FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Lebensgemeinschaft

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Lebensgemeinschaft

Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft besteht, wenn zwei Menschen in einer auf Dauer angelegten persönlichen Beziehung zusammenleben, ohne miteinander verheiratet zu sein. Anders als bei einer reinen Wohngemeinschaft ist ihre Verbindung auf eine gemeinsame Lebensgestaltung ausgerichtet. Häufig teilen die Partner einen Haushalt und übernehmen finanzielle Verantwortung füreinander.

Auch ohne Trauschein können Lebenspartner verschiedene Versicherungen gemeinsam nutzen. Allerdings sind sie rechtlich nicht in allen Bereichen Ehepaaren gleichgestellt. Besonders bei der Krankenversicherung, im Todesfall und nach einer Trennung können sich daraus Unterschiede ergeben.

 

Welche Rechte haben Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft?

Unverheiratete Lebenspartner haben grundsätzlich keinen gegenseitigen gesetzlichen Unterhaltsanspruch, keinen Zugewinnausgleich und kein gesetzliches Erbrecht. Bestimmte Ansprüche können sich jedoch aus besonderen gesetzlichen Regelungen, etwa bei der Betreuung eines gemeinsamen Kindes, oder aus vertraglichen Vereinbarungen ergeben. Wer gemeinsam einen Miet- oder Kreditvertrag unterschreibt, übernimmt außerdem die daraus entstehenden Verpflichtungen.

Auch eine gesetzliche Witwen- oder Witwerrente steht unverheirateten Partnern aufgrund ihrer Lebensgemeinschaft nicht zu. Im Krankheitsfall besteht zudem kein allgemeines gesetzliches Vertretungsrecht wie das unter bestimmten Voraussetzungen für Ehegatten geltende Notvertretungsrecht. Deshalb können eine Vorsorgevollmacht sowie ein Testament oder Erbvertrag sinnvoll sein, wenn sich die Partner gegenseitig absichern möchten.

 

Können unverheiratete Paare gemeinsam versichert sein?

Bei einigen Versicherungen ist eine gemeinsame Absicherung möglich. So kann ein unverheirateter Lebenspartner in vielen Privathaftpflichtversicherungen und Rechtsschutzversicherungen mitversichert werden. Entscheidend sind die jeweiligen Vertragsbedingungen. Häufig muss der Partner dem Versicherer ausdrücklich gemeldet werden. Gegenseitige Schadenersatzansprüche oder Rechtsstreitigkeiten zwischen mitversicherten Partnern können vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein.

Für eine gemeinsam bewohnte Wohnung genügt in der Hausratversicherung normalerweise ein Vertrag, der den Hausrat beider Partner umfassen kann. Die Versicherungssumme beziehungsweise Entschädigungsgrenze sollte dabei zum gesamten versicherten Hausrat passen. Beide Partner müssen nicht zwangsläufig als Versicherungsnehmer eingetragen sein, damit Versicherungsschutz besteht.

 

Wie sind unverheiratete Partner krankenversichert?

In der gesetzlichen Krankenversicherung können unverheiratete Lebenspartner nicht aufgrund ihrer Lebensgemeinschaft beitragsfrei über den anderen Partner familienversichert werden. Beide müssen deshalb eigenständig krankenversichert sein. Die Familienversicherung gemeinsamer Kinder richtet sich dagegen nach den gesetzlichen Voraussetzungen und ist auch bei unverheirateten Eltern möglich.

Auch in der privaten Krankenversicherung wird der Versicherungsschutz für jede Person gesondert vereinbart. Ein gemeinsamer Haushalt führt nicht automatisch zu einem günstigeren Beitrag oder einem gemeinsamen Partnertarif.

 

Was sollten Lebenspartner für den Todesfall beachten?

Da unverheiratete Partner grundsätzlich nicht gesetzlich voneinander erben, kann eine private Absicherung besonders wichtig sein. Bestehen gemeinsame Kredite oder ist ein Partner finanziell vom Einkommen des anderen abhängig, kann eine Risikolebensversicherung helfen, die wirtschaftlichen Folgen eines Todesfalls aufzufangen.

Bei der Vertragsgestaltung kommt es darauf an, wer Versicherungsnehmer, versicherte Person und bezugsberechtigte Person ist. Unverheiratete Paare können beispielsweise eine sogenannte Über-Kreuz-Versicherung vereinbaren, bei der jeder Partner das Leben des anderen versichert und seinen eigenen Vertrag finanziert. Diese Gestaltung kann unter bestimmten Voraussetzungen erbschaftsteuerliche Vorteile haben. Ob sie geeignet ist, sollte anhand der persönlichen und vertraglichen Verhältnisse geprüft werden.

 

Was passiert mit gemeinsamen Versicherungen bei einer Trennung?

Bei einer Trennung sollte geklärt werden, welche Verträge weiterbestehen und wer künftig versichert ist. Zieht ein Partner aus, kann die bisherige Mitversicherung in der Privathaftpflicht- oder Rechtsschutzversicherung entfallen. Auch die Hausratversicherung muss möglicherweise an die veränderte Wohnsituation angepasst werden. Wer bislang nur mitversichert war, benötigt gegebenenfalls einen eigenen Vertrag.

Besonders wichtig ist die Überprüfung bestehender Bezugsrechte aus Lebensversicherungen. Eine Trennung führt nicht automatisch dazu, dass ein früher eingesetzter Partner seine Bezugsberechtigung verliert. Ob eine Änderung möglich ist, hängt unter anderem davon ab, ob das Bezugsrecht widerruflich oder unwiderruflich vereinbart wurde.

 

Fazit: Lebensgemeinschaft und Versicherungsschutz

Unverheiratete Paare können verschiedene Versicherungen gemeinsam nutzen, sind rechtlich aber nicht in allen Bereichen Ehepaaren gleichgestellt. Vor allem beim gesetzlichen Erbrecht, bei Hinterbliebenenleistungen und in der Krankenversicherung bestehen Unterschiede. Deshalb sollten Lebenspartner nicht nur prüfen, welche Verträge sie gemeinsam nutzen können, sondern auch, welche individuellen Vereinbarungen für ihre gegenseitige Absicherung erforderlich sind.

Synonyme: Nichteheliche Lebensgemeinschaft, eheähnliche Gemeinschaft, unverheiratete Lebenspartner, Partnerschaft ohne Trauschein, nichteheliche Partnerschaft