FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Altersrente für langjährig Versicherte

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Altersrente für langjährig Versicherte

Die Altersrente für langjährig Versicherte ist eine besondere Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie richtet sich an Versicherte, die eine Wartezeit von mindestens 35 Jahren erfüllen. Im Unterschied zur Regelaltersrente kann sie bereits vor der persönlichen Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden. Ein vorzeitiger Rentenbeginn führt jedoch zu dauerhaften Abschlägen.

Die Altersrente für langjährig Versicherte darf nicht mit der Altersrente für besonders langjährig Versicherte verwechselt werden. Für diese sind 45 Jahre mit bestimmten anrechenbaren Zeiten erforderlich und es gelten andere Altersgrenzen.

Welche Voraussetzungen gelten für die Altersrente für langjährig Versicherte?

Voraussetzung ist eine Wartezeit von mindestens 35 Jahren. Diese Wartezeit gilt unabhängig vom Geburtsjahr. Das Geburtsjahr bestimmt dagegen, ab welchem Alter die Rente ohne Abschläge bezogen werden kann.

Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die abschlagsfreie Altersgrenze bei 67 Jahren. Für frühere Geburtsjahrgänge gelten niedrigere Altersgrenzen, die schrittweise angehoben wurden.

Welche Zeiten zählen zu den 35 Versicherungsjahren?

Bei der Wartezeit von 35 Jahren können zahlreiche rentenrechtliche Zeiten berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere Pflichtbeitragszeiten aus einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit sowie freiwillige Beiträge.

Berücksichtigt werden können außerdem beispielsweise Kindererziehungszeiten, Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Pflege, bestimmte Zeiten des Bezugs von Sozialleistungen sowie Anrechnungszeiten, etwa wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit, Schul- oder Hochschulausbildung. Auch Ersatzzeiten können eine Rolle spielen.

Die Voraussetzungen sind damit weniger streng als bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Bei der dort erforderlichen Wartezeit von 45 Jahren werden nicht alle rentenrechtlichen Zeiten berücksichtigt, die für die 35-jährige Wartezeit zählen.

Kann die Altersrente bereits mit 63 Jahren beginnen?

Nach geltendem Recht kann die Altersrente für langjährig Versicherte grundsätzlich frühestens mit 63 Jahren beginnen. Wer sie vor der persönlichen abschlagsfreien Altersgrenze in Anspruch nimmt, muss einen dauerhaften Rentenabschlag hinnehmen.

Der Abschlag beträgt 0,3 Prozent für jeden Monat, um den die Rente vorzeitig beginnt. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die abschlagsfreie Altersgrenze bei 67 Jahren. Bei einem Rentenbeginn mit 63 Jahren sind das 48 Monate und damit ein dauerhafter Abschlag von 14,4 Prozent.

Für bestimmte ältere Versicherte, insbesondere ehemalige Beschäftigte des Bergbaus mit gesetzlichem Vertrauensschutz, können abweichende Regelungen gelten. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Fachseite zur knappschaftlichen Rentenversicherung.

Was ist der Unterschied zur Altersrente für besonders langjährig Versicherte?

Die Altersrente für langjährig Versicherte setzt 35 Jahre mit anrechenbaren Zeiten voraus und kann vorzeitig mit Abschlägen bezogen werden. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfordert dagegen eine Wartezeit von 45 Jahren mit enger gefassten anrechenbaren Zeiten.

Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 kann die Altersrente für besonders langjährig Versicherte mit 65 Jahren abschlagsfrei beginnen. Ein noch früherer Bezug dieser Rentenart gegen Abschläge ist nicht möglich. Weitere Einzelheiten erläutern wir auf unserer Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wie wird die Altersrente für langjährig Versicherte berechnet?

Für die Rentenberechnung gelten die allgemeinen Regeln der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Höhe richtet sich nicht nach dem Durchschnittseinkommen der letzten Jahre vor dem Rentenbeginn, sondern nach dem gesamten maßgebenden Versicherungsverlauf.

Die monatliche Bruttorente ergibt sich aus den persönlichen Entgeltpunkten, dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert. Die persönlichen Entgeltpunkte berücksichtigen bereits den Zugangsfaktor und damit gegebenenfalls die Abschläge für einen vorzeitigen Rentenbeginn.

Können Rentenabschläge ausgeglichen werden?

Wer eine vorgezogene Altersrente plant, kann die dadurch entstehenden Rentenabschläge unter bestimmten Voraussetzungen durch zusätzliche Beiträge ganz oder teilweise ausgleichen. Solche Sonderzahlungen sind grundsätzlich ab dem 50. Lebensjahr möglich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Deutsche Rentenversicherung kann auf Antrag berechnen, welche zusätzlichen Beiträge erforderlich wären, um die voraussichtlichen Abschläge vollständig oder teilweise auszugleichen. Ob sich eine solche Zahlung im Einzelfall lohnt, hängt von der persönlichen Situation ab.

Kann neben der Altersrente weitergearbeitet werden?

Für vorgezogene Altersrenten besteht seit 2023 keine Hinzuverdienstgrenze mehr. Versicherte können deshalb grundsätzlich neben der Altersrente für langjährig Versicherte weiterarbeiten und Erwerbseinkommen erzielen, ohne dass die Altersrente wegen dieses Hinzuverdienstes gekürzt wird.

Ob durch die weitere Beschäftigung zusätzliche Rentenansprüche entstehen, hängt von den jeweiligen rentenversicherungsrechtlichen Voraussetzungen ab.

Wo wird die Altersrente für langjährig Versicherte beantragt?

Die Altersrente wird nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Empfehlenswert ist eine Antragstellung etwa drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn. Zuvor sollte der Versicherungsverlauf auf fehlende oder fehlerhafte Zeiten geprüft werden.

Weitere Informationen zu Antragstellung, Fristen und erforderlichen Unterlagen finden Sie auf unserer Fachseite Rentenleistungen beantragen.

Synonyme: Altersrente nach 35 Versicherungsjahren, Rente für langjährig Versicherte, Rente nach 35 Jahren