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Rentenschuldforderung

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BegriffDefinition
Rentenschuldforderung

Eine Rentenschuldforderung ist eine Forderung aus einer Rentenschuld. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Grundschuld, bei der ein Grundstück mit regelmäßig wiederkehrenden Geldleistungen belastet wird. Die rechtlichen Grundlagen finden sich in den §§ 1199 bis 1203 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Trotz der Bezeichnung hat die Rentenschuldforderung grundsätzlich nichts mit der gesetzlichen oder privaten Altersrente zu tun. Sie gehört zum Grundstücksrecht und kann insbesondere im Zusammenhang mit grundpfandrechtlich gesicherten Kapitalanlagen von Bedeutung sein.

Was ist eine Rentenschuld?

Nach § 1199 BGB kann eine Grundschuld so bestellt werden, dass zu regelmäßig wiederkehrenden Terminen eine bestimmte Geldsumme aus dem belasteten Grundstück zu zahlen ist. Die Rentenschuld ist damit ein besonderes Grundpfandrecht.

Anders als bei einer gewöhnlichen Grundschuld steht nicht die Zahlung einer einmaligen Kapitalsumme im Mittelpunkt, sondern eine Folge wiederkehrender Geldleistungen.

Wie funktioniert eine Rentenschuld in der Praxis?

Ein Grundstück wird beispielsweise mit einer Rentenschuld belastet, nach der der Berechtigte monatlich 500 Euro erhalten soll. Die wiederkehrenden Zahlungen sind durch das Grundstück dinglich gesichert. Zusätzlich muss eine Ablösungssumme festgelegt und im Grundbuch eingetragen werden.

Eine Rentenschuld kann auch im Zusammenhang mit einer Immobilienübertragung gegen wiederkehrende Zahlungen vereinbart werden. Sie ist jedoch nicht mit einer Leibrente gleichzusetzen. Zur Sicherung lebenslanger Versorgungsleistungen kommt beispielsweise auch eine Reallast nach § 1105 BGB in Betracht.

Was ist der Unterschied zwischen Rentenschuld und Rentenschuldforderung?

Die Rentenschuld bezeichnet das dingliche Recht am Grundstück. Mit Rentenschuldforderung wird die daraus folgende Berechtigung des Gläubigers auf die regelmäßig wiederkehrenden Geldleistungen beschrieben.

In der Versicherungswirtschaft begegnet der Begriff insbesondere bei der Einordnung grundpfandrechtlich gesicherter Kapitalanlagen. Rentenschuldforderungen können dort zusammen mit Hypotheken- und Grundschuldforderungen ausgewiesen werden.

Muss eine Ablösungssumme festgelegt werden?

Ja. Nach § 1199 Abs. 2 BGB muss bei der Bestellung einer Rentenschuld festgelegt werden, durch Zahlung welchen Betrages sie abgelöst werden kann. Diese Ablösungssumme muss im Grundbuch angegeben werden.

Der Eigentümer kann die Rentenschuld unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch Zahlung der Ablösungssumme beenden.

Wer kann die Rentenschuld ablösen?

Das Ablösungsrecht steht nach § 1201 BGB dem Eigentümer des belasteten Grundstücks zu. Nach § 1202 BGB ist dafür grundsätzlich eine vorherige Kündigung erforderlich. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt sechs Monate, soweit nichts anderes bestimmt ist.

Das Kündigungsrecht kann vertraglich eingeschränkt werden. Eine solche Beschränkung ist jedoch nur so weit zulässig, dass der Eigentümer nach 30 Jahren unter Einhaltung der sechsmonatigen Frist kündigen kann.

Kann auch der Gläubiger die Ablösung verlangen?

Grundsätzlich nein. Nach § 1201 Abs. 2 BGB kann dem Gläubiger kein allgemeines Recht eingeräumt werden, die Ablösung der Rentenschuld zu verlangen.

Eine gesetzliche Ausnahme besteht insbesondere bei einer Gefährdung der Sicherheit durch Verschlechterung des Grundstücks unter den Voraussetzungen des § 1133 BGB. Außerdem kann der Gläubiger nach einer Kündigung durch den Eigentümer und Ablauf der Kündigungsfrist die Zahlung der Ablösungssumme aus dem Grundstück verlangen.

Was passiert, wenn die vereinbarten Zahlungen ausbleiben?

Für die einzelnen wiederkehrenden Leistungen gelten nach § 1200 BGB die Vorschriften über Hypothekenzinsen entsprechend. Bleiben fällige Zahlungen aus, kann der Gläubiger seine dinglichen Rechte grundsätzlich durch Zwangsvollstreckung in das belastete Grundstück durchsetzen, etwa durch Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung.

Voraussetzung sind ein geeigneter Vollstreckungstitel und die weiteren gesetzlichen Vollstreckungsvoraussetzungen. Aus der Rentenschuld allein folgt keine zusätzliche persönliche Haftung des Grundstückseigentümers. Eine persönliche Zahlungspflicht kann sich jedoch aus einer gesonderten schuldrechtlichen Vereinbarung ergeben.

Ist die Rentenschuld von einer persönlichen Forderung abhängig?

Nein. Wie die gewöhnliche Grundschuld ist auch die Rentenschuld grundsätzlich nicht akzessorisch. Ihr rechtlicher Bestand setzt daher nicht zwingend eine persönliche Forderung gegen den Grundstückseigentümer voraus.

Darin unterscheidet sie sich von der Hypothek, deren Bestand grundsätzlich an eine zu sichernde Forderung gebunden ist. Schuldrechtliche Vereinbarungen zwischen den Beteiligten können dennoch für die konkrete Ausgestaltung der Zahlungsverpflichtungen Bedeutung haben.

Welche Bedeutung haben Rentenschuldforderungen heute?

Die Rentenschuld ist gesetzlich weiterhin vorgesehen, spielt in der heutigen Grundstücksfinanzierung jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Gewöhnliche Grundschulden sind als Sicherungsinstrument wesentlich verbreiteter.

Der Begriff Rentenschuldforderung ist deshalb vor allem im Grundstücksrecht, bei älteren Finanzierungsverhältnissen und in speziellen bilanziellen oder versicherungswirtschaftlichen Zusammenhängen anzutreffen.

Synonyme: Rentenschuld