FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
Rentenabfindung

Eine Rentenabfindung ist eine einmalige Zahlung, durch die bestimmte laufende oder zukünftige Rentenansprüche abgegolten werden. Was darunter genau zu verstehen ist, hängt vom jeweiligen Versorgungssystem ab. In der gesetzlichen Rentenversicherung ist insbesondere die Abfindung einer Witwen- oder Witwerrente bei Wiederheirat von Bedeutung. Auch in der betrieblichen Altersversorgung können unter bestimmten Voraussetzungen Rentenansprüche durch eine Kapitalzahlung abgefunden werden.

Rentenabfindung bei Wiederheirat

Wer eine Witwen- oder Witwerrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhält, verliert diesen Rentenanspruch grundsätzlich mit einer erneuten Heirat. Als Ausgleich kann nach § 107 SGB VI eine Rentenabfindung gezahlt werden.

Die Abfindung wird grundsätzlich bei der ersten Wiederheirat nach dem Tod des versicherten Ehepartners geleistet. Die gesetzlichen Regelungen beziehen dabei auch bestimmte Konstellationen im Zusammenhang mit eingetragenen Lebenspartnerschaften ein.

Wie hoch ist die Rentenabfindung?

Bei einer großen Witwen- oder Witwerrente entspricht die Abfindung grundsätzlich dem 24-Fachen des für die Berechnung maßgebenden Monatsbetrags der Hinterbliebenenrente. Vereinfacht entspricht dies zwei Jahresbeträgen der maßgeblichen Rente.

Für die Berechnung wird grundsätzlich der Durchschnitt der Witwen- oder Witwerrente aus den letzten zwölf Kalendermonaten vor der Wiederheirat herangezogen. Für eine Wiederheirat in zeitlicher Nähe zum Tod des Versicherten gelten besondere Berechnungsvorschriften. Das Sterbevierteljahr soll die Höhe der Abfindung dabei nicht künstlich erhöhen.

Was gilt bei der kleinen Witwen- oder Witwerrente?

Für die kleine Witwen- oder Witwerrente gelten Besonderheiten, weil sie nach neuem Recht grundsätzlich auf 24 Kalendermonate nach dem Tod des Versicherten begrenzt ist. Bei einer Wiederheirat wird deshalb nicht automatisch das 24-Fache des Monatsbetrags gezahlt. Die Abfindung richtet sich vielmehr nach den noch verbleibenden Kalendermonaten des ursprünglichen Rentenanspruchs.

Was passiert nach der Wiederheirat?

Mit der Wiederheirat endet der Anspruch auf die bisherige Witwen- oder Witwerrente. Die Rentenabfindung dient als einmaliger Ausgleich für den wegfallenden Hinterbliebenenrentenanspruch.

Wird die neue Ehe später aufgelöst oder für nichtig erklärt, kann unter bestimmten Voraussetzungen erneut ein Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente nach dem vorletzten Ehepartner entstehen. Dabei gelten besondere Vorschriften und mögliche andere Versorgungsansprüche können berücksichtigt werden.

Gibt es Rentenabfindungen auch in der betrieblichen Altersversorgung?

Auch bei der betrieblichen Altersversorgung kann eine laufende oder zukünftige Rentenleistung unter bestimmten Voraussetzungen durch eine einmalige Kapitalzahlung abgefunden werden. Eine solche Abfindung ist jedoch nicht mit der Rentenabfindung einer Witwen- oder Witwerrente nach § 107 SGB VI gleichzusetzen.

Ob eine Abfindung möglich ist, richtet sich insbesondere nach der Versorgungszusage und den gesetzlichen Vorschriften des Betriebsrentengesetzes. Für bestimmte Anwartschaften und laufende Leistungen bestehen Abfindungsverbote beziehungsweise gesetzlich festgelegte Grenzen. Ein Arbeitgeber kann eine zugesagte Betriebsrente daher nicht beliebig durch eine einmalige Zahlung ersetzen.

Ist eine Kapitalauszahlung aus einer privaten Rentenversicherung eine Rentenabfindung?

Bei einer privaten Rentenversicherung kann je nach Vertrag zum Rentenbeginn anstelle einer lebenslangen Rente eine Kapitalauszahlung gewählt werden. Dabei handelt es sich jedoch regelmäßig um ein vertraglich vereinbartes Kapitalwahlrecht und nicht um eine Rentenabfindung im Sinne des § 107 SGB VI.

Ob eine Kapitalauszahlung möglich ist, hängt von der jeweiligen Rentenversicherung ab. Bei bestimmten Formen der geförderten oder steuerlich begünstigten Altersvorsorge gelten besondere gesetzliche Vorgaben für die Auszahlung.

Zusammenfassung: Eine Rentenabfindung ersetzt einen Rentenanspruch ganz oder teilweise durch eine einmalige Zahlung. In der gesetzlichen Rentenversicherung ist vor allem die Abfindung einer Witwen- oder Witwerrente bei Wiederheirat nach § 107 SGB VI relevant. Bei der großen Witwen- oder Witwerrente beträgt sie grundsätzlich das 24-Fache des maßgeblichen Monatsbetrags. Für die kleine Witwen- oder Witwerrente gelten wegen ihrer begrenzten Bezugsdauer besondere Regeln. Davon zu unterscheiden sind Abfindungen in der betrieblichen Altersversorgung und vertragliche Kapitalauszahlungen aus privaten Rentenversicherungen.