Fachbegriffe-Versicherungen

Fachbegriffe aus der Versicherungsbranche

In unserem FAQ finden Sie häufig verwendete Fachbegriffe rund um den privaten, gewerblichen und gesetzlichen Versicherungsschutz. Wir haben die Begriffe möglichst einfach und umfassend erklärt. Darüber hinaus haben wir auch einiges an Fachvokabular aus dem Bereichen der Finanzen für Sie so beschrieben, dass Sie als Verbraucher damit auch etwas anfangen können.

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BegriffDefinition
Freizügigkeit

Zunächst ist Freizügigkeit ein Begriff aus dem EU-Recht und Grundgesetz, wonach jeder seinen Wohnsitz und Aufenthalt frei bestimmen und zu jeder Zeit ändern darf. Gemäß Artikel 11 GG haben generell alle Deutschen das Recht auf diese Freizügigkeit, die nur in besonderen Fällen und durch Gesetz beschränkt werden darf. Für Staatsangehörige der EU-Mitgliedsstaaten gilt das EU- Freizügigkeitsgesetz.

Bei der Freizügigkeit von Arbeitnehmern handelt es sich um das Recht, sich innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten in jedem Staat bewerben und auch arbeiten zu dürfen. Diese Form der Freizügigkeit hat den Charakter eines allgemeinen Beschränkungsverbotes.

Im Versicherungswesen bedeutet Freizügigkeit hingegen, dass bei der Deklaration mehrerer Versicherungsorte bei der Frage nach einer Vollversicherung oder Unterversicherung nach dem Verhältnis der gesamten Versicherungssumme zum gesamten Versicherungswert der versicherten Sachen zu entscheiden ist. Die versicherungstechnische Freizügigkeit ist insbesondere bei Feuer-Sachversicherungen und anderen Sachversicherungen von Bedeutung. Je nach Versicherungssparte und Versicherungsgesellschaft kann eine Freizügigkeit mit besonderen Entschädigungsgrenzen für die versicherten Orte vereinbart werden.

Freibetrag

Bei einem Freibetrag handelt es sich um einen steuerrechtlich relevanten Begriff. Wird ein Freibetrag gewährt, wird dieser Betrag von der Besteuerung freigestellt. Nur der Betrag, der den Freibetrag übersteigt, unterliegt dann der normalen Besteuerung. Häufig wird synonym auch der Begriff der Freigrenze verwendet, was jedoch nicht richtig ist. Wird eine bestimmte Freigrenze überschritten, muss der gesamte Betrag versteuert werden.

Die Gewährung von Freibeträgen erfolgt u.a. zur Abmilderung der steuerlichen Progression. Aber auch bei Umständen, die für Steuerpflichtige mit besonders hohen Ausgaben verbunden sind, können Freibeträge gewährt werden.

Freibeträge werden in der Regel bei der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Erbschaftsteuer gewährt. In der Lohn- und Einkommensteuer trägt der Grundfreibetrag dazu bei, dass ein Existenzminimum für Steuerpflichtige gewährleistet bleibt. Darüber hinaus werden auch bei der steuerlichen Einkünfteermittlung Freibeträge für Veräußerungsgewinne, Versorgungsausgaben, Altersentlastungsbeträge, Entlastungsbeträge für Alleinerziehende oder Sparer-Pauschalen gewährt. Zu den bekannten Freibeträgen gehört der Kinderfreibetrag, Betreuungsfreibetrag oder Ausbildungsfreibetrag.

Wird ein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, darf der Arbeitgeber das von ihm ausgezahlte Arbeitsentgelt um den Freibetrag vermindern und die Lohnsteuer nur auf den verbleibenden Betrag einbehalten. Durch die Eintragung von Freibeträgen auf der Steuerkarte erreichen Arbeitnehmer, dass die Steuerbelastung sich von vornherein am steuerpflichtigen Nettoeinkommen und nicht am Bruttoeinkommen orientiert. Es können u.a. Freibeträge für Sonderausgaben, Werbungskosten oder Pauschalen für Hinterbliebene und Behinderte auf der Steuerkarte eingetragen werden.

