Fachbegriffe-Versicherungen

Eine persönliche Beratung zu Versicherungen und deren Vermittlung kann in den Regionen Dessau-Roßlau, Bitterfeld-Wolfen, Zerbst, Halle, Leipzig und Magdeburg erfolgen, durch RGVM GmbH Breiteweg 46 39179 Barleben Amtsgericht: Stendal | HRB 21772 | Geschäftsführung: Robert Günther. Eingetragen als Versicherungsmakler mit einer Erlaubnis nach §34d Abs. 1 der Gewerbeordnung bei der zuständigen Behörde, und im Vermittlerregister unter der Registrierungsnummer D-P0ZO-PHYMB-96 registriert.

Telefonzentrale: 0340 530 952 03
Hier wird Ihr Anliegen aufgenommen und an den regional zuständigen Berater weitergeleitet, der dann zeitnah mit Ihnen Kontakt aufnehmen wird.

 

 

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Begriff Definition
Verletztengeld

Beim Verletztengeld handelt es sich in Deutschland um eine Entgeltersatzleistung von der gesetzlichen Unfallversicherung. Verletztengeld wird nach einem Arbeitsunfall oder bei einer Berufskrankheit gezahlt. Geregelt wird das Verletztengeld in §§ 45 ff SGB VII (Sozialgesetzbuch).

Tritt nach einem Arbeitsunfall oder durch eine Berufskrankheit eine Arbeitsunfähigkeit auf, zahlt die Berufsgenossenschaft nach Ablauf der üblichen Entgeltfortzahlung des Arbeitsgebers ein Verletztengeld. Die Zahlung kann auch während der Dauer einer medizinischen Rehabilitation erfolgen. Das Verletztengeld kann auch über Krankenkassen ausgezahlt werden. Dennoch ist es nicht mit dem Krankengeld der Krankenkassen gleichzustellen.

Das Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung macht 70 % des entgangenen, regelmäßigen Bruttoentgelts aus. Das Verletztengeld aus der gesetzlichen Unfallversicherung beträgt hingegen 80 % des Regelentgelts. Dabei darf das Verletztengeld nicht höher ausfallen als das regelmäßige Nettoarbeitsentgelt. Abgezogen werden vom Verletztengeld noch die Beiträge und Anteile zur Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung.

Verletztengeld erhalten alle Beschäftigten, aber auch Schüler oder Studenten, sofern sie zu Beginn der Arbeitsunfähigkeit einer entsprechenden bezahlten Beschäftigung nachgegangen sind. Eine Besonderheit bildet das Kinderpflege-Verletztengeld. Berufstätige Eltern erhalten dieses Verletztengeld, wenn der behandelnde Arzt es für erforderlich hält, dass die Eltern ihr verletztes Kind beaufsichtigen, betreuen sowie pflegen müssen und deshalb nicht zur Arbeit können. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und auch eine andere im Haushalt lebende Person das verletzte Kind nicht entsprechend versorgen kann. 

Das Verletztengeld hat in erster Linie die Aufgabe, ausfallendes Einkommen auszugleichen und den Lebensunterhalt von Verletzten und Angehörigen zu sichern. Es wird von dem Tage an gezahlt, an dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat. Also beginnt die Zahlung des Verletztengeldes in der Regel nach der Lohn- oder Gehaltsfortzahlung mit der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. Die Zahlung des Verletztengeldes wird dann am letzten Tag der Arbeitsunfähigkeit oder mit Beginn der Zahlung von Übergangsgeld wieder eingestellt. Kann die bisherige Tätigkeit nicht wieder aufgenommen werden und kommen auch keine Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben mehr in Betracht, endet die Zahlung des Verletztengeldes spätestens mit dem Ablauf der 78. Woche, aber nicht vor der Beendigung einer stationären Behandlung. Nimmt der Verletzte an einer Maßnahme für eine berufliche Rehabilitation teil, wird Übergangsgeld ausgezahlt.

