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Freiwillige Arbeitslosenversicherung: Gesetzlicher Schutz und private Ergänzung

Wer sich selbstständig macht, ist häufig nicht mehr gesetzlich gegen Arbeitslosigkeit versichert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der bisherige Schutz jedoch freiwillig fortgeführt werden. Arbeitnehmer sind dagegen meist bereits pflichtversichert, müssen bei Arbeitslosigkeit aber trotzdem mit Einkommenseinbußen rechnen. Eine private Arbeitslosenversicherung kann diese Lücke verkleinern. Welche Voraussetzungen gelten, wie hoch sind die Beiträge und wann besteht Anspruch auf Leistungen?

 

Was ist die freiwillige Arbeitslosenversicherung?

Die freiwillige Arbeitslosenversicherung ermöglicht bestimmten Personengruppen, sich auf Antrag in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung zu versichern. Die gesetzliche Bezeichnung lautet „Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag“. Rechtsgrundlage ist § 28a des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III).

Besonders interessant ist diese Möglichkeit für Menschen, die aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung in die Selbstständigkeit wechseln. Sie können unter den gesetzlichen Voraussetzungen weitere Versicherungszeiten erwerben und damit einen späteren Anspruch auf Arbeitslosengeld I ermöglichen oder sichern.

Davon zu unterscheiden ist die private Arbeitslosenversicherung. Sie kann insbesondere Arbeitnehmern, die bereits gesetzlich versichert sind, bei einem versicherten Arbeitsplatzverlust eine zusätzliche monatliche Geldleistung bieten. Beide Versicherungsformen erfüllen somit unterschiedliche Aufgaben.

 

Wer kann sich freiwillig gesetzlich arbeitslosenversichern?

Die Versicherung auf Antrag steht nicht jedem offen. § 28a SGB III nennt bestimmte Personengruppen, für die diese Möglichkeit vorgesehen ist:

  • Selbstständige und Freiberufler: Sie nehmen eine selbstständige Tätigkeit auf und üben diese mindestens 15 Stunden wöchentlich aus.
  • Beschäftigte im außereuropäischen Ausland: Sie nehmen eine Beschäftigung von mindestens 15 Wochenstunden außerhalb der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz auf.
  • Personen in Elternzeit: Eine Versicherung auf Antrag kommt unter den gesetzlichen Voraussetzungen insbesondere bei der Betreuung eines Kindes infrage, das älter als drei Jahre ist.
  • Personen in beruflicher Weiterbildung: Bestimmte Weiterbildungen, die einen beruflichen Aufstieg, einen Abschluss oder den Wechsel in eine andere berufliche Tätigkeit ermöglichen, können zur Versicherung berechtigen.

Für Selbstständige ist grundsätzlich unerheblich, ob sie gewerblich oder freiberuflich tätig sind. Maßgeblich sind die sozialversicherungsrechtliche Einordnung, der Umfang der Tätigkeit und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen. Bei Gesellschafter-Geschäftsführern kann deshalb zunächst eine Prüfung des sozialversicherungsrechtlichen Status erforderlich sein.

Welche Vorversicherungszeiten sind erforderlich?

Grundsätzlich müssen Antragsteller innerhalb der letzten 30 Monate vor Beginn der betreffenden Tätigkeit oder Lebensphase mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig gewesen sein. Alternativ kann ein unmittelbar vorher bestehender Anspruch auf Arbeitslosengeld oder eine andere Entgeltersatzleistung nach dem SGB III ausreichen.

Die erforderlichen zwölf Monate müssen nicht aus einem einzigen Beschäftigungsverhältnis stammen. Eine anderweitige vorrangige Versicherungspflicht oder gesetzliche Versicherungsfreiheit kann die Versicherung auf Antrag allerdings ausschließen. Für geringfügige Beschäftigungen und bestimmte weitere Fallgestaltungen gelten besondere Regelungen.

 

Antrag auf freiwillige Arbeitslosenversicherung: Welche Frist gilt?

Der Antrag muss grundsätzlich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit, der Auslandsbeschäftigung, dem Beginn der entsprechenden Elternzeit oder der berechtigenden Weiterbildung bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. Wer diese Frist versäumt, kann den Versicherungsschutz häufig nicht mehr nachträglich begründen.

Bei rechtzeitiger Antragstellung beginnt das Versicherungspflichtverhältnis mit dem Tag, an dem erstmals alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. War die Antragstellung zunächst allein wegen einer vorrangigen Versicherungspflicht oder Versicherungsfreiheit ausgeschlossen, sieht das Gesetz eine besondere Frist nach Wegfall dieses Hindernisses vor.

