FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Nominalgüterversicherung

Suche nach Begriffen
BegriffDefinition
Nominalgüterversicherung

Die Nominalgüterversicherung ist ein Begriff aus der Versicherungswirtschaft. Er bezeichnet eine Gruppe von Versicherungen, die finanzielle Interessen gegen bestimmte Vermögensnachteile absichern. Im Mittelpunkt stehen beispielsweise Schadenersatzverpflichtungen, Kosten eines Rechtsstreits, Forderungsausfälle oder entgehende Einnahmen. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Versicherung, die unter dieser Bezeichnung abgeschlossen wird.

Was unterscheidet Nominalgüter- und Realgüterversicherungen?

Bei einer Realgüterversicherung steht der Schutz körperlicher Sachen, beispielsweise von Gebäuden, Maschinen oder Hausrat, im Vordergrund. Nominalgüterversicherungen sichern dagegen finanzielle Interessen ab. Der wirtschaftliche Nachteil kann dabei durchaus durch einen Personen- oder Sachschaden ausgelöst werden. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Schadenursache, sondern das versicherte Interesse.

Welche Versicherungen zählen dazu?

Typische Beispiele sind:

  • Haftpflichtversicherung: Sie schützt vor den finanziellen Folgen versicherter gesetzlicher Schadenersatzansprüche. Dazu gehören die Prüfung der Haftpflichtfrage, die Abwehr unbegründeter Ansprüche und die Erfüllung berechtigter Forderungen im vereinbarten Umfang.
  • Rechtsschutzversicherung: Sie übernimmt im Rahmen der vereinbarten Leistungen bestimmte Kosten rechtlicher Auseinandersetzungen, insbesondere Anwalts- und Gerichtskosten.
  • Betriebsunterbrechungsversicherung: Sie kann entgangenen Betriebsgewinn und fortlaufende Kosten ersetzen, wenn ein Betrieb durch ein versichertes Ereignis unterbrochen oder beeinträchtigt wird. Häufig ist dafür ein versicherter Sachschaden erforderlich.
  • Kreditversicherung: Sie kann Unternehmen gegen bestimmte Forderungsausfälle absichern, beispielsweise wenn Kunden wegen Zahlungsunfähigkeit nicht bezahlen.

Ist damit auch die Versicherung von Bargeld und Wertpapieren gemeint?

Nein, der Begriff ist nicht mit einer speziellen Versicherung von Bargeld, Wertpapieren oder anderen Wertsachen gleichzusetzen. Solche Werte können je nach Risiko und Vertrag beispielsweise über eine Hausrat-, Geschäfts- oder Valorenversicherung geschützt sein. Dafür gelten häufig besondere Sicherheitsanforderungen und Entschädigungsgrenzen.

Auch haben nicht alle Geld- und Wertanlagen einen festen Wert. Während Bargeld auf einen bestimmten Nennbetrag lautet, können beispielsweise Aktien und Anleihen im Marktwert schwanken. Die Bezeichnung Nominalgüterversicherung bedeutet daher nicht, dass ausschließlich feste Nennwerte versichert werden.

Was bedeutet die Einteilung für Versicherte?

Die Unterscheidung zeigt, dass Versicherungen nicht nur beschädigte oder zerstörte Sachen ersetzen können. Auch finanzielle Verpflichtungen, Rechtsverfolgungskosten und ausbleibende Einnahmen können Gegenstand des Versicherungsschutzes sein. Welche Schäden tatsächlich gedeckt sind, richtet sich jedoch ausschließlich nach dem jeweiligen Versicherungsvertrag und seinen Bedingungen.

Synonyme: Nominalgüterversicherungen, Nominalgüter-Versicherung, Nominalgüter-Versicherungen