Besondere Regelungen zum Verletztengeld sieht § 47 Abs. 5 SGB VII für Unternehmer sowie mitarbeitende Ehegatten vor. Bei sonstigen Personen, die zu Beginn der Arbeitsunfähigkeit Einkommen (beispielsweise durch Selbstständigkeit) erzielt haben, wird bei der Berechnung des Verletztengeldes der 360. Teil des im Jahr vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit erzielten Einkommens zugrundegelegt.

 

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Synonyme - Übergangsgeld
Verbundene Versicherung

 In einigen Versicherungssparten werden Versicherungen gegen bestimmte Gefahren in einer Kombinationsform angeboten. Unterschieden wird dabei zwischen verbundener und gebündelter Versicherung.

Durch eine verbundene Versicherung wird eine gleichzeitige Abdeckung von mehreren Gefahren erzielt. Die verbundene Versicherung erfolgt über einen einzigen Antrag und einheitliche AVB (Allgemeine Versicherungsbedingungen), sodass nach Antragsannahme auch nur eine Versicherungspolice ausgehändigt wird. Der spätere Ausschluss von Gefahren aus einer verbundenen Versicherung ist schwierig bis hin zu unmöglich, da ausgewählte Risiken in dieser Konstellation nicht einzeln gekündigt werden können. Eine Kündigung kommt in der Regel nur in Bezug auf den Gesamtvertrag in Betracht.

Verbundene Versicherungsverträge werden häufig für Hausratversicherungen abgeschlossen, die Risiken wie Brand, Blitzeinschlag, Leistungswasser, Einbruch, Sturm, Raub und Vandalismus verbinden. Optional lassen sich auch Risiken wie Wasserschäden, Fahrraddiebstähle oder Aquarien über die verbundene Versicherung absichern. Versicherungsnehmer müssen also abwägen, welche Risiken versichert werden sollen, wonach sich dann auch die Beitragshöhe berechnet. Der Ausgleich der Prämien erfolgt dann bei verbundenen Versicherungen für das ganze „Paket“. Im Bereich der Wohngebäudeversicherungen sind verbundene Versicherungen üblich.

Die verbundene Versicherung unterscheidet sich von der gebündelten Versicherung, bei der Versicherungsnehmer zwar auch nur eine Versicherungspolice ausgehändigt bekommen, aber die Gefahren über mehrere eigenständige Versicherungsverträge aufgeschlüsselt werden können. Gebündelte Versicherungen bündeln die Verträge nach ihrer thematischen Ähnlichkeit, gelten aber unabhängig voneinander. Auch die Beiträge werden bei der gebündelten Versicherung separat vereinbart, sodass einzelne Risiken auch aus dem Versicherungsschutz ausgekoppelt werden können. Die Verträge über einzelne Risiken können also gekündigt werden. Eine derartige Bündelung findet oft bei Wohngebäude- und Glasversicherungen statt, wobei die Glasversicherungen in diesen Fällen eine Zusatzversicherung darstellt.

 

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Synonyme - Kombinierte Versicherung
Unfall

Bei einem Unfall handelt es sich um ein plötzliches und von außen einwirkendes Ereignis, das zeitlich und örtlich bestimmbar ist und bei dem ein Mensch oder ein Tier unfreiwillig einen Schaden an Körper, Gesundheit oder sogar den Tod erleidet. Neben Unfällen mit Personenschäden gibt es auch Unfälle mit Sachschäden, bei denen Sachen unbeabsichtigt beschädigt werden.

Besonders häufig kommt es im Haushalt, im Straßenverkehr und beim Sport zu Unfällen. Neben Stürzen, Verbrennungen, Stichverletzungen oder Schnittverletzungen gehören auch Stromunfälle zu den typischen Unfallereignissen. Körper- und Gesundheitsschäden treten auch durch Maschinenunfälle, Hoch- und Tiefbau-Unfälle, Bergbauunfälle, Hochseeunfälle, Gebirgsunfälle, Wasserunfälle, Brandunfälle, Strahlenunfälle und Druckluftunfälle beim Tauchen auf. Ursache für einen Unfall ist in der Regel menschliches Versagen oder eine menschliche Fehlhandlung.

