FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
Massenunfall

Ein Massenunfall ist ein Verkehrsunfall, bei dem zahlreiche Fahrzeuge innerhalb eines engen zeitlichen und räumlichen Zusammenhangs miteinander kollidieren. Häufig handelt es sich um eine Massenkarambolage auf einer Autobahn, bei der mehrere Fahrzeuge nacheinander oder nahezu gleichzeitig zusammenstoßen. Besonders schwierig ist die spätere Rekonstruktion des Unfallhergangs, weil sich oft nicht mehr eindeutig feststellen lässt, welcher Fahrer welchen Schaden verursacht hat. Für solche Fälle haben die deutschen Kfz-Versicherer ein besonderes Verfahren zur vereinfachten Schadenregulierung vereinbart.

 

Wie entsteht ein Massenunfall?

Massenkarambolagen entstehen häufig bei schlechten Sicht- und Straßenverhältnissen, etwa durch Nebel, Schneefall, Glatteis oder starken Regen. Kommen eine unangepasste Geschwindigkeit und ein zu geringer Sicherheitsabstand hinzu, können bereits einzelne Bremsmanöver oder Auffahrunfälle eine Kettenreaktion auslösen. Besonders auf Autobahnen bleibt nach einem ersten Zusammenstoß oft wenig Zeit, um weitere Kollisionen zu verhindern.

 

Wann gilt die vereinfachte Schadenregulierung?

Nicht jede Massenkarambolage fällt unter das besondere Regulierungsverfahren der Kfz-Versicherer. Nach der Vereinbarung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) müssen grundsätzlich mindestens 40 Fahrzeuge beteiligt sein. Ist der Unfallhergang besonders schwer zu rekonstruieren, kann das Verfahren ausnahmsweise bereits ab 20 beteiligten Fahrzeugen angewendet werden. Die Fahrzeuge müssen innerhalb eines engen zeitlichen und räumlichen Zusammenhangs in den Unfall verwickelt sein.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass sich die einzelnen Unfallverursacher nicht eindeutig feststellen lassen. Ob eine vereinfachte Regulierungsaktion durchgeführt wird, entscheidet eine zuständige Kommission des GDV anhand der polizeilichen Feststellungen. Die genannten Fahrzeugzahlen sind deshalb keine allgemeingültige Definition eines Massenunfalls, sondern Voraussetzungen für das besondere Verfahren der Versicherer.

 

Wer bezahlt die Schäden bei einem Massenunfall?

Bei einem gewöhnlichen Verkehrsunfall richtet sich die Schadenregulierung nach den gesetzlichen Haftungsregeln. Bei einer Massenkarambolage lässt sich dagegen häufig nicht mehr klären, welcher Fahrer für welchen Schaden verantwortlich ist. Wird das vereinfachte Regulierungsverfahren angewendet, können sich die Beteiligten an den Kfz-Haftpflichtversicherer ihres eigenen Fahrzeugs wenden. Im Rahmen der freiwilligen Vereinbarung werden die Schäden am eigenen Fahrzeug sowie die Personenschäden der Fahrzeuginsassen nach den dafür vorgesehenen Regeln reguliert, ohne dass zunächst die individuelle Schuld jedes Fahrers geklärt werden muss.

Dabei können auch Schäden am eigenen Fahrzeug ersetzt werden, obwohl keine Vollkaskoversicherung besteht. Nach den Regelungen des vereinfachten Verfahrens erfolgt die Regulierung grundsätzlich ohne Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts wegen dieser Regulierungsaktion. Voraussetzung ist allerdings, dass der betreffende Unfall und der beteiligte Versicherer unter die Vereinbarung fallen. Andernfalls gelten die üblichen Haftungsregeln und Versicherungsbedingungen.

 

Welche weiteren Versicherungen können wichtig sein?

Neben der Kfz-Haftpflichtversicherung können eine Kaskoversicherung und bei Personenschäden weitere Versicherungen von Bedeutung sein. Die Krankenversicherung übernimmt medizinisch notwendige Behandlungen im Rahmen ihres Leistungsumfangs. Eine private Unfallversicherung kann zusätzliche vereinbarte Leistungen erbringen, insbesondere bei dauerhaften Unfallfolgen. Ereignet sich der Massenunfall auf einem versicherten Arbeitsweg oder während einer versicherten beruflichen Tätigkeit, kann außerdem die gesetzliche Unfallversicherung zuständig sein.

 

Was sollten Betroffene nach einem Massenunfall beachten?

Nach einem Massenunfall haben die Sicherung der Unfallstelle und die Versorgung verletzter Personen Vorrang. Soweit gefahrlos möglich, sollten Betroffene die Rettungskräfte verständigen und die polizeiliche Unfallaufnahme abwarten. Für die spätere Regulierung sind Angaben zu den beteiligten Fahrzeugen, Fotos und vorhandene Unfallunterlagen hilfreich. Der Schaden sollte zeitnah dem eigenen Kfz-Versicherer gemeldet werden. Dabei empfiehlt es sich nachzufragen, ob für den Unfall eine vereinfachte Regulierungsaktion vorgesehen ist. Weitere Informationen bietet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Synonyme: Massenkarambolage, Massenauffahrunfall