre Heilbehandlungen Krankenhaustagegeld ausgezahlt. In allen Fällen müssen die Heilbehandlungen medizinisch notwendig sein, die versicherte Person betreffen und eine Krankheit oder einen Unfall als Ursache haben. Versicherungsfälle beginnen mit der Heilbehandlung und enden nach einem medizinischen Befund, der aussagt, dass keine weitere Behandlungsbedürftigkeit mehr besteht.

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Haustiere

Nach der offiziellen Definition handelt es sich bei Haustieren um Tiere, die durch Domestikation aus ursprünglichen Wildtieren hervorgegangen sind. Haustiere werden sowohl als Nutztiere wie auch als Heimtiere gezüchtet und gehalten. Zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland gehören Katzen, Hunde, Kleintiere, Ziervögel sowie diverse Aquarien- und Terrarien-Bewohner.

Auch für Haustiere werden zahlreiche Versicherungen angeboten. Hierzu gehören

Tierkrankenversicherungen

Diese sollen die Gesundheit von Haustieren unterstützen und schützen. Bei einer Tierkrankenversicherung bezieht sich der Schutz auf die Erstattung von Kosten für veterinärmedizinische Behandlungen. Je nach Vertrag und Tarif können auch Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen unter den Versicherungsschutz gestellt werden. Separate OP-Kostenversicherungen für Haustiere übernehmen hingegen nur die Kosten für operative Eingriffe einschließlich der Nachbehandlung. Tierkrankenversicherungen leisten bis zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme. Versichert werden häufig nur gesunde Haustiere.

Tierhalterhaftpflichtversicherungen

Besonders wichtig kann jedoch eine Tierhalterhaftpflichtversicherung sein, was insbesondere für Hundehalter oder Pferdehalter gilt. Halter von Haustieren haften in unbegrenzter Höhe für Schäden, die ihr Haustier verursacht hat. Selbst bei „gut erzogenen“ Haustieren können Personen-, Sach- und Vermögensschäden niemals ausgeschlossen werden. Tierhalterhaftpflichtversicherung schützen Halter von Haustieren vor diesem finanziellen Risiko und übernehmen berechtigte Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche. Unberechtigte Forderungen wehrt die Tierhalterhaftpflichtversicherung auch im Namen des Versicherungsnehmers ab.
Tierhalterhaftpflichtversicherungen werden nach dem individuellen Bedürfnis nach Sicherheit abgeschlossen und können Versicherungssummen bis zu 30 Millionen Euro beinhalten. Unter den Versicherungsschutz fallen dann neben dem eigentlichen Halter des Haustiers auch Miteigentümer, Mithalter oder Betreuer bzw. Hüter.

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Synonyme - Haustierversicherung