FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Rentensplitting

Beim Rentensplitting können Ehepartner und eingetragene Lebenspartner ihre während der Ehe beziehungsweise Lebenspartnerschaft erworbenen Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung untereinander aufteilen. Dabei werden die in der sogenannten Splittingzeit erworbenen Entgeltpunkte so geteilt, dass beide Partner daraus gleich hohe Rentenanwartschaften erhalten.

Das Rentensplitting ist nicht mit dem Versorgungsausgleich bei einer Scheidung zu verwechseln. Es ist eine besondere Regelung innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung und kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Alternative zur späteren Witwen- oder Witwerrente darstellen.

Wie funktioniert das Rentensplitting?

Für das Rentensplitting werden die von beiden Partnern während der maßgeblichen Splittingzeit erworbenen Entgeltpunkte miteinander verglichen. Der Partner mit den höheren Rentenanwartschaften gibt die Hälfte des Unterschieds an den Partner mit den niedrigeren Anwartschaften ab.

Dadurch werden die während der Splittingzeit erworbenen gesetzlichen Rentenanwartschaften zwischen beiden Partnern gleichmäßig verteilt. Die außerhalb dieser Zeit erworbenen Entgeltpunkte bleiben grundsätzlich unberührt.

Wer kann sich für das Rentensplitting entscheiden?

Ein Rentensplitting ist nicht für jedes Ehepaar möglich. Nach § 120a SGB VI kommt es grundsätzlich in Betracht, wenn die Ehe nach dem 31. Dezember 2001 geschlossen wurde. Bestand die Ehe bereits am 31. Dezember 2001, müssen beide Ehepartner nach dem 1. Januar 1962 geboren sein.

Entsprechende Regelungen gelten nach § 120e SGB VI auch für eingetragene Lebenspartnerschaften.

Welche Versicherungszeiten sind erforderlich?

Grundsätzlich müssen beide Partner am Ende der Splittingzeit jeweils mindestens 25 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten aufweisen. Dazu können neben Beitragszeiten auch andere nach dem Rentenrecht berücksichtigungsfähige Zeiten gehören.

Für das Rentensplitting ist deshalb nicht erforderlich, dass einer der Partner keine oder nur sehr geringe eigene Rentenansprüche besitzt. Entscheidend sind die gesetzlichen Voraussetzungen und ein Unterschied zwischen den während der Splittingzeit erworbenen Entgeltpunkten.

Wann kann das Rentensplitting durchgeführt werden?

Das Rentensplitting wird grundsätzlich erst relevant, wenn das Erwerbsleben der Partner rentenrechtlich weitgehend abgeschlossen ist. Vereinfacht gesagt müssen beide Partner die Regelaltersgrenze erreicht haben beziehungsweise die im SGB VI vorgesehenen Voraussetzungen hinsichtlich Regelaltersgrenze und Vollrente erfüllen.

Die gemeinsame Erklärung zum Rentensplitting kann frühestens sechs Monate vor der voraussichtlichen Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen abgegeben werden.

Ist Rentensplitting dasselbe wie Versorgungsausgleich?

Nein. Der Versorgungsausgleich wird grundsätzlich im Zusammenhang mit einer Scheidung durchgeführt. Dabei können unterschiedliche während der Ehe erworbene Versorgungsanrechte aufgeteilt werden, beispielsweise aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung oder bestimmten privaten Altersvorsorgeverträgen.

Das Rentensplitting nach dem SGB VI betrifft dagegen die gesetzlichen Rentenanwartschaften von Ehepartnern beziehungsweise eingetragenen Lebenspartnern und setzt keine Scheidung voraus. Die im alten Sprachgebrauch naheliegenden Begriffe „internes“ und „externes Rentensplitting“ gehören deshalb nicht hierher. Interne und externe Teilung sind Begriffe des Versorgungsausgleichs.

Was passiert nach dem Tod eines Partners?

Das Rentensplitting kann unter bestimmten Voraussetzungen auch nach dem Tod eines Partners durchgeführt werden. War ein Rentensplitting zu Lebzeiten noch nicht möglich, kann der überlebende Partner es unter den gesetzlichen Voraussetzungen allein herbeiführen.

Dabei ist eine wichtige Konsequenz zu beachten: Wird ein Rentensplitting durchgeführt, besteht aus dieser Ehe beziehungsweise Lebenspartnerschaft anschließend grundsätzlich kein Anspruch mehr auf eine Witwen- oder Witwerrente. Das Rentensplitting kann deshalb eine Alternative zur Hinterbliebenenrente sein, ist aber nicht automatisch finanziell günstiger.

Welche Rolle spielt das eigene Einkommen?

Ein wesentlicher Unterschied zur Witwen- oder Witwerrente besteht darin, dass eigenes Einkommen nicht auf die durch das Rentensplitting erworbenen eigenen Rentenanwartschaften angerechnet wird.

Auch eine spätere Wiederheirat beseitigt die durch das Rentensplitting erworbenen Rentenanwartschaften nicht. Eine Witwen- oder Witwerrente endet dagegen grundsätzlich bei einer erneuten Heirat.

Kann ein Rentensplitting rückgängig gemacht werden?

Die Entscheidung hat weitreichende Folgen. Bis zur Durchführung des Rentensplittings können die Erklärungen nach § 120d SGB VI widerrufen werden. Ist das Rentensplitting durchgeführt und die Entscheidung des Rentenversicherungsträgers unanfechtbar geworden, ist die Entscheidung grundsätzlich bindend.

Für besondere Fälle sieht das Gesetz allerdings Korrekturmöglichkeiten vor. Verstirbt beispielsweise ein Partner innerhalb kurzer Zeit nach dem Rentensplitting und hat er aus den übertragenen Rentenanwartschaften keine oder nur geringe Leistungen erhalten, kann unter den Voraussetzungen des § 120b SGB VI eine entsprechende Anpassung erfolgen.

Welche Reformen werden beim Rentensplitting diskutiert?

Im Zusammenhang mit der Reform der Hinterbliebenenversorgung wird 2026 auch über eine stärkere Bedeutung des Rentensplittings diskutiert. Die Alterssicherungskommission hat vorgeschlagen, die Witwen- und Witwerrenten an veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen. Ein obligatorisches Rentensplitting wird in diesem Zusammenhang als mögliche Ausgestaltung diskutiert.

Eine verpflichtende Aufteilung der während einer Ehe erworbenen Rentenanwartschaften ist derzeit jedoch nicht geltendes Recht. Nach der aktuellen Rechtslage bleibt das Rentensplitting unter den gesetzlichen Voraussetzungen grundsätzlich eine freiwillige Entscheidung der Partner.

Zusammenfassung: Beim Rentensplitting werden die während der maßgeblichen Splittingzeit erworbenen gesetzlichen Rentenanwartschaften zwischen Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern gleichmäßig aufgeteilt. Rechtsgrundlage sind §§ 120a bis 120e SGB VI. Das Rentensplitting ist vom Versorgungsausgleich bei einer Scheidung zu unterscheiden und kann insbesondere im Verhältnis zur späteren Witwen- oder Witwerrente von Bedeutung sein. Da eine durchgeführte Teilung grundsätzlich bindend ist und Auswirkungen auf die Hinterbliebenenversorgung hat, sollten die finanziellen Folgen vor der Entscheidung individuell geprüft werden.

Weitere Informationen zu Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten finden Sie in unserem Überblick über die Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Stand: Oktober 2026