Fondssparplan

Bei einem Fondssparplan handelt es sich um einen Sparvertrag, bei dem regelmäßig in Investmentfonds eingezahlt wird. Fondssparpläne werden als vertragliche oder freie Sparmöglichkeiten angeboten. Häufig werben Filialbanken und Direktbanken mit Fondssparplänen, bei denen die Fonds frei gewählt werden können. Verträge mit regelmäßigen Einzahlungen bieten in der Regel Kostenvorteile gegenüber Sparplänen ohne Bindung. Sparer können bei Fondsgesellschaften, an der Börse durch den Erwerb von Anteilsscheinen oder durch Vermittlung eines Vermögensberaters oder einer Bank Anlagen vornehmen.

Beim Fondssparplan werden die erworbenen Anteilsscheine in einem Wertpapierdepot verwahrt. Bei Fondssparplänen mit Vertrag werden die Einzahlungen monatlich, vierteljährlich oder jährlich vorgenommen, was u.a. von der jeweiligen Fondsgesellschaft abhängt. Durch die Auswahl der jeweiligen Fonds können Fondssparpläne in Bezug auf Sicherheit, Rendite, Anlageschwerpunkte und Verfügbarkeit variieren. Gleiches gilt für die mit einem Fondssparplan verbundenen Kosten. Bei jeder Sparrate muss mit einem Ausgabeaufschlag für die Fonds gerechnet werden. Einkalkuliert werden müssen des Weiteren Verwaltungs-, Management-, Depot- und Bankgebühren, die individuell ausfallen können.

Durch die Geldanlage in Fonds können Sparer an der Wertentwicklung der jeweiligen Fonds teilhaben. Sie profitieren von Ausschüttungen und Dividenden bei Aktienfonds. Fondssparpläne werden neben Aktienfonds auch in Rentenfonds, Dachfonds, Indexfonds, Garantiefonds und Mischfonds angeboten. Je nach Fonds kann ein Fondssparplan auch mit einem Risiko einhergehen, der den allgemeinen Kursentwicklungen entspricht. Sparer können selbst entscheiden, in welche Fonds investiert werden soll. Fondssparpläne haben den Vorteil, dass sie ohne Kostenrisiko zu jedem Zeitpunkt pausiert oder beendet werden können. Bei Kursverlusten können Sparer den Fondssparplan demnach auch vorzeitig auflösen, wobei dann jedoch mit Verlusten gerechnet werden muss.

Mit Ausnahme von Riester-Fondssparplänen können Sparer am Ende der Sparphase frei über das angesparte Geld verfügen. Sie können zwischen einer Auszahlung als Einmalsumme oder monatlichen Rentenzahlungen im Rahmen eines Auszahlungsplanes wählen.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Fondsgebundene Lebensversicherungen gehören zu den Kapitallebensversicherungen. Sie bieten Zahlungen und Altersrenten an Versicherungsnehmer oder Angehörige, falls Versicherungsnehmer vor Ablauf des Vertrages versterben. Ein Unterschied zur klassischen Lebensversicherung besteht bei der fondsgebundenen Variante im Wegfall der Garantieverzinsung. Durch die Anlage der Beiträge in Fonds sind jedoch hohe Renditen möglich.

Die Beiträge für die fondsgebundene Lebensversicherung werden in Investmentfonds angelegt. Versicherungsnehmer können so von den Wertsteigerungen der Kapitalmärkte profitieren. Bei den Fonds kann es sich um Aktienfonds, Rentenfonds oder Mischfonds handeln. Fondsgebundene Lebensversicherungen mit Investments in Rentenfonds sind auf Sicherheit ausgelegt. Sie sind mit einem geringen Risiko verbunden; bieten aber auch vergleichsweise wenig Rendite. Bei Aktienfonds haben Versicherungsnehmer Chancen auf höhere Renditen, wobei sie aber durch ungünstige Marktbedingungen auch Geld verlieren könnten. Um das Risiko zu streuen, greifen viele Anbieter von fondsgebundenen Lebensversicherungen daher auf Mischfonds zurück.

