FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Rentenanpassungsformel

Die Rentenanpassungsformel bestimmt, wie sich der aktuelle Rentenwert und damit die gesetzlichen Renten entwickeln. Ihre Grundlage ist die Entwicklung der Löhne und Gehälter. Entgegen einer häufigen Annahme werden die gesetzlichen Renten nicht unmittelbar anhand der Inflation oder des Verbraucherpreisindex angepasst.

Die gesetzlichen Regelungen zur Rentenanpassung finden sich im Sechsten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI). Die konkrete Berechnung hat sich im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Auch derzeit gilt wegen der gesetzlichen Sicherung des Rentenniveaus eine besondere Regelung.

Was ist die Grundlage der Rentenanpassungsformel?

Ausgangspunkt der Rentenanpassung ist grundsätzlich die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter. Dabei werden die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Löhne nach den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und zeitversetzt auch die Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der Versicherten berücksichtigt.

Damit sollen Rentnerinnen und Rentner an der Einkommensentwicklung der Beschäftigten teilhaben. Die Preisentwicklung beziehungsweise Inflation ist dagegen kein unmittelbarer Berechnungsfaktor der Rentenanpassungsformel.

Welche Faktoren gehören grundsätzlich zur Rentenanpassungsformel?

Die gesetzliche Rentenanpassungsformel basiert grundsätzlich auf der Lohnentwicklung und enthält darüber hinaus sogenannte Dämpfungsfaktoren. Dazu gehören insbesondere der Beitragssatzfaktor und der Nachhaltigkeitsfaktor.

Der Beitragssatzfaktor berücksichtigt Veränderungen bei den Aufwendungen der Beschäftigten für ihre Altersvorsorge. Der Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt insbesondere die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden. Dadurch kann die demografische Entwicklung Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Renten nehmen.

Wie wirkt sich die Rentenanpassungsformel auf die Rente aus?

Mit der Rentenanpassung wird der aktuelle Rentenwert neu bestimmt. Der aktuelle Rentenwert gibt an, welcher monatlichen Bruttorente ein Entgeltpunkt entspricht. Steigt der aktuelle Rentenwert, erhöht sich grundsätzlich auch die daraus berechnete gesetzliche Rente.

Die persönlichen Entgeltpunkte eines Rentners werden bei der jährlichen Rentenanpassung nicht neu berechnet. Stattdessen verändert sich der Wert, mit dem diese Entgeltpunkte innerhalb der Rentenformel bewertet werden.

Welche Sonderregelung gilt bis 2031?

Bis einschließlich der Rentenanpassung 2031 gilt eine gesetzliche Haltelinie für das Rentenniveau von 48 Prozent. Der aktuelle Rentenwert wird in diesem Zeitraum so festgesetzt, dass dieses Mindestsicherungsniveau erreicht wird.

Deshalb wird die Rentenanpassungsformel mit ihren Dämpfungsfaktoren derzeit nicht angewendet. Die Rentenanpassung folgt bis einschließlich 2031 im Wesentlichen der Lohnentwicklung unter Berücksichtigung der Entwicklung der Sozialabgaben auf Löhne und Renten.

Was gilt ab 2032?

Nach der derzeitigen Rechtslage soll ab der Rentenanpassung 2032 wieder die Rentenanpassungsformel mit den Dämpfungsfaktoren angewendet werden. Dann können insbesondere der Beitragssatzfaktor und der Nachhaltigkeitsfaktor wieder Einfluss darauf haben, wie stark sich der aktuelle Rentenwert im Verhältnis zur Lohnentwicklung verändert.

Kann die Rentenanpassungsformel zu einer Rentenkürzung führen?

Eine Schutzklausel, die sogenannte Rentengarantie, verhindert, dass der aktuelle Rentenwert aufgrund der regulären Rentenanpassung sinkt. Eine negative Entwicklung der für die Anpassung maßgeblichen Größen führt deshalb nicht automatisch zu einer Kürzung bereits laufender gesetzlicher Renten.

Wer legt die jährliche Rentenanpassung fest?

Die Berechnung richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben des SGB VI. Der daraus resultierende aktuelle Rentenwert wird durch eine Rechtsverordnung der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt. Die reguläre Rentenanpassung erfolgt jeweils zum 1. Juli.

Welche Rolle spielt die Inflation?

Die Inflation ist kein unmittelbarer Bestandteil der Rentenanpassungsformel. Deshalb müssen Rentenerhöhung und Preissteigerung nicht übereinstimmen. Steigen die Verbraucherpreise stärker als die Rente, kann die Kaufkraft trotz einer nominal höheren Rente sinken. Umgekehrt kann die Rentenanpassung auch oberhalb der Inflationsrate liegen.

Zusammenfassung: Die Rentenanpassungsformel bestimmt grundsätzlich die Entwicklung des aktuellen Rentenwerts und orientiert sich vor allem an der Lohnentwicklung. Zusätzlich sieht das Gesetz Dämpfungsfaktoren wie den Beitragssatz- und Nachhaltigkeitsfaktor vor. Bis einschließlich 2031 werden diese Faktoren wegen der gesetzlichen Haltelinie für das Rentenniveau von 48 Prozent nicht angewendet. Nach derzeitiger Rechtslage greift die Rentenanpassungsformel mit den Dämpfungsfaktoren ab 2032 wieder. Die Inflation ist kein unmittelbarer Bestandteil der Formel.