Beispiel: Wer am 1. November 2026 eine hauptberufliche Selbstständigkeit beginnt, sollte sich möglichst unmittelbar danach an die Agentur für Arbeit wenden. So bleibt ausreichend Zeit, um die Voraussetzungen prüfen zu lassen und erforderliche Nachweise einzureichen.

 

Was kostet die freiwillige Arbeitslosenversicherung 2026?

Bei Selbstständigen richtet sich der Beitrag nicht nach dem tatsächlichen Gewinn oder Umsatz. Maßgeblich sind die gesetzliche Bezugsgröße der Sozialversicherung und der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung. Im Jahr 2026 beträgt die monatliche Bezugsgröße 3.955 Euro. Bei einem Beitragssatz von 2,6 Prozent ergibt sich daraus ein regulärer Monatsbeitrag von 102,83 Euro.

Im Kalenderjahr der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit und im folgenden Kalenderjahr wird nur die halbe Bezugsgröße angesetzt. Dadurch reduziert sich der Beitrag in dieser Zeit auf 51,42 Euro monatlich.

Beitragsberechnung2026
Monatliche Bezugsgröße3.955,00 Euro
Regulärer Monatsbeitrag102,83 Euro
Ermäßigter Monatsbeitrag für Gründer51,42 Euro

Die Beitragshöhe kann nicht frei gewählt werden. Höhere freiwillige Beiträge, um später mehr Arbeitslosengeld zu erhalten, sind nicht vorgesehen. Für andere nach § 28a SGB III versicherbare Personengruppen gelten teilweise abweichende Bemessungsregeln.

Ausblick 2027: Welche Beiträge sind zu erwarten?

Das Bundeskabinett hat am 7. Oktober 2026 eine Erhöhung der monatlichen Bezugsgröße auf 4.130 Euro für 2027 beschlossen. Bei einem unveränderten Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von 2,6 Prozent würde sich daraus für Selbstständige ein regulärer Monatsbeitrag von 107,38 Euro ergeben. Der ermäßigte Gründerbeitrag würde 53,69 Euro betragen.

Zum Zeitpunkt dieser Aktualisierung steht die Verordnung noch unter dem Vorbehalt des weiteren Verfahrens. Die endgültigen Beiträge hängen außerdem vom 2027 geltenden Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung ab.

 

Wann besteht Anspruch auf Arbeitslosengeld I?

Die freiwillige Versicherung führt nicht automatisch zu einer Auszahlung, sobald die Selbstständigkeit wirtschaftlich schwierig wird. Für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld müssen die allgemeinen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören insbesondere eine wirksame Arbeitslosmeldung, die Erfüllung der Anwartschaftszeit und die Verfügbarkeit für die Arbeitsvermittlung.

Arbeitslos ist grundsätzlich, wer keine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit von mindestens 15 Stunden wöchentlich ausübt, eine versicherungspflichtige Beschäftigung sucht und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht. Eine selbstständige Nebentätigkeit unterhalb dieser Grenze kann zulässig sein. Dabei erzieltes Einkommen kann jedoch auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden.

Für die reguläre Anwartschaftszeit sind grundsätzlich mindestens zwölf Monate Versicherungspflicht innerhalb der letzten 30 Monate erforderlich. Anrechenbare Zeiten aus der freiwilligen Arbeitslosenversicherung werden dabei berücksichtigt. Ein bloßer Rückgang von Umsatz oder Aufträgen reicht für einen Leistungsanspruch nicht aus.

Wie wird das Arbeitslosengeld nach einer Selbstständigkeit berechnet?

Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich nicht nach dem Gewinn aus der Selbstständigkeit. Zunächst prüft die Agentur für Arbeit, ob ausreichend Tage mit beitragspflichtigem Arbeitsentgelt aus einer früheren Beschäftigung vorhanden sind. Können innerhalb des maßgeblichen, gegebenenfalls auf zwei Jahre erweiterten Bemessungsrahmens keine 150 entsprechenden Tage festgestellt werden, erfolgt regelmäßig eine fiktive Bemessung.

Bei dieser Berechnung kommt es auf die Qualifikation an, die für die Beschäftigung erforderlich ist, auf die sich die Vermittlungsbemühungen hauptsächlich richten. Das Arbeitslosengeld beträgt grundsätzlich 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen erhöht sich der Leistungssatz bei Berücksichtigung eines Kindes auf 67 Prozent.

Wie lange wird Arbeitslosengeld gezahlt?

Die Anspruchsdauer hängt von den anrechenbaren Versicherungszeiten und gegebenenfalls vom Lebensalter ab. Für freiwillig Versicherte gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie für pflichtversicherte Arbeitnehmer.