Sofern Versicherungsnehmer eine fondsgebundene Lebensversicherung mit einer Vertragslaufzeit von mindestens zwölf Jahren abgeschlossen haben, die frühestens ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt wird, gelten für die Auszahlungsphase Steuervorteile. In diesen Fällen müssen Versicherungsnehmer nur den halben Gewinn aus Auszahlungssumme abzüglich Beiträgen versteuern. Alle anderen entrichten 25 % Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer vom Gewinn an das Finanzamt. Eine Angabe der fondsgebundenen Lebensversicherung als Sonderausgabe ist in der Einkommenssteuererklärung nicht möglich.

Folgeprämienverzug

Zu einem Folgeprämienverzug kann es kommen, wenn ein Versicherungsnehmer eine Folgeprämie für einen Versicherungsvertrag nicht oder nicht fristgerecht ausgleicht. Zu Folgeprämien zählen die Prämien, die aus zeitlicher Sicht nach der Erstprämie entrichtet werden müssen. Geregelt wird der Folgeprämienverzug und seine Folgen in § 38 Versicherungsvertragsgesetz. Denn im schlechtesten Fall deckt die Versicherung einen nach dem Folgeprämienverzug entstandenen Schaden nicht ab und hat das Recht, den Versicherungsvertrag zu kündigen.

Wird eine Folgeprämie nicht fristgerecht ausgeglichen, übermittelt die Versicherungsgesellschaft dem säumigen Versicherungsnehmer eine schriftliche Mahnung. In der Regel enthält diese eine Zahlungsfrist von zwei Wochen oder – je nach Versicherungssparte – einen längeren Zeitraum. Des Weiteren weist die Versicherungsgesellschaft darauf hin, welche Konsequenzen folgen, sofern die Folgeprämie innerhalb der Zahlungsfrist nicht gezahlt wird. Hierzu gehört die Leistungsfreistellung der Versicherungsgesellschaft im Schadensfall oder die Auflösung des Versicherungsverhältnisses. Voraussetzung für die Kündigung des Versicherungsvertrages ist die schriftliche Mitteilung der Versicherungsgesellschaft über die Konsequenzen des Folgeprämienverzugs. Wird die Folgeprämie innerhalb der gesetzten Frist nicht bezahlt, kann die Versicherung eine fristlose Kündigung aussprechen.

Wird die noch ausstehende Prämie nach dem Mahnschreiben ausgeglichen, kann die Versicherungsgesellschaft die Kündigung zurücknehmen und das Versicherungsverhältnis wieder aktivieren. Die wegen dem Folgeprämienverzug bei der Versicherungsgesellschaft entstandenen Kosten und Zinsen hat der Versicherungsnehmer auszugleichen.

Synonyme - Prämienzahlungsverzug
Folgeprämie

Bei der Folgeprämie oder dem Folgebeitrag handelt es sich um die Prämien, die aus zeitlicher Sicht nach der Erstprämie fällig werden. Von Folgeprämien wird gesprochen, wenn für eine Versicherung mehr als ein Abrechnungszeitraum vereinbart wird oder jährlich mehrmalige Prämienzahlungen Grundlage des Versicherungsverhältnisses sind. Durch den Ausgleich der Folgeprämie leistet ein Versicherungsnehmer seinen Beitrag zur unveränderten Weiterführung des Versicherungsverhältnisses.

Steigen Versicherungsprämien um nicht unwesentliche Beträge an, könnten Versicherungsnehmer unter Umständen von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Neukalkulationen von Folgeprämien werden in Versicherungsbereichen durchgeführt, in denen sich die Risiken und Einflussfaktoren regelmäßig ändern. Dies gilt beispielweise für Gebäudeversicherungen oder Kfz-Haftpflichtversicherungen.

