FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Invaliditätsgrad

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BegriffDefinition
Invaliditätsgrad

Der Invaliditätsgrad gibt in der privaten Unfallversicherung an, wie stark die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit einer versicherten Person infolge eines versicherten Unfalls dauerhaft beeinträchtigt ist. Er wird in Prozent ausgedrückt und ist eine wesentliche Grundlage für die Berechnung der Invaliditätsleistung. Der Invaliditätsgrad sagt jedoch nicht unmittelbar aus, in welchem Umfang jemand noch arbeiten kann oder ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt.

Wie wird der Invaliditätsgrad ermittelt?

Die Ermittlung richtet sich nach den vereinbarten Versicherungsbedingungen und der Art der dauerhaften Beeinträchtigung. Bei bestimmten Körperteilen und Sinnesorganen kommt die sogenannte Gliedertaxe zur Anwendung. Sie legt fest, welcher Invaliditätsgrad beispielsweise beim vollständigen Verlust oder bei vollständiger Funktionsunfähigkeit einer Hand, eines Arms oder eines Auges anzusetzen ist. Bei teilweiser Funktionsbeeinträchtigung wird der entsprechende Anteil berücksichtigt.

Für Beeinträchtigungen, die nicht von der Gliedertaxe erfasst werden, erfolgt die Bewertung grundsätzlich nach dem Ausmaß der dauerhaften Einschränkung der normalen körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit. Medizinische Gutachten können dabei eine wichtige Grundlage bilden. Entscheidend sind die vertraglichen Regelungen und die medizinisch festgestellten Unfallfolgen.

Wie beeinflusst der Invaliditätsgrad die Versicherungsleistung?

In der privaten Unfallversicherung wird die Invaliditätsleistung grundsätzlich anhand der vereinbarten Invaliditätssumme und des festgestellten Invaliditätsgrades berechnet. Bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro und einem Invaliditätsgrad von 30 Prozent ergibt sich ohne Progression und vorbehaltlich weiterer Vertragsregelungen beispielsweise eine Leistung von 30.000 Euro.

Ist eine Progression vereinbart, kann die Auszahlung bei höheren Invaliditätsgraden überproportional steigen. Welche Leistung tatsächlich gezahlt wird, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Auch vereinbarte Fristen für den Eintritt, die ärztliche Feststellung und die Geltendmachung der Invalidität müssen beachtet werden.

Ist der Invaliditätsgrad auch für andere Versicherungen entscheidend?

Nicht jede Versicherung bewertet gesundheitliche Einschränkungen anhand eines Invaliditätsgrades. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist grundsätzlich maßgeblich, in welchem Umfang die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen noch ausgeübt werden kann. In der gesetzlichen Rentenversicherung richtet sich die Beurteilung einer Erwerbsminderung insbesondere nach dem verbliebenen zeitlichen Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Auch die gesetzliche Unfallversicherung verwendet einen anderen Maßstab. Für eine Verletztenrente ist dort insbesondere die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) relevant. Diese ist nicht mit dem Invaliditätsgrad aus der privaten Unfallversicherung gleichzusetzen. In der Pflegeversicherung wiederum ist grundsätzlich der festgestellte Pflegegrad entscheidend.

Synonyme: Grad der Invalidität, unfallbedingter Invaliditätsgrad