FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
Prämienrückgewähr

Prämienrückgewähr, auch Beitragsrückgewähr genannt, bezeichnet die vertraglich vorgesehene Rückzahlung von Versicherungsbeiträgen oder eines daraus abgeleiteten Betrags. Der Begriff wird insbesondere bei Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr und bei bestimmten privaten Rentenversicherungen verwendet. Davon zu unterscheiden ist die Beitragsrückerstattung in der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung, die an andere Voraussetzungen geknüpft ist.

Was bedeutet Prämienrückgewähr in der Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr verbindet den Unfallschutz mit einer Kapitalansparung. Ein Teil des Beitrags dient der Absicherung des Unfallrisikos, ein weiterer Teil dem Kapitalaufbau. Hinzu kommen Abschluss- und Verwaltungskosten. Zum vereinbarten Zeitpunkt wird eine vertraglich festgelegte Kapitalleistung ausgezahlt. Diese ist grundsätzlich unabhängig davon, ob während der Vertragslaufzeit Leistungen wegen eines Unfalls erbracht wurden.

Die Rückzahlung ist nicht automatisch mit der vollständigen Erstattung aller eingezahlten Beiträge gleichzusetzen. Entscheidend sind die garantierte Leistung und mögliche zusätzliche Überschüsse. Die Kombination ist häufig teurer als eine reine Unfallversicherung und kann bei vorzeitiger Kündigung zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen. Besondere aufsichtsrechtliche Anforderungen enthält § 161 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Weitere Einzelheiten erläutert unser Blogbeitrag zur Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr.

Welche Bedeutung hat die Beitragsrückgewähr bei Rentenversicherungen?

Bei privaten Rentenversicherungen kann für den Todesfall vor Rentenbeginn eine Beitragsrückgewähr vereinbart werden. In diesem Fall erhalten die Bezugsberechtigten nach den Vertragsbedingungen beispielsweise die eingezahlten Beiträge oder einen entsprechend berechneten Betrag. Nach Rentenbeginn können dagegen andere Todesfallleistungen vorgesehen sein, etwa eine Kapitalrückgewähr oder eine Rentengarantiezeit. Diese Leistungen sind nicht mit der Beitragsrückgewähr gleichzusetzen und müssen jeweils gesondert vereinbart sein.

Wie funktioniert die Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung?

In der privaten Krankenversicherung können Versicherte unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge zurückerhalten, beispielsweise wenn sie während eines vereinbarten Zeitraums keine erstattungsfähigen Rechnungen einreichen. Bei der erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung hängt die Auszahlung insbesondere vom wirtschaftlichen Ergebnis des Versicherers und den jeweils festgelegten Voraussetzungen ab. Eine erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung kann dagegen auf einer tariflichen Zusage beruhen.

Davon zu unterscheiden ist die aufsichtsrechtlich geregelte Verwendung von Überschüssen und Zinserträgen zur Begrenzung oder Senkung künftiger Beiträge. Hierfür gelten insbesondere § 150 VAG und § 151 VAG. Diese Regelungen sind nicht mit einem individuellen Anspruch auf eine jährliche Barauszahlung gleichzusetzen.

Gibt es eine vergleichbare Rückzahlung in der gesetzlichen Krankenversicherung?

Gesetzliche Krankenkassen können nach § 53 Abs. 2 SGB V einen Wahltarif mit Prämienzahlung bei Leistungsfreiheit anbieten. Voraussetzung ist unter anderem, dass das Mitglied im betreffenden Kalenderjahr länger als drei Monate versichert war und weder das Mitglied noch seine familienversicherten Angehörigen die maßgeblichen Leistungen der Krankenkasse in Anspruch genommen haben. Bestimmte gesetzlich ausgenommene Leistungen, insbesondere zahlreiche Vorsorge- und Früherkennungsleistungen sowie Leistungen für unter 18-Jährige, stehen einer Prämienzahlung nicht entgegen.

Die Prämienzahlung darf ein Zwölftel der im jeweiligen Kalenderjahr gezahlten Beiträge nicht überschreiten. Sie muss innerhalb eines Jahres nach Ablauf dieses Kalenderjahres an das Mitglied ausgezahlt werden. Für den Wahltarif gilt grundsätzlich eine Mindestbindungsfrist von einem Jahr. Einzelheiten ergeben sich aus der Satzung der jeweiligen Krankenkasse.

Worauf sollten Versicherungsnehmer achten?

Entscheidend ist, ob es sich um eine garantierte Versicherungsleistung, eine mögliche Überschussbeteiligung oder eine an Leistungsfreiheit geknüpfte Beitragsrückerstattung handelt. Bei Versicherungen mit Kapitalansparung sollten insbesondere Kosten, garantierte Auszahlungen, Vertragslaufzeit und mögliche Verluste bei vorzeitiger Kündigung geprüft werden. Ein getrennter Abschluss von Versicherungsschutz und Geldanlage kann eine sinnvolle Alternative sein. Medizinisch notwendige Behandlungen sollten nicht allein wegen einer möglichen Beitragsrückerstattung aufgeschoben werden.

Synonyme - Beitragsrückgewähr, Prämienrückzahlung
Prävalenz

Prävalenz bezeichnet in der Epidemiologie die Häufigkeit einer bestimmten Krankheit oder eines gesundheitlichen Merkmals innerhalb einer definierten Bevölkerungsgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt oder während eines festgelegten Zeitraums. Sie wird als Anteil der betroffenen Personen an der untersuchten Bevölkerung angegeben, beispielsweise in Prozent.