Wird eine Folgeprämie nicht fristgerecht ausgeglichen, kann die Versicherungsgesellschaft dem Versicherungsnehmer auf seine Kosten eine Frist setzen und die Rechtsfolgen für den Fall der Nichtzahlung bestimmen. Diese Zahlungsfrist muss je nach Versicherungssparte mindestens zwei Wochen betragen.

Wurde die Folgeprämie innerhalb der von der Versicherungsgesellschaft gesetzten Frist nicht bezahlt, ist die Versicherungsgesellschaft wegen des Prämienverzugs von der Leistung im Schadensfall freigestellt. Des Weiteren kann die Versicherung den Versicherungsvertrag bei Prämienverzug der Folgeprämie fristlos kündigen. Der Versicherungsgesellschaft steht bei vorzeitiger Beendigung eine Teilprämie für die Dauer des Versicherungsschutzes zu.

Synonyme - Folgebeitrag
Festverzinsliche Wertpapiere

Festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen, Obligationen, Schuldverschreibungen,Rentenpapiere) werden von Anlegern als Spekulationsmöglichkeit betrachtet, die auf eine höhere Sicherheit Wert legen. Festverzinsliche Wertpapiere werden in verschiedenen Formen – in der Regel als Anleihen -  und aus unterschiedlichen Gründen ausgegeben. Gemeinsam haben sie, dass sie Investoren und Anlegern eine kalkulierbare und feste Rendite bringen.

Kapitalanleger sind immer an einer möglichst hohen Rendite interessiert, die jedoch bei langfristigen Anleihen nicht immer berechenbar ist. Um langfristig mit Anleihen planen zu können, greifen viele auf festverzinsliche Wertpapiere zurück. Grundsätzlich handelt es sich bei festverzinslichen Wertpapieren um Anleihen, durch die ein Unternehmen einen Kredit bei seinen Anlegern aufnimmt und diesen später inklusive Zinsen zurückzahlt. Zu den bekannten festverzinslichen Wertpapieren gehören Unternehmensanleihen, die von Unternehmen an Investoren ausgegeben werden. Über die langfristige Anleiheform der Genussscheine erhalten Kapitalanleger hingegen ein Recht auf regelmäßige Zinsausschüttungen. Zu den festverzinslichen Wertpapieren gehören auch Pfandbriefe, bei denen zusätzlich Grundstücke und Immobilien als Sicherheiten angegeben werden. Die bekannteste Form der festverzinslichen Wertpapiere sind jedoch Staatsanleihen. Staatsanleihen werden vom Staat ausgegeben, der dadurch seinen Haushalt finanziert. Zu ähnlichen Konditionen und Bedingungen werden übrigens auch Kommunalanleihen oder Länderanleihen ausgegeben.

Es gibt noch viele weitere Anleihen, die als festverzinsliche Wertpapiere aufgeführt werden. Der Begriff „Wertpapier“ ist dabei irreführend, da der Investor trotz Annahme der Anleihe kein Mitspracherecht erhält. Dies ist einer der größten Unterschiede von festverzinslichen Wertpapieren zu Aktien, was jedoch gleichzeitig auch die Risiken der freien Aktienmärkte ausschließt. Investoren erhalten bei festverzinslichen Wertpapieren Sicherheiten, auf die sie im Insolvenzfall zurückgreifen können. Auch aus diesem Grund gelten festverzinsliche Wertpapiere als sicher. Die Sicherheit kann durch Investments in Fonds gesteigert werden, in denen mehrere Arten von festverzinslichen Wertpapieren gebündelt sind und sich die Risiken dementsprechend verteilen.

Synonyme - Anleihen, Obligationen, Schuldverschreibungen, Rentenpapiere,Pfandbriefe,Staatsanleihen
Festgeld

Mit Festgeld wird eine Möglichkeit der Geldanlage bezeichnet, bei der Geld für einen vorab vereinbarten Zeitraum zu einem bestimmten Zinssatz fest angelegt wird. Am Ende der Laufzeit bekommen die Kapitalanleger ihr angelegtes Geld nebst erwirtschafteter Zinsen zurück. Vor dem Laufzeitende können sie aber in der Regel nicht über das Geld verfügen. Festgeld kann zu variablen Konditionen angelegt werden, was Laufzeiten und Zinssätze betrifft.

