FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Tarifzonen

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Tarifzonen

Tarifzonen sind geografisch abgegrenzte Gebiete, die Versicherungsunternehmen bei der Berechnung von Versicherungsbeiträgen berücksichtigen können. Sie dienen dazu, regionale Unterschiede bei der Häufigkeit und Höhe versicherter Schäden in die Beitragskalkulation einzubeziehen. Je nach Versicherungsart und Versicherer können dafür unterschiedliche Einteilungen und Risikomerkmale verwendet werden. Ein einheitliches Tarifzonensystem für alle Versicherungen gibt es nicht.

Wie funktionieren Tarifzonen?

Versicherer können Regionen anhand statistischer Schadendaten und weiterer Risikomerkmale einstufen. Die Zuordnung kann beispielsweise über die Postleitzahl oder den Standort eines versicherten Gebäudes erfolgen. Dabei können sich die berücksichtigten Schadenarten und die geografischen Abgrenzungen zwischen den Versicherungsunternehmen unterscheiden.

Eine höhere regionale Schadenbelastung kann zu einem höheren Versicherungsbeitrag führen. Die Tarifzone ist jedoch nur ein möglicher Kalkulationsfaktor. Auch Versicherungssumme, Leistungsumfang, Selbstbeteiligung und weitere Tarifmerkmale beeinflussen die Beitragshöhe.

Welche Bedeutung haben Tarifzonen in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung?

In der Hausratversicherung können regionale Unterschiede beim Einbruchdiebstahlrisiko in die Beitragsberechnung einfließen. Auch bei der Wohngebäudeversicherung können standortabhängige Risiken, beispielsweise durch Sturm- oder Leitungswasserschäden, berücksichtigt werden. Welche Merkmale der Versicherer verwendet und wie stark diese den Beitrag beeinflussen, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Weitere Informationen enthält die Fachseite Hausratversicherung.

Für die Bewertung bestimmter Naturgefahren steht den Versicherern außerdem das Geoinformationssystem ZÜRS Geo zur Verfügung. Es unterscheidet vier Hochwassergefährdungsklassen und drei Starkregengefährdungsklassen. Diese Einstufungen können für die Risikobewertung und die Konditionen des Elementarschadenschutzes relevant sein. Sie sind jedoch nicht mit allgemeinen Tarifzonen gleichzusetzen. Einzelheiten erläutert die Fachseite Elementarschadenversicherung.

Was gilt für Tarifzonen in der Kfz-Versicherung?

In der Kfz-Versicherung werden regionale Schadenunterschiede insbesondere durch Regionalklassen berücksichtigt. Diese beruhen auf den Schadenbilanzen der jeweiligen Zulassungsbezirke. Für Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko werden unterschiedliche Regionalklassen ermittelt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht jährlich eine entsprechende Regionalstatistik, deren Übernahme für die Versicherungsunternehmen nicht verbindlich ist.

Die Regionalklasse ist nur eines von mehreren Merkmalen der Beitragsberechnung. Weitere Informationen bietet die Fachseite Kfz-Versicherung.

Was sollten Versicherungsnehmer beachten?

Regionale Einstufungen können erklären, weshalb sich Versicherungsbeiträge je nach Wohnort oder versichertem Standort unterscheiden. Da Versicherer unterschiedliche Einteilungen und Berechnungsverfahren verwenden können, ist die Tarifzone allein jedoch kein ausreichendes Vergleichskriterium. Entscheidend sind der tatsächliche Beitrag, der vereinbarte Leistungsumfang und die Vertragsbedingungen.

Synonyme: Tarifzone