Wie wird die Prävalenz ermittelt?

Zur Berechnung wird die Anzahl der betroffenen Personen durch die Gesamtzahl der Personen in der untersuchten Bevölkerungsgruppe geteilt. Sind beispielsweise 500 von 10.000 Menschen von einer bestimmten Erkrankung betroffen, beträgt die Prävalenz 5 Prozent.

Dabei werden drei Formen unterschieden:

  • Punktprävalenz: Anteil der Betroffenen zu einem genau festgelegten Zeitpunkt.
  • Periodenprävalenz: Anteil der Personen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums von der Erkrankung betroffen waren.
  • Lebenszeitprävalenz: Anteil der Personen, die bis zum Zeitpunkt der Erhebung irgendwann in ihrem bisherigen Leben von der Erkrankung betroffen waren.

Was ist der Unterschied zwischen Prävalenz und Inzidenz?

Die Prävalenz beschreibt, wie verbreitet eine Erkrankung ist. Die Inzidenz erfasst dagegen das Auftreten neuer Krankheitsfälle innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Eine Krankheit kann daher eine hohe Prävalenz aufweisen, obwohl vergleichsweise wenige Menschen neu erkranken, beispielsweise wenn die Erkrankung lange andauert.

Welche Bedeutung hat die Prävalenz für Versicherungen?

Prävalenzdaten können Versicherern helfen, den voraussichtlichen medizinischen Leistungsbedarf und die damit verbundenen Kosten einzuschätzen. Für die Beitragskalkulation reichen sie allein jedoch nicht aus. Weitere Einflussgrößen sind unter anderem Neuerkrankungen, Krankheitsdauer, Behandlungskosten und die Zusammensetzung des Versichertenbestands.

In der privaten Krankenversicherung können solche statistischen Erkenntnisse in die Kalkulation einfließen. Dabei gelten die gesetzlichen Vorgaben zur Beitragsberechnung. In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich die individuelle Beitragshöhe dagegen grundsätzlich nach den beitragspflichtigen Einnahmen und den geltenden Beitragssätzen, nicht nach dem persönlichen Krankheitsrisiko.

Kann Prävention die Prävalenz beeinflussen?

Impfungen, Vorsorgeangebote und andere Präventionsmaßnahmen können dazu beitragen, Erkrankungen zu verhindern oder ihre Folgen zu verringern. Ob dadurch auch die Prävalenz sinkt, hängt von der jeweiligen Krankheit ab. Bei chronischen Erkrankungen kann eine längere Überlebensdauer beispielsweise dazu führen, dass die Prävalenz trotz verbesserter Behandlung steigt.

Synonyme - Krankheitshäufigkeit, Krankheitsprävalenz
Prävention

Prävention bedeutet Vorbeugung und umfasst Maßnahmen, die Krankheiten, Unfälle oder andere Schäden verhindern oder deren Folgen begrenzen sollen. Im Versicherungswesen kann Prävention dazu beitragen, Risiken zu verringern und Schäden zu vermeiden. Davon zu unterscheiden ist der Versicherungsschutz, der vor allem die finanziellen Folgen eines Versicherungsfalls absichert.

Welche Arten der Prävention gibt es?

Im Gesundheitswesen werden drei Präventionsstufen unterschieden:

  • Primärprävention: Sie soll Krankheiten verhindern, bevor sie entstehen. Beispiele sind Schutzimpfungen, Bewegungsangebote und Maßnahmen zur Verringerung gesundheitlicher Risikofaktoren.
  • Sekundärprävention: Sie dient der frühzeitigen Erkennung bereits bestehender Erkrankungen, um rechtzeitig behandeln und schwerwiegende Folgen möglichst vermeiden zu können. Dazu gehören beispielsweise Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.
  • Tertiärprävention: Sie soll bei bestehenden Erkrankungen Komplikationen, Rückfälle und Folgeschäden verhindern oder begrenzen. Beispiele sind gezielte Nachsorge und rehabilitative Maßnahmen.

Wie fördern gesetzliche Krankenkassen Prävention?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) unterstützt die Gesundheitsvorsorge unter anderem durch Schutzimpfungen, Früherkennungsuntersuchungen und qualitätsgesicherte Präventionskurse. Grundlage für die Förderung von Maßnahmen zur primären Prävention und Gesundheitsförderung ist insbesondere § 20 SGB V.

Darüber hinaus regeln gesetzliche Krankenkassen nach § 65a SGB V in ihrer Satzung Bonusansprüche für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen. Auch für die regelmäßige Teilnahme an qualitätsgesicherten Präventionsangeboten sollen Bonusregelungen vorgesehen werden. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie der Bonus ausgestaltet ist, bestimmt die jeweilige Krankenkasse im gesetzlichen Rahmen. Ein solcher Bonus ist keine dauerhafte Senkung des Beitragssatzes.

Welche Rolle spielt Prävention in der privaten Krankenversicherung?

In der privaten Krankenversicherung (PKV) richtet sich die Erstattung von Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen und weiteren Präventionsleistungen nach dem vereinbarten Versicherungsschutz. Manche Tarife bieten zusätzliche Vorsorgeleistungen oder besondere Anreize für gesundheitsbewusstes Verhalten.