Ein wesentlicher Unterschied zum Tagesgeld ist die Mindestanlagezeit bei Festgeld von mindestens 30 Tagen. Tagesgeldkonten werden errichtet, um täglich über fälliges Geld verfügen zu können. Bei dieser Anlageform wird das Geld demnach kurzfristig „geparkt“. Bei Festgeldanlagen beträgt die Mindestlaufzeit jedoch 30 Tage und es werden Laufzeiten bis zu sechs Jahre angeboten, wobei auch noch längere Vertragsdauern möglich sind. Für alle Laufzeitmodelle werden Konditionstableaus zur Darstellung der Zinssätze präsentiert. Die Vereinbarung individueller Konditionen ist jedoch auch möglich.

Festgeldanlagen werden zu Zinssätzen angeboten, die sich am aktuellen Geld- und Kapitalmarkt orientieren. Vorgegeben werden die Zinssätze vom Leitzins der Europäischen Zentralbank. Darüber hinaus hat auch die vereinbarte Laufzeit einen Einfluss auf den Zinssatz. Der Zinssatz für Festgeld steigt mit der Laufzeit. Dies ist darin begründet, dass die Banken bei längeren Laufzeiten auch länger mit dem festgelegten Geld arbeiten können. Letztendlich steigen die Festgeldzinsen des Weiteren mit der Höhe des Anlagebetrages. Umso mehr Geld fest angelegt wird, desto höher fallen demnach auch die Zinsen aus.

Festgeld gilt als eine sichere Kapitalanlage, da sie von Banken angeboten wird und keinen Kursrisiken unterliegt. Bis zu Beträgen von 100.000,00 € werden Festgeldanlagen darüber hinaus durch die Einlagensicherung abgesichert. Im Gegensatz zum Sparbuch profitieren Anleger beim Festgeld von einer höheren Verzinsung. Ein Nachteil von Festgeldanlagen könnte sein, dass während der Laufzeit nicht über das Geld verfügt werden kann. Eine vorzeitige Beendigung der Festgeldanlage ist häufig nur mit Zustimmung der Bank und Zinsverlusten möglich.

Synonyme - Festgeldanlage,Termingeld, Termineinlagen, Termindepositen
Expertise

Eine Expertise ist ein von einem Experten in einem Fachgebiet verfasstes Gutachten über einen bestimmten Sachverhalt. Häufig wird mit Expertise aber auch die Kompetenz des jeweiligen Experten umschrieben. Wenn jemand „über Expertise verfügt“ ist damit gemeint, dass gutachterliche Fähigkeiten, Erfahrungen und Fachkenntnisse vorhanden sind. Börsenmakler bieten beispielsweise ihre Expertise an, um Interessenten bei der Auswahl von Anlagen und Investments zu unterstützen. Derartige Finanzexpertisen befassen sich mit Details aus Wirtschaft und Finanzwesen. Ein Beispiel für eine Finanzexpertise ist die Aktienanalyse.

Expertisen basieren häufig auf akademischen, beruflichen, künstlerischen, motorischen oder spielerischen Fachgebieten. Expertisen können sowohl vergangene Sachverhalte als auch Prognosen für die Zukunft beinhalten.

Europäische Zentralbank

Bei der mit „EZB“ abgekürzten Europäischen Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main handelt es sich um eine Zentralbank der 19 EU-Mitgliedsstaaten, die an der Einführung des Euros beteiligt waren. Wichtigste Aufgabe der Europäischen Zentralbank ist der Erhalt der Kaufkraft des Euros als gemeinsame Währung, um innerhalb des Euroraums eine konstante Preisstabilität zu gewährleisten. Des Weiteren führt die EZB Devisengeschäfte durch und verwaltet Währungsreserven der Mitgliedsstaaten.