VersicherungszeitMindestalterAnspruchsdauer
12 MonateKeine zusätzliche Altersgrenze6 Monate
16 MonateKeine zusätzliche Altersgrenze8 Monate
20 MonateKeine zusätzliche Altersgrenze10 Monate
24 MonateKeine zusätzliche Altersgrenze12 Monate
30 Monate50 Jahre15 Monate
36 Monate55 Jahre18 Monate
48 Monate58 Jahre24 Monate

Für die Anspruchsdauer werden grundsätzlich die anrechenbaren Versicherungszeiten innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren berücksichtigt. Bereits verbrauchte Ansprüche und gesetzliche Sonderregelungen können die tatsächliche Bezugsdauer beeinflussen.

 

Kann die freiwillige Arbeitslosenversicherung gekündigt werden?

Eine ordentliche Kündigung ist grundsätzlich erstmals nach Ablauf von fünf Jahren möglich. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Ende eines Kalendermonats. Wer sich freiwillig gesetzlich arbeitslosenversichert, geht damit eine längerfristige Verpflichtung ein.

Die Versicherung kann allerdings schon vorher aus gesetzlichen Gründen enden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die selbstständige Tätigkeit nicht mehr im erforderlichen Umfang ausgeübt wird, Versicherungsfreiheit eintritt oder eine entsprechende Entgeltersatzleistung bezogen wird. Bei einem Beitragsrückstand von mehr als drei Monaten endet das Versicherungspflichtverhältnis mit Ablauf des Tages, für den zuletzt Beiträge gezahlt wurden.

Was gilt nach einem erneuten Bezug von Arbeitslosengeld?

Mit dem Bezug von Arbeitslosengeld endet die freiwillige Versicherung. Wird anschließend dieselbe selbstständige Tätigkeit wieder aufgenommen oder fortgesetzt, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen erneut eine Versicherung auf Antrag möglich sein.

Dabei gelten besondere Einschränkungen: Nach einem ersten Arbeitslosengeldbezug kann die erneute Versicherung für dieselbe Tätigkeit noch möglich sein. Nach einem zweiten Leistungsbezug kommt es insbesondere darauf an, ob zwischen den beiden Leistungsfällen mindestens zwölf Monate freiwillige Versicherung bestanden haben. Wer mehrfach Leistungen beansprucht, sollte deshalb vor einer erneuten Antragstellung die individuellen Voraussetzungen mit der Agentur für Arbeit klären.

 

Private Arbeitslosenversicherung: Ergänzung zum gesetzlichen ALG I

Arbeitnehmer sind in der Regel bereits gesetzlich gegen Arbeitslosigkeit versichert. Trotzdem ersetzt Arbeitslosengeld I nur einen Teil des bisherigen Einkommens. Wer weiterhin Miete, Lebenshaltungskosten und andere feste Ausgaben bezahlen muss, kann deshalb trotz gesetzlicher Absicherung finanziell unter Druck geraten.

Eine eigenständige private Arbeitslosenversicherung kann bei einem versicherten Arbeitsplatzverlust eine zusätzliche monatliche Geldleistung zahlen. Anders als bei einer kreditgebundenen Absicherung ist diese nicht für die Rückzahlung eines Darlehens bestimmt. Sie kann frei für den Lebensunterhalt verwendet werden.

Beispiel: Wie groß bleibt die Einkommenslücke?

Ein Arbeitnehmer hatte vor seiner Kündigung ein monatliches Nettoeinkommen von 2.500 Euro. Im vereinfachten Beispiel erhält er 1.500 Euro Arbeitslosengeld I. Ohne weitere Absicherung fehlen ihm damit jeden Monat 1.000 Euro. Eine private Zusatzversicherung mit einer vereinbarten Leistung von 800 Euro könnte diese Lücke unter den vertraglichen Voraussetzungen auf 200 Euro reduzieren.

Monatliche EinkommenssituationBetrag
Bisheriges Nettoeinkommen2.500 Euro
Gesetzliches ALG I (angenommen)1.500 Euro
Private Zusatzleistung (angenommen)800 Euro
Verbleibende Einkommenslücke200 Euro

Das Beispiel dient der Veranschaulichung. Die tatsächliche Leistung hängt von den persönlichen Verhältnissen und den Versicherungsbedingungen ab. Insbesondere Warte- und Karenzzeiten können dazu führen, dass die private Zusatzleistung erst später einsetzt als das gesetzliche Arbeitslosengeld.

 

Welche privaten Arbeitslosenversicherungen gibt es?

