
FAQ
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Rentenbarwert | Der Rentenbarwert ist der heutige Wert einer Reihe zukünftiger Rentenzahlungen. Er beantwortet vereinfacht die Frage: Welchen Wert haben mehrere künftig fällige Zahlungen zu einem bestimmten heutigen Zeitpunkt? Der Rentenbarwert ist damit keine eigene Rentenart und kein Finanzprodukt. Er ist eine finanzmathematische Größe, mit der zukünftige regelmäßige Zahlungen auf einen gemeinsamen Bewertungszeitpunkt umgerechnet werden. Das Verfahren wird unter anderem in der Versicherungsmathematik, bei der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen und bei finanzwirtschaftlichen Berechnungen eingesetzt. Wie wird der Rentenbarwert berechnet?Zukünftige Rentenzahlungen können nicht einfach addiert und mit einem heute verfügbaren Geldbetrag gleichgesetzt werden. Eine Zahlung von beispielsweise 1.000 Euro in zehn Jahren hat aus heutiger Sicht einen anderen Wert als 1.000 Euro, die sofort zur Verfügung stehen. Deshalb werden die zukünftigen Zahlungen auf den Bewertungszeitpunkt abgezinst. Vereinfacht betrachtet hängt der Rentenbarwert insbesondere von der Höhe der Zahlungen, ihrer Anzahl, den jeweiligen Zahlungszeitpunkten und dem verwendeten Rechnungszins ab. Grundsätzlich gilt: Je höher der verwendete Zinssatz, desto geringer ist bei ansonsten gleichen Bedingungen der heutige Barwert zukünftiger Zahlungen. Je niedriger der Zinssatz ist, desto höher fällt der Barwert aus. Was ist der Unterschied zwischen Barwert und Rentenbarwert?Der Barwert bezeichnet allgemein den heutigen Wert einer oder mehrerer zukünftiger Zahlungen. Beim Rentenbarwert geht es speziell um eine Folge regelmäßig wiederkehrender Zahlungen. Der Begriff „Rente“ ist dabei finanzmathematisch zu verstehen. Er bezeichnet eine Folge wiederkehrender Zahlungen und nicht ausschließlich eine Altersrente aus der gesetzlichen oder privaten Rentenversicherung. Ein Rentenbarwert kann deshalb auch für andere regelmäßige Zahlungsströme berechnet werden. Was bedeutet Abzinsung?Bei der Abzinsung wird der Wert einer zukünftigen Zahlung auf einen früheren Zeitpunkt zurückgerechnet. Dahinter steht der sogenannte Zeitwert des Geldes: Heute verfügbares Kapital kann grundsätzlich angelegt werden und bis zu einem späteren Zeitpunkt Erträge erwirtschaften. Soll beispielsweise ermittelt werden, welcher heutige Kapitalbetrag einer bestimmten Reihe zukünftiger Zahlungen entspricht, werden diese Zahlungen einzeln abgezinst und anschließend zu ihrem Barwert zusammengefasst. Welche Rolle spielt die Laufzeit?Auch die Dauer und der Zeitpunkt der Zahlungen beeinflussen den Rentenbarwert. Je weiter eine Zahlung in der Zukunft liegt, desto stärker wirkt sich bei einem positiven Rechnungszins die Abzinsung aus. Bei einer zeitlich befristeten Rente steht die Anzahl der vorgesehenen Zahlungen grundsätzlich fest. Bei einer lebenslangen Rente ist dagegen bei der Berechnung zusätzlich zu berücksichtigen, wie lange die Zahlungen voraussichtlich geleistet werden müssen. Welche Bedeutung hat die Lebenserwartung bei einer lebenslangen Rente?Bei einer lebenslangen Rente ist die tatsächliche Anzahl der Zahlungen zum Berechnungszeitpunkt unbekannt. Für die versicherungsmathematische Bewertung werden deshalb zusätzlich biometrische Rechnungsgrundlagen, insbesondere Sterbewahrscheinlichkeiten, berücksichtigt. Der Barwert einer lebenslangen Rente hängt damit nicht nur von Rentenhöhe und Rechnungszins ab, sondern auch davon, mit welcher Wahrscheinlichkeit die jeweilige Rentenzahlung tatsächlich geleistet werden muss. In der Versicherungsmathematik spricht man in diesem Zusammenhang auch vom versicherungsmathematischen Barwert. Wo wird der Rentenbarwert verwendet?Rentenbarwerte werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. In der privaten Rentenversicherung und der betrieblichen Altersversorgung spielen Barwertberechnungen beispielsweise bei der versicherungsmathematischen Bewertung zukünftiger Verpflichtungen eine Rolle. Auch Unternehmen benötigen Barwertberechnungen, wenn zukünftige Versorgungsverpflichtungen bewertet und bilanziell berücksichtigt werden. Darüber hinaus werden Barwerte in zahlreichen finanzmathematischen Berechnungen verwendet, wenn Zahlungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten miteinander verglichen werden sollen. Ist der Rentenbarwert das Kapital für eine private Rentenversicherung?Nicht unmittelbar. Bei einer privaten Altersvorsorge können zwar ebenfalls versicherungsmathematische Barwerte eine Rolle spielen. Der Rentenbarwert ist aber nicht mit dem angesparten Vertragsguthaben oder dem bei Rentenbeginn vorhandenen Kapital gleichzusetzen. Auch der Rentenfaktor einer privaten Rentenversicherung ist etwas anderes. Er beschreibt, wie viel monatliche Rente aus einem bestimmten Kapital berechnet wird. Der Rentenbarwert bewertet dagegen eine Folge zukünftiger Zahlungen zu einem bestimmten Bewertungszeitpunkt. Welche Bedeutung hat der Zinssatz für den Rentenbarwert?Der verwendete Zinssatz hat erheblichen Einfluss auf das Ergebnis. Ein höherer Rechnungszins führt bei gleichen zukünftigen Zahlungen grundsätzlich zu einem niedrigeren Barwert. Ein niedrigerer Rechnungszins führt entsprechend zu einem höheren Barwert. Deshalb ist ein Rentenbarwert ohne Kenntnis der zugrunde gelegten Annahmen nur eingeschränkt aussagekräftig. Bei einem Vergleich muss insbesondere geprüft werden, welche Zahlungsdauer, Zahlungszeitpunkte und Rechnungsgrundlagen verwendet wurden. Zusammenfassung: Der Rentenbarwert ist der auf einen bestimmten Zeitpunkt berechnete Wert zukünftiger regelmäßiger Zahlungen. Er ist keine Rentenart und kein Altersvorsorgeprodukt, sondern eine finanzmathematische Rechengröße. Seine Höhe hängt insbesondere von den zukünftigen Zahlungen, ihren Fälligkeiten und dem verwendeten Zinssatz ab. Bei lebenslangen Renten werden zusätzlich biometrische Faktoren wie die Lebenserwartung berücksichtigt. |