FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
PRIIP

PRIIP steht für „Packaged Retail and Insurance-based Investment Product“ und bezeichnet ein verpacktes Anlageprodukt für Kleinanleger oder ein Versicherungsanlageprodukt. Die Mehrzahl lautet PRIIPs. Solche Produkte können beispielsweise Investmentfonds, strukturierte Anlageprodukte oder Lebens- und Rentenversicherungen mit Anlagekomponente sein. Die europäische PRIIP-Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 soll durch einheitliche Informationen über Risiken, Kosten und mögliche Erträge die Transparenz und Vergleichbarkeit dieser Produkte verbessern. Sie gilt grundsätzlich seit dem 1. Januar 2018.

Welche Produkte fallen unter die PRIIP-Verordnung?

Zum Anwendungsbereich gehören insbesondere bestimmte Investmentfonds, strukturierte Anlageprodukte, Zertifikate, strukturierte Einlagen und Derivate, sofern sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Bei Versicherungen betrifft dies beispielsweise fondsgebundene Lebensversicherungen und fondsgebundene Rentenversicherungen. Auch klassische kapitalbildende Lebensversicherungen können darunterfallen.

Nicht erfasst sind dagegen reine Risikoversicherungen ohne Anlagekomponente, etwa eine Risikolebensversicherung, sowie Schaden- und Unfallversicherungen ohne Anlagecharakter. Für bestimmte gesetzlich anerkannte Altersvorsorgeprodukte und betriebliche Versorgungssysteme gelten ebenfalls Ausnahmen. Entscheidend ist die gesetzliche Einordnung des jeweiligen Produkts.

Was ist das PRIIP-Basisinformationsblatt?

Für erfasste Produkte muss der Hersteller ein standardisiertes Basisinformationsblatt erstellen, das sogenannte Key Information Document (KID). Es darf grundsätzlich höchstens drei DIN-A4-Seiten umfassen und soll Kleinanlegern einen verständlichen Vergleich verschiedener Produkte ermöglichen.

Das Basisinformationsblatt enthält insbesondere Angaben zu:

  • Art, Funktionsweise und Anlagezielen des Produkts,
  • vorgesehener Anlegergruppe und empfohlener Haltedauer,
  • Risiken einschließlich eines zusammenfassenden Risikoindikators auf einer Skala von 1 bis 7,
  • möglichen Ergebnissen anhand standardisierter Wertentwicklungsszenarien,
  • einmaligen und laufenden Kosten sowie deren Auswirkungen auf die Rendite,
  • Folgen einer vorzeitigen Vertragsbeendigung und
  • möglichen Verlusten bei Zahlungsunfähigkeit des Produktanbieters.

Die dargestellten Wertentwicklungsszenarien sind keine verlässlichen Prognosen oder garantierten Renditen. Auch ein niedriger Risikoindikator bedeutet nicht, dass Verluste ausgeschlossen sind.

Der Hersteller muss das Basisinformationsblatt mindestens alle zwölf Monate sowie bei relevanten Änderungen überprüfen. Sind die enthaltenen Informationen nicht mehr zutreffend oder ist aus anderen vorgeschriebenen Gründen eine Anpassung erforderlich, muss das Dokument überarbeitet und die aktualisierte Fassung veröffentlicht werden.

Wann müssen Anleger das Basisinformationsblatt erhalten?

Wer ein PRIIP berät oder verkauft, muss dem Kleinanleger das Basisinformationsblatt grundsätzlich rechtzeitig zur Verfügung stellen, bevor dieser vertraglich gebunden ist. Das Dokument ist kostenlos bereitzustellen. Für bestimmte Fernabsatzsituationen sieht die Verordnung eng begrenzte Ausnahmen vom Zeitpunkt der Bereitstellung vor.

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich aus der PRIIP-Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 und den ergänzenden technischen Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2017/653.

Worauf sollten Versicherungsnehmer achten?

Bei Versicherungsanlageprodukten sollten insbesondere die Gesamtkosten, die garantierten und nicht garantierten Leistungen, die Anlagerisiken sowie mögliche Verluste bei vorzeitiger Kündigung geprüft werden. Das Basisinformationsblatt erleichtert den Vergleich, ersetzt aber weder die Versicherungsbedingungen noch eine Prüfung, ob das Produkt zur persönlichen Vorsorgeplanung passt.

Synonyme: PRIIPs, verpackte Anlageprodukte, Versicherungsanlageprodukte