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Berufsunfähigkeit: Das Risiko und ihre häufigsten Ursachen

Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Berufslebens berufsunfähig zu werden, wird von vielen Berufstätigen unterschätzt. Es werden weder die Gesundheitsrisiken des eigenen Berufs wahrgenommen noch realisiert, dass der Lebensstandard deutlich absinkt, wenn man im Fall einer Berufsunfähigkeit von staatlichen Leistungen abhängig wird. Wer beispielsweise im Büro einer sitzenden Tätigkeit nachgeht, glaubt oft, ihm könne dort nichts passieren. Aber der Verdienst durch die Berufstätigkeit ist für die meisten Verbraucher ihre wichtigste Einnahmequelle, die sie mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern sollten.

Die regelmäßig ermittelten Zahlen der Deutschen Aktuarvereinigung, der Berufsvereinigung der deutschen Versicherungsmathematiker, kommen schon seit 20 Jahren zu dem Ergebnis, dass jeder Vierte in seinem Arbeitsleben mindestens einmal berufsunfähig wird. Eine Tatsache, die von vielen Menschen allerdings verdrängt wird.

 

Diese Ursachen führen zu einer Berufsunfähigkeit

Die Analyseagentur Morgen & Morgen hat im Mai 2020 zum vierten Mal ein Rating zu Berufsunfähigkeitsversicherungen veröffentlicht. In diesem Zusammenhang wies sie darauf hin, dass der häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit Nervenerkrankungen (z. B. Polyneuropathie, Morbus Parkinson, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose, Burn-out oder Depressionen) mit einem Anteil von 32,66 % sind. Danach folgen mit einem Anteil von 19,65 % Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates. Tumorerkrankungen machen 16,1 % der Fälle aus, während Unfälle mit einem Anteil von 8,6 % vergleichsweise selten zu einer Berufsunfähigkeit führen.

Die Analysten stellten fest, dass Nervenerkrankungen gerade auch Menschen erleiden, die noch keine 50 Jahre alt sind. Diese Krankheitsbilder haben in den letzten Jahren im Beobachtungszeitraum 2008 bis 2018 im Zusammenhang mit einer Berufsunfähigkeit deutlich an Bedeutung zugenommen: Noch 2008 war davon nur ein knappes Viertel betroffen.

Bei den Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates hat im selben Zeitraum eine gegenläufige Entwicklung stattgefunden: Zu Beginn des Beobachtungszeitraums wurden ihretwegen die meisten Menschen berufsunfähig (rd. 20 %), heute liegt ihr Anteil etwa fünf Prozentpunkte niedriger als damals.

Die Wahrscheinlichkeit, aufgrund eines Unfalls berufsunfähig zu werden, ist bei Menschen unter 40 signifikant größer als bei Menschen über 50. Tumorerkrankungen werden dagegen mit steigendem Alter wahrscheinlicher, das gilt ebenso für Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates.

Der Anteil der Herz- und Gefäßerkrankungen hat seit 2008 ebenfalls abgenommen: Er sank von rd. 11 auf rd. 8 %.

 

Was bedeuten diese Daten für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die von Morgen & Morgen ermittelten Ergebnisse dürften viele überraschen. Immer noch werden mit dem Risiko einer Berufsunfähigkeit vor allem gefährliche und/oder körperlich belastende Berufe in Verbindung gebracht. Doch eine Nervenerkrankung kann jeder Mensch erleiden, ganz unabhängig von speziellen beruflichen Belastungen. Gerade hier wird auch häufig vergessen, dass eine dauerhafte Erkrankung auch durch private Einflüsse oder Ereignisse ausgelöst werden kann und hierfür keine berufliche Belastung notwendig ist. So kann zum Beispiel der Tod eines nahestehenden Menschen der Auslöser für eine Depression sein, die letztendlich zu einer Berufsunfähigkeit führt. Diese Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Berufsgruppen.

Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekanntgab, haben die ihm angeschlossenen Versicherer 2019 2,6 % mehr Geld aus Berufsunfähigkeitsversicherungen ausgezahlt als ein Jahr zuvor, nämlich 3,9 Milliarden Euro. Ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit einer Absicherung.

 

Hilft eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch in der Covid-19-Pandemie?

Es ist zu erwarten, dass es durch die Belastungen, die die Menschen durch die Pandemie seit geraumer Zeit aushalten müssen, zu einem Anstieg von psychischen Erkrankungen kommen wird. Kontaktbeschränkungen, Mehrfachbelastungen durch die Familie und den Beruf ohne Betreuungsmöglichkeiten oder Schulunterricht für die Kinder oder die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes werden voraussichtlich Folgen haben, die bei zahlreichen Berufstätigen zu einer Berufsunfähigkeit führen können.

Wie Wissenschaftler nun herausgefunden haben, ist eine Genesung von der Infektionskrankheit nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer wiederhergestellten Gesundheit. Manche Folgeschäden werden die Betroffenen eine Zeit lang belasten, andere werden das ganze Leben erhalten bleiben. Derzeit wird beobachtet, dass einige Patienten unter einer Schädigung des Lungengewebes leiden, niemand kann jedoch sicher sagen, ob diese irgendwann wieder ausheilt.

Außerdem wurde bei manchen Patienten eine entzündliche Nervenerkrankung (Guillain-Barré-Syndrom) beobachtet, die zu sich verschlechternden Lähmungen führen kann.

Weitere möglicherweise dauerhafte Einschränkungen könnten andere neurologische Probleme wie Kopfschmerzen oder Bewusstseinsstörungen sein, Ärzte haben auch Herzprobleme bei stationär behandelten Erkrankten beobachtet.

Die Forschung steht hier noch am Anfang, belastbare Erkenntnisse wird es erst in einigen Jahren geben. Die Befürchtungen, dass Covid-19 zu Spätfolgen führen kann, die eine Berufsunfähigkeit nach sich ziehen, stehen allerdings im Raum. Ein Grund mehr, sich entsprechend abzusichern.

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