Gesetzliche Unfallversicherung

In der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) sind lediglich Arbeitsunfälle und unfallbedingte Berufskrankheiten versichert. Bei einem Arbeitsunfall handelt es sich nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) um Unfälle von Versicherten während oder infolge der einen Versicherungsschutz begründenden (und versicherten) Tätigkeit. Bei einem Arbeitsunfall handelt es sich um einen Unfall, der infolge der Ausübung der versicherten Tätigkeit entstanden ist. Versichert sind Unfälle bei der Arbeit und auf Dienstreisen, wobei auch von Arbeitgebern veranstaltete Ausflüge und Betriebsfeiern unter den Versicherungsschutz fallen.

Bei der gesetzlichen Unfallversicherung werden auch Wegeunfälle abgesichert. Hierbei handelt es sich um einen Unfall auf dem direkten Weg von zu Hause zur Arbeit und auf dem Heimweg. Der Versicherungsschutz gilt auch für nötige Umwege, wie etwa zur Unterbringung von Kindern, Umleitungen oder Fahrgemeinschaften. Wird auf dem Arbeitsweg jedoch etwas Privates „erledigt“, fällt dies nicht mehr unter den Versicherungsschutz.

Letztendlich sichert die gesetzliche Unfallversicherung auch Berufskrankheiten ab. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um Erkrankungen von Versicherten infolge der versicherten Tätigkeit handelt.

Siehe auch: perfektversichert.de/personenversicherungen/gesetzliche-unfallversicherung.html

Private Unfallversicherung

Im Bereich der privaten Unfallversicherung wird von Unfällen gesprochen, wenn Versicherungsnehmer durch plötzlich und von außen auf sie einwirkende Ereignisse unfreiwillig in ihrer Gesundheit geschädigt werden. Ein Leistungsanspruch wird von den Merkmalen „Ereignis“, „Gesundheitsschädigung“, „plötzlich“, „von außen“ und „unfreiwillig“ abhängig gemacht.

Über den klassischen Unfallbegriff hinaus fällt häufig auch der „erweiterte Unfallbegriff“. Hierbei handelt es sich um Ereignisse, die einem Unfall gleichgestellt werden können. Ein Beispiel: Zerrung oder Riss von Muskeln, Sehnen oder Bändern durch eine erhöhte Kraftanstrengung. Auch wenn hier durch das Fehlen des Merkmals „von außen“ nicht von einem Unfall gesprochen werden kann, wird das Ereignis als solcher eingestuft. Hier wird eine Unfallfiktion definiert, die auch auf andere Sachverhalte übertragen werden kann. Jede Versicherungsgesellschaft kann individuell entscheiden, welche Definitionen und Fiktionen anerkannt werden. Die Unfallfiktionen werden beispielsweise als „Gesundheitsschäden durch plötzlich einwirkende Dämpfe und Gase“ oder „unfreiwilliges Erfrieren“ bei Unfallversicherungen in den allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgeführt.

 

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Public Health

Public Health wird auch öffentliche Gesundheit, öffentliche Gesundheitspflege oder öffentliche Gesundheitsfürsorge genannt. Public Health gilt als Fachgebiet, dass sich mit der Gesundheit der ganzen Bevölkerung beschäftigt. Der Fokus bei Public Health liegt auf der Prävention von Krankheiten, der Gesundheitsförderung und der Verlängerung des Lebens. Zu Beginn ging es bei Public Health nur um die Eindämmung von Infektionskrankheiten. Erst später entwickelte sich daraus das umfassende Verständnis für die Verhinderung und Verbreitung von Krankheiten in der Gesamtbevölkerung.

Public Health umfasst verschiedene Fachbereiche. Hierzu gehören beispielsweise Prävention, Epidemiologie, Gesundheitsförderung, Sozialmedizin, Gesundheitsökonomie, Versorgungsforschung, Gesundheitsberichterstattung, Ethik und Gesundheitspolitik. Alle haben gemeinsam das Ziel der Gesunderhaltung der Bevölkerung. Die Gesundheit aller soll verbessert und gestärkt werden.