Zu den eigenständigen Einkommensschutzangeboten ohne Kreditbindung gehören savme Gehaltsschutz und R+V CashProtect. Beide können die gesetzliche Arbeitslosenversicherung von Arbeitnehmern ergänzen. Die versicherten Risiken und die Voraussetzungen für eine Auszahlung unterscheiden sich jedoch.

savme Gehaltsschutz

savme bietet einen Gehaltsschutz für sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer an. Der Schutz gegen Arbeitslosigkeit kann einzeln abgeschlossen werden. Eine zusätzliche Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit ist möglich, aber nicht verpflichtend.

Die monatliche Versicherungsleistung kann bis zu 2.000 Euro betragen. Die individuell versicherbare Summe orientiert sich an der Einkommenslücke zwischen dem bisherigen Nettoeinkommen und dem gesetzlichen Arbeitslosengeld. Die maximale Leistungsdauer beträgt 24 Monate, längstens während des entsprechenden ALG-I-Bezugs.

Die Wartezeit beträgt 90 Tage. Dauert die versicherte Arbeitslosigkeit länger als 60 Tage, sieht der Anbieter eine rückwirkende Zahlung ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit vor. Wer innerhalb der ersten 60 Tage eine neue Beschäftigung aufnimmt, erhält keine Leistung.

Versichert ist insbesondere der betriebsbedingte Verlust des Arbeitsplatzes. Nach den veröffentlichten Voraussetzungen kann auch eine einvernehmliche Aufhebung des Arbeitsverhältnisses versichert sein, wenn dadurch eine betriebsbedingte Kündigung oder unwiderrufliche Freistellung vermieden werden soll. Bei Eintritt des Versicherungsfalls muss der Arbeitnehmer grundsätzlich seit mindestens sechs Monaten ununterbrochen beim selben Arbeitgeber beschäftigt gewesen sein und mindestens 15 Stunden wöchentlich gearbeitet haben.

Weitere Voraussetzungen betreffen die Arbeitslosmeldung, die Verfügbarkeit für die Arbeitsvermittlung und den Bezug von ALG I. Eine während der Wartezeit ausgesprochene Kündigung ist nicht versichert. Auch bestimmte Leistungsausschlüsse, unter anderem bei pandemiebedingten Versicherungsfällen, sind zu beachten. Selbstständige gehören nicht zur versicherbaren Zielgruppe.

Weitere Informationen: savme Gehaltsschutz.

R+V CashProtect

R+V CashProtect ist eine eigenständige, kreditunabhängige Einkommensschutzversicherung. Der Baustein Einkommen sichert nach den vereinbarten Bedingungen die finanziellen Folgen von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit ab.

Die monatliche Versicherungsleistung kann abhängig vom Einkommen bis zu 1.000 Euro betragen. Als maximale Leistungsdauer stehen sechs, zwölf oder 24 Monate zur Auswahl. Die Zahlung erfolgt längstens während des entsprechenden Bezugs von Arbeitslosengeld I beziehungsweise Kurzarbeitergeld.

Für den Einkommensbaustein gelten sechs Monate Wartezeit und ein Monat Karenzzeit. Der Vertrag kann nach den Produktinformationen monatlich gekündigt werden. Auch die Versicherungsbausteine und Leistungshöhen lassen sich im Rahmen der Bedingungen anpassen.

Der Vertrieb erfolgt unter anderem über Bankpartner. Eine Kreditbindung besteht für die Versicherungsleistung jedoch nicht. Ob und über welchen Vertriebspartner ein Neuabschluss möglich ist, sollte vor einer Entscheidung geklärt werden.

Weitere Informationen: R+V CashProtect.

savme und R+V CashProtect im Vergleich

Merkmalsavme GehaltsschutzR+V CashProtect
Versicherte RisikenArbeitslosigkeit einzeln wählbarArbeitslosigkeit und Kurzarbeit im Einkommensbaustein
Maximale monatliche Leistung2.000 Euro1.000 Euro
Maximale Leistungsdauer24 MonateWahlweise 6, 12 oder 24 Monate
Wartezeit90 Tage6 Monate
Karenzzeit60 Tage, anschließend rückwirkende Leistung ab Tag 11 Monat
KreditbindungKeineKeine

Die genannten Versicherungssummen sind Höchstwerte und keine Garantie für eine bestimmte Auszahlung. Die tatsächliche Absicherung richtet sich nach dem Einkommen und den jeweiligen Vertragsbedingungen. Auch die Beiträge, die versicherten Kündigungsgründe und die Leistungsausschlüsse sollten vor einem Abschluss verglichen werden.

 

Welche Arbeitslosenversicherung ist sinnvoll?

