
Pauschalbesteuerung
| Begriff | Definition | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pauschalbesteuerung | Bei der Pauschalbesteuerung wird die Steuer auf bestimmte Arbeitgeberleistungen mit einem gesetzlich vorgesehenen pauschalen Steuersatz erhoben. Anders als bei der individuellen Lohnbesteuerung richtet sich die Berechnung dabei nicht nach den persönlichen Lohnsteuermerkmalen des einzelnen Arbeitnehmers. Im Versicherungsbereich spielt die Pauschalbesteuerung insbesondere bei bestimmten Formen der betrieblichen Altersversorgung, bei Gruppenunfallversicherungen und bei arbeitgeberfinanzierten Krankenversicherungen eine Rolle. Ob eine Pauschalbesteuerung zulässig ist, hängt von der jeweiligen gesetzlichen Vorschrift, der Finanzierung und der konkreten Vertragsgestaltung ab. Nicht jede vom Arbeitgeber finanzierte Versicherung kann pauschal besteuert werden. Bei welchen Versicherungen ist eine Pauschalbesteuerung möglich?Die wichtigsten Anwendungsfälle und Steuersätze im Überblick:
Auch eine betriebliche Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenabsicherung kann unter die Vorschriften für die jeweilige Versorgungsform fallen, wenn sie Bestandteil einer begünstigten betrieblichen Versorgungszusage ist. Die Steuersätze sind nicht frei wählbar. Entscheidend ist, welche gesetzliche Vorschrift auf die konkrete Arbeitgeberleistung anwendbar ist. Wie funktioniert die Pauschalbesteuerung bei der betrieblichen Altersversorgung?Bei bestimmten Formen der betrieblichen Altersversorgung kann der Arbeitgeber begünstigte Zuwendungen mit einem Pauschsteuersatz von 20 Prozent versteuern. Hinzukommen können Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Der geltende § 40b Absatz 1 EStG betrifft Zuwendungen des Arbeitgebers zum Aufbau einer nicht kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung an eine Pensionskasse. Für bestimmte ältere Direktversicherungen und kapitalgedeckte Pensionskassen kann aufgrund der Übergangsregelung des § 52 Absatz 40 EStG weiterhin die frühere Fassung des § 40b EStG angewendet werden. Davon zu unterscheiden ist die Steuerfreiheit bestimmter Beiträge nach § 3 Nummer 63 EStG. Für beide Förderwege gelten eigene Voraussetzungen und Anrechnungsregeln. Derselbe Beitrag kann nicht gleichzeitig steuerfrei und pauschal besteuert sein. Welche Übergangsregeln gelten für ältere Direktversicherungen und Pensionskassen?Nach § 52 Absatz 40 EStG kann § 40b Absatz 1 und 2 EStG in der am 31. Dezember 2004 geltenden Fassung weiter angewendet werden, wenn vor dem 1. Januar 2018 mindestens ein Beitrag für den betreffenden Arbeitnehmer nach der früheren Vorschrift pauschal besteuert wurde. Entscheidend ist damit nicht ausschließlich das Abschlussdatum des einzelnen Versicherungsvertrags. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann die frühere Pauschalbesteuerung auch bei späteren Beiträgen, einem neuen Vertrag oder einem Arbeitgeberwechsel in Betracht kommen. Die frühere steuerliche Behandlung muss gegebenenfalls nachgewiesen werden. Die Grundlagen des Versicherungsmodells erläutert unsere Fachseite zur Direktversicherung. Welche Höchstbeträge gelten nach § 40b EStG?Die Pauschalbesteuerung nach § 40b Absatz 1 und 2 EStG ist grundsätzlich auf 1.752 Euro je Arbeitnehmer und Kalenderjahr begrenzt. Die Zuwendungen müssen außerdem aus einem ersten Dienstverhältnis stammen und die übrigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Sind mehrere Arbeitnehmer gemeinsam in einer Pensionskasse versichert, ist unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Durchschnittsberechnung möglich. Dabei werden die berücksichtigungsfähigen Zuwendungen zusammengerechnet und durch die Zahl der begünstigten Arbeitnehmer geteilt. Der Durchschnitt darf 1.752 Euro nicht übersteigen. Arbeitnehmer, für die im Kalenderjahr Zuwendungen von mehr