
FAQ
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Invalidenversicherung | Die Invalidenversicherung ist eine historische Bezeichnung für einen Zweig der gesetzlichen Sozialversicherung, der Menschen bei einer dauerhaften Einschränkung ihrer Erwerbsfähigkeit finanziell absichern sollte. In Deutschland wurde die Invaliditäts- und Altersversicherung unter Reichskanzler Otto von Bismarck mit dem Gesetz von 1889 eingeführt. Sie bildete eine wichtige Grundlage der heutigen gesetzlichen Rentenversicherung. Der Begriff Invalidenversicherung wird im deutschen Sozialversicherungsrecht heute nicht mehr als Bezeichnung für einen eigenständigen Versicherungszweig verwendet. Welche Aufgaben hatte die Invalidenversicherung?Die historische Invalidenversicherung sollte insbesondere Arbeitnehmer vor den wirtschaftlichen Folgen einer erheblich eingeschränkten Erwerbsfähigkeit schützen. Daneben regelte das damalige Gesetz auch Leistungen im Alter. Die Voraussetzungen und der Leistungsumfang unterschieden sich deutlich von den heutigen Regelungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Heute übernimmt die gesetzliche Rentenversicherung unter anderem die Absicherung bei Erwerbsminderung. Wer aus gesundheitlichen Gründen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten kann, hat unter bestimmten versicherungsrechtlichen und medizinischen Voraussetzungen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Maßgeblich ist dabei grundsätzlich die verbliebene Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und nicht allein die Fähigkeit, den bisherigen Beruf auszuüben. Wie unterscheidet sich die Invalidenversicherung von heutigen Versicherungen?Die historische Invalidenversicherung ist von heutigen privaten Absicherungen zu unterscheiden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann eine vereinbarte Rente zahlen, wenn die versicherte Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich dauerhaft nicht mehr im vertraglich festgelegten Umfang ausüben kann. Eine Grundfähigkeitsversicherung knüpft dagegen an den bedingungsgemäßen Verlust bestimmter Fähigkeiten an. Eine Berufsunfähigkeit ist dafür in der Regel keine Voraussetzung. Auch die Unfallversicherung verfolgt einen anderen Ansatz. Die gesetzliche Unfallversicherung schützt insbesondere bei Arbeitsunfällen, versicherten Wegeunfällen und Berufskrankheiten. Ihre Beiträge werden bei abhängig Beschäftigten grundsätzlich von den Arbeitgebern getragen. Die private Unfallversicherung kann dagegen bei einer unfallbedingten dauerhaften Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit eine vereinbarte Invaliditätsleistung erbringen. Ob eine einmalige Kapitalzahlung oder eine Rente vorgesehen ist, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Welche Bedeutung hat der Begriff heute?Der Begriff Invalidenversicherung begegnet Verbrauchern heute vor allem in historischen Texten und bei der Beschäftigung mit der Entwicklung der Sozialversicherung. Für die heutige Absicherung einer eingeschränkten Erwerbsfähigkeit sind insbesondere die gesetzliche Erwerbsminderungsrente und ergänzende private Versicherungen relevant. Welche Absicherung sinnvoll ist, hängt von der beruflichen Situation, dem bestehenden gesetzlichen Schutz und den persönlichen finanziellen Risiken ab. |