FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

objektive Risikotheorie

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objektive Risikotheorie

Die objektive Risikotheorie betrachtet Risiken anhand messbarer Größen und statistischer Zusammenhänge. Im Versicherungswesen geht es insbesondere darum, wie häufig Schäden auftreten können, welche finanziellen Folgen sie haben und wie stark die tatsächlichen Schadenaufwendungen von den Erwartungen abweichen können. Diese Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Risikobewertung und Versicherungsmathematik.

Wie werden Risiken statistisch bewertet?

Versicherer untersuchen unter anderem Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen und deren Verteilung. Daraus lassen sich erwartete Schadenaufwendungen und mögliche Abweichungen abschätzen. Bei einem einzelnen Schadenereignis mit festgelegter Schadenhöhe kann der erwartete Schaden vereinfacht als Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenhöhe berechnet werden. Bei mehreren möglichen Schadenhöhen sind entsprechend deren Wahrscheinlichkeiten zu berücksichtigen.

Der erwartete Schaden allein beschreibt allerdings noch nicht die gesamte Unsicherheit. Zwei Risiken können denselben erwarteten Schaden verursachen, sich aber erheblich darin unterscheiden, wie stark ihre tatsächlichen Ergebnisse schwanken oder wie hoch mögliche Extremverluste ausfallen.

Welche Bedeutung hat die objektive Risikotheorie für Versicherungen?

Statistische Risikobewertungen helfen Versicherern, Beiträge zu kalkulieren, Schadenrückstellungen einzuschätzen und den erforderlichen finanziellen Schutz gegen unerwartete Belastungen zu bestimmen. In der Kfz-Versicherung werden beispielsweise Schadenstatistiken verschiedener Fahrzeugtypen und Regionen berücksichtigt. In der Wohngebäudeversicherung spielen unter anderem Gebäudeeigenschaften und standortbezogene Naturgefahren eine Rolle.

Der Versicherungsbeitrag ergibt sich jedoch nicht allein aus dem statistisch erwarteten Schaden. Hinzu kommen beispielsweise Kosten, Sicherheitszuschläge und weitere kalkulatorische Faktoren.

Wo liegen die Grenzen der Risikoberechnung?

Auch statistisch ermittelte Risiken lassen sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Historische Daten können unvollständig sein oder zukünftige Entwicklungen nur eingeschränkt abbilden. Das gilt besonders für seltene Großschäden, neue Technologien und sich verändernde Naturgefahren. Risikomodelle beruhen deshalb auf Annahmen, die regelmäßig überprüft und angepasst werden müssen.

Die objektive Risikobetrachtung unterscheidet sich von der subjektiven Risikowahrnehmung: Während die eine auf Daten und nachvollziehbaren Berechnungen beruht, beschreibt die andere, wie Menschen Gefahren persönlich einschätzen. Beide Perspektiven können für den Umgang mit Risiken wichtig sein, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.