FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Durchgangsarzt

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BegriffDefinition
Durchgangsarzt

Ein Durchgangsarzt (D-Arzt) ist ein besonders qualifizierter Arzt, der nach Arbeits- und Wegeunfällen die medizinische Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung steuert. Er untersucht die verletzte Person, dokumentiert die Unfallfolgen und entscheidet, ob eine allgemeine oder besondere unfallmedizinische Heilbehandlung erforderlich ist. Durchgangsärzte sind überwiegend Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie mit zusätzlichen Qualifikationen und einer besonderen Zulassung zum Durchgangsarztverfahren.

Wann muss ein Durchgangsarzt aufgesucht werden?

Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall ist eine Vorstellung beim Durchgangsarzt insbesondere erforderlich, wenn die Verletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt, die ärztliche Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, Heil- oder Hilfsmittel benötigt werden oder wegen früherer Unfallfolgen erneut eine Behandlung erforderlich ist.

Bei leichteren Verletzungen kann zunächst ein anderer Arzt die Erstversorgung übernehmen. Für bestimmte Verletzungen, beispielsweise ausschließlich am Auge oder im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, gelten Ausnahmen vom Durchgangsarztverfahren. Bei schweren Verletzungen hat die notwendige medizinische Notfallversorgung immer Vorrang.

Welche Aufgaben übernimmt der Durchgangsarzt?

Der Durchgangsarzt untersucht und beurteilt die Unfallverletzungen, veranlasst notwendige diagnostische Maßnahmen und erstellt einen Durchgangsarztbericht für den zuständigen Unfallversicherungsträger. Er entscheidet außerdem, ob die weitere Behandlung durch ihn selbst, einen anderen Arzt oder eine entsprechend spezialisierte Klinik erfolgen soll.

Bei einer allgemeinen Heilbehandlung kann die verletzte Person beispielsweise durch ihren Hausarzt weiterbehandelt werden. Der Durchgangsarzt überwacht in diesem Fall den Heilverlauf. Ist eine besondere Heilbehandlung erforderlich, übernimmt er diese regelmäßig selbst oder veranlasst die Versorgung in einer geeigneten Einrichtung.

Entscheidet der Durchgangsarzt über die Anerkennung eines Arbeitsunfalls?

Nein. Der Durchgangsarzt dokumentiert die Verletzungen und die Angaben zum Unfallhergang. Seine medizinischen Feststellungen sind eine wichtige Grundlage für die weitere Prüfung. Ob ein Arbeitsunfall oder Wegeunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung vorliegt, entscheidet jedoch der zuständige Unfallversicherungsträger, beispielsweise eine Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.

Wer übernimmt die Behandlungskosten?

Handelt es sich um einen versicherten Arbeits- oder Wegeunfall, übernimmt grundsätzlich die zuständige gesetzliche Unfallversicherung die erforderlichen Kosten der Heilbehandlung und Rehabilitation. Für die versicherten medizinischen Leistungen fallen in der Regel keine gesetzlichen Zuzahlungen an. Ob und in welchem Umfang Leistungen übernommen werden, richtet sich nach den Voraussetzungen der gesetzlichen Unfallversicherung.

Welche Rolle spielt der Durchgangsarzt bei der Rehabilitation?

Der Durchgangsarzt begleitet den medizinischen Heilverlauf und kann erforderliche weiterführende Behandlungen oder Rehabilitationsmaßnahmen anregen beziehungsweise veranlassen. Dabei arbeitet er mit dem Unfallversicherungsträger und weiteren behandelnden Fachkräften zusammen. Ziel ist es, die gesundheitlichen Unfallfolgen möglichst zu beseitigen oder zu mindern und die Rückkehr in den Alltag und das Berufsleben zu unterstützen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu Versicherungsschutz, Arbeits- und Wegeunfällen sowie den Leistungen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen finden Sie unter gesetzliche Unfallversicherung.

Synonyme: D-Arzt, Durchgangsärztin, D-Ärztin