Davon zu unterscheiden ist die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit. Sie setzt je nach Tarif voraus, dass bestimmte Versicherungsleistungen nicht in Anspruch genommen oder Rechnungen nicht zur Erstattung eingereicht werden. Manche Tarife nehmen bestimmte Vorsorgeuntersuchungen oder Schutzimpfungen davon aus. Ob Vorsorgeleistungen die Beitragsrückerstattung oder einen vereinbarten Selbstbehalt beeinflussen, richtet sich nach den jeweiligen Tarifbedingungen.

Welche Bedeutung hat Prävention in anderen Versicherungsbereichen?

Auch außerhalb der Krankenversicherung können vorbeugende Maßnahmen helfen, Schäden zu vermeiden oder zu begrenzen:

  • Kfz-Versicherung: Fahrsicherheitstrainings, technische Assistenzsysteme und eine vorausschauende Fahrweise können das Unfallrisiko reduzieren. Manche Versicherer berücksichtigen das Fahrverhalten in Telematiktarifen.
  • Hausrat- und Wohngebäudeversicherung: Einbruchhemmende Sicherungen, Rauchwarnmelder und Maßnahmen gegen Leitungswasser- oder Elementarschäden können Sachschäden verhindern oder begrenzen.
  • Unfallversicherung: Geeignete Schutzausrüstung, Sicherheitsvorkehrungen und die Vermeidung gefährlicher Situationen können das Unfallrisiko senken.

Führt Prävention zu niedrigeren Versicherungsbeiträgen?

Prävention kann gesundheitliche und finanzielle Vorteile bringen. Ein unmittelbarer Beitragsnachlass ist damit jedoch nicht automatisch verbunden. Während gesetzliche Krankenkassen gesundheitsbewusstes Verhalten durch Bonusprogramme belohnen, hängen mögliche Vorteile in der privaten Krankenversicherung und anderen Versicherungssparten vom jeweiligen Tarif und den Versicherungsbedingungen ab.

Synonyme - Vorbeugung, Schadenprävention, Risikoprävention
PRIIP

PRIIP steht für „Packaged Retail and Insurance-based Investment Product“ und bezeichnet ein verpacktes Anlageprodukt für Kleinanleger oder ein Versicherungsanlageprodukt. Die Mehrzahl lautet PRIIPs. Solche Produkte können beispielsweise Investmentfonds, strukturierte Anlageprodukte oder Lebens- und Rentenversicherungen mit Anlagekomponente sein. Die europäische PRIIP-Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 soll durch einheitliche Informationen über Risiken, Kosten und mögliche Erträge die Transparenz und Vergleichbarkeit dieser Produkte verbessern. Sie gilt grundsätzlich seit dem 1. Januar 2018.

Welche Produkte fallen unter die PRIIP-Verordnung?

Zum Anwendungsbereich gehören insbesondere bestimmte Investmentfonds, strukturierte Anlageprodukte, Zertifikate, strukturierte Einlagen und Derivate, sofern sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Bei Versicherungen betrifft dies beispielsweise fondsgebundene Lebensversicherungen und fondsgebundene Rentenversicherungen. Auch klassische kapitalbildende Lebensversicherungen können darunterfallen.

Nicht erfasst sind dagegen reine Risikoversicherungen ohne Anlagekomponente, etwa eine Risikolebensversicherung, sowie Schaden- und Unfallversicherungen ohne Anlagecharakter. Für bestimmte gesetzlich anerkannte Altersvorsorgeprodukte und betriebliche Versorgungssysteme gelten ebenfalls Ausnahmen. Entscheidend ist die gesetzliche Einordnung des jeweiligen Produkts.

Was ist das PRIIP-Basisinformationsblatt?

Für erfasste Produkte muss der Hersteller ein standardisiertes Basisinformationsblatt erstellen, das sogenannte Key Information Document (KID). Es darf grundsätzlich höchstens drei DIN-A4-Seiten umfassen und soll Kleinanlegern einen verständlichen Vergleich verschiedener Produkte ermöglichen.

Das Basisinformationsblatt enthält insbesondere Angaben zu:

  • Art, Funktionsweise und Anlagezielen des Produkts,
  • vorgesehener Anlegergruppe und empfohlener Haltedauer,
  • Risiken einschließlich eines zusammenfassenden Risikoindikators auf einer Skala von 1 bis 7,
  • möglichen Ergebnissen anhand standardisierter Wertentwicklungsszenarien,
  • einmaligen und laufenden Kosten sowie deren Auswirkungen auf die Rendite,
  • Folgen einer vorzeitigen Vertragsbeendigung und
  • möglichen Verlusten bei Zahlungsunfähigkeit des Produktanbieters.

Die dargestellten Wertentwicklungsszenarien sind keine verlässlichen Prognosen oder garantierten Renditen. Auch ein niedriger Risikoindikator bedeutet nicht, dass Verluste ausgeschlossen sind.

Der Hersteller muss das Basisinformationsblatt mindestens alle zwölf Monate sowie bei relevanten Änderungen überprüfen. Sind die enthaltenen Informationen nicht mehr zutreffend oder ist aus anderen vorgeschriebenen Gründen eine Anpassung erforderlich, muss das Dokument überarbeitet und die aktualisierte Fassung veröffentlicht werden.

