
nachschüssig und vorschüssig
| Begriff | Definition |
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| nachschüssig und vorschüssig | Die Begriffe nachschüssig und vorschüssig beschreiben den Zeitpunkt einer Zahlung innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Nachschüssig bedeutet, dass die Zahlung am Ende der jeweiligen Periode erfolgt. Vorschüssig bedeutet dagegen, dass sie bereits zu Beginn dieser Periode geleistet wird. Diese Unterscheidung gilt grundsätzlich für alle Versicherungsarten und ist sowohl bei Versicherungsbeiträgen als auch bei regelmäßig ausgezahlten Versicherungsleistungen von Bedeutung. Was bedeutet nachschüssig?Eine Zahlung erfolgt nachschüssig, wenn sie am Ende des Zeitraums geleistet wird, auf den sie sich bezieht. Wird beispielsweise eine monatliche Rente nachschüssig ausgezahlt, erhält der Empfänger den Betrag für den betreffenden Monat erst am Monatsende. Nachschüssige Zahlungen kommen unter anderem bei Rentenleistungen, Kreditraten und Zinszahlungen vor. Der Begriff beschreibt ausschließlich den Zahlungszeitpunkt. Er sagt weder etwas über die Höhe der Zahlung noch über die Laufzeit eines Vertrags aus. Was bedeutet vorschüssig?Eine Zahlung erfolgt vorschüssig, wenn sie zu Beginn des Zeitraums geleistet wird, für den sie bestimmt ist. Wird beispielsweise ein monatlicher Versicherungsbeitrag am Monatsanfang für den kommenden Versicherungsmonat gezahlt, handelt es sich um eine vorschüssige Zahlung. Auch regelmäßig ausgezahlte Versicherungsleistungen können vorschüssig vereinbart sein. In diesem Fall erhält der Versicherte die Leistung bereits zu Beginn der jeweiligen Zahlungsperiode. Welche Bedeutung haben die Begriffe bei Versicherungsbeiträgen?Versicherungsbeiträge werden bei vielen Versicherungsarten im Voraus für den jeweiligen Versicherungszeitraum gezahlt. Das betrifft beispielsweise Haftpflicht-, Hausrat-, Kfz-, Kranken-, Lebens- und Unfallversicherungen. Welche Zahlungsweise tatsächlich gilt, ergibt sich aus dem Vertrag und den gesetzlichen Regelungen zur Beitragsfälligkeit. Dabei muss zwischen dem Zahlungszeitpunkt und dem Zahlungsintervall unterschieden werden. Ein Versicherungsbeitrag kann monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich fällig werden. Diese Intervalle sagen für sich genommen noch nicht aus, ob die Zahlung vor- oder nachschüssig erfolgt. Auch die Kosten hängen nicht allein davon ab, ob Beiträge im Voraus oder nachträglich gezahlt werden. Bei unterjähriger Beitragszahlung können beispielsweise Ratenzahlungszuschläge entstehen. Ob solche Zuschläge vereinbart sind, muss im jeweiligen Versicherungsvertrag geprüft werden. Welche Bedeutung haben die Begriffe bei Versicherungsleistungen?Nicht nur Versicherungsbeiträge, sondern auch Versicherungsleistungen können vor- oder nachschüssig ausgezahlt werden. Besonders relevant ist dies bei regelmäßig wiederkehrenden Leistungen, beispielsweise bei privaten Rentenversicherungen, Berufsunfähigkeitsrenten oder vereinbarten Unfallrenten. Wird eine monatliche Versicherungsrente vorschüssig gezahlt, erhält der Versicherte den Betrag zu Beginn des jeweiligen Monats. Bei nachschüssiger Auszahlung erfolgt die Zahlung dagegen am Monatsende. Welche Regelung gilt, richtet sich nach den Versicherungsbedingungen. Bei einmaligen Versicherungsleistungen, etwa einer Kapitalzahlung nach einem versicherten Schaden, stehen dagegen andere Fälligkeitsregelungen im Vordergrund. Die Begriffe nachschüssig und vorschüssig sind deshalb vor allem bei wiederkehrenden Zahlungen hilfreich. Welche Besonderheit gilt bei der gesetzlichen Rente?Bei der gesetzlichen Rentenversicherung hängt der Zahlungszeitpunkt vom Beginn der Rente ab. Renten, die vor April 2004 begonnen haben, werden grundsätzlich vorschüssig gezahlt. Das bedeutet, dass die Rente für den kommenden Monat bereits am Ende des Vormonats ausgezahlt wird. Renten mit einem Beginn ab April 2004 werden grundsätzlich nachschüssig ausgezahlt. Die Zahlung erfolgt am letzten Bankarbeitstag des Monats, für den die Rente bestimmt ist. Diese Unterscheidung beruht auf einer gesetzlichen Umstellung der Rentenauszahlung. Sie verändert nicht allein aufgrund des Zahlungszeitpunkts die monatliche Rentenhöhe. Welche Bedeutung haben nachschüssige und vorschüssige Zahlungen bei Krediten und Geldanlagen?Auch außerhalb des Versicherungswesens werden beide Begriffe verwendet. Bei Krediten können beispielsweise Raten oder Zinsen am Anfang oder am Ende einer vereinbarten Periode fällig sein. Bei Geldanlagen kann der Zeitpunkt regelmäßiger Einzahlungen oder Zinsgutschriften ebenfalls eine Rolle spielen. Der Zahlungszeitpunkt beeinflusst unter anderem die Liquidität und die finanzmathematische Berechnung. Früher geleistete Einzahlungen können länger verzinst werden, während früher fällige Kreditraten die Restschuld schneller reduzieren können. Ob daraus ein finanzieller Vorteil entsteht, hängt jedoch von Zinssatz, Laufzeit, Zahlungsbeträgen und weiteren Vertragsbedingungen ab. Welche Zahlungsweise ist günstiger?Eine pauschal günstigere Zahlungsweise gibt es nicht. Vorschüssige Zahlungen belasten die Liquidität des Zahlenden früher, während der Empfänger das Geld entsprechend früher erhält. Bei nachschüssigen Zahlungen verschiebt sich dieser Zeitpunkt an das Ende der jeweiligen Periode. Bei Versicherungen sollten Verbraucher deshalb insbesondere auf die vereinbarten Fälligkeitstermine, mögliche Beitragszuschläge und den Zeitpunkt regelmäßiger Leistungen achten. Kündigungsrechte und Vertragslaufzeiten ergeben sich dagegen aus den gesetzlichen Vorschriften und den Versicherungsbedingungen. Sie hängen nicht allein davon ab, ob eine Zahlung nach- oder vorschüssig erfolgt. |