
Passive Rückversicherung
| Begriff | Definition |
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| Passive Rückversicherung | Von einer passiven Rückversicherung spricht man, wenn ein Versicherungsunternehmen einen Teil seiner übernommenen Risiken an einen Rückversicherer weitergibt. Das Versicherungsunternehmen wird dabei als Erstversicherer oder Zedent bezeichnet. Der Rückversicherer übernimmt gegen eine vereinbarte Vergütung einen Teil der finanziellen Belastung aus den abgesicherten Risiken. Der Begriff „passiv“ beschreibt die Sicht des Unternehmens, das Risiken abgibt. Bei der aktiven Rückversicherung betrachtet man dagegen die Seite des Unternehmens, das diese Risiken übernimmt. Wie funktioniert eine passive Rückversicherung?Ein Versicherer kann beispielsweise einen Teil seiner möglichen Schäden aus Sturmereignissen rückversichern. Kommt es zu einem versicherten Großschaden, beteiligt sich der Rückversicherer nach den vereinbarten Bedingungen an der finanziellen Belastung. Die Risikoübertragung kann unterschiedlich gestaltet werden. Bei einer Quotenrückversicherung übernimmt der Rückversicherer einen festgelegten Anteil der versicherten Risiken und Schäden. Bei einer nichtproportionalen Rückversicherung beteiligt er sich dagegen erst, wenn eine vereinbarte Schadengrenze überschritten wird. Welche Risiken und Beträge tatsächlich abgesichert sind, bestimmt der jeweilige Rückversicherungsvertrag. Welche Vorteile bietet die passive Rückversicherung?Durch die Weitergabe von Risiken kann ein Versicherungsunternehmen seine finanzielle Belastung bei großen oder zahlreichen Schäden begrenzen. Das ist insbesondere bei Naturkatastrophen, außergewöhnlichen Großschäden oder hohen Versicherungssummen von Bedeutung. Die Rückversicherung kann außerdem dazu beitragen, dass ein Versicherer Risiken übernehmen kann, die er allein nur schwer tragen könnte. Unter den aufsichtsrechtlich vorgesehenen Voraussetzungen kann eine wirksame Rückversicherung auch bei der Berechnung der erforderlichen Kapitalausstattung berücksichtigt werden. Eine automatische Verringerung der Eigenkapitalanforderungen ist damit jedoch nicht verbunden. Welche Risiken bleiben für den Erstversicherer bestehen?Eine passive Rückversicherung beseitigt nicht sämtliche Risiken. Der Erstversicherer trägt weiterhin den vertraglich vereinbarten Eigenanteil. Außerdem können Deckungsgrenzen, Ausschlüsse oder Streitigkeiten über den Rückversicherungsvertrag dazu führen, dass Schäden nicht vollständig erstattet werden. Hinzu kommt das Risiko, dass der Rückversicherer seine Verpflichtungen nicht erfüllen kann. Was bedeutet die passive Rückversicherung für Versicherungsnehmer?Für Versicherungsnehmer ändert sich durch den Abschluss einer passiven Rückversicherung grundsätzlich nichts am bestehenden Versicherungsvertrag. Ihr Vertragspartner bleibt der Erstversicherer, der auch weiterhin für die vereinbarten Leistungen verantwortlich ist. Der Versicherungsnehmer muss seine Ansprüche daher grundsätzlich gegenüber diesem Unternehmen geltend machen und nicht gegenüber dessen Rückversicherer. |