FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Sofortrente

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BegriffDefinition
Sofortrente

Eine Sofortrente ist eine Form der privaten Rentenversicherung, bei der ein Einmalbeitrag eingezahlt und daraus unmittelbar oder nach einer kurzen vereinbarten Zeit eine lebenslange Rente gezahlt wird. Anders als bei einer aufgeschobenen Rentenversicherung gibt es keine langjährige Ansparphase.

Die Sofortrente dient dazu, vorhandenes Vermögen in ein regelmäßiges lebenslanges Einkommen umzuwandeln. Damit sichert sie das sogenannte Langlebigkeitsrisiko ab: Die vertraglich zugesagte lebenslange Rente wird grundsätzlich auch dann weitergezahlt, wenn die versicherte Person sehr alt wird.

Wie funktioniert eine Sofortrente?

Bei Vertragsbeginn wird ein Einmalbeitrag an den Versicherer gezahlt. Aus diesem Kapital berechnet er die lebenslange Rente. Ihre Höhe hängt insbesondere vom Alter bei Rentenbeginn, den Rechnungsgrundlagen, den Kosten und den vereinbarten Zusatzleistungen ab. Die Auszahlung erfolgt je nach Vertrag beispielsweise monatlich oder vierteljährlich.

Bei einer klassischen Sofortrente wird eine garantierte Rentenhöhe vereinbart. Zusätzlich können Überschüsse hinzukommen, deren zukünftige Höhe nicht garantiert ist. Bei variablen oder fondsgebundenen Rentenmodellen können andere Garantie- und Leistungsregelungen gelten.

Wie lange wird eine Sofortrente gezahlt?

Die lebenslange Rentenzahlung endet grundsätzlich mit dem Tod der versicherten Person. Sie läuft auch dann weiter, wenn die insgesamt ausgezahlten Renten das ursprünglich eingezahlte Kapital bereits übersteigen. Darin liegt der wesentliche Unterschied zu einem Bank- oder Fondsauszahlplan, bei dem das vorhandene Kapital aufgebraucht werden kann.

Was passiert mit dem Kapital im Todesfall?

Bei einer reinen Sofortrente ohne zusätzliche Todesfallleistung endet die Rentenzahlung mit dem Tod der versicherten Person. Ein noch rechnerisch vorhandener Teil des ursprünglich eingezahlten Kapitals wird nicht automatisch an die Erben ausgezahlt.

Je nach Tarif können eine Rentengarantiezeit oder andere Hinterbliebenenleistungen vereinbart werden. Verstirbt die versicherte Person während einer vereinbarten Rentengarantiezeit, erhalten die Bezugsberechtigten die noch ausstehenden garantierten Leistungen nach Maßgabe des Vertrags. Überlebt die versicherte Person diesen Zeitraum, wird ihre Rente weiterhin lebenslang gezahlt. Zusätzlicher Hinterbliebenenschutz kann die Höhe der anfänglichen Rente reduzieren.

Wie wird eine Sofortrente besteuert?

Bei einer ungeförderten privaten Sofortrente in Form einer lebenslangen Leibrente wird grundsätzlich nur der gesetzlich festgelegte Ertragsanteil der Rentenzahlung besteuert. Maßgeblich ist § 22 Einkommensteuergesetz (EStG).

Der Ertragsanteil richtet sich nach dem vollendeten Lebensjahr bei Rentenbeginn. Bei einem Beginn mit 65 oder 66 Jahren beträgt er 18 Prozent, mit 67 Jahren 17 Prozent. Dieser Anteil wird zusammen mit den übrigen steuerpflichtigen Einkünften berücksichtigt und mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Für steuerlich geförderte Rentenversicherungen wie die Basisrente gelten andere Besteuerungsregeln.

Fallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Sofortrente an?

Ob Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen, hängt vom Versicherungsstatus ab. Bei pflichtversicherten Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung gehören Leistungen aus einer ungeförderten privaten Sofortrente grundsätzlich nicht zu den beitragspflichtigen Einnahmen.

Bei freiwillig gesetzlich Versicherten wird dagegen grundsätzlich der volle monatliche Zahlbetrag einer privaten Sofortrente bei der Beitragsbemessung berücksichtigt, soweit die gesetzlichen Beitragsgrenzen und sonstigen Regelungen dies vorsehen. Für bestimmte bereits verbeitragte Kapitalleistungen können Sonderregelungen gelten. Privat Krankenversicherte zahlen ihre Beiträge nach dem vereinbarten Krankenversicherungstarif; die Höhe der Sofortrente bestimmt den PKV-Beitrag nicht unmittelbar.

Welche Vorteile und Nachteile hat eine Sofortrente?

Der wichtigste Vorteil ist die lebenslange Absicherung eines regelmäßigen Einkommens. Die versicherte Person muss nicht selbst kalkulieren, wie lange das eingesetzte Kapital reichen muss. Bei einer klassischen Sofortrente bietet die garantierte Rentenhöhe zusätzliche Planungssicherheit.

Dem stehen eine geringe Flexibilität und das Risiko gegenüber, bei einem frühen Tod insgesamt weniger Rente zu erhalten, als ursprünglich eingezahlt wurde. Das verrentete Kapital steht normalerweise nicht mehr frei zur Verfügung. Außerdem verliert eine gleichbleibende Rente durch Inflation im Laufe der Jahre an Kaufkraft.

Für wen kann eine Sofortrente geeignet sein?

Eine Sofortrente kann für Menschen interessant sein, die über einen größeren Kapitalbetrag verfügen und daraus ein lebenslanges Zusatzeinkommen schaffen möchten. Dabei spielen die vorhandene Altersversorgung, der Gesundheitszustand, die persönliche Lebenserwartung und der Wunsch nach finanzieller Flexibilität eine Rolle.

Vor dem Abschluss sollten insbesondere die garantierte Rentenhöhe, Kosten, mögliche Überschüsse, Hinterbliebenenleistungen, Inflation und die verbleibenden finanziellen Reserven berücksichtigt werden. Auch ein Vergleich mit Bank- oder ETF-Auszahlplänen kann sinnvoll sein. Eine Möglichkeit besteht darin, nur einen Teil des Vermögens zu verrenten und den Rest flexibel verfügbar zu halten. Weitere Informationen finden Sie auf unseren Fachseiten zur privaten Rentenversicherung und zur privaten Altersvorsorge.

Synonyme: Sofortrenten, Sofortrentenversicherung