
Sozialversicherungen
| Begriff | Definition |
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| Sozialversicherungen | Die gesetzliche Sozialversicherung bildet einen wesentlichen Teil der sozialen Sicherung in Deutschland. Sie schützt Versicherte und teilweise auch deren Familien vor den finanziellen Folgen zentraler Lebensrisiken. Traditionell wird zwischen fünf Zweigen unterschieden: gesetzliche Krankenversicherung, soziale Pflegeversicherung, gesetzliche Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und gesetzliche Unfallversicherung.
Welche fünf Sozialversicherungen gibt es?Die fünf Zweige der gesetzlichen Sozialversicherung sichern unterschiedliche Risiken ab. Versicherungspflicht, Finanzierung und Leistungsansprüche sind dabei für jeden Versicherungszweig gesondert gesetzlich geregelt.
Wer ist in der Sozialversicherung versicherungspflichtig?Ob Versicherungspflicht besteht, richtet sich nach dem jeweiligen Zweig der Sozialversicherung. Beschäftigte sind grundsätzlich in mehreren Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig. Daneben können beispielsweise Auszubildende, Studierende, Rentner, Bezieher bestimmter Sozialleistungen und bestimmte Selbstständige je nach Versicherungszweig versicherungspflichtig sein. Es gibt deshalb keine einheitliche Regel, nach der jeder Mensch, der in Deutschland lebt oder arbeitet, automatisch in allen fünf Zweigen versicherungspflichtig ist. Auch Einkommen, Beschäftigungsart und weitere persönliche Voraussetzungen können für die Versicherungspflicht eine Rolle spielen.
Wie werden die Sozialversicherungen finanziert?Die Finanzierung unterscheidet sich je nach Versicherungszweig. Bei versicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern werden die Beiträge zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung grundsätzlich von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Auch in der sozialen Pflegeversicherung beteiligen sich grundsätzlich beide Seiten, allerdings gelten dort Besonderheiten, beispielsweise beim Beitragszuschlag für Kinderlose und bei der Beitragsverteilung in Sachsen. Die gesetzliche Unfallversicherung unterscheidet sich davon: Für Beschäftigte werden die Beiträge grundsätzlich von den Unternehmen getragen. Darüber hinaus fließen in einzelne Sozialversicherungszweige Bundesmittel beziehungsweise andere öffentliche Mittel. Finanzierung und Beitragstragung lassen sich deshalb nicht für die gesamte Sozialversicherung mit einer einheitlichen Formel beschreiben.
Wie hoch sind die Beiträge zur Sozialversicherung?Die Höhe der Beiträge hängt vom jeweiligen Versicherungszweig und von den beitragspflichtigen Einnahmen ab. Dabei gelten unterschiedliche Beitragssätze und Beitragsbemessungsgrenzen. In der gesetzlichen Krankenversicherung kommt zum allgemeinen oder ermäßigten Beitragssatz außerdem der kassenindividuelle Zusatzbeitrag hinzu. Bei der gesetzlichen Unfallversicherung gelten andere Regeln. Die Beiträge der Unternehmen richten sich unter anderem nach den gesetzlichen Vorgaben, dem Finanzbedarf des zuständigen Unfallversicherungsträgers und dem jeweiligen Unfall- beziehungsweise Gefährdungsrisiko.
Welche Gesetze regeln die Sozialversicherung?Die wesentlichen Regelungen finden sich im Sozialgesetzbuch. Für die einzelnen Versicherungszweige sind insbesondere das SGB III für die Arbeitsförderung einschließlich der Arbeitslosenversicherung, das SGB V für die gesetzliche Krankenversicherung, das SGB VI für die gesetzliche Rentenversicherung, das SGB VII für die gesetzliche Unfallversicherung und das SGB XI für die soziale Pflegeversicherung maßgeblich. Daneben enthalten weitere Bücher des Sozialgesetzbuchs übergreifende Regelungen. Das SGB IV enthält beispielsweise gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung.
Warum gibt es die gesetzliche Sozialversicherung?Die Sozialversicherung soll Menschen gegen Risiken absichern, deren finanzielle Folgen die eigene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erheblich belasten können. Dazu gehören insbesondere Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Erwerbsminderung, Alter, Arbeitslosigkeit sowie Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. Die einzelnen Sozialversicherungszweige unterscheiden sich dabei deutlich in Finanzierung, versichertem Personenkreis und Leistungen. Gemeinsam bilden sie einen wesentlichen Bestandteil des deutschen Systems der sozialen Sicherung. |