Nach Maßgabe von Public Health steht die Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund – nicht die Gesundheit von einzelnen Personen. Als Bereich der Gesundheitswissenschaften versammelt Public Health die Kompetenzen aus Medizin, Biowissenschaft und Pflegewissenschaft, um Bedingungen zu schaffen, die ein gesundes Leben für alle sicherstellen sollen. Ziel ist die bestmögliche gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung.

Anders als in klinischen Forschungen wird bei Public Health Forschungen ein größerer Bereich betrachtet. Dieser umfasst auch Umwelt, menschliche Biologie, Lebensweisen und Systeme der Gesundheitsversorgung. Die Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V. wurde 1997 von zahlreichen Institutionen, Fachgesellschaften und Organisationen aus Forschung, Lehre und Praxis gegründet.

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Prüfung der Erfolgsaussichten (RSV)

Rechtsschutzversicherungen prüfen im Falle eines Schadens zunächst die Erfolgsaussichten der juristischen Auseinandersetzung, bevor sie eine Kostenübernahme zusagen oder eben ablehnen. Versicherungsgesellschaften bleibt es vorbehalten, die Kostendeckung wegen mangelnder Erfolgsaussichten der rechtlichen Streitigkeit oder wegen Mutwilligkeit abzulehnen.

Die Prüfung der Erfolgsaussichten erfolgt nach tatsächlichen und rechtlichen Gesichtspunkten. Aus rechtlichen Gründen kann eine Kostenübernahme abgelehnt werden, wenn die dem Rechtsschutzbegehren zugrundeliegenden Tatsachen die rechtlichen Anforderungen nicht ausreichend erfüllen. Aus tatsächlichen Gründen lehnt eine Rechtsschutzversicherung die Übernahme der Kosten ab, wenn der Sachverhalt nicht bewiesen werden kann.

Grundsätzlich müssen der Rechtsschutzversicherung alle für die Prüfung der Erfolgsaussichten notwendigen Angaben vorgetragen werden. Bei Rechtsschutzversicherungen übernehmen zuständige Juristen oder juristisch ausgebildete Mitarbeiter die Prüfung der Erfolgsaussichten.

Eine Prüfung der Erfolgsaussichten wird auch im Bereich der Prozesskostenhilfe durchgeführt. Ausreichende Erfolgsaussichten sind auch hier Voraussetzung für die Bewilligung der Kostenübernahme.

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Provision

Bei einer Provision handelt es sich um eine häufig in Prozenten von einem Wert berechnete Vergütungsform für Dienstleistungen. Es ist aber auch möglich, dass beispielsweise Arbeitnehmer eine Provision als Zusatzleistung erhalten. So kann es sein, dass ein Arbeitnehmer durch eine Provision prozentual am Umsatz seines Arbeitgebers bei einem Projekt beteiligt wird. Des Weiteren können auch Handlungsgehilfen eine Provision zu ihrem festen Gehalt erhalten, um sie am Wert eines Einzelgeschäftes zu beteiligen.

Nach dem Handelsrecht darf jeder Kaufmann in Ausübung seines Handels bzw. Gewerbes, der einem Dritten gegenüber Dienstleistungen erbringt oder Geschäfte besorgt, auch ohne eine Vereinbarung eine übliche Provision berechnen. Handelsvertretern wird ebenfalls eine Provision bzw. Abschlussprovision gewährt. Dies gilt für abgeschlossene Geschäfte, die aufgrund der Tätigkeit des Handelsvertreters zustande gekommen sind. Es genügt bereits, dass durch den Handelsvertreter neue Kunden geworben wurden. Auch für Bezirksvertreter gelten diese Regelungen für Provisionen bei Direktgeschäften.

Die Höhe einer Provision richtet sich nach dem jeweiligen Vertrag. Gibt es keine vertragliche Vereinbarung, so gelten übliche Sätze. Bei der Provisionsberechnung wird der reine Rechnungsbetrag ohne Abzug von Aufschlägen oder Nachlässen in Ansatz gebracht. Provisionen können einmalig, monatlich, vierteljährlich oder nach Absprache auch in anderen Abständen berechnet werden.