Für Selbstständige, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, kann die freiwillige Arbeitslosenversicherung eine wichtige Absicherung sein. Sie ermöglicht den Erwerb weiterer Versicherungszeiten und kann bei späterer Arbeitslosigkeit zu einem Anspruch auf Arbeitslosengeld I führen. Dem stehen laufende Beiträge und eine grundsätzlich fünfjährige Bindung gegenüber.

Arbeitnehmer sind meist bereits gesetzlich versichert. Für sie kann eine private Zusatzversicherung interessant sein, wenn die laufenden Ausgaben durch das voraussichtliche Arbeitslosengeld nicht ausreichend gedeckt wären. Entscheidend ist, wie groß die tatsächliche Einkommenslücke ist und ob die Versicherungsbedingungen zum bestehenden Arbeitsverhältnis passen.

Arbeitslosigkeit und gesundheitlich bedingter Verlust der Arbeitskraft sind unterschiedliche Risiken. Wer seinen Beruf wegen Krankheit oder Unfall dauerhaft nicht mehr ausüben kann, benötigt gegebenenfalls eine andere Absicherung. Informationen dazu finden sich im Bereich Berufsunfähigkeitsversicherung.

 

Häufige Fragen zur Arbeitslosenversicherung

Können sich alle Selbstständigen freiwillig arbeitslosenversichern?

Nein. Neben einer selbstständigen Tätigkeit von mindestens 15 Stunden wöchentlich müssen insbesondere die gesetzlichen Vorversicherungsbedingungen erfüllt sein. Außerdem ist der Antrag grundsätzlich innerhalb von drei Monaten zu stellen.

 

Bekomme ich Arbeitslosengeld, wenn meine Aufträge ausbleiben?

Ein Auftrags- oder Umsatzrückgang allein genügt nicht. Es müssen die gesetzlichen Voraussetzungen für Arbeitslosigkeit und einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erfüllt sein.

 

Kann ich mich zusätzlich zum gesetzlichen Arbeitslosengeld privat versichern?

Ja. Bestimmte private Arbeitslosenversicherungen zahlen bei einem versicherten Arbeitsplatzverlust eine zusätzliche monatliche Leistung. Damit kann die Einkommenslücke zwischen dem bisherigen Nettoeinkommen und dem gesetzlichen Arbeitslosengeld verkleinert werden.

 

Gibt es eine private Arbeitslosenversicherung ohne Kredit?

Ja. Eigenständige Einkommensschutzangebote wie savme Gehaltsschutz und R+V CashProtect sind nicht an die Rückzahlung eines Kredits gebunden. Die vereinbarte Leistung kann für den allgemeinen Lebensunterhalt verwendet werden.

 

Zahlt eine private Arbeitslosenversicherung auch bei Eigenkündigung?

Eine Eigenkündigung ist bei vielen Tarifen nicht versichert. Entscheidend sind die vertraglich vereinbarten Ursachen der Arbeitslosigkeit und die weiteren Leistungsvoraussetzungen.

 

Kann ich die freiwillige gesetzliche Arbeitslosenversicherung jederzeit kündigen?

Nein. Eine ordentliche Kündigung ist grundsätzlich erst nach fünf Jahren möglich. Unabhängig davon kann die Versicherung aus gesetzlichen Gründen bereits früher enden.

 

Was ändert sich bei den Beiträgen 2027?

Nach dem Kabinettsbeschluss vom Oktober 2026 soll die monatliche Bezugsgröße auf 4.130 Euro steigen. Bei unverändertem Beitragssatz von 2,6 Prozent würde der reguläre Monatsbeitrag für Selbstständige 107,38 Euro betragen. Die endgültigen Werte hängen vom weiteren Verordnungsverfahren und vom geltenden Beitragssatz ab.

 

Fazit: Gesetzlichen Schutz erhalten oder privat ergänzen

Die freiwillige gesetzliche Arbeitslosenversicherung ist vor allem für Selbstständige interessant, die nach dem Wechsel aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ihren Schutz fortführen möchten. Entscheidend sind die erforderlichen Vorversicherungszeiten, die Drei-Monats-Frist und die langfristige Beitragsverpflichtung.

Arbeitnehmer können ihre bestehende gesetzliche Absicherung dagegen mit einer privaten Arbeitslosenversicherung ergänzen. Ob sich das lohnt, hängt von der individuellen Einkommenslücke, den Versicherungsbeiträgen und den konkreten Leistungsvoraussetzungen ab. Besonders wichtig sind die versicherten Kündigungsgründe sowie die Warte- und Karenzzeiten.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

Zuletzt aktualisiert am 27. Oktober 2026

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