Wann müssen Anleger das Basisinformationsblatt erhalten?

Wer ein PRIIP berät oder verkauft, muss dem Kleinanleger das Basisinformationsblatt grundsätzlich rechtzeitig zur Verfügung stellen, bevor dieser vertraglich gebunden ist. Das Dokument ist kostenlos bereitzustellen. Für bestimmte Fernabsatzsituationen sieht die Verordnung eng begrenzte Ausnahmen vom Zeitpunkt der Bereitstellung vor.

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich aus der PRIIP-Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 und den ergänzenden technischen Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2017/653.

Worauf sollten Versicherungsnehmer achten?

Bei Versicherungsanlageprodukten sollten insbesondere die Gesamtkosten, die garantierten und nicht garantierten Leistungen, die Anlagerisiken sowie mögliche Verluste bei vorzeitiger Kündigung geprüft werden. Das Basisinformationsblatt erleichtert den Vergleich, ersetzt aber weder die Versicherungsbedingungen noch eine Prüfung, ob das Produkt zur persönlichen Vorsorgeplanung passt.

Synonyme - PRIIPs, verpackte Anlageprodukte, Versicherungsanlageprodukte
Private Altersvorsorge

Private Altersvorsorge umfasst Maßnahmen, mit denen Sie eigenständig finanzielle Mittel für den Ruhestand aufbauen. Sie ergänzt die gesetzliche Rentenversicherung und die betriebliche Altersvorsorge. Welche Form der privaten Vorsorge sinnvoll ist, hängt unter anderem von der persönlichen Versorgungssituation, dem Einkommen, dem Anlagehorizont und der Risikobereitschaft ab. Einen ausführlichen Überblick bietet unsere Fachseite zur privaten Altersvorsorge.

Warum kann private Altersvorsorge sinnvoll sein?

Die gesetzliche Rente bildet für viele Menschen die wichtigste Grundlage der Altersversorgung. Ob sie zusammen mit weiteren Einkünften für den gewünschten Lebensstandard im Ruhestand ausreicht, ist individuell unterschiedlich. Private Vorsorge kann helfen, eine mögliche Versorgungslücke zu schließen und zusätzliche finanzielle Spielräume im Alter aufzubauen.

Welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge gibt es?

Zur privaten Vorsorge gehören unterschiedliche Anlage- und Vorsorgeformen. Dazu zählen beispielsweise private Rentenversicherungen, Wertpapier- und Fondssparpläne sowie selbst genutzte oder vermietete Immobilien. Auch staatlich geförderte Vorsorgeformen können zur privaten Altersvorsorge gehören.

Welche staatlich geförderte private Altersvorsorge gibt es?

Zu den geförderten Formen gehört die Basisrente (Rürup-Rente). Ihre Beiträge können innerhalb der gesetzlichen Grenzen steuerlich berücksichtigt werden; staatliche Zulagen gibt es bei dieser Vorsorgeform nicht. Daneben bestehen die bisherige Riester-Rente und die ab 2027 vorgesehenen neuen geförderten Altersvorsorgeprodukte, insbesondere das Altersvorsorgedepot. Neue Verträge nach dem bisherigen Riester-Modell können ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden. Für bereits bestehende Riester-Verträge gilt Bestandsschutz; sie können mit der bisherigen Förderung weitergeführt werden.

Gehört die betriebliche Altersvorsorge zur privaten Altersvorsorge?

Nein. Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine eigene Säule der Altersvorsorge und wird über das Arbeitsverhältnis beziehungsweise den Arbeitgeber organisiert. Private Altersvorsorge wird dagegen grundsätzlich vom Einzelnen selbst gestaltet. Beide können sich bei der persönlichen Altersversorgung ergänzen.

Welche private Altersvorsorge passt zu mir?

Das hängt von der persönlichen Situation und den Zielen ab. Eine Rolle spielen beispielsweise vorhandene Rentenansprüche, der Zeitraum bis zum Ruhestand, verfügbare Sparbeträge, gewünschte Garantien, Kosten, Flexibilität und die Bereitschaft, Wertschwankungen zu akzeptieren. Deshalb sollte zunächst die voraussichtliche Versorgung im Alter betrachtet werden, bevor ein bestimmtes Vorsorgeprodukt ausgewählt wird.

Synonyme - Privatvorsorge, private Rentenvorsorge, zusätzliche Altersvorsorge
Private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung (PKV) ist neben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eine Möglichkeit, sich gegen Krankheitskosten abzusichern. Sie bietet individuell vereinbarte Leistungen, steht jedoch nicht jedem offen. Auch bei Beiträgen, Familienversicherung und Wechselmöglichkeiten gibt es wesentliche Unterschiede zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die folgenden Fragen und Antworten erläutern die wichtigsten Grundlagen.

Was ist eine private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung wird von privaten Versicherungsunternehmen angeboten. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Leistungsumfang grundsätzlich nach dem vereinbarten Tarif und den Versicherungsbedingungen. Üblicherweise erhalten Versicherte nach einer Behandlung eine Rechnung, die sie bei ihrer Versicherung zur Erstattung einreichen. Die Beiträge hängen unter anderem vom Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss und den vereinbarten Leistungen ab, nicht jedoch unmittelbar vom laufenden Einkommen. Weitere Einzelheiten erläutert unsere Seite zur privaten Krankenvollversicherung.

Wer kann eine private Krankenversicherung abschließen?