als 2.148 Euro geleistet werden, bleiben bei dieser Durchschnittsberechnung außer Betracht. Ihre Beiträge werden gesondert beurteilt. Die Grenze von 2.148 Euro ist somit kein allgemeiner persönlicher Freibetrag. Übersteigt der errechnete Durchschnitt 1.752 Euro, kann die Durchschnittsberechnung nicht als Grundlage für die Pauschalbesteueruerung verwendet werden. Dann ist für jeden Arbeitnehmer einzeln zu prüfen, welcher Teil der tatsächlichen Zuwendungen nach den allgemeinen Voraussetzungen pauschal besteuert werden darf. Für bestimmte Zuwendungen aus Anlass der Beendigung eines Dienstverhältnisses enthält § 40b Absatz 2 EStG außerdem eine Vervielfältigungsregel. Der Betrag von 1.752 Euro wird dabei mit der Anzahl der Kalenderjahre des Dienstverhältnisses vervielfältigt und um die nach § 40b Absatz 1 EStG pauschal besteuerten Zuwendungen des Beendigungsjahres und der sechs vorangegangenen Kalenderjahre vermindert. Was geschieht mit Beiträgen oberhalb der begünstigten Beträge?Soweit Beiträge nicht nach § 40b EStG pauschal besteuert werden können, richtet sich ihre Behandlung nach den übrigen steuerlichen Vorschriften. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Steuerfreiheit nach § 3 Nummer 63 EStG in Betracht kommen. Andernfalls kann eine individuelle Besteuerung erforderlich sein. Bei älteren Versorgungszusagen müssen zusätzlich die Übergangs- und Anrechnungsregelungen berücksichtigt werden. Die steuerliche Behandlung lässt sich deshalb nicht allein aus der Höhe des Versicherungsbeitrags ableiten. Wie werden Gruppenunfallversicherungen pauschal besteuert?Übernimmt ein Arbeitgeber Beiträge für eine gemeinsame Unfallversicherung mehrerer Arbeitnehmer, können diese Beiträge steuerpflichtigen Arbeitslohn darstellen. Soweit die Voraussetzungen des § 40b Absatz 3 EStG erfüllt sind, kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit 20 Prozent pauschal erheben. Erforderlich ist eine gemeinsame Unfallversicherung mehrerer Arbeitnehmer. Ein entsprechend ausgestalteter Rahmenvertrag kann ausreichen, wenn die versicherten Personen und Risiken bezeichnet sind und die Einzelheiten in ergänzenden Vereinbarungen geregelt werden. Ein Rahmenvertrag, der lediglich den Beitragseinzug und die Beitragsabrechnung organisiert, genügt dagegen nicht. Die frühere Grenze von durchschnittlich 100 Euro steuerpflichtigem Beitrag je versichertem Arbeitnehmer und Kalenderjahr wurde zum 1. Januar 2024 aufgehoben. Seitdem hängt die Pauschalbesteuerung nicht mehr von dieser bisherigen Beitragsgrenze ab. Wann sind Beiträge zur Gruppenunfallversicherung steuerpflichtig?Ob steuerpflichtiger Arbeitslohn entsteht, hängt insbesondere davon ab, welche Risiken versichert sind und wem die Rechte aus dem Versicherungsvertrag zustehen. Eine Versicherung ausschließlich gegen berufliche Risiken kann anders behandelt werden als eine Versicherung, die auch private Unfälle abdeckt. Kann ausschließlich der Arbeitgeber die Ansprüche gegenüber dem Versicherer geltend machen, führt die Beitragszahlung beim Arbeitnehmer regelmäßig noch nicht zu einem unmittelbaren Lohnzufluss. Steuerliche Folgen können dann erst im Zusammenhang mit einer späteren Versicherungsleistung entstehen. Hat der Arbeitnehmer hingegen unmittelbare Ansprüche gegenüber dem Versicherer, ist die lohnsteuerliche Behandlung bereits bei der Beitragszahlung zu prüfen. Für Beiträge, die nach § 40b Absatz 3 EStG pauschalierungsfähig sind, ist die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro nicht anwendbar. Das gilt unabhängig davon, ob der Arbeitgeber das Pauschalierungswahlrecht tatsächlich ausübt. Wie wird eine betriebliche Krankenversicherung steuerlich behandelt?Bei einer betrieblichen Krankenversicherung oder Krankenzusatzversicherung kommt es zunächst darauf an, ob der Arbeitnehmer einen Sachbezug oder eine Geldleistung