Risiko-Sachversicherungen

Schadenfreiheitsklassen, Regional- und Typklassen

Bei der Berechnung Ihrer KFZ-Versicherung gibt es diverse Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen. Neben dem zu versichernden Fahrzeug selber, dem Wohnort und der eigenen Fahrleistung im Jahr, ist es vor allem die Schadenfreiheitsklasse, die von Bedeutung ist. Diese ist maßgeblich darüber entscheidend, wie hoch Ihre Versicherungsprämie für die Haftpflicht und Vollkaskoversicherung sein wird. Für eine Teilkasko-Versicherung hat die Schadenfreiheitsklasse keine Relevanz. Die Schadenfreiheitsklasse wird auch als SF-Klasse gekennzeichnet und gibt Auskunft darüber, wie viele Jahre Sie bereits unfallfrei gefahren sind. Ein bestehendes Versicherungsverhältnis wird dafür als Grundlage herangezogen und dementsprechend erfolgt Ihre Einstufung.

Generell kann man somit sagen, dass die Schadenfreiheitsklasse das eigene Fahrverhalten widerspiegelt. Die Schadenfreiheitsklasse wird einheitlich festgesetzt und entspricht dem Muster „Schadenfreie Jahre = Schadenfreiheitsklasse“ – also zum Beispiel: 8 Jahre unfallfreies fahren = SF-Klasse 8.

Was ist der Schadenfreiheitsrabatt?

Von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich ist jedoch die tarifliche Einordnung der Beitragssätze. Dies wird als Schadenfreiheitsrabatt bezeichnet und kann somit deutliche Kostenunterschiede mit sich bringen. In einer Schadenfreiheitsklasse kann zum Beispiel Versicherer A einen Schadenfreiheitsrabatt von 25 Prozent gewähren, während Versicherer B 40 Prozent Rabatt gewährt.

Zusätzlich zur Schadenfreiheitsklasse sind auch noch die Schadenklassen S sowie M von Bedeutung. Wer durch einen Unfall oder eine allgemeine Schadenregulierung in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft wird, wird gleichzeitig auch in eine Schadenklasse eingestuft. Fährt man bereits –beispielsweise durch mehrfache Schadenregulierungen – in einer niedrigen Schadenfreiheitsklasse, wird man generell in eine Schadenklasse eingestuft.

Relevant sind außerdem auch die Typklasse und Regionalklasse

Eine KFZ-Versicherung nimmt als Grundlage zur Berechnung der KFZ-Versicherungsprämien immer auch noch andere Faktoren zur Hand. Dazu zählen unter anderem die Typklasse (des Fahrzeugs) sowie die Regionalklasse (des Wohnorts). Der Einfluss der einzelnen Faktoren ist bei jedem Versicherer unterschiedlich, allerdings ist die SF-Klasse meist deutlich relevanter als die Typ- oder Regionalklasse. Als Autofahrer hat man auf diese beiden Aspekte jedoch auch nur begrenzt einen Einfluss.

Die Typklasse

Um mit Hilfe der Typklasse die Beiträge für die KFZ-Versicherung berechnen zu können, ziehen die Versicherer die Unfallbilanzen der einzelnen Fahrzeugmodelle in Deutschland zurate. Es gibt in Deutschland mehr als 20.000 zugelassene Fahrzeug-Modelle. Je seltener ein Fahrzeugmodell in einen Unfall verwickelt ist oder je weniger Schäden bei einem Fahrzeugmodell durch die Versicherer reguliert werden müssen, desto niedriger wird das Modell in der Typklasse eingestuft. Ebenso verhält es sich, wenn ein Modell in einem Jahr häufiger in Unfälle verwickelt ist – dann erfolgt eine Hochstufung.

Eine höhere Einstufung in der Typklasse hat in der Regel auch einen entsprechenden Einfluss auf die Versicherungsbeiträge. Für die Einstufung in der Typklasse spielen neben Unfällen auch Diebstähle, Schäden an der Verglasung oder Brände der Fahrzeugmodelle eine Rolle. Insgesamt gibt es 16 verschiedene Typklasse im Bereich der KFZ-Haftpflicht, dazu kommen 25 Typklassen in der Vollkasko- sowie 24 Typklassen in der Teilkaskoversicherung. Unter www.typklasse.de kann man als Autofahrer die Typklasse des eigenen PKW abfragen.

Die Regionalklasse

Anders als die Typklasse bezieht sich die Regionalklasse nicht auf das Fahrzeug. Stattdessen spiegelt die Regionalklasse die Schadensbilanzen einzelner Regionen wider. Das Fahrverhalten der Autofahrer in den einzelnen Gemeinden, Städten oder Landkreisen entscheidet also darüber, in welcher Regionalklasse ein Ort einzustufen ist. Abhängig von den zugelassenen Fahrzeugen in der Anzahl wird die Quote der Unfälle und Schäden berechnet, dazu spielt die durchschnittliche finanzielle Höhe der Schäden eine Rolle.

Für die Regionalklasse sind beispielsweise Unfallschwerpunkte relevant, weiterhin sind auch häufige Diebstähle, Stürme oder Wildunfälle als Grundlage heranzuziehen. Umgerechnet in einen Index-Wert erfolgt im Anschluss die Einstufung in die Regionalklasse. Bei der Haftpflichtversicherung gibt es zwölf verschiedene Regionalklasse, bei der Teilkasko sind es 16 und bei der Vollkaskoversicherung neun verschiedene Regionalklassen.

Weitere Faktoren zur Berechnung der Versicherungsprämie

Die einzelnen Versicherer setzen zudem noch auf diverse weitere Aspekte, die zur Berechnung der Versicherungsprämien herangezogen werden. Dazu zählen unter anderem diese Punkte:

  • Abstellplatz des Fahrzeugs (Garage, Straße)
  • „Punkte“ in Flensburg
  • Die Fahrleistung im Jahr
  • Alter des Versicherungsnehmers
  • Mitfahrer
  • Gewählte Selbstbeteiligung bei der Schadenregulierung