FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Indexgebundene Lebensversicherung

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Indexgebundene Lebensversicherung

Eine indexgebundene Lebensversicherung verbindet die Kapitalbildung einer Lebensversicherung mit der Möglichkeit, an der Wertentwicklung eines Börsenindex teilzuhaben. Als Grundlage können beispielsweise der DAX, der EURO STOXX 50 oder andere Aktienindizes dienen. Anders als bei einer unmittelbaren Aktien- oder Fondsanlage wird die Wertentwicklung des Index jedoch nicht zwangsläufig eins zu eins auf das Vertragsguthaben übertragen. Wie hoch eine mögliche Gutschrift ausfällt, hängt von den vertraglich vereinbarten Berechnungsregeln ab.

Dabei ist zu beachten, dass der für die Versicherung maßgebliche Index nicht immer mit der allgemein bekannten Variante eines Börsenindex übereinstimmt. Beispielsweise können Dividenden bei der Berechnung unterschiedlich berücksichtigt werden. Auch eigens für Versicherungsprodukte entwickelte Indexvarianten kommen vor. Deshalb lässt sich aus der veröffentlichten Entwicklung eines bekannten Aktienindex nicht ohne Weiteres auf die tatsächliche Indexgutschrift einer Versicherung schließen.

Indexgebundene Versicherungen werden häufig auch als Indexpolicen bezeichnet. Entsprechende Anlagekonzepte kommen sowohl bei kapitalbildenden Lebensversicherungen als auch bei privaten Rentenversicherungen vor. Sie sollen eine sicherheitsorientierte Kapitalanlage mit zusätzlichen Ertragschancen verbinden. Welche Garantien tatsächlich bestehen und wie stark der Versicherungsnehmer an einer positiven Indexentwicklung beteiligt wird, ist vom jeweiligen Tarif abhängig.

 

Wie funktioniert eine indexgebundene Lebensversicherung?

Bei vielen indexgebundenen Lebensversicherungen wird das Vertragsguthaben ähnlich wie bei einer klassischen Kapitallebensversicherung im Sicherungsvermögen des Versicherers angelegt. Die Beteiligung an der Entwicklung eines Börsenindex erfolgt dann über ein besonderes Verfahren zur Verwendung der Überschüsse. Dabei können beispielsweise Finanzinstrumente eingesetzt werden, deren Ertrag von der Entwicklung eines bestimmten Index abhängt.

Das bedeutet: Der Versicherungsnehmer erwirbt bei einer solchen Indexpolice nicht automatisch Anteile an einem Indexfonds oder ETF. Vielmehr wird anhand vertraglich festgelegter Regeln ermittelt, welcher Ertrag dem Vertragsguthaben aus der Indexbeteiligung gutgeschrieben wird. Je nach Tarif kann zwischen einer klassischen Überschussbeteiligung und einer Indexbeteiligung gewählt werden. Andere Verträge sehen eine bestimmte Kombination oder eine festgelegte Beteiligungsform vor.

Die Indexbeteiligung wird häufig für einen Zeitraum von zwölf Monaten berechnet. Fällt das nach den Vertragsregeln ermittelte Jahresergebnis positiv aus, wird eine entsprechende Gutschrift vorgenommen. Bei vielen Modellen wird ein negatives Indexjahresergebnis auf null begrenzt. Das bedeutet allerdings nicht, dass der gesamte Versicherungsvertrag kostenfrei ist oder bei einer vorzeitigen Kündigung keine Verluste entstehen können.

 

Wie wird die Beteiligung am Börsenindex berechnet?

Die tatsächliche Indexgutschrift hängt nicht allein davon ab, ob der zugrunde liegende Börsenindex innerhalb eines Jahres gestiegen oder gefallen ist. Versicherer verwenden unterschiedliche Berechnungsverfahren, die eine Beteiligung an positiven Entwicklungen ermöglichen, diese aber auch begrenzen können.

Renditeobergrenze (Cap)

Bei einem sogenannten Cap wird die positive Wertentwicklung für bestimmte Berechnungszeiträume nur bis zu einer festgelegten Obergrenze berücksichtigt. Beispielsweise kann ein monatlicher Indexanstieg von acht Prozent bei einem Cap von drei Prozent lediglich mit drei Prozent in die Berechnung eingehen. Negative Monatsentwicklungen können dagegen vollständig berücksichtigt werden. Dadurch kann die errechnete Jahresgutschrift auch dann gering ausfallen oder ausbleiben, wenn der Index über das gesamte Jahr betrachtet gestiegen ist.

Beteiligungsquote (Partizipationsquote)

Bei einer Beteiligungsquote wird die nach den Vertragsbedingungen ermittelte Indexentwicklung nur zu einem bestimmten Anteil für die Gutschrift berücksichtigt. Beträgt die maßgebliche Beteiligungsquote beispielsweise 50 Prozent, führt eine dafür relevante positive Indexentwicklung von sechs Prozent rechnerisch zu einer Gutschrift von drei Prozent, sofern keine weiteren Begrenzungen greifen. Die Beteiligungsquote kann tarifabhängig für künftige Indexperioden neu festgelegt werden.