Eine private Krankenvollversicherung kommt insbesondere für Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Arbeitnehmer infrage, die nicht der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht unterliegen. Bei Arbeitnehmern ist dafür grundsätzlich entscheidend, ob ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet und die Versicherungspflicht endet. Auch Studierende können sich unter bestimmten Voraussetzungen privat versichern, beispielsweise nach einer wirksamen Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht. Ob ein Wechsel möglich und sinnvoll ist, hängt von der beruflichen und persönlichen Situation sowie den gesetzlichen Regelungen ab.

Welche Leistungen bietet die private Krankenversicherung?

Welche Leistungen eine private Krankenversicherung übernimmt, hängt vom gewählten Tarif ab. Dazu können ambulante und stationäre Behandlungen, Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel sowie zahnärztliche Leistungen gehören. Je nach Tarif sind zusätzliche Leistungen möglich, beispielsweise bei Krankenhausaufenthalten oder beim Zahnersatz. Allerdings können auch Selbstbeteiligungen, Erstattungsgrenzen und Leistungsausschlüsse bestehen. Ein privater Tarif ist deshalb nicht automatisch leistungsstärker als die gesetzliche Krankenversicherung.

Welche Tarife gibt es in der privaten Krankenversicherung?

Private Krankenversicherer bieten unterschiedliche Tarife mit verschiedenen Leistungen und Selbstbeteiligungen an. Daneben gibt es gesetzlich geregelte Sondertarife. Der Basistarif sieht einen Leistungsumfang vor, der mit dem der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sein muss. Der Standardtarif steht nur bestimmten langjährig Privatversicherten offen, deren Versicherungsschutz bereits vor 2009 bestand. Der Notlagentarif ist dagegen keine frei wählbare Alternative, sondern für gesetzlich geregelte Fälle erheblicher Beitragsrückstände vorgesehen.

Wie werden die Beiträge in der privaten Krankenversicherung berechnet?

Die Beiträge richten sich bei Vertragsabschluss insbesondere nach dem Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand, dem vereinbarten Leistungsumfang und einer möglichen Selbstbeteiligung. In der privaten Krankenvollversicherung werden grundsätzlich Alterungsrückstellungen gebildet, um die im höheren Lebensalter erwarteten Gesundheitskosten mitzufinanzieren. Dennoch können Beiträge steigen, etwa aufgrund höherer Behandlungskosten oder veränderter Kalkulationsgrundlagen. Eine spätere Erkrankung führt bei einem bestehenden Vertrag nicht allein deshalb zu einem individuellen Beitragszuschlag. Näheres zu den Ursachen und Handlungsmöglichkeiten erfahren Sie in unserem Beitrag zur Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung.

Welche Vorteile bietet die private Krankenversicherung?

Ein wesentlicher Vorteil der PKV ist die Möglichkeit, den Versicherungsschutz innerhalb des Tarifangebots nach den eigenen Bedürfnissen auszuwählen. Je nach Tarif können umfangreiche Leistungen vereinbart werden, etwa bei stationären Behandlungen, beim Zahnersatz oder bei bestimmten Heil- und Hilfsmitteln. Die vertraglich zugesagten Leistungen sind grundsätzlich langfristig abgesichert. Ob sich daraus tatsächlich Vorteile ergeben, hängt jedoch vom gewählten Tarif und den persönlichen Anforderungen ab.

Welche Nachteile hat die private Krankenversicherung?

Zu den möglichen Nachteilen gehören steigende Beiträge, Selbstbeteiligungen und vertragliche Leistungsbegrenzungen. Außerdem gibt es in der PKV grundsätzlich keine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV. Für jedes Familienmitglied ist daher eine eigene Absicherung erforderlich. Besonders bei sinkendem Einkommen kann die finanzielle Belastung spürbar werden, weil der PKV-Beitrag nicht automatisch entsprechend zurückgeht. Auch die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist an gesetzliche Voraussetzungen gebunden und kann im höheren Lebensalter schwierig oder ausgeschlossen sein.

Kann man innerhalb der privaten Krankenversicherung den Tarif wechseln?

Privatversicherte haben nach § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) grundsätzlich das Recht, innerhalb ihres Versicherungsunternehmens in einen anderen Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz zu wechseln. Dabei werden erworbene Rechte und Alterungsrückstellungen angerechnet. Für zusätzliche oder höhere Leistungen kann der Versicherer unter bestimmten Voraussetzungen einen angemessenen Risikozuschlag, einen Leistungsausschluss oder eine Wartezeit verlangen. Ein interner Tarifwechsel kann helfen, Beiträge zu reduzieren oder den Versicherungsschutz anzupassen. Dabei sollten jedoch auch mögliche Leistungsunterschiede berücksichtigt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung.

Was passiert mit der privaten Krankenversicherung im Alter?

Die private Krankenversicherung bleibt grundsätzlich auch im Ruhestand bestehen. Da ihre Beiträge nicht unmittelbar vom Einkommen abhängen, führt eine niedrigere Rente nicht automatisch zu geringeren Kosten. Entlastungsmöglichkeiten können sich beispielsweise durch einen internen Tarifwechsel, den Wegfall einer nicht mehr benötigten Krankentagegeldversicherung oder einen Zuschuss der gesetzlichen Rentenversicherung ergeben. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen auch besondere Sozialtarife infrage. Welche Möglichkeiten bestehen, erläutert unsere Seite zur privaten Krankenversicherung im Alter.