Im Bankwesen gibt es Umsatzprovisionen, Überziehungsprovisionen und Kreditprovisionen. Alle Entgelte für technische und organisatorische Leistungen, die Banken ihren Kunden in Rechnung stellen, fallen unter die Provisionen. Oft wird auch der Begriff der Courtage für eine Provision genutzt, was zum Beispiel auf die Honorierung von Maklern zutrifft.

 

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Synonyme - Courtage
Prolongation

Der Begriff der Prolongation stammt von dem lateinischen Wort „prolungare“ ab, was mit „verlängern“ übersetzt werden kann. Von einer Prolongation wird gesprochen, wenn es um eine Verlängerung von einer bestehenden Baufinanzierung als Anschlussfinanzierung geht. Laufen Baufinanzierungen und Sollzinsbindungen aus, bleibt bei Erstfinanzierungen häufig eine Restschuld zur Zahlung offen. Diese Summe können Darlehensnehmer entweder aus eigenen Mitteln ausgleichen oder für die Baufinanzierung eine Anschlussfinanzierung mit neuer Zinsbindungsfrist abschließen.

Einige Monate vor Auslaufen der Baufinanzierung sollten Kreditnehmer mit ihrem Baufinanzierer über die Prolongation sprechen. Möglich ist auch, dass der Baufinanzierer vorab ein Angebot über eine Vertragsverlängerung übermittelt und die Konditionen dafür bereits vorschlägt. Bei Abschluss einer Prolongation bleiben die ursprünglichen Vertragsbedingungen bestehen. Nur Laufzeit und Sollzins werden neu vereinbart. Sofern die Prolongation beim gleichen Kreditinstitut durchgeführt wird, ist die Umsetzung unkompliziert und bedarf regelmäßig auch keiner Änderungen im Grundbuch.

Als Alternative zur Prolongation wird eine Umschuldung betrachtet. Hierbei wird jedoch ein neuer Kreditvertrag über die Restschuld der Baufinanzierung abgeschlossen, was häufig auch bei einem anderen Kreditinstitut erfolgt. Bei einer Umschuldung wird eine Eintragung bzw. Änderung des Grundbuchs erforderlich, weshalb auch erneut Notar- und Gerichtskosten anfallen. Als Vorteil einer Umschuldung könnten sich Zinsersparnisse oder kürzere Laufzeiten auswirken.

 

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Progression

Der Begriff der Progression kann mit „Fortschritt“ oder „Entwicklung“ übersetzt werden. Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften wird im Steuerrecht häufig der Begriff der Progression genutzt. Durch progressive Steuertarife müssen Menschen mit hohen Einkünften überproportional mehr Steuern zahlen als Geringverdiener.

Die Steuerprogression der Einkommensteuer soll der Gerechtigkeit dienen. Der Grundgedanke dahinter ist die Befriedigung von Grundbedürfnissen bei Menschen mit geringeren Einkünften. Bei Anstieg der Einkünfte steigen jedoch diese Bedürfnisse kaum an, sodass mehr Geld in Luxusgüter investiert werden kann. Aus Sicht des Staates können dann auch höhere Steuern zum Staatshaushalt geleistet werden.

Bei Versicherungen beschreibt der Begriff der Progression bei privaten Unfallversicherungen den überproportionalen Anstieg von Mehrleistungen im Falle von Invalidität. Je umfangreicher und intensiver der erlittene geistige oder körperliche Unfallschaden ausfällt, desto höher ist auch die Invaliditätsleistung – sofern eine Progression vereinbart worden ist. In diesen Fällen wird häufig ein Beitragszuschlag verlangt.

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Prognoserisiko

Generell beschreibt ein Prognoserisiko das Risiko, mit einer Vorhersage falsch zu liegen. In der Wirtschaft muss beispielsweise ein Unternehmer kontinuierlich Geschehnisse in der Zukunft vorhersagen, die für ihn finanzielle Risiken bedeuten könnten. Liegt ein Unternehmer mit seinen Vorhersagen und Schätzungen falsch, verwirklicht sich das Prognoserisiko. In der Regel bedeutet dies einen wirtschaftlichen Schaden durch Verschwendung von Ressourcen, zu viele Produkte, zu hohe Kosten und zu wenig Nutzen.

