FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
Kapitalwahlrecht

Das Kapitalwahlrecht bezeichnet bei einer privaten Rentenversicherung das vertraglich vereinbarte Recht, zum vorgesehenen Auszahlungszeitpunkt anstelle einer lebenslangen Rente eine einmalige Kapitalauszahlung zu wählen. Dadurch können Versicherte entscheiden, ob sie das angesparte Kapital unmittelbar erhalten oder für eine regelmäßige Altersrente verwenden möchten. Voraussetzung ist, dass der Versicherungsvertrag ein entsprechendes Wahlrecht vorsieht.

Bei welchen Versicherungen gibt es ein Kapitalwahlrecht?

Das Kapitalwahlrecht ist insbesondere bei klassischen und fondsgebundenen privaten Rentenversicherungen verbreitet. Bei staatlich geförderten Altersvorsorgeformen gelten dagegen besondere Einschränkungen. Eine Basisrente (Rürup-Rente) erlaubt grundsätzlich keine Kapitalauszahlung. Bei der Riester-Rente ist unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals zu Beginn der Auszahlungsphase möglich. Auch in der betrieblichen Altersversorgung können Kapitalwahlrechte bestehen, abhängig vom jeweiligen Durchführungsweg und der Versorgungszusage.

Welche Auszahlungsmöglichkeiten bestehen?

Bei einer privaten Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht können Versicherte üblicherweise zwischen einer einmaligen Auszahlung des verfügbaren Vertragskapitals und einer lebenslangen Rentenzahlung wählen. Manche Verträge ermöglichen zusätzlich eine Kombination aus Teilkapitalauszahlung und entsprechend verringerter Rente. Welche Möglichkeiten tatsächlich bestehen, ergibt sich aus den Versicherungsbedingungen.

Wann muss das Kapitalwahlrecht ausgeübt werden?

Die Entscheidung muss grundsätzlich innerhalb der vertraglich vorgesehenen Frist vor Beginn der Rentenzahlung getroffen werden. Die Fristen unterscheiden sich je nach Versicherer und Tarif. Wer eine Kapitalauszahlung wünscht, sollte deshalb rechtzeitig prüfen, bis wann die Entscheidung mitgeteilt werden muss. Nach Beginn der lebenslangen Rentenzahlung ist ein Wechsel zur Kapitalauszahlung normalerweise nicht mehr möglich.

Welche Vor- und Nachteile hat die Kapitalauszahlung?

Eine Kapitalauszahlung bietet finanzielle Flexibilität. Das Geld kann beispielsweise für größere Ausgaben, zur Schuldentilgung oder für eine eigene Geldanlage verwendet werden. Allerdings entfällt bei vollständiger Kapitalauszahlung die lebenslange Rentenleistung aus dem betreffenden Vertrag. Das Kapital muss eigenverantwortlich verwaltet werden und kann bei hohen Entnahmen oder ungünstiger Anlageentwicklung vorzeitig aufgebraucht sein.

Eine lebenslange Rente bietet dagegen regelmäßige Zahlungen bis zum Lebensende und schützt damit vor dem Risiko, dass das für die Altersversorgung vorgesehene Kapital zu früh verbraucht wird. Dafür ist die finanzielle Verfügbarkeit des angesparten Kapitals in der Regel eingeschränkt.

Wie wird die Kapitalauszahlung steuerlich behandelt?

Bei privaten Rentenversicherungen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, unterliegt bei einer Kapitalauszahlung grundsätzlich der Unterschied zwischen der Versicherungsleistung und den eingezahlten Beiträgen der Besteuerung. Bei Verträgen ab 2012 kann unter bestimmten Voraussetzungen nur die Hälfte dieses Ertrags steuerpflichtig sein. Dafür muss der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestanden haben und die Auszahlung nach Vollendung des 62. Lebensjahres erfolgen. Für ältere Verträge gelten teilweise andere Altersgrenzen und steuerliche Regelungen. Insbesondere können Auszahlungen aus vor 2005 abgeschlossenen Verträgen unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei sein.

Wie wird eine lebenslange private Rente besteuert?

Bei einer lebenslangen Rente aus einer ungeförderten privaten Rentenversicherung wird grundsätzlich nur der gesetzlich festgelegte Ertragsanteil mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Dieser richtet sich nach dem vollendeten Lebensjahr bei Rentenbeginn. Beginnt die Rente beispielsweise mit 67 Jahren, beträgt der Ertragsanteil 17 Prozent. Bei staatlich geförderten Altersvorsorgeverträgen gelten andere Besteuerungsregeln.

Was sollte vor der Entscheidung beachtet werden?

Vor der Ausübung des Kapitalwahlrechts sollten Versicherte die angebotene Kapitalauszahlung mit der garantierten und gegebenenfalls prognostizierten Rentenleistung vergleichen. Wichtig sind insbesondere der persönliche Bedarf an regelmäßigen Alterseinkünften, die finanzielle Rücklage, die steuerlichen Folgen und die mögliche Lebenserwartung. Auch Auswirkungen auf Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge können je nach Versicherungsart und Versicherungsstatus eine Rolle spielen. Eine pauschal bessere Auszahlungsform gibt es nicht.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Auszahlungsformen und zur Altersvorsorge finden Sie in unserem Ratgeber zur privaten Rentenversicherung. Die Besonderheiten fondsgebundener Verträge erläutert unser Beitrag zur fondsgebundenen Rentenversicherung.

Synonyme: Kapitalwahloption, Kapitalauszahlungswahlrecht, Kapitalwahlrecht bei Rentenversicherungen