Kann man von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren?

Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist möglich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft erfüllt werden. Bei Arbeitnehmern kann beispielsweise durch ein entsprechend gesunkenes regelmäßiges Arbeitsentgelt wieder Versicherungspflicht entstehen. Für Selbstständige gelten andere Voraussetzungen. Nach Vollendung des 55. Lebensjahres kann eine Rückkehr durch die gesetzlichen Regelungen des § 6 Absatz 3a SGB V ausgeschlossen sein. Allein der Wunsch nach niedrigeren Beiträgen reicht für einen Wechsel nicht aus. Deshalb sollte die Entscheidung für eine private Krankenvollversicherung immer auch mit Blick auf die langfristige Lebens- und Einkommenssituation getroffen werden.

Synonyme - PKV, private Krankenvollversicherung, Privatkrankenversicherung
Private Pflegeversicherung

Der Begriff private Pflegeversicherung kann zwei unterschiedliche Versicherungsformen bezeichnen: die private Pflege-Pflichtversicherung und die freiwillige private Pflegezusatzversicherung. Während die Pflege-Pflichtversicherung die gesetzlich vorgeschriebene Absicherung gegen das Risiko der Pflegebedürftigkeit gewährleistet, dient eine Pflegezusatzversicherung dazu, zusätzliche finanzielle Belastungen im Pflegefall abzufedern.

Was ist die private Pflege-Pflichtversicherung?

Wer privat krankenversichert ist, muss grundsätzlich auch eine private Pflege-Pflichtversicherung abschließen. Ihre Leistungen sind gesetzlich geregelt und müssen denen der sozialen Pflegeversicherung gleichwertig sein. Sie ist deshalb keine freiwillige Zusatzversicherung. Bei beihilfeberechtigten Personen ist eine ergänzende anteilige Absicherung vorgesehen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite zur privaten Pflege-Pflichtversicherung.

Was ist eine private Pflegezusatzversicherung?

Eine private Pflegezusatzversicherung wird freiwillig abgeschlossen und kann sowohl die soziale als auch die private Pflege-Pflichtversicherung ergänzen. Sie soll helfen, Kosten und finanzielle Belastungen aufzufangen, die durch die gesetzlich begrenzten Pflichtleistungen nicht gedeckt werden. Zu den wichtigsten Formen gehören Pflegetagegeld-, Pflegekosten- und Pflegerentenversicherungen. Die Unterschiede erläutern wir auf unserer Seite zur privaten Pflegezusatzversicherung.

Kann jeder eine private Pflegezusatzversicherung abschließen?

Ob ein Versicherungsvertrag zustande kommt, hängt bei ungeförderten Pflegezusatzversicherungen von den Annahmebedingungen des Versicherers ab. Häufig werden Gesundheitsfragen gestellt. Vorerkrankungen können deshalb zu höheren Beiträgen, Leistungsausschlüssen oder einer Ablehnung führen. Eine Besonderheit ist der staatlich geförderte Pflege-Bahr. Hier sind Gesundheitsprüfungen, Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse nicht zulässig. Die Versicherer müssen berechtigte Antragsteller aufnehmen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Person mindestens 18 Jahre alt ist und noch keine Leistungen aus der Pflegeversicherung bezogen hat.

Wann kann eine zusätzliche private Pflegeabsicherung sinnvoll sein?

Eine freiwillige Pflegezusatzversicherung kann sinnvoll sein, wenn im Pflegefall zusätzliche finanzielle Mittel benötigt werden, beispielsweise zur Finanzierung professioneller Pflege oder zur Entlastung von Angehörigen. Ob und in welchem Umfang eine solche Absicherung notwendig ist, hängt von den persönlichen Rücklagen, den Vorstellungen zur Pflege, den vereinbarten Versicherungsleistungen und den dauerhaft tragbaren Beiträgen ab.

Synonyme - Privatpflegeversicherung, private Pflegeabsicherung
Private Rentenversicherung

Eine private Rentenversicherung ist eine freiwillige Form der privaten Altersvorsorge. Sie dient dazu, zusätzlich zu anderen Alterseinkünften Kapital für den Ruhestand aufzubauen und daraus später insbesondere eine lebenslange Rente zu erhalten. Je nach Vertrag können auch eine einmalige Kapitalauszahlung oder weitere Auszahlungsoptionen vorgesehen sein. Beiträge lassen sich regelmäßig oder als Einmalbeitrag zahlen. Einzelheiten zu Leistungen, Kosten und Vertragsgestaltung erläutert unsere Fachseite zur privaten Rentenversicherung.

Welche Arten der privaten Rentenversicherung gibt es?

Private Rentenversicherungen unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Kapitalanlage, Garantien und Renditechancen:

Wie wird die spätere Rente bestimmt?

Die spätere Leistung hängt unter anderem von den Beitragszahlungen, der Kapitalanlage, den Kosten, den vereinbarten Garantien und der Wertentwicklung des Vertrags ab. Bei der Umrechnung des angesparten Kapitals in eine lebenslange Rente spielt der Rentenfaktor eine wichtige Rolle. Dabei ist zwischen garantierten Leistungen und unverbindlichen Modellrechnungen zu unterscheiden. Prognostizierte Beträge sind keine Zusage für die tatsächlich erreichbare Auszahlung.

