FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

FAQ

Suche nach Begriffen
BegriffDefinition
Parametrischer Trigger

Ein parametrischer Trigger ist ein vertraglich festgelegter Auslöser für eine Versicherungs- oder Rückversicherungsleistung. Entscheidend ist dabei nicht die tatsächlich entstandene Schadenhöhe, sondern ob ein zuvor vereinbarter, objektiv messbarer Schwellenwert erreicht oder überschritten wird. Solche Auslöser werden insbesondere zur Absicherung von Naturkatastrophen eingesetzt, beispielsweise bei Erdbeben, Stürmen oder extremen Niederschlägen.

Wie funktioniert ein parametrischer Trigger?

Bei Vertragsabschluss wird festgelegt, welches Ereignis maßgeblich ist, wie es gemessen wird und unter welchen Bedingungen eine Zahlung erfolgt. Ein Beispiel ist eine Absicherung gegen Erdbeben: Überschreitet ein Erdbeben in einer bestimmten Region die vereinbarte Stärke, kann der Trigger ausgelöst werden. Ob und in welcher Höhe eine Leistung erfolgt, richtet sich nach den vertraglichen Bedingungen.

Die maßgeblichen Ereignisdaten stammen in der Regel aus vorher festgelegten, unabhängigen Mess- oder Datenquellen. Eine aufwendige Ermittlung der tatsächlichen Schadenhöhe ist für die Auslösung der parametrischen Leistung grundsätzlich nicht erforderlich.

Welche Arten parametrischer Trigger gibt es?

Bei einem einfachen parametrischen Trigger genügt ein einzelnes festgelegtes Messkriterium, beispielsweise eine bestimmte Windgeschwindigkeit oder Erdbebenstärke. Bei gewichteten parametrischen Triggern werden mehrere Messwerte oder Regionen nach einer vereinbarten Formel berücksichtigt. Dabei können beispielsweise Gebiete mit hohen versicherten Werten stärker gewichtet werden.

Gewichtete Trigger können die tatsächliche Risikoverteilung besser abbilden. Sie beseitigen jedoch nicht das sogenannte Basisrisiko, also die Möglichkeit, dass die vertragliche Leistung vom tatsächlich entstandenen Schaden abweicht.

Welche Bedeutung haben parametrische Trigger bei Katastrophenanleihen?

Parametrische Trigger können bei Katastrophenanleihen, auch Cat Bonds genannt, eingesetzt werden. Mit solchen Kapitalmarktinstrumenten können Versicherer oder Rückversicherer bestimmte Katastrophenrisiken auf Anleger übertragen. Tritt ein vertraglich definiertes Ereignis ein und werden die festgelegten Bedingungen erfüllt, kann dies dazu führen, dass Anleger einen Teil ihres eingesetzten Kapitals oder das gesamte betroffene Kapital verlieren. Die dadurch verfügbaren Mittel dienen der vereinbarten Risikoabsicherung.

Nicht jeder Cat Bond verwendet einen parametrischen Trigger. Je nach Konstruktion können auch andere Auslösekriterien maßgeblich sein, beispielsweise die tatsächlich erlittenen Verluste eines Versicherers.

Welche Vorteile und Risiken haben parametrische Trigger?

Ein wesentlicher Vorteil ist die vergleichsweise schnelle und transparente Feststellung, ob die vereinbarten Auszahlungsbedingungen erfüllt sind. Da keine vollständige Schadenregulierung zur Ermittlung der Leistungshöhe erforderlich ist, kann die Abwicklung vereinfacht werden.

Dem steht das Basisrisiko gegenüber: Ein schwerer tatsächlicher Schaden kann entstehen, ohne dass der vereinbarte Schwellenwert erreicht wird. Umgekehrt kann eine Zahlung ausgelöst werden, obwohl der wirtschaftliche Schaden gering ist. Deshalb müssen die Messkriterien, Schwellenwerte und Auszahlungsregeln möglichst genau auf das abzusichernde Risiko abgestimmt werden.

Synonyme: Parametrische Trigger, parametrischer Auslöser, parametrische Auslöser