FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Widerrufliches Bezugsrecht

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Begriff Definition
Widerrufliches Bezugsrecht

Ein widerrufliches Bezugsrecht bezeichnet die Begünstigung einer Person, die im Versicherungsfall eine vereinbarte Versicherungsleistung erhalten soll. Nach § 159 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) kann der Versicherungsnehmer die bezugsberechtigte Person grundsätzlich bis zum Eintritt des Versicherungsfalls ändern oder die Begünstigung widerrufen. Das widerrufliche Bezugsrecht ist insbesondere bei Lebensversicherungen von Bedeutung.

Wann entsteht der Anspruch des Bezugsberechtigten?

Bei einem widerruflichen Bezugsrecht erwirbt die begünstigte Person den Anspruch auf die Versicherungsleistung grundsätzlich erst mit Eintritt des Versicherungsfalls. Bis dahin besteht lediglich eine rechtlich noch nicht gesicherte Aussicht auf die Leistung. Der Versicherungsnehmer kann deshalb beispielsweise nach einer Heirat, Scheidung oder Geburt eines Kindes eine andere Person begünstigen.

Wie kann ein widerrufliches Bezugsrecht geändert werden?

Die Änderung oder der Widerruf erfolgt durch eine entsprechende Erklärung gegenüber dem Versicherer. Dabei sind die gesetzlichen Anforderungen und die vereinbarten Vertragsbedingungen zu beachten. Nach Eintritt des Versicherungsfalls kann der Versicherungsnehmer den bereits entstandenen Anspruch des Bezugsberechtigten grundsätzlich nicht mehr durch eine nachträgliche Änderung der Begünstigung entziehen.

Was geschieht im Todesfall?

Ist eine Person wirksam und widerruflich für die Todesfallleistung begünstigt, erwirbt sie mit Eintritt des Versicherungsfalls grundsätzlich einen unmittelbaren Anspruch gegen den Versicherer. Die Versicherungsleistung fällt dann regelmäßig nicht in den Nachlass des verstorbenen Versicherungsnehmers. Ob und welche erbrechtlichen Ansprüche Dritter bestehen, ist davon gesondert zu beurteilen. Ist keine wirksame Bezugsberechtigung vorhanden, richtet sich die Anspruchsberechtigung nach den gesetzlichen und vertraglichen Regelungen.

Was unterscheidet das widerrufliche vom unwiderruflichen Bezugsrecht?

Beim widerruflichen Bezugsrecht bleibt der Versicherungsnehmer grundsätzlich berechtigt, die Begünstigung bis zum Versicherungsfall einseitig zu ändern. Bei einem unwiderruflichen Bezugsrecht erwirbt die begünstigte Person dagegen grundsätzlich bereits mit dessen wirksamer Einräumung eine geschützte Rechtsposition. Eine spätere Änderung ist deshalb regelmäßig nur mit ihrer Zustimmung möglich.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur Benennung von Bezugsberechtigten und zur finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen finden Sie in unserem Ratgeber zur Risikolebensversicherung.

Synonyme: widerrufliche Bezugsberechtigung, widerrufliche Begünstigung, widerrufliches Begünstigtenrecht