FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Altersrente für Schwerbehinderte

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen ist eine besondere Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie ermöglicht Versicherten mit einer anerkannten Schwerbehinderung unter bestimmten Voraussetzungen einen früheren Rentenbeginn als die Regelaltersrente.

Entscheidend sind drei Voraussetzungen: das Erreichen der maßgebenden Altersgrenze, ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 bei Rentenbeginn und eine Wartezeit von mindestens 35 Jahren.

Wann gilt ein Mensch für diese Altersrente als schwerbehindert?

Für die Altersrente muss bei Rentenbeginn eine anerkannte Schwerbehinderung mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 vorliegen. Ein Grad der Behinderung von weniger als 50 genügt nicht. Auch eine Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen reicht für diese Altersrente nicht aus.

Die Schwerbehinderung muss zum Zeitpunkt des Rentenbeginns bestehen. Fällt sie später weg, hat dies auf den bereits bestehenden Rentenanspruch grundsätzlich keinen Einfluss.

Welche Wartezeit muss erfüllt sein?

Voraussetzung ist eine Wartezeit von 35 Jahren. Für diese Wartezeit können unterschiedliche rentenrechtliche Zeiten berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere Pflichtbeiträge und freiwillige Beiträge sowie unter bestimmten Voraussetzungen Zeiten der Kindererziehung, Pflege, Krankheit oder Arbeitslosigkeit.

Auch Anrechnungszeiten, beispielsweise wegen einer Schul- oder Hochschulausbildung, können bei der 35-jährigen Wartezeit berücksichtigt werden. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viele Jahre tatsächlich Beiträge aus einer Beschäftigung gezahlt wurden.

Wann können schwerbehinderte Menschen abschlagsfrei in Rente gehen?

Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente für schwerbehinderte Menschen bei 65 Jahren. Damit können sie zwei Jahre früher abschlagsfrei in Rente gehen als mit der Regelaltersrente, deren Altersgrenze für diese Jahrgänge bei 67 Jahren liegt.

Für Versicherte der Geburtsjahrgänge 1952 bis 1963 gelten niedrigere Altersgrenzen, die schrittweise vom 63. auf das 65. Lebensjahr angehoben wurden. Einen Überblick über die verschiedenen Altersrenten und ihre Altersgrenzen finden Sie auf unserer Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Kann die Altersrente noch früher beginnen?

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen kann bis zu drei Jahre vor der jeweils maßgebenden abschlagsfreien Altersgrenze in Anspruch genommen werden. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 ist ein Rentenbeginn deshalb bereits ab 62 Jahren möglich.

Für jeden Monat des vorzeitigen Rentenbeginns wird die Rente dauerhaft um 0,3 Prozent gekürzt. Bei einem um drei Jahre vorgezogenen Rentenbeginn ergibt sich damit ein maximaler Rentenabschlag von 10,8 Prozent. Dieser Abschlag bleibt auch nach Erreichen der regulären Altersgrenze bestehen.

Wie wird die Altersrente für schwerbehinderte Menschen berechnet?

Für die Berechnung gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie bei anderen Altersrenten der gesetzlichen Rentenversicherung. Die monatliche Bruttorente ergibt sich aus den persönlichen Entgeltpunkten, dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert. Die persönlichen Entgeltpunkte berücksichtigen bereits den Zugangsfaktor und damit gegebenenfalls Abschläge für einen vorzeitigen Rentenbeginn.

Die Schwerbehinderung selbst führt nicht zu einem Zuschlag auf die erworbenen Rentenansprüche. Der Vorteil dieser Rentenart liegt vielmehr darin, dass die Altersrente bereits vor der Regelaltersgrenze abschlagsfrei oder noch früher mit begrenzten Abschlägen bezogen werden kann.

Ist die Altersrente für schwerbehinderte Menschen eine Erwerbsminderungsrente?

Nein. Schwerbehinderung und Erwerbsminderung sind unterschiedliche sozialrechtliche Begriffe. Ein Grad der Behinderung von mindestens 50 bedeutet nicht automatisch, dass eine Erwerbsminderung vorliegt. Umgekehrt kann eine Erwerbsminderung bestehen, ohne dass ein Grad der Behinderung von mindestens 50 festgestellt wurde.

Bei der Erwerbsminderungsrente steht im Mittelpunkt, wie viele Stunden ein Versicherter unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch arbeiten kann. Bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen kommt es dagegen auf den anerkannten Grad der Behinderung, die Wartezeit und die maßgebende Altersgrenze an.

Kann neben der Altersrente weitergearbeitet werden?

Seit 2023 bestehen bei Altersrenten keine Hinzuverdienstgrenzen mehr. Deshalb können auch Bezieher einer Altersrente für schwerbehinderte Menschen grundsätzlich weiterarbeiten und Erwerbseinkommen erzielen, ohne dass die Altersrente aufgrund dieses Hinzuverdienstes gekürzt wird.

Kann zusätzlich Grundsicherung bezogen werden?

Reichen Einkommen und Vermögen zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht aus, können ergänzende Sozialleistungen in Betracht kommen. Die Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII setzt grundsätzlich das Erreichen der maßgebenden Altersgrenze voraus. Wer die Altersrente für schwerbehinderte Menschen bereits vorher bezieht, erfüllt diese Voraussetzung allein durch den Rentenbezug noch nicht.

Vor Erreichen der Altersgrenze können abhängig von der Erwerbsfähigkeit und den persönlichen Verhältnissen andere existenzsichernde Leistungen infrage kommen. Die Altersrente wird bei der Bedürftigkeitsprüfung grundsätzlich als Einkommen berücksichtigt.

Wo wird die Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragt?

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird nicht automatisch gezahlt. Sie muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Die Schwerbehinderung muss bei Rentenbeginn nachgewiesen sein, beispielsweise durch einen Schwerbehindertenausweis oder einen entsprechenden Feststellungsbescheid.

Der Rentenantrag sollte rechtzeitig gestellt und der Versicherungsverlauf zuvor geprüft werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Fachseite Rentenleistungen beantragen.

Synonyme: Schwerbehindertenrente, Altersrente bei Schwerbehinderung, Rente für schwerbehinderte Menschen