Jährliche Sicherung von Erträgen

Viele Indexpolicen sehen vor, dass einmal gutgeschriebene positive Indexerträge dem gesicherten Vertragsguthaben zugeordnet werden. Dieses Verfahren wird häufig als Lock-in-Prinzip bezeichnet. Eine spätere negative Indexentwicklung kann dann bereits gesicherte Gutschriften grundsätzlich nicht wieder aufzehren. Welche Guthabenbestandteile tatsächlich geschützt sind und zu welchen Zeitpunkten die Sicherung erfolgt, ergibt sich aus den Versicherungsbedingungen.

 

Welche Vorteile kann eine indexgebundene Lebensversicherung bieten?

Ein möglicher Vorteil besteht darin, dass Versicherungsnehmer an positiven Entwicklungen eines Börsenindex teilhaben können, ohne das gesamte Vertragsguthaben unmittelbar den Schwankungen einer Aktienanlage auszusetzen. Bei Tarifen mit entsprechenden Garantien und einer Begrenzung negativer Indexjahresergebnisse kann dies zu einer vergleichsweise sicherheitsorientierten Form der Kapitalbildung beitragen.

Je nach Vertrag können außerdem Wahlmöglichkeiten bei der Überschussverwendung bestehen. So kann es möglich sein, für einzelne Vertragsjahre zwischen einer Indexbeteiligung und einer klassischen Überschussgutschrift zu wählen. Auch bereits erzielte und gesicherte Indexgutschriften können die weitere Kapitalbildung unterstützen. Solche Vorteile hängen jedoch von den konkreten Vertragsbedingungen ab und sind nicht bei jeder indexgebundenen Versicherung gleichermaßen vorhanden.

 

Welche Nachteile und Risiken gibt es?

Der wesentliche Nachteil liegt darin, dass eine positive Entwicklung des Börsenindex nicht automatisch zu einer entsprechend hohen Rendite des Versicherungsvertrags führt. Renditeobergrenzen, Beteiligungsquoten und die Verrechnung einzelner Berechnungszeiträume können die tatsächliche Gutschrift erheblich begrenzen. Selbst in einem guten Börsenjahr kann deshalb ein geringer Ertrag oder eine Nullgutschrift entstehen.

Hinzu kommen die Kosten des Versicherungsvertrags. Abschluss- und Vertriebskosten sowie laufende Verwaltungs- und gegebenenfalls Risikokosten vermindern die wirtschaftliche Rendite. Auch wenn ein negatives Indexjahresergebnis nicht zu einer negativen Indexgutschrift führt, kann die tatsächliche Vertragsentwicklung durch Kosten und weitere vertragliche Faktoren belastet werden.

Ein weiterer Nachteil ist die eingeschränkte Vergleichbarkeit der Tarife. Die Berechnungsverfahren können komplex sein, und bestimmte Parameter wie Caps oder Beteiligungsquoten werden möglicherweise regelmäßig neu festgelegt. Langfristige Renditeprognosen sind deshalb mit Unsicherheiten verbunden. Zudem bietet die Indexbeteiligung keinen verlässlichen Inflationsschutz, da die Erträge möglicherweise nicht ausreichen, um den Kaufkraftverlust auszugleichen.

Bei einer vorzeitigen Kündigung kann der Rückkaufswert unter den insgesamt eingezahlten Beiträgen liegen. Wer sich für eine Indexpolice entscheidet, sollte deshalb nicht nur die garantierten Leistungen zum regulären Vertragsende prüfen, sondern auch die Folgen einer vorzeitigen Vertragsbeendigung berücksichtigen.

 

Was unterscheidet eine indexgebundene von einer fondsgebundenen Lebensversicherung?

Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung wird der für die Kapitalanlage vorgesehene Sparanteil tatsächlich in Investmentfonds angelegt. Die Entwicklung des Vertragsguthabens hängt damit unmittelbar von der Wertentwicklung der ausgewählten Fonds und den anfallenden Kosten ab. Bei einer typischen indexgebundenen Lebensversicherung erfolgt dagegen keine unmittelbare Anlage des Sparanteils in einen Indexfonds. Die Beteiligung an einem Börsenindex wird vielmehr über die vertraglichen Regeln zur Indexgutschrift hergestellt.

Daraus ergeben sich unterschiedliche Chancen und Risiken. Eine fondsgebundene Versicherung ohne Garantien kann stärker von steigenden Kapitalmärkten profitieren, ist aber auch unmittelbaren Kursverlusten ausgesetzt. Eine indexgebundene Versicherung kann bestimmte Verlustrisiken durch Sicherungsmechanismen begrenzen, dafür aber auch die Teilnahme an positiven Marktentwicklungen einschränken. Entscheidend ist, welche Garantien bestehen, wie die Rendite berechnet wird und welche Kosten anfallen.