Die Europäische Zentralbank ist ein offizielles Organ der Europäischen Union und gilt als zentrale Institution in allen Bereichen des Eurosystems. Die EZB ist u.a. für die Bankenaufsicht zuständig und mit der Festlegung sowie Durchführung der Geldpolitik betraut. Die Aufgaben der Europäischen Zentralbank sind im AEU-Vertrag (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union) festgelegt. Hierzu gehört auch die Förderung von Zahlungssystemen, um reibungslose Abläufe zu gewährleisten.

Ausschließlich der Europäischen Zentralbank obliegt das Genehmigungsrecht, ob Banknoten innerhalb des Euroraums ausgegeben werden dürfen. Für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben erhebt die EZB statistische Daten.

Da die Europäische Zentralbank dem Wohl der Einwohner Europas unterstellt ist, legt sie vor dem Europäischen Parlament formell Rechenschaft ab. Zu dieser Rechenschaftspflicht gehört die Veröffentlichung eines Jahresberichtes. Zusätzlich werden regelmäßig Wirtschaftsberichte veröffentlicht, Pressekonferenzen abgehalten und weitere Informationen bereitgestellt.

Synonyme - EZB
Erwerbsminderungsrente

Wenn ein Versicherter der gesetzlichen Rentenversicherung aus gesundheitlichen Gründen auf Dauer nicht mehr arbeiten kann, hat er unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

Aufgrund eines Unfalles oder einer schwerwiegenden Erkrankung können Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren. Sie sind dann nicht mehr in der Lage, ihrer Arbeit nachzugehen. Um den Wegfall des Einkommens abzumildern springt bei gesetzlich Versicherten die Rentenversicherung ein. Seit dem Jahr 2001 zahlt die Rentenversicherung Erwerbsminderungsrente für den Fall, dass ein Arbeitnehmer dauerhaft nicht mehr arbeiten kann. Die Erwerbsminderungsrente hat damit das System aus Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsrente abgelöst.

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente richtet sich danach, wie lange ein Versicherter noch am Tag arbeiten kann. Kann der Versicherte nur noch bis zu drei Stunden pro Tag arbeiten, erhält er die volle Erwerbsminderungsrente. Kann er jedoch zwischen drei und sechs Stunden am Tag arbeiten, erhält er die halbe Erwerbsminderungsrente. Dies, weil davon ausgegangen wird, dass die Aufnahme einer entsprechenden Teilzeitarbeit möglich ist. Unabhängig von Qualifikation und Berufserfahrung muss dann auch das Angebot einer Teilzeitstelle angenommen werden. Kann keine entsprechende Arbeitsstelle gefunden werden, besteht mitunter Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung wird also zwischen voller und teilweiser Erwerbsminderung unterschieden.

Entscheidend für den Erhalt der Erwerbsminderungsrente ist der gesundheitliche Zustand, der es unmöglich macht, in irgendeinem Beruf zu arbeiten. Eine Ausnahme besteht nur für Versicherte, die vor 1961 geboren worden sind. In diesen Fällen ist der tatsächlich erlernte und ausgeübte Beruf maßgebend. Die Erwerbsminderungsrente reicht in der Regel nicht aus, um ein Leben im vorherigen Standard zu führen. Eine Alternative, um potenzielle Lücken zu schließen, bietet eine gesonderte Berufsunfähigkeitsversicherung.

