FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Unfallversicherungsgesetz

Das Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884 war ein wichtiger Bestandteil der Sozialgesetzgebung im Deutschen Reich unter Reichskanzler Otto von Bismarck. Es begründete die gesetzliche Unfallversicherung für bestimmte Beschäftigtengruppen. Die Regelungen wurden später in die Reichsversicherungsordnung (RVO) übernommen. Heute ist die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland im Siebten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) geregelt. Dieses wurde 1996 verabschiedet und trat überwiegend am 1. Januar 1997 in Kraft. Die heutige deutsche Unfallversicherung beruht somit nicht auf einem eigenständigen Unfallversicherungsgesetz (UVG), sondern auf dem SGB VII.

 

Was regelt das SGB VII?

Das SGB VII regelt insbesondere, welche Personen gesetzlich unfallversichert sind, welche Ereignisse als Versicherungsfälle gelten und welche Leistungen erbracht werden. Dazu gehören die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, die medizinische und berufliche Rehabilitation sowie finanzielle Leistungen wie Verletztengeld, Verletztenrenten und Leistungen an Hinterbliebene. Versichert sind unter anderem Beschäftigte, Auszubildende, Kinder in Tageseinrichtungen, Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie bestimmte ehrenamtlich Tätige. Der Versicherungsschutz setzt grundsätzlich voraus, dass ein gesetzlich anerkannter Versicherungsfall vorliegt.

Zuständig sind insbesondere Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Sie übernehmen neben der Leistungsgewährung auch Aufgaben der Prävention und Rehabilitation. Die Beiträge für Beschäftigte tragen grundsätzlich die Arbeitgeber; für andere versicherte Personengruppen gelten teilweise andere Finanzierungsregelungen. Welche Voraussetzungen für den Versicherungsschutz gelten und welche Leistungen im Einzelfall möglich sind, erläutert unsere Seite zur gesetzlichen Unfallversicherung.

 

Gibt es ein Unfallversicherungsgesetz (UVG) in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es tatsächlich ein Bundesgesetz über die Unfallversicherung, das als UVG bezeichnet wird. Es regelt die obligatorische Unfallversicherung und unterscheidet sich vom deutschen Sozialversicherungsrecht. Das Schweizer UVG ist deshalb nicht mit den deutschen Regelungen des SGB VII gleichzusetzen. Die Abkürzung UVG steht in Deutschland außerdem für das Unterhaltsvorschussgesetz.

Synonyme: Historisches Unfallversicherungsgesetz, gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII)

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