 

Welche Alternativen gibt es zur indexgebundenen Lebensversicherung?

Eine Alternative ist die klassische Kapitallebensversicherung, bei der die Kapitalanlage stärker sicherheitsorientiert erfolgt und die vereinbarten Garantien im Vordergrund stehen. Die tatsächliche Gesamtleistung kann durch Überschüsse steigen, deren Höhe jedoch nicht im Voraus feststeht.

Wer stärker an der Entwicklung der Kapitalmärkte teilnehmen möchte, kann eine fondsgebundene Lebensversicherung oder eine fondsgebundene Rentenversicherung in Betracht ziehen. Dabei sind insbesondere die Fondsauswahl, mögliche Garantien und die gesamte Kostenbelastung zu vergleichen. Steht ausschließlich der Vermögensaufbau im Vordergrund, können auch direkte Fonds- oder ETF-Sparpläne eine Alternative sein. Einen Überblick über unterschiedliche Vorsorgemöglichkeiten bietet unsere Seite zur privaten Altersvorsorge.

 

Wie wird eine indexgebundene Lebensversicherung besteuert?

Die Besteuerung richtet sich nach der rechtlichen und steuerlichen Einordnung des Versicherungsvertrags, nicht allein nach der Indexbeteiligung. Bei einer privaten indexgebundenen Kapitallebensversicherung gelten grundsätzlich die Vorschriften für Kapitallebensversicherungen. Bei einer indexgebundenen Rentenversicherung kann die steuerliche Behandlung davon abhängen, ob eine Kapitalauszahlung oder eine lebenslange Rentenzahlung erfolgt.

Bei einer Kapitalauszahlung aus einer entsprechend ausgestalteten, nach 2004 abgeschlossenen privaten Lebens- oder Rentenversicherung ist grundsätzlich der Unterschiedsbetrag zwischen Versicherungsleistung und eingezahlten Beiträgen steuerpflichtig. Unter den weiteren gesetzlichen Voraussetzungen wird nur die Hälfte dieses Ertrags angesetzt, wenn die Versicherungsleistung nach Ablauf von zwölf Jahren seit Vertragsabschluss und nach Vollendung des 60. Lebensjahres des Steuerpflichtigen ausgezahlt wird. Für Vertragsabschlüsse ab 2012 gilt die Altersgrenze von 62 Jahren. Bei lebenslangen Rentenzahlungen aus gewöhnlichen privaten Rentenversicherungen kommt dagegen grundsätzlich die Ertragsanteilsbesteuerung zur Anwendung. Für staatlich geförderte Verträge gelten gesonderte Vorschriften.

 

Für wen kann eine indexgebundene Lebensversicherung sinnvoll sein?

Eine indexgebundene Lebensversicherung kann für Menschen infrage kommen, die langfristig Kapital aufbauen möchten und dabei Wert auf vertraglich vereinbarte Sicherungsmechanismen legen. Sie sollten akzeptieren können, dass die Indexbeteiligung über längere Zeiträume nur geringe oder gar keine zusätzlichen Erträge liefert. Besonders wichtig ist deshalb, dass die garantierten Leistungen auch ohne optimistische Renditeannahmen zum persönlichen Vorsorgeziel passen.

Wer hingegen eine möglichst unmittelbare Beteiligung an der langfristigen Entwicklung der Aktienmärkte anstrebt, sollte auch fondsgebundene Versicherungen oder direkte Fondsanlagen vergleichen. Dabei sind nicht nur mögliche Erträge, sondern ebenso die Kosten, die Verfügbarkeit des Kapitals und der tatsächliche Bedarf an Versicherungsschutz zu berücksichtigen.

 

Fazit: Indexbeteiligung bedeutet nicht automatisch Börsenrendite

Eine indexgebundene Lebensversicherung verbindet eine sicherheitsorientierte Versicherungsanlage mit der Möglichkeit zusätzlicher Erträge aus der Entwicklung eines Börsenindex. Sie ist jedoch nicht mit einer direkten Investition in einen Indexfonds gleichzusetzen. Entscheidend sind die Berechnungsregeln für die Indexbeteiligung, die Höhe der Garantien, die Kosten und die Bedingungen für eine spätere Auszahlung. Erst ein Vergleich dieser Merkmale zeigt, ob die Versicherung gegenüber einer klassischen oder fondsgebundenen Alternative einen tatsächlichen Vorteil bietet.

Synonyme: Indexpolice, Indexlebensversicherung, Lebensversicherung mit Indexbeteiligung, indexorientierte Lebensversicherung, indexbasierte Lebensversicherung, Indexpartizipation