FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Rentenformel

Mit der Rentenformel wird der monatliche Bruttobetrag einer gesetzlichen Rente berechnet. Sie verbindet die während des Versicherungslebens erworbenen Rentenansprüche mit dem Zeitpunkt des Rentenbeginns, der jeweiligen Rentenart und dem aktuellen Rentenwert. Die gesetzliche Grundlage bildet § 64 SGB VI.

Wie lautet die Rentenformel?
Die monatliche Bruttorente wird grundsätzlich nach folgender Formel berechnet:

Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert = monatliche Bruttorente

Dabei werden die Entgeltpunkte unter Berücksichtigung des Zugangsfaktors zu persönlichen Entgeltpunkten. Diese werden anschließend mit dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert multipliziert.

Welche Bedeutung haben die Entgeltpunkte?
Die Entgeltpunkte bilden insbesondere ab, wie das versicherte Einkommen im Verhältnis zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten stand. Wer in einem Kalenderjahr genau das maßgebliche Durchschnittsentgelt erzielt, erhält für dieses Jahr grundsätzlich einen Entgeltpunkt. Auch bestimmte andere rentenrechtliche Zeiten, beispielsweise Kindererziehungs- oder Pflegezeiten, können bei der Ermittlung der Entgeltpunkte berücksichtigt werden.

Was bedeutet der Zugangsfaktor?
Der Zugangsfaktor berücksichtigt insbesondere, ob eine Rente zum vorgesehenen Zeitpunkt, vorzeitig oder später in Anspruch genommen wird. Ohne Zu- oder Abschläge beträgt er grundsätzlich 1,0. Bei einer vorzeitig in Anspruch genommenen Altersrente kann er niedriger sein und damit zu einem Rentenabschlag führen. Wird eine Altersrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze trotz erfüllter Wartezeit zunächst nicht in Anspruch genommen, kann sich der Zugangsfaktor erhöhen.

Was ist der Rentenartfaktor?
Der Rentenartfaktor berücksichtigt, um welche Art von Rente es sich handelt. Bei einer Altersrente und einer Rente wegen voller Erwerbsminderung beträgt er beispielsweise grundsätzlich 1,0, bei einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung 0,5. Auch für Witwen-, Witwer- und Waisenrenten gelten eigene Rentenartfaktoren.

Was bedeutet der aktuelle Rentenwert?
Der aktuelle Rentenwert gibt an, welcher monatliche Rentenbetrag einem Entgeltpunkt entspricht. Er wird regelmäßig angepasst. Verändert sich der aktuelle Rentenwert, verändert sich dadurch grundsätzlich auch die Höhe der laufenden Renten.

Wie funktioniert die Rentenformel in einem einfachen Beispiel?
Hat ein Versicherter beispielsweise 40 Entgeltpunkte erworben, beträgt der Zugangsfaktor 1,0 und handelt es sich um eine Altersrente mit einem Rentenartfaktor von 1,0, werden die 40 Entgeltpunkte mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Bei einem aktuellen Rentenwert von 42,52 Euro ergibt sich daraus eine monatliche Bruttorente von 1.700,80 Euro.

Gilt die Rentenformel nur für Altersrenten?
Nein. Die Rentenformel wird auch für andere Renten der gesetzlichen Rentenversicherung verwendet. Unterschiede ergeben sich insbesondere durch den Rentenartfaktor und gegebenenfalls den Zugangsfaktor. Deshalb führt dieselbe Zahl an Entgeltpunkten nicht bei jeder Rentenart zum gleichen Rentenbetrag.

Werden Versicherungsjahre direkt in die Rentenformel eingesetzt?
Nein. Die Anzahl der Versicherungsjahre ist kein eigener Faktor der Rentenformel. Versicherungszeiten können jedoch für den Rentenanspruch und die erworbenen Entgeltpunkte von großer Bedeutung sein. Auch das individuelle Einkommen wird nicht unmittelbar in die Rentenformel eingesetzt, sondern fließt insbesondere über die Entgeltpunkte in die Berechnung ein.

Wie die einzelnen Rentenansprüche entstehen, erläutern wir auf unserer Seite gesetzliche Rentenversicherung. Einen Überblick über die unterschiedlichen gesetzlichen Renten und ihre Voraussetzungen finden Sie unter Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.