
Obligatorische Rückversicherung
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Obligatorische Rückversicherung | Bei einer obligatorischen Rückversicherung gibt ein Versicherungsunternehmen einen vertraglich festgelegten Teil seiner versicherten Risiken an ein anderes Versicherungsunternehmen, den Rückversicherer, weiter. Beide Seiten haben sich vorher darauf geeinigt, welche Risiken dazugehören. Der Erstversicherer muss diese Risiken abgeben und der Rückversicherer muss sie im vereinbarten Umfang übernehmen. Eine neue Entscheidung für jeden einzelnen Versicherungsvertrag ist nicht erforderlich. Was bedeutet „obligatorisch“?Obligatorisch bedeutet hier nicht, dass eine Rückversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Gemeint ist vielmehr, dass beide Versicherungsunternehmen durch ihren gemeinsamen Vertrag zur Abgabe beziehungsweise Übernahme bestimmter Risiken verpflichtet sind. Wie funktioniert das in der Praxis?Ein Versicherer bietet beispielsweise Wohngebäudeversicherungen an. Damit er bei vielen oder besonders hohen Schäden nicht allein für die gesamten Kosten aufkommen muss, vereinbart er mit einem Rückversicherer, einen bestimmten Teil seiner Risiken weiterzugeben. Schließt der Versicherer anschließend eine Wohngebäudeversicherung ab, die unter diese Vereinbarung fällt, ist das betreffende Risiko automatisch im vereinbarten Umfang rückversichert. Der Rückversicherer muss nicht erst jeden neuen Vertrag einzeln genehmigen. Welche Arten der obligatorischen Rückversicherung gibt es?Es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten, wie sich Erst- und Rückversicherer die Schadenbelastung teilen:
Was ist der Unterschied zur fakultativen Rückversicherung?Bei der obligatorischen Rückversicherung ist bereits im Voraus festgelegt, welche Risiken automatisch übernommen werden müssen. Bei der fakultativen Rückversicherung wird dagegen für jedes einzelne Risiko entschieden, ob es rückversichert werden soll. Der Rückversicherer kann ein angebotenes Risiko annehmen oder ablehnen. Daneben gibt es die fakultativ-obligatorische Rückversicherung. Hier darf der Erstversicherer innerhalb der vereinbarten Grenzen auswählen, welche Risiken er abgibt. Der Rückversicherer muss die entsprechend angebotenen Risiken übernehmen. Welche Vorteile bietet die obligatorische Rückversicherung?Der Erstversicherer kann einen Teil seiner finanziellen Risiken weitergeben und sich dadurch besser gegen hohe Schadenbelastungen absichern. Gleichzeitig muss er nicht für jeden einzelnen Versicherungsvertrag eine neue Rückversicherung vereinbaren. Allerdings kostet dieser Schutz Geld und gilt nur innerhalb der festgelegten Vertragsgrenzen. Was bedeutet das für Versicherte?Für Versicherte ändert sich durch die Rückversicherung grundsätzlich nichts. Ihr Vertrag besteht weiterhin mit dem ursprünglichen Versicherungsunternehmen. Dieses bleibt auch dann für die vereinbarten Leistungen verantwortlich, wenn es einen Teil des Risikos an einen Rückversicherer weitergegeben hat. Einen direkten Anspruch gegen den Rückversicherer haben Versicherte normalerweise nicht. |