Erweiterte Einlösungsklausel

Im Regelfall beginnt der Versicherungsschutz mit dem Zeitpunkt, an dem die Versicherungsgesellschaft den Zahlungseingang der ersten Prämie feststellen konnte. Je nach Versicherungssparte und Versicherungsvertrag kann der Versicherungsschutz auch durch die erweiterte Einlösungsklausel sofort oder ab einem vereinbarten Zeitpunkt beginnen. Auch in diesen Fall muss die erste Prämie unverzüglich nach Erhalt der Rechnung bzw. der Versicherungsdokumente – häufig innerhalb von 14 Tagen – ausgeglichen werden. Durch die erweiterte Einlösungsklausel werden Lücken im Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Die erweiterte Einlösungsklausel ist in vielen Versicherungsbedingungen bereits enthalten. Ist dies nicht der Fall, sollten Vermittler oder Kunden auf die Klausel oder die Vereinbarung einer vorläufigen Deckung hinweisen. Durch die erweiterte Einlösungsklausel wird aus rechtlicher Sicht der materielle mit dem technischen Versicherungsbeginn zusammengefasst. Durch die erweiterte Einlösungsklausel lässt sich der Versicherungsbeginn individuell festlegen, damit unabhängig von der Prämienzahlung Versicherungsschutz besteht.

Im Gegensatz zur erweiterten Einlösungsklausel wird bei der einfachen oder strengen Einlösungsklausel keine besondere Regelung getroffen. In diesen Fällen beginnt der Versicherungsschutz dann, wenn die Prämie gezahlt worden ist. Da der Versicherungsschein erst mit dem Ausgleich des Beitrages eingelöst wird, heißt diese Regelung umgangssprachlich auch Einlösungsprinzip.

Erstrisikoversicherung

Eine Erstrisikoversicherung wird auch Versicherung auf erstes Risiko oder erste Gefahr genannt. Bei der Erstrisikoversicherung wird die Versicherungsleistung durch die Versicherungssumme begrenzt. Die Versicherungsgesellschaft trägt in diesem Fall das bis zu diesem Limit als Obergrenze dienende Risiko im Falle eines Schadens, das dann als Erstrisiko bezeichnet wird. Tritt ein Schaden ein, der über die Versicherungssumme hinausgeht, trägt dafür der Versicherungsnehmer das Risiko. Das die Versicherungssumme übersteigende Risiko wird daher auch Zweitrisiko genannt. Je nach Versicherungssparte ist es möglich, das Zweitrisiko anderweitig zu versichern. Die Erstrisikoversicherung hat den Charakter einer Interessenversicherung, bei der ein Versicherungswert nicht angegeben wird und dadurch eine Unterversicherung ausgeschlossen werden kann.

Erstrisikoversicherungen werden in die Schadens- und Summenversicherungen eingeordnet. Sie sind dann sinnvoll, wenn ein genauer Versicherungswert nicht kalkuliert oder bestimmt werden kann. In vielen Fällen werden Erstrisikoversicherungen im Bereich der Haftpflichtversicherungen, Kfz-Haftpflichtversicherungen oder Rechtsschutzversicherungen abgeschlossen. In diesen Versicherungssparten können Schäden theoretisch in unbegrenzten Höhen eintreten. Bei Sachversicherungen werden Erstrisikoversicherungen nur dann abgeschlossen, wenn genaue Versicherungswerte nicht beziffert werden können. Dies gilt beispielsweise für Kostenpositionen wie Sachverständigengebühren, Ausstattungsersatz oder Aufräumkosten in der Feuerversicherung oder Hausratversicherung. In diesen Fällen dient eine Erstrisikoversicherung der Erleichterung bei der Regulierung.

Erstprämienverzug

In den Erstprämienverzug gelangen Versicherungsnehmer dann, wenn sie die erste Prämie nach Abschluss des Versicherungsvertrages nicht oder nicht rechtzeitig entrichten. Ein Erstprämienverzug kann die Kündigung oder den Rücktritt des Versicherungsvertrages seitens der Versicherung begründen. Auch im Schadensfall muss die Versicherungsgesellschaft nicht in die Leistung eintreten, wenn Erstprämienverzug besteht. Je nach Versicherungssparte sind Versicherungsgesellschaften aber verpflichtet, auf die Möglichkeit eines Erstprämienverzuges und dessen Folgen hinzuweisen. Seit dem 01.01.2018 sind Gesellschaften einiger Sparten angehalten, Versicherungsnehmer ausdrücklich und schriftlich auf die Folgen des Erstprämienverzuges hinzuweisen. Wird dies versäumt, so sind sie auch bei Nichtzahlung der Erstprämie leistungspflichtig.

