FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Basistarif

Der Basistarif ist ein gesetzlich geregelter Tarif der privaten Krankenversicherung (PKV), der seit dem 1. Januar 2009 angeboten werden muss. Er soll insbesondere Menschen, die dem privaten Krankenversicherungssystem zugeordnet sind, den Zugang zu einem ausreichenden Krankenversicherungsschutz ermöglichen. Seine Leistungen müssen nach Art, Umfang und Höhe mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vergleichbar sein. Die gesetzlichen Grundlagen finden sich insbesondere in § 152 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Anders als in regulären PKV-Tarifen sind Risikozuschläge aufgrund von Vorerkrankungen und entsprechende Leistungsausschlüsse im Basistarif nicht zulässig.

Wer kann sich im Basistarif versichern?

Der Basistarif steht nicht ausschließlich älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen offen. Entscheidend ist vielmehr, ob die gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen erfüllt sind. Grundsätzlich können Privatversicherte mit einem seit dem 1. Januar 2009 abgeschlossenen Krankheitskostenvollversicherungsvertrag in den Basistarif wechseln.

Für Versicherte mit älteren Verträgen gelten besondere Voraussetzungen. Ein Wechsel kann beispielsweise ab dem 55. Lebensjahr, bei bestimmten Renten- oder Ruhegehaltsansprüchen oder bei sozialrechtlicher Hilfebedürftigkeit möglich sein. Auch Personen ohne anderweitigen ausreichenden Krankenversicherungsschutz können unter den gesetzlichen Voraussetzungen Zugang zum Basistarif haben.

Versicherungsunternehmen unterliegen bei bestehendem gesetzlichen Aufnahmeanspruch einem Kontrahierungszwang. Sie dürfen einen Antragsteller dann nicht allein wegen seines Alters oder seiner Vorerkrankungen ablehnen.

Welche Leistungen bietet der Basistarif?

Die Leistungen des Basistarifs orientieren sich an der gesetzlichen Krankenversicherung. Dazu gehören insbesondere medizinisch notwendige ambulante und stationäre Behandlungen, Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel, zahnärztliche Versorgung sowie vorgesehene Vorsorgeuntersuchungen.

Vergleichbar bedeutet allerdings nicht vollständig identisch. Der Basistarif bleibt eine private Krankenversicherung mit eigenen Versicherungsbedingungen und besonderen Abrechnungsregeln. Wahlleistungen wie die Unterbringung im Einbettzimmer oder eine privatärztliche Chefarztbehandlung gehören nicht zum regulären Leistungsumfang.

Für ärztliche und zahnärztliche Leistungen gelten besondere Vergütungsgrenzen. Versicherte sollten deshalb vor einer Behandlung darauf hinweisen, dass sie im Basistarif versichert sind. Andernfalls können Kosten entstehen, die der Versicherer nicht vollständig erstattet.

Wie hoch sind die Beiträge im Basistarif?

Der Beitrag im Basistarif wird nach den Kalkulationsgrundsätzen der privaten Krankenversicherung berechnet und ist nicht unmittelbar vom persönlichen Einkommen abhängig. Er darf jedoch den gesetzlich festgelegten Höchstbeitrag der GKV einschließlich des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes nicht überschreiten. Die Beitragsobergrenze verändert sich mit den maßgeblichen gesetzlichen Rechengrößen.

Vorerkrankungen dürfen nicht zu individuellen Risikozuschlägen führen. Vorhandene Alterungsrückstellungen werden nach den gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt. Der tatsächlich zu zahlende Beitrag kann deshalb unterhalb der gesetzlichen Obergrenze liegen.

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es im Basistarif keine beitragsfreie Familienversicherung. Für versicherte Familienangehörige können eigene Beiträge anfallen. Auch die private Pflege-Pflichtversicherung ist grundsätzlich gesondert zu berücksichtigen.

Was gilt bei geringem Einkommen oder Hilfebedürftigkeit?

Besteht Hilfebedürftigkeit im Sinne des Zweiten oder Zwölften Buches Sozialgesetzbuch oder würde diese allein durch die Zahlung des Basistarifbeitrags entstehen, wird der Beitrag nach § 152 Absatz 4 VAG für die Dauer der Hilfebedürftigkeit halbiert.

Die Hilfebedürftigkeit muss vom zuständigen Sozialleistungsträger auf Antrag geprüft und bescheinigt werden. Reicht die Beitragsreduzierung nicht aus, können unter den sozialrechtlichen Voraussetzungen weitere Unterstützungsleistungen in Betracht kommen.

Ein niedriges Einkommen allein führt allerdings nicht automatisch zur Halbierung des Beitrags. Maßgeblich ist die gesetzlich festgestellte Hilfebedürftigkeit beziehungsweise deren Eintritt durch die Beitragszahlung.

Welche Selbstbeteiligung ist im Basistarif möglich?

Im Basistarif können Versicherte nach § 152 Absatz 1 VAG einen jährlichen Selbstbehalt von 300, 600, 900 oder 1.200 Euro vereinbaren. Die Selbstbeteiligung ist somit nicht beliebig festlegbar.

Für Verträge mit Selbstbehalt gilt grundsätzlich eine Mindestbindungsfrist von drei Jahren. Führt der vereinbarte Selbstbehalt nicht zu einer angemessenen Beitragsreduzierung, kann der Versicherungsnehmer unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Umstellung in den Basistarif ohne Selbstbehalt verlangen.

Vor der Wahl einer Selbstbeteiligung sollte deshalb geprüft werden, ob die tatsächliche Beitragsersparnis das zusätzliche finanzielle Risiko rechtfertigt.

Können zusätzliche Leistungen versichert werden?

Der Basistarif selbst ist hinsichtlich seines Leistungsumfangs gesetzlich vorgegeben. Eine beliebige Erweiterung um zusätzliche Wahlleistungen innerhalb dieses Tarifs ist daher nicht vorgesehen.

Der Abschluss ergänzender Krankheitskostenversicherungen ist nach § 152 Absatz 1 VAG jedoch grundsätzlich zulässig. Ob ein entsprechender Zusatzvertrag angeboten wird und zu welchen Bedingungen er abgeschlossen werden kann, hängt vom Versicherer und den jeweiligen Annahmevoraussetzungen ab.

Die Aussage, dass im Basistarif grundsätzlich keine zusätzlichen Versicherungsleistungen abgesichert werden könnten, wäre deshalb unzutreffend.

Welche Nachteile und Besonderheiten hat der Basistarif?

Der Basistarif bietet einen gesetzlich geregelten Versicherungsschutz mit begrenztem Beitrag. Er ist jedoch nicht automatisch die günstigste oder leistungsstärkste Lösung innerhalb der privaten Krankenversicherung.

Insbesondere die besonderen Abrechnungsregelungen bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen können im Alltag eine Rolle spielen. Außerdem kann der Beitrag trotz gesetzlicher Obergrenze eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Für Familien ist zu berücksichtigen, dass keine beitragsfreie Mitversicherung wie in der GKV besteht.

Vor einem Wechsel sollte daher geprüft werden, ob innerhalb des bisherigen Versicherungsunternehmens ein anderer Tarif mit angemessenem Versicherungsschutz und niedrigerem Beitrag zur Verfügung steht.

Ausführliche Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen, Leistungen, Beiträgen und Wechselmöglichkeiten enthält unsere Fachseite Basistarif in der privaten Krankenversicherung.

Synonyme: PKV-Basistarif, Basistarif der privaten Krankenversicherung, Krankenversicherungsbasistarif

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