erhält. Verschafft der Arbeitgeber seinen Beschäftigten unmittelbar Versicherungsschutz, indem er eine Versicherung abschließt und die Beiträge bezahlt, kann ein Sachbezug vorliegen. Für solche Sachbezüge kann die monatliche Freigrenze von 50 Euro gelten. Dabei werden weitere für diese Freigrenze maßgebliche Sachbezüge des Arbeitnehmers zusammengerechnet. Wird die Grenze überschritten, ist grundsätzlich der gesamte betreffende Sachbezugswert steuerpflichtig und nicht nur der übersteigende Betrag. Erstattet der Arbeitgeber dagegen Beiträge für eine vom Arbeitnehmer selbst abgeschlossene Krankenversicherung, liegt regelmäßig eine Geldleistung vor. Die Sachbezugsfreigrenze kann dann nicht allein deshalb genutzt werden, weil das Geld für Versicherungsschutz bestimmt ist. Wann ist bei der betrieblichen Krankenversicherung eine Pauschalsteuer von 30 Prozent möglich?Ist der gewährte Versicherungsschutz ein steuerpflichtiger Sachbezug, kann unter den Voraussetzungen des § 37b Absatz 2 EStG eine Pauschalbesteuerung mit 30 Prozent möglich sein. Sie ist jedoch keine automatische Folge einer Überschreitung der 50-Euro-Freigrenze. Die Zuwendung muss insbesondere betrieblich veranlasst sein, zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden und darf nicht in Geld bestehen. Außerdem muss das Pauschalierungswahlrecht nach den gesetzlichen Vorgaben einheitlich ausgeübt werden. Die Pauschalierung nach § 37b Absatz 2 EStG ist insbesondere ausgeschlossen bei Sachbezügen, die nach § 8 Absatz 2 Satz 2 bis 10 oder Absatz 3 EStG bewertet werden, bei Leistungen nach § 40 Absatz 2 EStG sowie bei bestimmten Vermögensbeteiligungen. Entsprechendes gilt, soweit Zuwendungen bereits nach § 40 Absatz 1 EStG pauschal besteuert wurden. Außerdem unterscheidet § 37b EStG zwei Grenzen von jeweils 10.000 Euro:
Bemessungsgrundlage sind grundsätzlich die Aufwendungen des Zuwendenden einschließlich Umsatzsteuer. Ob die Vorschrift auf eine konkrete betriebliche Krankenversicherung angewendet werden kann, muss anhand der tatsächlichen Vertrags- und Abrechnungsgestaltung geprüft werden. Welche Alternative gibt es zur Pauschalbesteuerung mit 30 Prozent?Nach § 40 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG kann das Betriebsstättenfinanzamt auf Antrag des Arbeitgebers eine Pauschalierung mit einem besonders ermittelten Steuersatz zulassen. Voraussetzung ist insbesondere, dass sonstige Bezüge in einer größeren Zahl von Fällen gewährt werden. Diese Pauschalierung ist ausgeschlossen, soweit der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer sonstige Bezüge von mehr als 1.000 Euro im Kalenderjahr gewährt. Die Grenze ist kein allgemeiner Steuerfreibetrag für Versicherungsbeiträge. Die Pauschalierung setzt außerdem die gesetzlich vorgesehene Berechnung und die Zulassung durch das Betriebsstättenfinanzamt voraus. Die Pauschalierung nach § 40 Absatz 1 EStG und die 30-Prozent-Pauschalierung nach § 37b EStG sind eigenständige Verfahren. Für dieselbe Leistung ist eine doppelte Pauschalbesteuerung ausgeschlossen. Welche Sonderregelung gilt für bestimmte betriebliche Versorgungszahlungen?Nach § 40b Absatz 4 EStG hat der Arbeitgeber bestimmte steuerpflichtige Sonderzahlungen im Zusammenhang mit betrieblichen Versorgungsverpflichtungen mit 15 Prozent pauschal zu versteuern. Erfasst werden die gesetzlich bezeichneten Sonderzahlungen nach § 19 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 Satz 2 EStG. Diese Vorschrift betrifft besondere betriebliche Versorgungsvorgänge und nicht die üblichen laufenden Beiträge zu einer privaten Versicherung. Sie ist daher von den 20-Prozent-Regelungen des § 40b EStG zu unterscheiden. Gilt die Pauschalbesteuerung auch für Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen?Eine Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenabsicherung kann Bestandteil einer