Nach den Versicherungsbedingungen und den Vereinbarungen im Versicherungsvertrag sind Versicherungsnehmer verpflichtet, die Erstprämie innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes – in der Regel innerhalb von zwei Wochen – nach Erhalt der Versicherungsdokumente zu entrichten. Geht die Erstprämie nicht innerhalb dieser Frist bei der Versicherungsgesellschaft ein, besteht Erstprämienverzug. Die Versicherungsgesellschaft hat ab diesem Zeitpunkt das Recht, vom bereits geschlossenen Versicherungsvertrag zurückzutreten. Tritt in dem Zeitraum zwischen Zustellung der Versicherungsdokumente bis zum Ende der Zahlungsfrist ein Schaden beim Versicherungsnehmer ein, so unterliegt die Versicherung auch nicht der Leistungspflicht.

Die Folgen des Erstprämienverzuges treten jedoch nur dann ein, wenn der Versicherungsnehmer den Erstprämienverzug selbst verschuldet hat. Hat er keine Schuld und kann dies auch nachweisen, muss die Versicherungsgesellschaft ihrer Leistungspflicht nachkommen, auch wenn sie die Erstprämie nicht bis zum Stichtag erhalten hat. Zu den plausiblen Gründen für die unverschuldete Nichtzahlung der Erstprämie oder den fehlenden Eingang der Prämie bei der Versicherung gehören schwere Erkrankungen oder Bankirrtümer.

Versicherungsgesellschaften können nach einer vergeblichen Zahlungsaufforderung ihren Anspruch auf die Erstprämie per Klage oder Mahnbescheid geltend machen. In diesem Fall hat die Versicherung über den Betrag der Prämie hinaus auch einen Anspruch auf entstandene Kosten und Zinsen, die durch den Erstprämienverzug entstanden sind.

Erstprämie

Jeder Versicherungsvertrag ist an die Zahlung von Versicherungsprämien gebunden. Die Erstprämie stellt in der Regel die erste Prämie dar, die vom Versicherungsnehmer an die Versicherungsgesellschaft geleistet werden muss. Je nach Versicherungssparte kommt durch die Zahlung der Erstprämie der Versicherungsvertrag zwischen Versicherungsnehmer und Versicherungsgesellschaft erst bindend zustande. Wurde die Erstprämie ausgeglichen, wird dem Versicherungsnehmer die Versicherungspolice ausgehändigt oder übermittelt. Der Versicherungsschutz ist ab dem Zeitpunkt gewährleistet, an dem die Erstprämie bei der Versicherungsgesellschaft eingegangen ist.

Grundsätzlich kann sich eine Versicherungsgesellschaft ihrer Absicherungs- und Regulierungspflicht entziehen, wenn die Zahlung der Erstprämie nicht erfolgt ist. Versicherungen können vom Versicherungsvertrag zurücktreten, wenn die Erstprämie entweder gar nicht oder mit Verspätung ausgeglichen wurde. Dies jedoch nur dann, wenn der Versicherungsnehmer die Nichtzahlung der Erstprämie zu vertreten hat. Eine Ausnahme davon ist die Gewährung von vorläufigem Deckungsschutz oder aber eine Rückwärtsversicherung. Aber auch in diesen Fällen muss die Erstprämie innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Versicherungspolice entrichtet werden.

Wird eine Erstprämie nicht gezahlt, kann die Versicherungsgesellschaft ihren Anspruch innerhalb von drei Monaten gerichtlich geltend machen. Versicherungen sind im Schadensfall nicht verpflichtet, Schäden auszugleichen, wenn die Erstprämie nicht gezahlt worden ist. Auch Folgebeiträge müssen pünktlich monatlich, im Quartal oder jährlich entrichtet werden.

Synonyme - Erstbeitrag