Prognoserisiken sind daher essentiell für wirtschaftliche Entscheidungen. Prognosen müssen so präzise wie möglich getroffen werden, damit das damit verbundene Prognoserisiko möglichst klein bleibt.

Das Prognoserisiko kann im juristischen Bereich bei Ansprüchen aus einem Verkehrsunfall vorkommen. Wer durch einen Verkehrsunfall einen Schaden erleidet, der hat gegen den Unfallverursacher Anspruch auf Schadensersatz. Der Verursacher muss den Geschädigten so stellen, als wäre dieser Unfall nie geschehen, was durch den Ausgleich von Mietwagenkosten, Reparaturkosten, Gutachterkosten und andere Positionen erfolgt. Schadensersatzansprüche dürfen jedoch nicht grenzenlos geltend gemacht werden. Eine Besserstellung oder Bereicherung soll durch das Wirtschaftlichkeitsgebot vermieden werden.

Reparaturkosten werden nur ersetzt, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll erscheinen. Übersteigen die Instandsetzungskosten den Wert des Fahrzeuges, muss entweder ein Teil der Reparaturkosten selbst übernommen oder ein anderes Fahrzeug angeschafft werden. Laien können in der Regel nicht beurteilen, welche Variante wirtschaftlicher ist, weshalb häufig Gutachter eingeschaltet werden. Das Prognoserisiko, dass die gewählte Schadensbeseitigung unwirtschaftlich ist, trägt der Unfallgeschädigte oder aber der beauftragte Sachverständige sowie die involvierte Fachwerkstatt. Treffen die Angaben des Sachverständigen im Gutachten nicht zu oder kostet eine Reparatur mehr als im Kostenvoranschlag beziffert, fällt dem Sachverständigen oder der Werkstatt das Prognoserisiko zu.

 

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Produktionsausfall

Von einem Produktionsausfall wird gesprochen, wenn Produktionsprozesse im Bereich von Produktionsmaschinen wegen des Einbaus fehlerhafter Zulieferteile nicht rechtzeitig wieder in Gang gesetzt und die Herstellungsprozesse fortgeführt werden können. Eine Haftung wegen Produktionsausfällen kann im Rahmen einer Produkthaftpflichtversicherung abgesichert werden.

Von einem Produktionsausfall kann auch bei einem Maschinenstillstand ausgegangen werden. Laufen Maschinen aufgrund von Instandhaltungsmaßnahmen, Reparaturen oder Störungen nicht den normalen Produktionsprozess durch, kommt es während dieser Stillstandszeiten zu einem Produktionsausfall. Zu den Produktionsausfallkosten, Maschinenstillstandskosten, Stillstandskosten oder Ausfallkosten gehören pagatorische Kosten, die beispielsweise bei Wiederaufnahme der Produktion anfallen, und Opportunitätskosten, die den entgangenen Gewinn beinhalten. Die Kosten sind abhängig von der Dauer des Produktionsausfalles.

Neben einer Produkthaftpflichtversicherung können auch Betriebsunterbrechungsversicherungen Schäden durch Produktionsausfälle absichern. Insbesondere Schäden durch plötzliche und unvorhersehbare Produktionsausfälle an wichtigen Maschinen werden von der Betriebsunterbrechungsversicherung aufgefangen. Häufig kommt es wegen Feuer, Sturm oder Hagel zu Defekten an Produktionsmaschinen. Die dadurch entgangenen Umsätze können von einer Betriebsunterbrechungsversicherung erstattet werden. Betriebsunterbrechungsversicherungen gehören zu den Ertragsausfallversicherungen und versichern Schadensursachen wie Hagel, Blitz, Feuer, Überschwemmung, Sturm, Vandalismus, Einbruch und Maschinenschäden.

Erstattet werden im Schadensfall der entgangene Gewinn, Gehälter und fortlaufende Zahlungen für die vereinbarte Haftungszeit. Es ist möglich, Betriebsunterbrechungsversicherungen in Kombination mit Geschäftsinhaltsversicherungen abzuschließen, die dann auch die Kosten für Aufräumarbeiten, Wiederaufbau oder einen Umzug tragen.

 

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