betrieblichen Versorgungszusage sein. In diesem Fall richtet sich die steuerliche Behandlung nach der Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung und den dafür geltenden Vorschriften. Für gewöhnliche privat finanzierte Lebens-, Renten-, Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Unfallversicherungen gibt es dagegen keine allgemeine Pauschalbesteuerung der Beiträge nach § 40b EStG. Die Besteuerung von Kapitalerträgen und späteren Versicherungsleistungen richtet sich nach anderen Vorschriften. Wer trägt die Pauschalsteuer?Nach § 40 Absatz 3 EStG hat der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer zu übernehmen. Er ist gegenüber dem Finanzamt Steuerschuldner und bleibt dies auch dann, wenn die Steuer wirtschaftlich auf den Arbeitnehmer abgewälzt wird. Eine auf den Arbeitnehmer abgewälzte pauschale Lohnsteuer gilt nach dieser Vorschrift als zugeflossener Arbeitslohn und mindert die Bemessungsgrundlage der pauschalen Steuer nicht. Zusätzlich können Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer anfallen. Sind pauschal besteuerte Versicherungsbeiträge sozialversicherungsfrei?Nicht automatisch. Die Pauschalbesteuerung und die sozialversicherungsrechtliche Beitragsfreiheit sind getrennt zu beurteilen. Maßgeblich sind insbesondere die Sozialversicherungsentgeltverordnung, die jeweilige steuerliche Vorschrift, die Finanzierung und die tatsächliche Behandlung in der Entgeltabrechnung. Für bestimmte nach § 40b EStG pauschal besteuerte Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung kann Beitragsfreiheit bestehen. Dabei ist zwischen Beiträgen nach der früheren und der geltenden Fassung des § 40b EStG sowie zwischen zusätzlichen Arbeitgeberleistungen und Entgeltumwandlung zu unterscheiden. Bei umlagefinanzierten Pensionskassen können besondere Einschränkungen gelten. Für steuerpflichtige Beiträge zu Gruppenunfallversicherungen, die nach § 40b Absatz 3 EStG pauschal besteuert werden, kommt eine Ausnahme vom beitragspflichtigen Arbeitsentgelt nach § 1 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4a der Sozialversicherungsentgeltverordnung in Betracht, wenn die dort genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Die bloße Möglichkeit einer Pauschalbesteuerung reicht für eine Beitragsfreiheit nicht aus. Bei einer betrieblichen Krankenversicherung führt eine Pauschalbesteuerung nach § 37b Absatz 2 EStG grundsätzlich nicht zur Sozialversicherungsfreiheit. Wird der Versicherungsschutz innerhalb der gesetzlichen Sachbezugsfreigrenze steuerfrei gewährt, kann dagegen auch Beitragsfreiheit bestehen. Bei einer Pauschalierung nach § 40 Absatz 1 EStG ist insbesondere zu prüfen, ob die Voraussetzungen des § 1 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 der Sozialversicherungsentgeltverordnung erfüllt sind. Sind spätere Versicherungsleistungen steuerfrei?Nicht allein deshalb, weil die Beiträge pauschal besteuert wurden. Für spätere Renten-, Kapital- und sonstige Versicherungsleistungen gelten eigene steuerliche Vorschriften. Bei bestimmten älteren Direktversicherungen können beispielsweise andere Besteuerungsregeln gelten als bei neueren steuerfrei geförderten Versorgungsverträgen. Auch eine mögliche Beitragspflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung muss unabhängig von der früheren Pauschalbesteuerung beurteilt werden. Welche gesetzlichen Grundlagen gelten?Wichtige Vorschriften sind § 40b EStG für bestimmte Zukunftssicherungsleistungen, § 37b EStG für bestimmte Sachzuwendungen und § 40 EStG für weitere Fälle der Lohnsteuerpauschalierung. Für ältere Versorgungszusagen sind außerdem die Übergangsregelungen des § 52 EStG maßgeblich. Die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung richtet sich insbesondere nach § 1 der Sozialversicherungsentgeltverordnung. Hinweis: Zuletzt aktualisiert im November 2026. |