Rente oder Kapitalauszahlung?

Bei vielen ungeförderten privaten Rentenversicherungen besteht zum vereinbarten Rentenbeginn ein Kapitalwahlrecht. Abhängig vom Vertrag kann zwischen einer lebenslangen Rente, einer einmaligen Kapitalauszahlung oder einer Kombination gewählt werden. Die lebenslange Rente sichert das Langlebigkeitsrisiko ab, da sie grundsätzlich bis zum Tod der versicherten Person gezahlt wird. Eine Kapitalauszahlung bietet größere Verfügungsmöglichkeiten, erfordert aber eine eigenständige Planung der finanziellen Mittel für den Ruhestand.

Worauf sollte bei einer privaten Rentenversicherung geachtet werden?

Wichtige Vergleichskriterien sind die Gesamtkosten, die Kapitalanlage, Garantien, Renditechancen, Flexibilität bei Beitragsänderungen, Möglichkeiten einer Beitragsfreistellung und die vereinbarten Leistungen im Todesfall. Auch die Folgen einer vorzeitigen Kündigung sollten berücksichtigt werden. Der Rückkaufswert kann insbesondere in den ersten Vertragsjahren unter den eingezahlten Beiträgen liegen. Deshalb kann es sinnvoll sein, vor einer Kündigung Alternativen wie eine Beitragsreduzierung oder Beitragsfreistellung zu prüfen.

Wie unterscheidet sich die private Rentenversicherung von anderen Vorsorgeformen?

Die ungeförderte private Rentenversicherung ist von besonderen Vorsorgeformen wie der Riester-Rente, der Basisrente (Rürup-Rente) und der betrieblichen Altersvorsorge zu unterscheiden. Diese unterliegen eigenen Förder-, Steuer- und Auszahlungsregelungen. Insbesondere die Verfügbarkeit des angesparten Kapitals kann erheblich eingeschränkt sein.

Synonyme - Privatrente, private Rentenpolice, private Rentenversicherungen
Private Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung schützt vor bestimmten finanziellen Folgen eines Unfalls. Ihre wichtigste Leistung ist eine Kapitalzahlung, wenn nach einem versicherten Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit zurückbleibt. Das Geld kann beispielsweise für einen behindertengerechten Umbau der Wohnung, Hilfsmittel oder zusätzliche Unterstützung im Alltag verwendet werden. Anders als die gesetzliche Unfallversicherung kann die freiwillig abgeschlossene private Unfallversicherung auch Unfälle im Haushalt und in der Freizeit absichern.

Wann leistet die private Unfallversicherung?

Der Versicherungsschutz gilt bei üblichen privaten Unfallversicherungen weltweit und rund um die Uhr, sofern das Ereignis unter die vereinbarten Bedingungen fällt. Nach der üblichen Definition liegt ein Unfall vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. Viele Tarife erweitern diesen Unfallbegriff, beispielsweise für bestimmte Verletzungen durch erhöhte Kraftanstrengung. Welche Ereignisse versichert sind und welche Ausschlüsse gelten, ergibt sich aus dem jeweiligen Vertrag.

Welche Leistungen bietet die private Unfallversicherung?

Im Mittelpunkt steht die Invaliditätsleistung. Ihre Höhe hängt von der vereinbarten Grundsumme, dem festgestellten Invaliditätsgrad und einer möglichen Progression ab. Auch die Gliedertaxe beeinflusst, wie bestimmte dauerhafte Beeinträchtigungen bewertet werden. Eine hohe beworbene Höchstleistung bedeutet deshalb nicht, dass bei jeder schweren Verletzung ein entsprechend hoher Betrag ausgezahlt wird. Die Zusammenhänge erläutert unser Beitrag über Invaliditätsleistung, Gliedertaxe und Progression.

Je nach Tarif können weitere Leistungen vereinbart sein, etwa eine Todesfallleistung, eine Unfallrente, Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld oder die Übernahme bestimmter Bergungs- und kosmetischer Operationskosten. Hinzu kommen gegebenenfalls Assistanceleistungen wie Haushaltshilfe, Kinderbetreuung oder Fahrdienste. Solche Hilfen können auch bei vorübergehenden Unfallfolgen nützlich sein. Umfang, Voraussetzungen und Leistungsgrenzen unterscheiden sich je nach Vertrag.

Was unterscheidet die private von der gesetzlichen Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt insbesondere Beschäftigte bei versicherten Arbeits- und Wegeunfällen sowie bei anerkannten Berufskrankheiten. Auch Kinder in Kindertageseinrichtungen, Schüler, Studierende und weitere gesetzlich bestimmte Personengruppen können bei versicherten Tätigkeiten geschützt sein. Zu den gesetzlichen Leistungen gehören unter anderem Heilbehandlung, Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe und unter bestimmten Voraussetzungen Verletztengeld oder eine Verletztenrente.

Die private Unfallversicherung kann dagegen auch bei gewöhnlichen Freizeitunfällen leisten. Sie stellt vor allem die vertraglich vereinbarten Geldleistungen bereit, übernimmt aber nicht automatisch sämtliche Kosten einer medizinischen Behandlung oder Rehabilitation. Beide Versicherungen erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben und können sich ergänzen.

Welche Grenzen hat die private Unfallversicherung?

Nicht jede Verletzung führt zu einer Versicherungsleistung. Für die Invaliditätszahlung muss eine dauerhafte Beeinträchtigung vorliegen. Zudem müssen die vertraglichen Voraussetzungen und Fristen eingehalten werden, insbesondere für den Eintritt und die ärztliche Feststellung der Invalidität sowie deren Geltendmachung. Krankheiten ohne versicherten Unfall sind grundsätzlich nicht erfasst, sofern keine besonderen Erweiterungen vereinbart wurden. Auch Ausschlüsse und die Mitwirkung bestehender Erkrankungen können die Leistung beeinflussen.

Vor allem ersetzt die private Unfallversicherung keine umfassende Einkommensabsicherung. Eine Berufsunfähigkeit kann auch durch Krankheiten entstehen, und der Invaliditätsgrad sagt nicht unmittelbar aus, ob jemand seinen bisherigen Beruf noch ausüben kann. Welche Absicherung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt deshalb von den möglichen finanziellen Folgen, vorhandenen Rücklagen und anderen Versicherungen ab. Eine ausführlichere Einordnung bietet unser Beitrag Private Unfallversicherung: Nutzen und Kritik. Weitere Grundlagen und Informationen zur Tarifgestaltung finden Sie auf unserer Themenseite zur privaten Unfallversicherung.

Synonyme - private Unfallpolice, freiwillige Unfallversicherung
Privathaftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung schützt vor den finanziellen Folgen gesetzlicher Schadensersatzansprüche, wenn Versicherte im privaten Alltag anderen Personen einen Schaden zufügen und dafür haften. Sie übernimmt berechtigte Forderungen im Rahmen des Vertrags und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Versichert sein können Personen-, Sach- und daraus entstehende Vermögensschäden. Besonders bei schweren Personenschäden können hohe Forderungen entstehen.

Warum ist eine private Haftpflichtversicherung wichtig?

Wer einem anderen Menschen schuldhaft einen Schaden zufügt, kann nach den gesetzlichen Vorschriften zum Schadensersatz verpflichtet sein. Die Haftung kann das gesamte pfändbare Vermögen und künftige Einkünfte betreffen. Eine private Haftpflichtversicherung gehört deshalb zu den besonders wichtigen freiwilligen Versicherungen. Sie schützt jedoch nur bei Schäden, die unter den vereinbarten Versicherungsschutz fallen.

Welche Schäden sind versichert?

Typische Beispiele sind eine versehentlich beschädigte fremde Sache oder ein Unfall, bei dem eine andere Person verletzt wird. Je nach Vertrag können auch Mietsachschäden, Schäden an geliehenen Gegenständen und bestimmte Schäden im Ausland versichert sein. Der Schutz umfasst häufig Ehe- oder Lebenspartner und Kinder, sofern die Voraussetzungen für ihre Mitversicherung erfüllt sind.

Kleinere Haustiere sind üblicherweise mitversichert. Für Hunde und Pferde ist dagegen regelmäßig eine gesonderte Tierhalterhaftpflichtversicherung erforderlich. Schäden, die mit dem Gebrauch eines versicherungspflichtigen Kraftfahrzeugs zusammenhängen, gehören grundsätzlich nicht zum Schutz der privaten Haftpflichtversicherung.

Was gilt bei Schäden durch Kinder?

Kinder haften abhängig von ihrem Alter und ihrer Einsichtsfähigkeit nicht in jedem Fall selbst für verursachte Schäden. Auch Eltern haften nicht automatisch, sondern beispielsweise dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Besteht keine gesetzliche Haftung, muss die private Haftpflichtversicherung grundsätzlich keinen Schadensersatz leisten. Viele Tarife bieten jedoch einen zusätzlichen Schutz für Schäden durch deliktunfähige Kinder, teilweise mit besonderen Voraussetzungen und Entschädigungsgrenzen.

Worauf sollte beim Abschluss geachtet werden?

Wichtige Auswahlkriterien sind eine ausreichend hohe Versicherungssumme, die Mitversicherung von Familienangehörigen, der Schutz bei Mietsachschäden und der Umfang der Auslandsdeckung. Sinnvoll können außerdem Leistungen für Schäden an geliehenen Sachen, eine Forderungsausfalldeckung und die Mitversicherung bestimmter Gefälligkeitsschäden sein. Die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung kann den Beitrag verringern, bedeutet aber, dass Versicherte im Schadenfall einen Teil selbst tragen.

Auch grob fahrlässig verursachte Schäden sind in der privaten Haftpflichtversicherung grundsätzlich versicherbar und üblicherweise vom Schutz umfasst. Vorsätzlich und widerrechtlich herbeigeführte Schäden sind dagegen ausgeschlossen. Entscheidend bleiben die jeweiligen Versicherungsbedingungen und gesetzlichen Regelungen.

Was kostet eine private Haftpflichtversicherung?

Die Beitragshöhe hängt unter anderem vom gewählten Tarif, dem versicherten Personenkreis, der Versicherungssumme und einer möglichen Selbstbeteiligung ab. Ein guter Versicherungsschutz ist häufig bereits für einen vergleichsweise niedrigen Jahresbeitrag erhältlich. Wichtiger als ein möglichst günstiger Preis ist jedoch, dass die Leistungen zum persönlichen Bedarf passen.

Synonyme - Privathaftpflicht, Privathaftpflichtversicherung, private Haftpflicht